Die ersten Anfänge der Drogenindustrie datieren in Kolumbien aus der Zeit des
Marihuanabooms der siebziger Jahre. Zu Beginn jenes Jahrzehnts wurde Marihuana
zunächst in Urabá angebaut und mit (...) Bananenbooten außer Landes gebracht. Als jedoch
die USA begann die Boote aus Turbo genauer unter die Lupe zu nehmen, wechselte der
Anbau nach La Guajira, wo er zwischen 1974 und 1978 blühte. Anfangs wurde der Anbau
von nordamerikanischen Drogendealern finanziert, und es war leicht, Leute zu finden, die
eine neue lukrative Kultur anzupflanzen bereit waren, viele von denen (...) waren
bäuerliche Siedler. Ende der siebziger Jahre war das Zeitalter der Marihuana-Pflanze
passé.1 Es wurde ein profiltablerer „Wirtschaftszweig“ entdeckt – der Anbau und Handel
mit Kokain. Bei Koka handelt es sich um das älteste der Menschheit bekannte Stimulans.
Das Kauen der Blätter (...) kräftigt die Bewohner der Anden seit prähistorischen Zeiten.
Die Pflanze galt als göttlich (...) und stand im Zentrum des religiösen und sozialen Systems
im Inkareich. Noch heute kauen geschätzte acht Millionen Menschen Koka-Blätter, und
noch mehr Millionen trinken mate de coca, der in fast jedem Supermarkt verkauft wird.2
1978 kam Präsident Turbay, der selbst in Verdacht stand, Beziehungen zu Drogenhändlern
zu unterhalten, dem Wunsch der USA nach, die (Marihuana-)Pflanzungen zu
vernichten.(...) Es wurden 10.000 Soldaten in das Anbaugebiet geschickt, die sehr
gewalttätig gegen die Bauern vorgingen. Sehr viele Marihuanapflanzen wurden vernichtet
– was nun unter anderem dazu führte, dass diese von etwas bedeutend Tödlicheren ersetzt
wurden - durch Kokain.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Anfänge und Entwicklung der Kokainwirtschaft
2. Das Kartell – die Drogenorganisation
3. Das Paramilitär und seine Verwicklungen in die Drogenwirtschaft
4. Die Guerilla (Bsp. FARC) und ihre Verwicklungen in die Drogenwirtschaft
5. Die Politik (Bsp: Álvaro Uribe Vélez) und ihre Verwicklung in die Drogenwirtschaft
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Drogenwirtschaft auf die kolumbianische Gesellschaft und Kultur. Dabei wird analysiert, wie illegale Drogengelder staatliche Institutionen, paramilitärische Gruppen, Guerillaorganisationen und politische Entscheidungsträger korrumpieren und welche sozioökonomischen Folgen dies für die Bevölkerung hat.
- Historische Entwicklung des Drogenhandels in Kolumbien
- Strukturen und Arbeitsweise der Drogenkartelle
- Verflechtungen zwischen Drogenwirtschaft und bewaffneten Konfliktparteien
- Einfluss der Drogenökonomie auf die politische Elite und Institutionen
- Soziale Auswirkungen des "Kultur des schnellen Geldes" auf die Bevölkerung
Auszug aus dem Buch
1. Anfänge und Entwicklung der Kokainwirtschaft
Die ersten Anfänge der Drogenindustrie datieren in Kolumbien aus der Zeit des Marihuanabooms der siebziger Jahre. Zu Beginn jenes Jahrzehnts wurde Marihuana zunächst in Urabá angebaut und mit (...) Bananenbooten außer Landes gebracht. Als jedoch die USA begann die Boote aus Turbo genauer unter die Lupe zu nehmen, wechselte der Anbau nach La Guajira, wo er zwischen 1974 und 1978 blühte. Anfangs wurde der Anbau von nordamerikanischen Drogendealern finanziert, und es war leicht, Leute zu finden, die eine neue lukrative Kultur anzupflanzen bereit waren, viele von denen (...) waren bäuerliche Siedler. Ende der siebziger Jahre war das Zeitalter der Marihuana-Pflanze passé. Es wurde ein profiltablerer „Wirtschaftszweig“ entdeckt – der Anbau und Handel mit Kokain.
Bei Koka handelt es sich um das älteste der Menschheit bekannte Stimulans. Das Kauen der Blätter (...) kräftigt die Bewohner der Anden seit prähistorischen Zeiten. Die Pflanze galt als göttlich (...) und stand im Zentrum des religiösen und sozialen Systems im Inkareich. Noch heute kauen geschätzte acht Millionen Menschen Koka-Blätter, und noch mehr Millionen trinken mate de coca, der in fast jedem Supermarkt verkauft wird.
