Die vorliegende Studie zielt darauf ab, das Leistungsmotiv bei der Betätigung von Sport bei deutschen Erwachsenen anhand ihrer Persönlichkeit zu untersuchen. Dabei wurde sich auf die Variablen Zielorientierung, Hoffnung auf Erfolg und Gewissenhaftigkeit fokussiert. Im nachfolgenden Kapitel wird der Forschungsstand, der für diese Studie relevanten Variablen aufgezeigt. Darauf basierend werden die Forschungsfragestellungen formuliert und die Hypothesen abgeleitet. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Methodik dieser Forschungsarbeit. In diesem werden die Stichprobe, die Messinstrumente sowie das Forschungsdesign und -vorgehen erläutert.
Nachfolgend werden im vierten Kapitel die Ergebnisse zu den deskriptiven Statistiken und Korrelationen zwischen den Variablen und den durchgeführten multivariaten Analysen (Explorative Faktorenanalyse, Mediator- und Moderatoranalyse) dargestellt. Abschließend werden im fünften Kapitel die Ergebnisse zusammengefasst und interpretiert, sowie Implikationen aufgezeigt. Des Weiteren werden die Limitationen der vorliegenden Studie dargelegt und ein Ausblick über zukünftige Forschungen präsentiert. Forscher verwenden zur Beschreibung und Erklärung von menschlichem Verhalten unterschiedliche theoretische Konzepte, Eigenschaften und Motive. Merkmale sind „stilistische und gewohnheitsmäßige Muster von Kognitionen, Affekten und Verhalten“.
Eine Vielzahl von Eigenschaftstheoretikern empfehlen das Fünf-Faktoren-Modell (FFM) der Persönlichkeit, das nach Costa und McCrae die Eigenschaften Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus und Offenheit für Erfahrungen als die grundlegenden Elemente der Persönlichkeit identifizieren. Hingegen konzentrieren sich Motivationspsychologen auf die sozialen Motive wie Leistung, Macht und Zugehörigkeit, um die Persönlichkeit einer Person zu charakterisieren. Dabei stellen Motive Ziele dar, die als bewusste Absichten oder Bedürfnisse erlebt werden. Nach McClelland werden solche bewussten Motive als explizite Motive bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand und Hypothesen
2.1. Theoretischer Hintergrund
2.2. Forschungsfragestellungen und Hypothesen
3. Methode
3.1. Stichprobe
3.2. Messinstrument
3.3. Forschungsdesign und -vorgehen
4. Ergebnisse
4.1. Deskriptive Statistiken und Korrelationen
4.2. Ergebnisse bzgl. der 1. Hypothese
4.3. Ergebnisse bzgl. der 2. Hypothese
4.4. Ergebnisse bzgl. der 3 Hypothese
5. Diskussion
5.1. Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
5.2. Implikation der Ergebnisse
5.3. Limitation und zukünftige Forschung
Zielsetzung & Themen
Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit und dem Leistungsmotiv bei deutschen Erwachsenen im Kontext der Sportausübung, mit besonderem Fokus auf die Variablen Zielorientierung, Hoffnung auf Erfolg und Gewissenhaftigkeit.
- Analyse des Einflusses von Persönlichkeitsmerkmalen auf Leistungsmotive
- Untersuchung von Zielorientierung als motivierende Variable im Sport
- Validierung der Achievement Motives Scale in einer deutschen Stichprobe
- Überprüfung von Mediations- und Moderationseffekten durch Gewissenhaftigkeit
- Ableitung praktischer Implikationen für den Sportkontext
Auszug aus dem Buch
2.1. Theoretischer Hintergrund
Die Leistungsmotivation umfasst zwei verschiedene motivationale Orientierungen, nämlich die Ziel- und die Wettbewerbsorientierung. Erstere wurde von Nicholls (1984, 1989) und Duda (1992; Duda & Hall, 2001) als Aufgaben- (AO) und Egoorientierung (EO) definiert. Letztere bezieht sich auf den Wettbewerb mit den drei Dimensionen Sieg/Gewinn, Ziel und Wettbewerbsfähigkeit. Aus der Kombination der Ziel- und Wettbewerbsorientierung lässt sich der Sport Orientation Questionnaire (SOQ) (Gill & Deeter, 1988) ableiten. Dabei spiegelt die Zielskala die AO und die Gewinn- und Wettbewerbsskala die EO wider (Monacis et al., 2013). Für die vorliegende Studie ist die Zielorientierung (ZO) von Relevanz.
