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Körper in der Popliteratur am Beispiel von Christian Krachts "Faserland", Sibylle Bergs "Amerika" und Kai Damkowskis "angst sucht hase"

Title: Körper in der Popliteratur am Beispiel von Christian Krachts "Faserland", Sibylle Bergs "Amerika" und Kai Damkowskis "angst sucht hase"

Thesis (M.A.) , 2008 , 98 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Elisa Hempel (Author)

German Studies - Comparative Literature
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„Körper“ gilt als einer der wichtigsten kulturwissenschaftlichen Begriffe der Gegenwart. Die einen sprechen von seinem Verschwinden im Zuge von Digitalisierung, Virtualisierung und den Möglichkeiten zur Manipulation, die anderen von seiner Rückkehr als Garant für Authentizität und Unmittelbarkeit. Nach der „performativen Wende“ in den Geisteswissenschaften soll der Körper das Primat des Textes als gleichberechtigte Kategorie korrigieren und erweitern. Eine besondere Rolle spielt er als Forschungsfeld im Rahmen der gender studies und in der Literaturwissenschaft. Im Hinblick auf die Literatur der Gegenwart ist von „somatischer Poesie“, auf dem Gebiet der Popliteratur gar von „Körpermanie“ die Rede.
Während Popliteratur in den Neunzigern in aller Munde zu sein schien, ist es um dieses Genre mittlerweile in den Feuilletons wieder bedeutend ruhiger geworden. Die Wissenschaft hingegen widmet sich diesem Phänomen nach wie vor.
In dieser Arbeit sollen die beiden Diskurse „Körper“ und „Popliteratur“ zusammengeführt werden. Dazu wurden Texte ausgewählt, bei denen sich ein breites, repräsentatives Spektrum ergibt, da die Kategorie „Körper“ jeweils in unterschiedlichen, bisweilen völlig verschiedenen Spannungsfeldern auftaucht.Die in Wissenschaft und Feuilleton häufig anzutreffende Generalisierung vom „Körperkult“ in der Popliteratur soll den Ausgangspunkt dieser Untersuchung bilden und in den Texten geprüft und gegebenenfalls nachgewiesen werden.
Die Beschäftigung mit dem Diskurs „Körper“ nimmt das ambivalente Nebeneinander von Diagnosen zum Körper in den Blick. Eingedenk des Postulats, dass Popliteratur als Archiv von Gegenwartskultur gedacht werden kann, wird innerhalb der Texte zudem nach den Tendenzen des „Verschwindens“ gefragt. Zu diesem Zwecke wird ein entsprechendes Untersuchungsinstrumentarium aufgestellt, dessen Kern die Hauptachse aus „Aufladung“ und „Verschwinden“ bildet.
Dabei lässt die Untersuchung das Feld von „Körper und Geschlecht“ weitestgehend außer Acht, da die Perspektive eine andere ist und der Blick versucht übergeordneter zu sein.
Die vorliegende Arbeit will in der Popliteratur die als „Aufladung“ verstandene Körpermanie, um die Kategorie des „Verschwindens“ ergänzen und erweitern. Am Ende soll verdeutlicht werden, dass sich die von kulturwissenschaftlicher Seite herausgearbeiteten, paradoxen Standpunkte zum Körper in der Gegenwart auch in den Texten widerspiegeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Theorieteil