1978 kam Präsident Turbay, der selbst in Verdacht stand, Beziehungen zu Drogenhändlern zu unterhalten, dem Wunsch der USA nach, die (Marihuana-)Pflanzungen zu vernichten.(...) Es wurden 10.000 Soldaten in das Anbaugebiet geschickt, die sehr gewalttätig gegen die Bauern vorgingen. Sehr viele Marihuanapflanzen wurden vernichtet – was nun unter anderem dazu führte, dass diese von etwas bedeutend Tödlicheren ersetzt wurden - durch Kokain. Die Menge des in die USA exportierten Kokains wuchs von 15 Tonnen im Jahre 1978 auf 270 Tonnen im Jahre 1988.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema der Drogenwirtschaft in Kolumbien und deren Einfluss auf Kultur und Gesellschaft.
1. Anfänge und Entwicklung der Kokainwirtschaft: Analyse des Übergangs vom Marihuana-Anbau hin zur Kokainproduktion und deren wirtschaftliche Bedeutung sowie soziale Auswirkungen.
2. Das Kartell – die Drogenorganisation: Untersuchung der internen Strukturen und der Machtausübung der kolumbianischen Kokainkartelle.
3. Das Paramilitär und seine Verwicklungen in die Drogenwirtschaft: Darstellung der historischen Entwicklung paramilitärischer Gruppen und deren enger Verknüpfung mit dem Drogenhandel.
4. Die Guerilla (Bsp. FARC) und ihre Verwicklungen in die Drogenwirtschaft: Erörterung der Entstehung der FARC und wie sich diese durch Drogenhandel und Lösegelder finanziert sowie politisch positioniert.
5. Die Politik (Bsp: Álvaro Uribe Vélez) und ihre Verwicklung in die Drogenwirtschaft: Kritische Beleuchtung der Verstrickungen der politischen Elite, insbesondere unter Präsident Uribe, mit illegalen Akteuren und Drogenkartellen.
Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der tiefgreifenden Auswirkungen der Drogenökonomie auf alle gesellschaftlichen und staatlichen Ebenen Kolumbiens.
Schlüsselwörter
Kolumbien, Drogenwirtschaft, Kokain, FARC, Paramilitär, Korruption, Drogenkartell, Politik, Gewalt, Plan Colombia, Soziale Krise, Menschenrechte, Drogenhandel, Illegalität, Drogenökonomie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den umfassenden Einfluss der Drogenwirtschaft auf die kolumbianische Gesellschaft, Wirtschaft und Politik seit den 1990er Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die Entwicklung der Kokainwirtschaft, die Strukturen krimineller Kartelle sowie die Verflechtungen staatlicher Institutionen, der Guerilla (FARC) und paramilitärischer Verbände mit dem Drogenhandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie tiefgreifend die Drogenwirtschaft in alle Lebensbereiche Kolumbiens eingedrungen ist und die gesellschaftliche sowie politische Struktur nachhaltig korrumpiert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle sowie historische Berichte, ökonomische Einschätzungen und journalistische Recherchen kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische und akteursspezifische Analyse: von den Anfängen der Kokainwirtschaft über die Rolle der Kartelle, Paramilitärs und der Guerilla bis hin zur kontroversen Rolle der Regierung Uribe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Kolumbien, Drogenwirtschaft, Kokain, Korruption, FARC, Paramilitarismus, politische Elite und sozioökonomische Auswirkungen.
Welche Rolle spielt Präsident Álvaro Uribe Vélez in diesem Kontext?
Die Arbeit beleuchtet Vorwürfe, wonach die politische Karriere und die Sicherheitsstrategie von Uribe mit dem Medellín-Kartell und paramilitärischen Strukturen verknüpft gewesen sein sollen.
Wie finanziert sich die FARC laut der Arbeit?
Die FARC finanziert sich laut Analyse durch die Besteuerung von Akteuren im Drogenhandel, Entführungen (Lösegeld) sowie die eigene Kontrolle über lokale Infrastruktur und Anbaugebiete.
Wie hat sich die "Kultur des schnellen Geldes" auf Kolumbien ausgewirkt?
Die Verlockung des schnellen Reichtums im Drogenhandel hat laut der Arbeit zu Prostitution, Gewaltbereitschaft, Werteverfall und einer Zerstörung der lokalen Ökonomie in betroffenen Regionen geführt.
- Quote paper
- Sandra Loley (Author), 2008, Kolumbien als Zentrum der Drogenwirtschaft:, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124268