Die Militärverfassung des Deutschen Bundes


Seminararbeit, 2009

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

A. Einleitung

B. Der Deutsche Bund und die Militärverfassung
1. Der Deutsche Bund
1.1 Ausgangslage und Wiener Kongress
1.2 Kurzer Geschichtsabriss
1.3 Scheitern
2. Die Militärverfassung
2.1 Entstehung und Ziele
2.2 Umsetzung
2.3 Folgen und Auswirkungen

C. Zusammenfassung und Ausblick

D. Literaturverzeichnis

A. Einleitung

Der Deutsche Bund und seine Geschichte nehmen bei der Frage nach der Nationsbildung Deutschlands die zentralen Rollen überhaupt ein. Die im deutschen Denken tief verwurzelten Traditionen von Föderalismus finden hier, wenn nicht gar ihren Anfang, doch zumindest wichtige Zäsuren vor. Auch das Konzept eines gesamteuropäischen und im heutigen Weltbild globalen Sicherheitsbedürfnisses kann, was Vertragsnetzwerke und Defensivbündnisse anbelangt, auf wichtige Traditionslinien in der Geschichte des Deutschen Bundes zurückblicken.

In diesem Zusammenhang steht natürlich auch das Verfassungswerk des Deutschen Bundes – die Militär- oder Kriegsverfassung. Ihr ist es im eigentlichen Sinn zu verdanken, dass die Hälfte des 19. Jahrhunderts das Attribut eines „goldenen Zeitalters der Sicherheit“ (Stefan Zweig) und des Friedens erfuhr. Doch ungeachtet dieser Tatsachen zeigt die Geschichte, dass der Deutsche Bund aufgrund innerer Spannungen zerbrach und auch diese vergleichsweise lange Periode der Sicherheit und Stabilität ein jähes Ende fand. Die vorliegende Arbeit will erläutern, inwiefern die Kriegsverfassung des Deutschen Bundes Einfluss auf den Lauf der Geschichte hatte und welchen Anteil sie am Scheitern des deutschen Bundes trug.

B. Der Deutsche Bund und die Militärverfassung

1. Der Deutsche Bund

Es ist, um die Wirkung der Kriegsverfassung auf das gesamtstaatliche Konstrukt und seine Geschichte kritisch zu beleuchten, zwingend notwendig, auf den Deutschen Bund als Ganzes und seine Geschichte einzugehen. Dieses leistet hier das erste Kapitel, natürlich jedoch nur sehr gerafft und keinesfalls mit Anspruch auf Vollständigkeit oder Lückenlosigkeit.

Der Deutsche Bund als lockerer Staatenbund stand bei seiner Schaffung 1815 ganz im Zeichen des Wiener Kongresses und seinem großen Macher, dem österreichischen Staatskanzler Klemens Lothar Wenzel Fürst von Metternich. Dieses Kapitel klärt, wie der Deutsche Bund entstand, wie er sich entwickelte und was am Ende zu seinem Scheitern führte.

1.1 Ausgangslage und Wiener Kongress

„Zwischen dem 18.9.1814 und dem 11.6.1815 wurde Wien zum Schauplatz des ersten Friedenskongresses der Neuzeit, der nicht der Beendigung eines Krieges sondern der Gestaltung einer Friedensordnung gewidmet war.“[1] So beschreibt Jürgen Angelow jene wichtigen historischen Monate, die das Schicksal des europäischen Kontinents auf lange Zeit prägen sollten.

Nach dem endgültigen Sieg gegen Napoleon musste nun also in der Donaumetropole ein Konzept erarbeitet werden, dessen Umsetzung Europa Frieden und Stabilität für die nächsten Jahre und Jahrzehnte garantieren würde. Von den Vertretern aus über 200 teilnehmenden Staaten[2] tat sich vor allem der bereits angesprochene Fürst von Metternich hervor, der heute allgemein als der Architekt der europäischen Ordnung nach 1815 gilt, daher auch der dafür später oft benutzte Name „System Metternich“. Seine sehr konservativen Bestrebungen hatten vor allem das Ziel, die vorrevolutionäre Ordnung politisch und gesellschaftlich wiederherzustellen. Neben der Restauration der Throne spielte vor allem die Erlangung eines europäischen Mächtegleichgewichts, die aus der klassischen Mechanik stammenden Idee der Pentarchie[3], die Hauptrolle in Metternichs Anstrengungen, wobei große territoriale Veränderungen notwendig waren und umgesetzt wurden.[4] Es galt im Sinne dieser Gleichgewichtsidee „eine unkontrollierbare Machtzusammenballung in Mitteleuropa zu verhindern.“[5] Mitteleuropa sollte jedoch insoweit gestärkt werden, dass es sich einem Übergewicht Russlands auf der einen und Frankreichs auf der anderen Seite erfolgreich erwehren könne.[6]