1. Popliteratur

1.1. Einführung

1.2. Kriterien nach Jung und Ullmaier

1.3. Pop in der Literaturgeschichte

1.4. Kritik an der Popliteratur

2. Körpertheorien

2.1. Einführung

2.2. Von der Trennung zur Unterdrückung

2.3. Widersprüche der Gegenwart

3. Körper in der Literatur

4. Untersuchungsmethode und Begriffsklärung

III. Lektüreteil

1. Christian Kracht „Faserland“

1.1. Autor und Inhalt

1.2. Der unterdrückte Körper

1.2.1. Die Missachtung des Körpers

1.2.2. Die Sorge um die Oberfläche

1.2.3. Der Körper meldet sich zurück

1.3. Resümee

2. Sibylle Berg „Amerika“

2.1. Autorin und Inhalt

2.2. Der bewertete Körper

2.2.1. Der hässliche Körper

2.2.2. Verschwinden im Schmerz

2.2.3. Der schöne Körper

2.2.4. Verschwinden im Glück

2.3. Resümee

3. Kai Damkowski „angst sucht hase“

3.1. Autor und Inhalt

3.2. Der transgressive Körper

3.2.1. Körper als Innenwelt: Präsenz

3.2.2. Körper und Außenwelt: Osmose

3.2.3. Körper in der Synthese: Absenz

3.3. Resümee

IV. Schlussbetrachtung

V. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit führt die Diskurse „Körper“ und „Popliteratur“ zusammen, um die in Wissenschaft und Feuilleton häufig geäußerte Generalisierung vom „Körperkult“ in der Popliteratur zu prüfen. Dabei wird ein Untersuchungsinstrumentarium entlang der Hauptachse von „Aufladung“ und „Verschwinden“ entwickelt, um die paradoxen, kulturwissenschaftlich herausgearbeiteten Standpunkte zum Körper der Gegenwart anhand von drei repräsentativen Romanen zu verifizieren.

  • Körpertheorien und ihre Bedeutung für die zeitgenössische Literatur.
  • Die Rolle der Popliteratur als Archiv der Gegenwartskultur.
  • Untersuchung von Identitätskonstruktionen und Körperwahrnehmung bei Christian Kracht, Sibylle Berg und Kai Damkowski.
  • Das Spannungsfeld zwischen der physischen Bedingtheit des Körpers und dem Wunsch nach Transzendenz oder Entkörperlichung.
  • Die Analyse von „Aufladung“ (z. B. durch Oberflächeninszenierung) und „Verschwinden“ (z. B. durch Drogen, Schmerz oder Krankheit).

Auszug aus dem Buch

1.2.1. Die Missachtung des Körpers

Gleich zu Anfang des Romans erfährt der Leser, dass sich der Protagonist auf Sylt an einem Imbiss eine zweite Portion Scampis mit Knoblauchsoße bestellt, obwohl ihm bereits nach der ersten übel gewesen ist. Parallel dazu trinkt er am Ende seiner Reise in einem Hotel in der Schweiz Kaffee, obwohl er gar keinen mag. Er meint hierzu:

Mein Herz fängt an, wie blöd zu rasen, und ich fühle mich schwindlig, aber ich trinke trotzdem morgens zwei große Tassen.

Die in beiden Fällen deutlich werdende Missachtung von Signalen ist für das Verhältnis des Protagonisten gegenüber seinem Körper programmatisch. Dabei kann nicht davon ausgegangen werden, dass er dessen Signale nicht als solche verstünde. Phänomene wie Herzklopfen oder Übelkeit nimmt der Protagonist durchaus und zum Teil sogar mit verstärkter Aufmerksamkeit wahr, steht diesen jedoch neutral bis gleichgültig gegenüber. Im Allgemeinen bleibt die Kenntnisnahme ohne Konsequenz für die weitere (Be-)Handlung. Insofern kann von „emotionslose(r) Beschreibungsakribie“ gesprochen werden, auch wenn diese nicht in detailliert-pathologische Bereiche vordringt.

Fast scheint es, als möchte sich der Protagonist bewusst „unvernünftig“ verhalten. Demzufolge lässt sich fragen, ob er die Unterdrückung bewusst vollzieht und instrumentalisiert, um sich anschließend mit doppelter Intensität den Folgen respektive den peinlichen Auswürfen widmen zu können. Die nach außen getragene Gleichgültigkeit wäre demnach eher kindliches Kalkül nach dem Motto: „Schaut einmal, was ich mit meinem Körper alles anstellen kann!“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Thematik der Arbeit ein und verknüpft die Begriffe „Körper“ und „Popliteratur“, wobei die Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen „Aufladung“ und „Verschwinden“ als methodische Leitlinie etabliert wird.

