Where is the value in Peer-Reviews?

Die Bedeutung des Peer-Review Verfahrens


Seminararbeit, 2008

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. PEER-REVIEWS IN DER WISSENSCHAFT
2.1. ABLAUF EINES WISSENSCHAFTLICHEN PEER-REVIEWS
2.2. ALTERNATIVE ANSÄTZE ZUR INTERPRETATION VON PEER-REVIEWS

3. NACHTEILE DES PEER-REVIEW VERFAHRENS
3.1. GUTACHTER ALS GERICHT SCHAFFEN HIERARCHIE
3.2. DIE WILLKÜR DER ABLEHNUNGSQUOTEN IM PEER-REVIEW PROZESS
3.3. DIE VOR- UND NACHTEILE DER ANONYMITÄT
3.4. ZEIT UND KOSTEN DER PEER-REVIEWS

4. ALTERNATIVE ANSÄTZE ZUR QUALITÄTSSICHERUNG

5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
5.1. EIGENER VORSCHLAG

6. ANHANG

7. INTERNETQUELLENVERZEICHNIS

8. LITERATURVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Der Peer-Reviews Prozess. Vom Manuskript bis zur Publikation

Abbildung 2: Frequencies of Recommendations by Reviewers

Abbildung 3: Ergebnisse der Online-Befragung des iFQ

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. EINLEITUNG

Die Bezeichnung Peer-Reviews (Kreuzgutachten) ist ein Sammelbegriff für Verfahren zur schriftlichen Qualitätssicherung von Arbeitsergebnissen. Diesbezüglich führen unabhängige Gutachter, sogenannte „Peers“, die über einen gleichwertigen Wissensstand wie der Urheber der Arbeit verfügen, eine Qualitätskontrolle durch. Je nach der Beurteilung durch den Gutach-ter ergeben sich daraus Rückwirkungen für den Verfasser der wissenschaftlichen Arbeit.

Das Beurteilungsverfahren der Peer-Reviews ist ein Instrument, das häufig und in verschie-densten Disziplinen Anwendung findet. So wird das Verfahren beispielsweise sowohl in der Medizin, als auch zur Kontrolle von Wirtschaftsprüfern (hier ist es sogar gesetzlich vorge-schrieben) eingesetzt.1

Der Fokus dieser Seminararbeit liegt auf Peer-Reviews aus dem akademisch wissenschaftli-chen Bereich. Daher wird im weiteren Verlauf der Peer-Reviews Prozess und seine Anwen-dung ausschließlich für den wissenschaftlichen Bereich genauer analysiert, um anschließend darzulegen, worin genau der Nutzen und die Nachteile in dieser speziellen Form der Quali-tätssicherung bestehen.

2. PEER-REVIEWS IN DER WISSENSCHAFT

Im Bereich der Geisteswissenschaften werden neue Arbeitsergebnisse üblicherweise in Fach-zeitschriften publiziert. Weil Zeitschriftenverlage (Journals) jedoch über mehr Einsendungen als Publizierungsmöglichkeiten verfügen, muss eine Qualitätsrangliste der eingereichten Ma-nuskripte erstellt werden. Hierbei sind Peer-Reviews das meist genutzte Instrument. Schon im 17. Jahrhundert beauftragte der Theologe Henry Oldenburg, der seinerzeit der Verleger der “Philosophical Transactions London“ war, andere Wissenschaftler mit der Bewertung einge-reichter Artikel, da er sich dazu allein, aufgrund der Vielfalt der eingereichten Manuskripte, wissensspezifisch nicht in der Lage sah.2 Folglich können seit Henry Oldenburg Peer-Reviews als der „TÜV“ der Wissenschaften verstanden werden.3

2.1. Ablauf eines Wissenschaftlichen Peer-Reviews

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Der Peer-Reviews Prozess. Vom Manuskript bis zur Publikation.4

