Die hohe Bedeutung einer zusätzlichen Altersvorsorge zu der gesetzlichen Rentenversicherung gilt in der Praxis und der Literatur weitestgehend als unumstritten. Daher wird in der Arbeit zunächst aufgezeigt, welchen Stellenwert individuelle Vorsorge für das Alter in der Zukunft haben wird. Es bestehen die Möglichkeiten der zusätzlichen freiwilligen betrieblichen sowie der privaten Altersvorsorge. Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht der Immobilienerwerb zur Altersvorsorge. Zur Vollständigkeit werden im Verlauf dieser Arbeit die betriebliche Altersvorsorge sowie weitere gängige Alternativen einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge kurz erläutert. Mit der Einführung der Eigenheimrente soll die Altersvorsorge durch Einbeziehung der eigengenutzten Immobilie gefördert werden. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Beantwortung der Fragen, welche Möglichkeiten zur Altersvorsorge die Eigenheimrente dem Einzelnen bietet. Weiter wird analysiert, in wieweit sich die Eigenheimrente für den Einzelnen lohnt und wie die individuelle Förderung aussieht. Berücksichtigt wird bei dieser Arbeit die Rechtslage im Jahre 2008.
Die demographische Entwicklung in Deutschland und die in diesem Zusammenhang entstehende Versorgungslücke stellen den Ausgangspunkt der vorliegenden Diplomarbeit dar. Im Kapitel zwei folgt ein Überblick über die bestehenden Möglichkeiten der Altersvorsorge, wobei die gesetzliche, die betriebliche und die private Altersvorsorge im Einzelnen beleuchtet werden. Nachdem in Kapitel 2 eine Vorstellung der einzelnen Vorsorgealternativen erfolgt, beschäftigt sich Kapitel 3 mit dem Immobilienerwerb als besondere Form der Altersvorsorge. Dieser Abschnitt stellt zum Einen den Immobilienerwerb als Kapitalanlage unter Berücksichtigung von steuerlichen Aspekten und entstehenden Chancen und Risiken dar. Zum Anderen werden der Immobilienerwerb zur Eigennutzung vorgestellt, steuerliche Aspekte erläutert und ein europäischer Vergleich bezüglich der Eigentumsquote angestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Abgrenzung der Arbeit
1.3 Gang der Arbeit
1.4 Definitionen
1.4.1 Immobilienerwerb
1.4.2 Altersvorsorge
1.4.3 Eigenheimrente
2 ALTERSVORSORGE
2.1 Demographische Entwicklung in Deutschland
2.2 Anstieg der Versorgungslücke
2.3 Drei Säulen der Altersvorsorge
2.3.1 Gesetzliche Rentenversicherung
2.3.2 Betriebliche Altersvorsorge
2.3.3 Private Altersvorsorge
2.3.4 Riester-Rente als besondere Form der privaten Altersvorsorge
3 IMMOBILIENERWERB ALS ALTERSVORSORGE
3.1 Gründe für Investitionen in Immobilien
3.2 Immobilien als Kapitalanlage
3.2.1 Steuerliche Behandlung
3.2.2 Risiken und Risikopolitische Maßnahmen
3.2.2.1 Mietzahlungen
3.2.2.2 Wertveränderungen
3.2.2.3 Subventionen
3.3 Immobilien zur Eigennutzung
3.3.1 Möglichkeiten der selbstgenutzten Immobilien zur Altersvorsorge
3.3.1.1 Nutzung bis zum Lebensende
3.3.1.2 Verkauf der Immobilie
3.3.1.3 Umstieg in ein kleineres Objekt
3.3.1.4 Reverse Mortgage
3.3.2 Steuerliche Behandlung und staatliche Förderung selbstgenutzer Immobilien
3.3.3 Deutschland im internationalen Vergleich
4 EIGENHEIMRENTE
4.1 Grundlagen
4.2 Förderfähiger Personenkreis
4.3 Begünstigte Anlageprodukte
4.3.1 Erwerb weiterer Genossenschaftsanteile
4.3.2 Darlehensverträge
4.3.3 Bausparverträge
4.4 Förderansätze
4.4.1 Tilgungsleistungen
4.4.2 Entnahme
4.4.2.1 Entnahme während der Ansparphase
4.4.2.2 Entnahme zu Beginn der Auszahlungsphase
4.4.3 Erwerb von Genossenschaftsanteilen
4.5 Besteuerung
4.6 Schädliche Verwendung
4.7 Darstellung Eigenheimrente anhand eines rechnerischen Beispiels
5 KRITISCHE WÜRDIGUNG
6 FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Rolle des Immobilienerwerbs als Baustein der Altersvorsorge unter besonderer Berücksichtigung des Eigenheimrentengesetzes (Wohn-Riester). Das primäre Ziel ist es, die Möglichkeiten, die das neue Förderkonzept dem Einzelnen bietet, zu analysieren, die Wirtschaftlichkeit zu bewerten und die Auswirkungen auf die Finanzierung von selbstgenutztem Wohneigentum zu durchleuchten.
