Sozioökonomische Folgen der Abrüstung in Deutschland und der Schweiz


Seminararbeit, 1997

24 Seiten, Note: Gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Einleitung

III. Hypothesen zum Thema soziökonomische Folgen der Abrüstung in Deutschland und in der Schweiz

IV. Gründe der Gefährdung militärabhängiger Arbeitsplätze
1.Umstrukturierung der Armeen
2.Stabilisierung der entsprechenden Staatsausgaben
3.Stagnierende Militärausgaben und hohe Staatsverschuldung

V. Deutschland
1.Die Arbeitnehmer der Rüstungsindustrie auf dem Arbeitsmarkt
2.Angaben gekürzter Arbeitsplätze
3.Unternehmensstrategien

VI. Die Schweiz
1.Überblick
2.Die Zukunft der militärabhängigen Beschäftigung
3.Wirtschaftliche und soziale Folgen des Rückgangs militärischer Arbeitsplätze
3.1. Volkswirtschaftliche Folgen
3.2. Regionalwirtschaftliche Folgen
3.3. Auswirkungen auf die verschiedenen Branchen

VII. Überprüfung der Hypothesen

VIII. Zusammenfassung

IX. Quellenverzeichnis

Sozioökonomische Folgen der Abrüstung in Deutschland und der Schweiz:

I. Vorwort:

In meiner Arbeit werde ich versuchen die Folgen der Abrüstung für die Arbeitnehmer der Rüstungsbranche in Deutschland und der Schweiz darzustellen. Denn, wie ich herausarbeiten konnte, hat Abrüstung auch negative Aspekte. Diese betreffen die Personen, die bedingt dadurch ihre Arbeit verlieren und sich neu orientieren müssen. In der folgenden Arbeit werde ich beschreiben, wieso und wo Personal eingespart wird.

II. Einleitung:

Seit geraumer Zeit bekommt das Thema Abrüstung immer mehr Bedeutung. Die Anreize zur Abrüstung sind groß. Nun muß aber der Frage nachgegangen werden, wie die Beschlüsse zur Abrüstung arbeitsmarktpolitisch umgesetzt und volkswirtschaftlich genutzt werden können. In der Rüstung sind Soldaten, Zivilbeschäftigte der Streitkräfte, Arbeiter und Techniker tätig. Eigentlich steht man der Abrüstung aufgeschlossen gegenüber, doch wenn dies den eigenen Arbeitsplatz kosten soll, sieht man die Abrüstung sicher eher skeptisch.

Von den Politikern und Akteuren wird beklagt, daß es zu wenige Forschungsarbeiten zu diesem Thema gibt. Somit könnte man die Folgen der Konversion nicht angeben können. Untersuchungen gibt es vor allem in Schweden. Diese zeigen die Folgen eines schrittweisen Abbaus der Rüstungskapazitäten für den Arbeitsmarkt und das Wirtschaftswachstum auf. Weiters gibt es amerikanische Studien und Untersuchungen der internationalen Arbeiterorganisation in Genf.

Diese Arbeiten haben Vorergebnisse erbracht. Nach den Berechnungen des US-Arbeitsministerium, sind neben denen im Raumfahrtsektor die Rüstungsarbeitsplätze die teuersten. Mit dem gleichen Einsatz öffentlicher Mittel ließen sich in anderen Sektoren ungleich mehr Beschäftigungsverhältnisse erzeugen. Wenn Rüstungsarbeitsplätze aufgegeben werden, ist ein günstiger Effekt auf dem Arbeitsmarkt zu erwarten. Dabei ist auch zu

beachten, daß in der Rüstung Beschäftigte allgemein überdurchschnittliche Qualifikationen besitzen.

Ein zweites wichtiges Ergebnis der Untersuchungen bezog sich auf die Wahl der Träger einer Umorientierung. In England stand die betriebsbezogene Konversion im Vordergrund. Dies bedeutet daß zum Beispiel eine Militäranlage auf zivile Zwecke möglichst beschäftigungneutral umgestellt werden sollte. In der Sowjetunion und Osteuropa dominierten zentralplanerische

Konzepte. In der Wissenschaft dominieren regional konzipierte Konversionsstrategien. Dabei werden ökologische und andere Gemeinbelange miteinbezogen.

Die Gewerkschaften haben nun die Aufgabe, die Mitglieder vorzubereiten und geeignete Vorgedrungen an den Umstellungsprozeß zu formulieren. Von der Bundesfraktion der Sozialdemokratischen Partei wurde gemeinsam mit Gewerkschaften und Forschern ein „Arbeitskreis Konversion“ eingerichtet.

Die Umstellung ist auch im innerwirtschftlichen Bildungswesen Thema Nummer zwei hinter der Information über die eigene Organisation1.

III. Hypothesen zum Thema soziökonomische Folgen der Abrüstung in Deutschland und in der Schweiz:

1. Die Armeen in Deutschland werden umstruktuiert. Sie werden verkleinert.
2. Es werden immer höher technologisierte Waffen erzeugt.
3. Viele militärische Arbeitsplätze sind gefährdet.
4. Die Militärausgaben werden verringert.
5. Die Kürzungen militärischer Arbeitsplätze hat
wirtschaftliche und soziale Folgen
6. Einige Branchen der Rüstungsindustrie sind mehr von Personalkürzugen betroffen, andere weniger.
7. Die Wirtschaftskrise trägt zum Personalabbau bei.
8. Die High-Tech-Rüstung erfordert immer weniger Arbeitseinsatz und immer mehr Kapital.
9. Man beschäftigt sich allgemein wenig mit den sozioökonomischen Folgen der Abrüstung. Bei Thema Abrüstung treten andere Punkte in das Blickfeld der Menschen und nicht diejenigen, die ihren Arbeitsplatz verlieren.