(1) Üblicherweise verfasst der Autor ein Manuskript über ein Thema seines Forschungsgebie-tes, welches zur Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift vorgesehen ist. Dabei handelt es sich vermehrt um neu gewonnene Erkenntnisse, neuere methodische Verfahren oder innovati-vere Lösungsansätze für Fragestellungen der jeweiligen Disziplin. (2) Anschließend übersen-det der Autor sein Manuskript dem Herausgeber der Fachzeitschrift, in dem er eine Veröffent-lichung wünscht. (3) Erfüllt das Manuskript die wesentlichen Standards der jeweiligen Fach-zeitschrift, werden die Manuskripte zum Zwecke der Qualitätsbeurteilung an mehrere (meis-tens drei) unabhängige Gutachter (Reviewer) geschickt. Die Gutachter sind üblicherweise Experten desselben Fachgebietes und somit Kollegen (Peers). Damit ist gewährleistet, dass die Kritiker über das nötige Wissen und Know-how zur Qualitätssicherung verfügen. Zu beachten ist jedoch, dass die Gutachter nicht aus dem Umfeld des Autors stammen dürfen, um die Unabhängigkeit des zu bewertenden Manuskriptes zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wird versucht die Identität des Autors als auch die des Gutachters anonym zu halten. Einflussreiche Autoren haben jedoch in der Praxis vielfältige Möglichkeiten ihre Anon]ymität zu überwinden, in dem sie zum Beispiel auf Ergebnisse aus der Liste Ihrer Publikationen oder Referenzen verweisen. Die Anonymität des Gutachters soll ihn vor möglichen Revanchen des Autors schützen. Gutachter erbringen ihre Tätigkeit meist unendgeldlich, jedoch gibt es auch Fachzeitschriften, die feste Gutachter beschäftigen5. Die Gutachter schließen ihr Qualitätsur-teil mit einem Votum für eine der folgenden drei Möglichkeiten ab.

- (4) Mehrere Gutachter stimmen für die Veröffentlichung. Das Manuskript wird in der eingesendeten Form vom Verleger publiziert.
- (5) Mehrere Gutachter stimmen für „endgültig abgelehnt“. Dem Autor werden, zu-sammen mit seinem Manuskript, das Gutachten und die Gründe für seine Ablehnung zugesandt.6
- (6) Mehrere Gutachter stimmen für eine Überarbeitung. Der Autor bekommt eine Lis-te mit Überarbeitungsvorschlägen. Sind diese vom Autor vorgenommen worden, wird das Manuskript, je nach Verlagshaus, ggf. erneut einem Review unterzogen oder di-rekt publiziert.

2.2. Alternative Ansätze zur Interpretation von Peer-Reviews

Größtenteils nehmen Autoren Gutachterbewertungen als eine Art Urteil über die Qualität Ih-rer Arbeit oder den Wert Ihrer Forschung wahr.

Prof. William H. Starbuck von der New York University (Stern School of Business) hat im „Journal of Management Inquiry“ einen alternativen Interpretationsansatz formuliert. Seine sogenannte “GOLDENE REGEL“ besagt, dass kein Kritiker jemals falsch liegt!7 Fraglich ist nun weshalb diese Regel so bedeutsam ist. Prof. Starbuck ist der Meinung, dass Kritiken nicht als Urteil über den Wert einer Arbeit angesehen werden sollten, sondern eher als hilfreiche Information über das Potential seiner Zielgruppe (Leser), die man mit einem Artikel erreichen möchte.

Und auch wenn die Regel, dass kein Kritiker jemals falsch liegt, vor dem Hintergrund arro­gant, respektlos oder unsinnig erscheinender Änderungsvorschläge, irrational wirken mag, so basiert sie doch auf einer fundamentalen Tatsache: Jeder Kritiker ist ein Teil der Zielgruppe, die der Artikel erreichen soll. Kritiker sind tatsächlich nur eine kleine Teilmenge der gesam-ten Leserschaft. Sie befassen sich mit dem Manuskript mit höherer Aufmerksamkeit, als es der Großteil der Leserschaft tut. Anstatt nach ein paar Seiten gelangweilt oder abgeneigt auf-zugeben, befassen sie sich mit besonderer Achtsamkeit der detaillierten Studie des gesamten Manuskripts.

[...]


1 Vgl. hierzu : Sven Siemers, Auswirkung des Peer-Review auf Wirtschaftsprüferpraxen , S. 3

2 Vgl. hierzu: Irving E. Rockwood: Peer Reviews: more interesting than you think, S. 1436

3 Vgl. hierzu: G. Fröhlich, Anonyme Kritik: Peer-Review auf dem Prüfstand der Wissenschaftsforschung, S.33

4 Quelle zu Abb.1: Eigene Erstellung.

5 Vgl. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,576313-2,00.html

6 Vgl. hierzu: Prof. Dr. S. Hirschhausen http://www.falter.at/web/heureka/archiv/99_1/06.php#zitat

7 Vgl. hierzu: Prof. William H.Starbuck , Turning Lemons into Lemonade – Where ist he Value in Peer Reviews, S. 344

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Where is the value in Peer-Reviews?
Untertitel
Die Bedeutung des Peer-Review Verfahrens
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Betriebswirtschaftslehre - Lehrstuhl für Organisation)
Veranstaltung
Turning Lemons into Lemonade - Where is the value in Peer-Reviews?
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V124184
ISBN (eBook)
9783640287543
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Where, Peer-Reviews, Seminar
Arbeit zitieren
Niko Mehl (Autor), 2008, Where is the value in Peer-Reviews?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124184

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