Bereits mehrere Studien untersuchten die Unterschiede in der ZO (AO und EO) im Trainings- und Wettkampfkontext (Van de Pol & Kavussanu, 2011; Van de Pol & Kavussanu, 2012; Williams, 1998). Dabei fanden Van de Pol und Kavussanu (2012) heraus, dass die AO die Anstrengung im Training und den Spaß in beiden Kontexten positiv voraussagt. In einer früheren Studie von Van de Pol und Kavussanu (2011) kamen sie bereits zum selben Ergebnis. Des Weiteren wurde in dieser Studie untersucht, ob ZO das Angstverhalten im Trainings- und Wettkampfkontext unterschiedlich vorhersagt und ob die Sportart diese Beziehung moderiert. Die Ergebnisse zeigten, dass die AO die Angst im Wettkampf bei Einzelsportlern negativ prognostiziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die psychologischen Konzepte von Persönlichkeit und Motiven sowie Vorstellung des Forschungsziels, das Leistungsmotiv von Sportlern anhand ihrer Persönlichkeit zu untersuchen.
2. Forschungsstand und Hypothesen: Darstellung theoretischer Grundlagen zu Zielorientierung und Leistungsmotivation sowie Formulierung der drei Untersuchungs-Hypothesen.
3. Methode: Beschreibung der Stichprobe (N=290), der eingesetzten Messinstrumente (SOQ, AMS, BFI-10) und des quantitativen Forschungsdesigns.
4. Ergebnisse: Präsentation der statistischen Analysen, einschließlich deskriptiver Statistiken, Faktorenanalysen zur Validierung der Messinstrumente sowie Mediator- und Moderatoranalysen.
5. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf die Hypothesen, Erörterung der Implikationen für die Sportpraxis sowie Auseinandersetzung mit Limitationen der Studie.
Schlüsselwörter
Gewissenhaftigkeit, Hoffnung auf Erfolg, Leistungsmotivation, Persönlichkeit, Zielorientierung, Sportpsychologie, Aufgabenorientierung, Egoorientierung, Achievement Motives Scale, Sport Orientation Questionnaire, Quantitative Forschung, Leistungssport, Breitensport, Faktorenanalyse, psychologische Diagnostik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Persönlichkeit, speziell das Merkmal Gewissenhaftigkeit, auf das Leistungsmotiv bei der sportlichen Betätigung auswirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind Zielorientierung, das Motiv „Hoffnung auf Erfolg“ und das Persönlichkeitsmerkmal „Gewissenhaftigkeit“ im Kontext des Sports.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll geklärt werden, ob es Zusammenhänge zwischen Zielorientierung, Hoffnung auf Erfolg und Gewissenhaftigkeit gibt und ob letztere diese Zusammenhänge mediiert oder moderiert.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Es wurde ein quantitatives Design gewählt, bei dem Daten mittels eines standardisierten Online-Fragebogens in einer Querschnittsstudie erhoben und mittels JASP statistisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise, die deskriptiven Analysen sowie die explorative Faktorenanalyse und die Prüfung der Hypothesen durch multivariate Verfahren.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Schlüsselwörter sind neben den genannten Variablen besonders Sportpsychologie, Leistungsmotivation und diagnostische Verfahren wie die Achievement Motives Scale.
Warum konnte die Hypothese zur Mediation durch Gewissenhaftigkeit nicht bestätigt werden?
Die statistische Analyse zeigte keinen signifikanten indirekten Effekt, da die Verbindung von Gewissenhaftigkeit zur „Hoffnung auf Erfolg“ in dieser Stichprobe nicht signifikant war.
Welchen Einfluss hat die Sportart auf die Gewissenhaftigkeit laut den Ergebnissen?
Die Studie diskutiert, dass Athleten in Kampfsportarten oder Einzelsportarten teils höhere Gewissenhaftigkeitswerte zeigen als Sportler in Kollektivsportarten, was bei der Interpretation der breit gefächerten Stichprobe berücksichtigt werden muss.
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- Jennifer Cerwenka (Author), 2021, Affekte und Leistungsmotive beim Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1241897