- Demographischer Wandel und die resultierende Versorgungslücke in Deutschland
- Struktur der klassischen drei Säulen der Altersvorsorge
- Vor- und Nachteile von Immobilien als Kapitalanlage gegenüber der Eigennutzung
- Detaillierte Analyse der staatlichen Förderansätze durch das Eigenheimrentengesetz
- Kritische Würdigung der bürokratischen Hürden und steuerlichen Konsequenzen (Wohnförderkonto)
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Risiken und Risikopolitische Maßnahmen
Private oder institutionelle Investoren sind motiviert in fremdgenutzte Immobilien zu investieren, wenn die Summe der zu erwartenden aus der Immobilie generierten Einnahmen die Summe der investitionsbedingten Ausgaben übersteigt.
Abbildung 7 zeigt, dass die Vorteilhaftigkeit einer Immobilieninvestition durch eine Vielzahl unterschiedlicher Erfolgsdeterminanten bestimmt wird. Die bedeutendsten Renditefaktoren, d.h. die den Cashflow einer Investition prägenden Größen, werden im Folgenden analysiert. Da diese Faktoren zu einer Abweichung der Rendite führen können, werden sie unter Einbeziehung von Risikoaspekten dargestellt. Der Begriff Risiko beschreibt dabei die Möglichkeit einer Abweichung von geplanten Größen.
3.2.2.1 Mietzahlungen
Bei der Vermietung von Immobilien ergeben sich für den Eigentümer mehrere Risiken im Zusammenhang mit den Mieteinnahmen. Zum Einen existiert ein Mietausfallrisiko, welches die Gefahr bezeichnet, dass Mietzahlungen nicht bzw. nicht im vertraglich vereinbarten Umfang oder nicht fristgerecht erfolgen. Zum Anderen ergibt sich für den Eigentümer ein Inflationsrisiko. Dieses birgt die Gefahr, dass die Entwicklung der Mieterträge geringer ausfällt als die erwarteten Preissteigerungen. Steigen hingegen die Mieterträge stärker als die Lebenshaltungskosten, entsteht dem Eigentümer daraus ein relativer Vorteil. Die sog. Mietsteigerungschance ergibt sich, wenn sich am Markt höhere Mietsteigerungen durchsetzen lassen als ursprünglich vom Eigentümer oder Investor erwartet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung durch den demographischen Wandel sowie die Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit.
2 ALTERSVORSORGE: Überblick über die demographische Entwicklung, die entstehende Versorgungslücke und das klassische Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge.
3 IMMOBILIENERWERB ALS ALTERSVORSORGE: Analyse von Immobilien als Kapitalanlage versus Eigennutzung unter Berücksichtigung von Risiken und steuerlichen Aspekten.
4 EIGENHEIMRENTE: Ausführliche Erläuterung der gesetzlichen Regelungen, Förderansätze und Anlageprodukte der Eigenheimrente.
5 KRITISCHE WÜRDIGUNG: Reflexion über die Vor- und Nachteile des Modells, insbesondere hinsichtlich Bürokratie und Besteuerung.
6 FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Eigenheimrente.
Schlüsselwörter
Altersvorsorge, Immobilien, Eigenheimrente, Wohn-Riester, Demographischer Wandel, Versorgungslücke, Wohneigentum, Kapitalanlage, Eigennutzung, Wohnförderkonto, Rentenreform, Staatliche Förderung, Rentenversicherung, Immobilienfinanzierung, Altersarmut
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Erwerb von Immobilien als Instrument zur Altersvorsorge vor dem Hintergrund der durch den demographischen Wandel bedingten Rentenlücke.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind das klassische Rentensystem, die Immobilie als Kapitalanlage oder Eigennutzung sowie die neue staatliche Förderung durch die Eigenheimrente.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu analysieren, welche Möglichkeiten die Eigenheimrente für den Einzelnen bietet, ob sie wirtschaftlich sinnvoll ist und wie die individuelle Förderung gestaltet ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und kombiniert diese mit beispielhaften Berechnungen zur Veranschaulichung der Fördereffekte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die demographische Entwicklung, die drei Säulen der Altersvorsorge, die steuerliche Behandlung von Immobilien und die spezifischen Details der Eigenheimrente (Wohn-Riester).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Altersvorsorge, Eigenheimrente, Wohneigentum, Rentenlücke und Immobilieninvestition.
Was ist das "Wohnförderkonto"?
Das Wohnförderkonto ist ein fiktives Konto, auf dem staatlich geförderte Beträge erfasst werden, um diese nachgelagert in der Rentenphase zu versteuern.
Warum wird das Eigenheimrentengesetz kritisch betrachtet?
Kritikpunkte sind insbesondere der hohe bürokratische Aufwand, die Besteuerung fiktiver Werte und der Ausschluss von altersgerechten Sanierungen aus der Förderung.
Lohnt sich der Immobilienerwerb über die Eigenheimrente immer?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass keine pauschale Aussage möglich ist, da die Sinnhaftigkeit stark von der individuellen steuerlichen Situation und dem Lebensentwurf abhängt.
- Arbeit zitieren
- Diplom-Kauffrau Sabrina Beyer (Autor:in), 2009, Eigenheimrente. Immobilienerwerb zur Altersvorsorge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124157