Die im Widerstand gegen Napoleon vereinte und erstarkte deutsche Nationalbewegung erhoffte sich ein liberales und parlamentarisches Deutschland, bekam jedoch mit dem Deutschen Bund einen „Staatenbund mit bundesstaatlichem Beiwerk, gegenseitiger Beistands- und Besitzgarantie sowie Rechtsgleichheit“[7] bestehend aus 39[8] Gliedern unter dem Vorsitz Österreichs. Später wuchs diese Mitgliederzahl durch den Beitritt von Baden (beigetreten: 26.07.1815) und Württemberg (beigetreten: 01.09.1815) auf 41[9] an. Dieses Konstrukt, das später auch als „anachronistisches Bollwerk gegen den politischen Fortschritt im Sinne des Liberalismus und gegen die nationale Idee“[10] bezeichnet werden sollte, stellt nun also einen wesentlichen Garanten für die Sicherheit in Mitteleuropa dar.

1.2 Kurzer Geschichtsabriss

Eine vollständige geschichtliche Darstellung kann und will diese Arbeit nicht liefern, sie nennt nur die wichtigsten Zäsuren, welche die Geschichte des Deutschen Bundes maßgeblich beeinflussten.

Im Deutschen Bund waren 35 Staaten, darunter Königreiche und Herzogtümer, die vier freien Reichsstädte sowie die deutschen Teile von Österreich und Preußen zusammengeschlossen. Im Laufe der Jahre vom Ende des Wiener Kongresses bis 1830 durchlebte der Staatenbund mit der Gründung der Heiligen Allianz, den Karlsbader Beschlüssen, der Verabschiedung und Annahme der Wiener Schlussakte und weiteren großen Kongressen mit den Mitgliedern der Pentarchie eine Zeit, die vor allem noch von der Restauration geprägt war. Es folgte die Zeit der Julirevolution 1830 mit ihren Nachwirkungen, der Vormärz und letztendlich Krise und Revolution von 1848. „Durch den Ausbruch der Revolution von 1848 war die Institution des Bundes existenziell bedroht.“[11] Nach 1848 spitzten sich die Probleme im Deutschen Bund durch die Verschärfung des preußisch-österreichischen Konfliktes um die Vormachtstellung innerhalb des Bundes weiter zu. Der Dualismus beider Mächte gestaltete sich immer schwieriger, da der Preußische König 1849 die Kaiserkrone aus den Händen einer Delegation der Frankfurter Nationalversammlung[12] abgelehnt hatte, eine weitere Vormachtstellung Österreichs jedoch auch nicht mehr akzeptiert wurde.

[...]


[1] Angelow, Jürgen: Der Deutsche Bund, S.3-4

[2] Vgl. Siemann, Wolfram: Vom Staatenbund zum Nationalstaat, S.314

[3] Vgl. Geiss, Imanuel: Der lange Weg in die Katastrophe, S.37

[4] Angelow, Jürgen: Der Deutsche Bund, S.4 und

[5] Geiss, Imanuel: Der lange Weg in die Katastrophe, S.107

[6] Wienhöfer, Elmar: Das Militärwesen des Deutschen Bundes. Osnabrück ,1973. S.34

[7] Angelow, Jürgen: Der Deutsche Bund, S.5

[8] Vgl. Müller, Helmut M. (Hg): Schlaglichter der deutschen Geschichte. S.148/149

[9] Vgl. Huber, Ernst Rudolf: Deutsche Verfassungsgeschichte. Seit 1789 (=Bd. 1: Reform und Restauration. 1789 bis 2830), Stuttgart/Berlin/Köln, 19902

[10] Gall, Lothar: Der Deutsche Bund in Europa, in: Aretin u.a.: Das deutsche Problem in der neueren Geschichte, S.17

[11] Angelow, Jürgen: Der Deutsche Bund, S.80

[12] Vgl. Müller, Helmut M. (Hg): Schlaglichter der deutschen Geschichte. S.168

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Militärverfassung des Deutschen Bundes
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften)
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V124266
ISBN (eBook)
9783640292721
ISBN (Buch)
9783640292882
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Militärverfassung, Deutschen, Bundes
Arbeit zitieren
Paul Taubmann (Autor), 2009, Die Militärverfassung des Deutschen Bundes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124266

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