IV. Gründe der Gefährdung militärabhängiger Arbeitsplätze:

Viele Arbeitsplätze, die direkt oder indirekt von der militärischen Sicherheitspolitik abhängig sind, sind heute gefährdet. Drei zentrale Ursachen können hier genannt werden:

1. Die Hauptursache liegt in der Umstrukturierung der Armeen und deren Ausrüstungen.

Zahlreiche Staaten haben schon und reduzieren noch den Umfang ihrer Streitkräfte. Den verbleibenden Truppen wird mit Hilfe neuer Technologien höhere Mobilität und Flexibilität zugemutet.

Die moderne Kriegstechnologie macht große Massenheere überflüssig.

Daher werden viele Truppenstandorte aufgehoben. Der Bedarf an leichten Waffen wie Gewehren, klein- und mittelkalibrigen Kanonen und entsprechender Munition sinkt. Die Rüstungsämter beschaffen ständig komplexere Waffensysteme in immer geringeren

Stückzahlen. Die Aufrüstung erfährt eine Verlagerung. Diese Verlagerung findet von der Massenproduktion zur High-Tech-Entwicklung statt. In den NATO-Ländern können nur wenige Konzerne in dem neuen Wachstumsmarkt mithalten. Deshalb hat eine Fusionswelle2 gestartet. Die kleineren Waffenschmieden geraten in Kleinstaaten unter Druck.

Nur die Rüstungsgiganten3 überleben, hinter denen massiv öffentlich finanzierte militärische Forschungs- und Entwicklungsprogramme stehen. Sogar europäische Konzerne haben Mühe, gegen die US-Konkurrenz zu bestehen. Bei den Kleinstaaten wird nur noch eine staatlich protektionierte und subventionierte Rüstungsindustrie für den Inlandmarkt überleben, die leichte Waffen produziert und den Unterhalt des importierten Großgerätes garantieren.

Zwei Drittel der 30 führenden Rüstungsunternehmen in der EU sind erheblich gefährdet. Die kleineren Rüstungsunternehmen reagieren durch eine Verminderung der Rüstungsproduktion; defensiv durch Entlassungen von Beschäftigten, Stillegungen oder Verkauf. Offensiv wird durch Diversifikationen oder Konversionen reagiert, Das heißt Umstellung auf zivile Güter und Dienstleistungen.

2. Ein zweiter Grund für den Rückgang militärabhängiger Arbeitsplätze ist die Stabilisierung der entsprechenden Staatsausgaben.

Das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinsitut SIPRI4 gab an, daß seit 1988 die weltweiten Militärausgaben nach jahrelangem Wachstum sinken. 1988 und 1989 betrug der Rückgang zwei Prozent. 1990 betrug der Rückgang schon fünf Prozent.

In den Ländern, die zum aufgelösten Warschauer Pakt gehörten, spricht man von einer richtigen Abrüstungswelle. Die Militärausgaben gehen dort um zehn Prozent und mehr zurück.

Seit 1986 sinken auch in den USA sie Militärausgaben. 1990 waren es fünf Prozent. 1990/91 baute die private US-Rüstungsindustrie mindestens 200.000 Arbeitsplätze ab.

In den NATO-Ländern sanken die Militärausgaben bis 1989 überhaupt nicht. 1990 gingen sie um knappe zwei Prozent zurück.

3. Stagnierende Militärausgaben und hohe Staatsverschuldung haben verminderte Kriegsmaterialimporte zur Folge.

Der Wert der weltweiten Rüstungsexporte hat sich allein von 1989 auf 1990 um 35 Prozent vermindert. 1992 waren es noch 60% des Wertes von 1987. Zu diesem Rückgang trugen das Ende des Kalten Krieges, der Zerfall der Exportfähigkeit der Sowjetunion, das Ende des Ersten Golfkrieges zwischen Iran und Irak und die Beilegung weiterer großer Regionalkonflikte (z.B. Afghanistan) bei.

[...]


1 siehe Albrecht Ulrich, Rüstung in der Konversion, S. 8-11; Brzoska Michael, „Westeuropäisierung“; Brzoska Michael, Rüstungsexport; Dembinski Matthias, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, S: 1-4: Die nukleare Rüstungs- und Rüstungskontrollpolitik; Hug Peter, Meier Ruedi, Rüstungskonversion, S. 7-11; Nielebock Thomas, Abrüsten durch Waffenhandel; Pierre De Vestel, Defence markets and industries, S. 1-4

2 Albrecht Ulrich, Rüstung in der Konversion?, S. 10

3 Albrecht Ulrich, Rüstung in der Konversion?, S. 10

4 Albrecht Ulrich, Rüstung in der Konversion?, S. 136

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Sozioökonomische Folgen der Abrüstung in Deutschland und der Schweiz
Hochschule
Universität Wien  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar aus Internationaler Politik
Note
Gut
Autor
Jahr
1997
Seiten
24
Katalognummer
V12417
ISBN (eBook)
9783638183055
ISBN (Buch)
9783638642408
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Abrüstung, Deutschlang, Schweiz
Arbeit zitieren
Mag. Karin Stepanek (Autor), 1997, Sozioökonomische Folgen der Abrüstung in Deutschland und der Schweiz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12417

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