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Diskursanalyse - Ein Versuch

Titel: Diskursanalyse - Ein Versuch

Essay , 2008 , 6 Seiten , Note: 1,6

Autor:in: Frank Mages (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Diskursanalyse unterscheidet sich von anderen Methoden der Textanalyse, da sie keine Textanalyse im eigentlichen Sinne liefern kann und will. Das liegt daran, dass sie Texte nicht als einzelne Texte wahrnehmen kann, sondern nur als Ansammlung von sprachlichen beziehungsweise schriftlichen Äußerungen. Vielmehr sieht sie es als ihre Aufgabe die historischen Rahmenbedingungen der Textentstehung zu hinterfragen.1 Die Diskursanalyse liefert demnach keine textinterne Interpretation, sondern sie leistet eine Offenlegung der
„außertextlichen Konstitutionsbedingungen der Literatur“2 vor dem Hintergrund von Ausschließungs- und Verknappungsprozeduren und -mechanismen von diskursiver Ordnung und deren Auswirkungen auf die Entstehung von Texten und deren Interpretation.3

1 Vgl. Kittler, Friedrich A.: Diskursanalyse. In: David E. Wellbery (Hrsg.): Positionen der Literaturwissenschaft. Acht Modellanalysen am Beispiel von Kleists Das Erdbeben in Chili. München 31993. S. 24 – 38. S. 24.
2 Kafitz, Dieter: Literaturtheorien in der textanalytischen Praxis. Würzburg 2007. S. 87.
3 Vgl. Ebd. S. 87.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und theoretische Grundlagen der Diskursanalyse

1.1 Der Diskursbegriff nach Michel Foucault

1.2 Externe Ausschließungs- und Verknappungsprozeduren

1.2.1 Das Verbot und das Tabu

1.2.2 Vernunft, Wahnsinn, Wahr und Falsch

1.3 Interne Ausschließungsmechanismen

1.3.1 Der Kommentar als Ordnungsfunktion

1.3.2 Der Autor als diskursives Prinzip

1.3.3 Organisation von Disziplinen

1.4 Sprechende Subjekte und diskursive Praktiken

1.5 Literatur im Interdiskurs

2. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die methodischen Grundlagen der Diskursanalyse in der Literaturwissenschaft, wobei sie insbesondere den Diskursbegriff von Michel Foucault und dessen Anwendung auf literarische Texte kritisch beleuchtet. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diskursive Machtmechanismen – wie Ausschließungs- und Verknappungsprozeduren – die Textentstehung und Interpretation beeinflussen und welche Möglichkeiten eine "entautorisierte" Lektüre bietet.

  • Methodologische Abgrenzung der Diskursanalyse zur traditionellen Textanalyse
  • Analyse externer Ausschließungsmechanismen (Verbot, Tabu, Vernunft/Wahnsinn)
  • Untersuchung interner Ordnungsfunktionen wie Kommentar, Autorfunktion und Disziplinensysteme
  • Interdisziplinäre Einordnung der Literatur im Kontext des Interdiskurses
  • Kritische Reflexion der Rolle des Interpreten und diskursiver Beschränkungen

Auszug aus dem Buch

Die Ausschließungsprozedur der Entgegensetzung von Vernunft und Wahnsinn

Die Ausschließungsprozedur der Entgegensetzung von Vernunft und Wahnsinn lässt sich auf die Kennzeichnung der Opposition „vernünftig“ und „unvernünftig“, beziehungsweise „natürlich“ und „unnatürlich“ und in einigen Fällen auf „wahr“ und „falsch“ übertragen. Dabei ist vor allem die Verschiebung der Grenzziehung zwischen den beiden Oppositionen, die sich durchaus ändern kann, da sie nach Foucault „geschichtlich konstituiert“ sind, für die literarische Analyse interessant. Angewendet auf den Roman Fontanes, lässt sich eine derartige Opposition im Sprachstil der Akteure nachweisen. Das einfache Sprechen der Lene gilt – im Gegensatz zu den Konversationen der höheren Schichten, die als „unnatürlich“ dargestellt werden – als „natürlich“.

Eine solche Einschätzung ergibt sich aufgrund der Ausschließungsmechanismen einer im 19. Jahrhundert als Diskurs fungierende Oppositionsstruktur, die festlegt, was als „natürlich“ zu gelten hat, und damit ältere Praktiken wie die höfische Konversation des 17./18. Jahrhunderts als „unnatürlich“ abqualifiziert. Angenommen man analysiert daraufhin einen Text aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, würden sich die Oppositionen verschieben, wenn nicht sogar vertauschen. Weiter können sich zwischen den einzelnen Ausschließungsprozeduren des Verbots (Tabus) und den Grenzziehungen durch Opposition durchaus Überschneidungen ergeben. So erweist sich das sexuell Tabuisierte gleichzeitig auch als „unnatürlich“ und „falsch“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und theoretische Grundlagen der Diskursanalyse: Dieser Abschnitt führt in die Abgrenzung der Diskursanalyse von der klassischen Textinterpretation ein und etabliert den Diskursbegriff nach Foucault als zentrales Analysewerkzeug.

2. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die Möglichkeiten und Grenzen des diskursanalytischen Modells in der Literaturwissenschaft und betont die Notwendigkeit einer kritischen Reflexion der Interpretenrolle.

Schlüsselwörter

Diskursanalyse, Michel Foucault, Literaturwissenschaft, Machtmechanismen, Textinterpretation, Interdiskurs, Ausschließungsprozeduren, Verknappungsprozeduren, Autorschaft, Hermeneutik, Sprachanalyse, diskursive Ordnung, Literaturtheorie, Vernunft und Wahnsinn

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der Diskursanalyse auf literarische Texte, wobei insbesondere die theoretischen Konzepte von Michel Foucault zur Untersuchung von Machtstrukturen in Diskursen herangezogen werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die externen und internen Ausschließungs- und Verknappungsmechanismen wie Verbote, Tabus, die Rolle des Autors, ordnende Kommentarfunktionen sowie die Bedeutung von Disziplinen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diskursive Strukturen die Produktion und Interpretation von Literatur beeinflussen, und Wege zu einer "entautorisierten" und historisch reflektierten Lektüre zu ebnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es wird das methodische Modell der Diskursanalyse nach Michel Foucault angewandt, das Texte nicht als isolierte Werke, sondern als Teile komplexer, historisch gewachsener Diskursgefüge betrachtet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Prozeduren der Diskurskontrolle (z.B. Vernunft/Wahnsinn, Tabus am Beispiel von Fontanes "Irrungen und Wirrungen" sowie die Rolle des Kommentars).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Diskursanalyse, Machtmechanismen, Interdiskurs, Textentstehung und diskursive Ordnung beschreiben.

Wie unterscheidet sich die Diskursanalyse von der traditionellen Textinterpretation?

Während die klassische Analyse nach einem im Text verborgenen Sinn sucht, legt die Diskursanalyse die außertextlichen Bedingungen frei, die den Text erst möglich gemacht haben.

Welche Rolle spielt der Begriff "Interdiskurs" in dieser Arbeit?

Der Interdiskurs dient dazu, die Literatur als einen Raum zu begreifen, in dem verschiedene gesellschaftliche Diskurse zusammenlaufen und sich gegenseitig beeinflussen können.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Diskursanalyse - Ein Versuch
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1,6
Autor
Frank Mages (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
6
Katalognummer
V124215
ISBN (eBook)
9783640288670
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diskursanalyse Versuch Thema Diskursanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Frank Mages (Autor:in), 2008, Diskursanalyse - Ein Versuch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124215
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Leseprobe aus  6  Seiten
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