II. Theorieteil: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen zur Popliteratur erarbeitet und körpertheoretische Diskurse sowie deren Relevanz für literarische Darstellungen dargelegt.

III. Lektüreteil: Der Hauptteil analysiert exemplarisch die Werke „Faserland“ von Christian Kracht, „Amerika“ von Sibylle Berg und „angst sucht hase“ von Kai Damkowski hinsichtlich ihrer spezifischen Körperdarstellungen und -diskurse.

IV. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse der Analysen zusammen und bestätigt die Parallelität von Körperaufwertung und Körperverdrängung in der untersuchten Popliteratur.

V. Bibliographie: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf.

Schlüsselwörter

Popliteratur, Körpertheorien, Christian Kracht, Sibylle Berg, Kai Damkowski, Körperlichkeit, Identität, Transzendenz, Entkörperung, Oberfläche, Faserland, Amerika, angst sucht hase, Postmoderne, Gegenwartsliteratur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Körper und Popliteratur in drei deutschen Romanen der neunziger Jahre, um die These eines „Körperkults“ kritisch zu hinterfragen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Begriffe „Aufladung“ und „Verschwinden“ des Körpers, die als paradoxe Tendenzen in den gewählten Werken identifiziert und analysiert werden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu belegen, dass in der Popliteratur der neunziger Jahre Körper nicht nur „aufgeladen“ werden (etwa durch Konsum oder Oberfläche), sondern gleichzeitig Tendenzen des „Verschwindens“ (z. B. durch Drogen, psychische Störungen oder den Wunsch nach Entkörperlichung) aufweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verzichtet auf ein starres, schematisches Fragenrepertoire und wählt einen induktiven Ansatz, bei dem das Untersuchungsinstrumentarium aus den spezifischen Bedürfnissen der drei analysierten Romane abgeleitet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Lektüre von Krachts „Faserland“, Bergs „Amerika“ und Damkowskis „angst sucht hase“, wobei jeweils nach einer Einleitung zu Autor und Inhalt die spezifischen körperbezogenen Spannungsfelder untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören neben der Popliteratur insbesondere die Kategorien „Körper“, „Identität“, „Postmoderne“ sowie die Begriffe „Aufladung“ und „Verschwinden“.

Welche Rolle spielt die „Sorge um die Oberfläche“ bei Christian Krachts „Faserland“?

Die Sorge um die Oberfläche fungiert bei Kracht als kompensatorischer Akt zur Missachtung körperlicher Bedürfnisse; Markenkleidung und äußeres Erscheinungsbild dienen dem Protagonisten als letzte Orientierungspunkte in einer als elend empfundenen Welt.

Warum ist Sibylle Bergs „Amerika“ für die Körpertheorie relevant?

„Amerika“ verdeutlicht die Dichotomie von „schön“ und „hässlich“ und zeigt auf, dass der Körper sowohl als Instrument für soziale Distinktion als auch als Quelle von Schmerz und existenzieller Not fungiert.

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Details

Title
Körper in der Popliteratur am Beispiel von Christian Krachts "Faserland", Sibylle Bergs "Amerika" und Kai Damkowskis "angst sucht hase"
College
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Grade
1,0
Author
M.A. Elisa Hempel (Author)
Publication Year
2008
Pages
98
Catalog Number
V124202
ISBN (eBook)
9783640293780
ISBN (Book)
9783640293827
Language
German
Tags
Körper Popliteratur Beispiel Christian Krachts Faserland Sibylle Bergs Amerika Damkowskis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Elisa Hempel (Author), 2008, Körper in der Popliteratur am Beispiel von Christian Krachts "Faserland", Sibylle Bergs "Amerika" und Kai Damkowskis "angst sucht hase", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124202
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