Der Hofmarshall von Kalb ist aufgrund seiner abwertenden, verlachten und nicht klassen- und zeitgemäßen Darstellung eine beachtenswerte Figur, die bisher jedoch nicht im Zusammenhang mit der Nutzung der französischen Sprache untersucht wurde. Die Notwendigkeit der nachfolgenden Ausarbeitung findet sich folglich in der Betrachtung der Fremdsprache als Medium in dem vorliegenden historischen Kontext. Mehrsprachigkeit dient vorwiegend als Zeichen von Integration, Multikulturalität und Internationalität und ist dementsprechend positiv besetzt. Doch in Kabale und Liebe wird sie übermäßig genutzt, um Kritik an der Ständeklausel und dem aristokratischen Stand zu üben. Dies ist einer der Gründe, weshalb der Hofmarshall eine auffallende Figur darstellt, und seine Charakterformung mithilfe des Mediums der Fremdsprache nach der eingehenden Betrachtung der bereits genannten Aspekte des historischen Kontextes untersucht wird; schlussendlich werden Herr und Frau Miller als Gegenbeispiel betrachtet, bevor zusammenfassend die Konklusion der Wirkung des Mediums gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung.
- Was ist unter einem Medium zu verstehen?
- Historischer Kontext.
- Männlichkeitsideal im 18. Jahrhundert.
- Der Adel im 18. Jahrhundert
- Der Einfluss des Französischen
- Das Französische in Friedrich Schillers Kabale und Liebe
- Der Adel.....
- Hofmarshall von Kalb.
- Lady Milford, Favoritin des Fürsten
- Das Bürgertum: Miller und dessen Frau
- Fazit .........
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese schriftliche Ausarbeitung befasst sich mit der Verwendung der französischen Sprache als Medium in Friedrich Schillers Drama Kabale und Liebe. Die Untersuchung analysiert den historischen Kontext der Epoche des Sturm und Drangs, insbesondere die Männlichkeitsideale und die Kritik am Adel. Dabei wird der Einfluss des Französischen als Hofsprache und seine Rolle in der Charakterformung und Gesellschaftskritik im Stück beleuchtet.
- Die Bedeutung des Mediums in der Kommunikation
- Die Darstellung des Adels und seine Kritik im Stück
- Die Entwicklung des Männlichkeitsideals im 18. Jahrhundert
- Die Rolle der französischen Sprache als Prestige- und Hofsprache
- Die Verwendung fremdsprachlicher Begriffe in der Charakterzeichnung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Verwendung der französischen Sprache als Medium in Friedrich Schillers Drama Kabale und Liebe ein. Sie präsentiert den historischen Kontext und die spezifischen Aspekte, die im Folgenden untersucht werden.
Kapitel 2 definiert den Begriff "Medium" und erläutert seine Bedeutung für die Kommunikation.
Kapitel 3 befasst sich mit dem historischen Kontext des Stücks. Es beleuchtet das Männlichkeitsideal im 18. Jahrhundert, den Wandel in den gesellschaftlichen Normen und die Kritik am Adel.
Kapitel 4 analysiert die Rolle des Französischen im Stück. Es untersucht die Darstellung des Adels, insbesondere des Hofmarshalls von Kalb, und deren Verbindung zur Verwendung der französischen Sprache.
Schlüsselwörter
Diese Arbeit untersucht die Verwendung der französischen Sprache als Medium in Friedrich Schillers Drama Kabale und Liebe. Schlüsselbegriffe sind: Männlichkeitsideal, Adelskritik, Sturm und Drangs, Hofsprache, Fremdsprache, Charakterzeichnung, Gesellschaftskritik, Kommunikation, Medium.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird in Schillers „Kabale und Liebe“ Französisch gesprochen?
Französisch fungiert im Stück als Medium zur Charakterisierung des Adels, als Zeichen von Standeszugehörigkeit und als Mittel der Standeskritik gegenüber einer dekadenten Hofkultur.
Wie wird der Hofmarschall von Kalb durch seine Sprache charakterisiert?
Sein übermäßiger Gebrauch französischer Begriffe lässt ihn lächerlich und unzeitgemäß wirken. Er dient als Negativbeispiel für einen Adel, der sich hinter sprachlicher Fassade versteckt.
Was symbolisiert das Französische im historischen Kontext des 18. Jahrhunderts?
Es war die prestigeträchtige Hofsprache des Absolutismus, die den Adel vom Bürgertum abgrenzte und oft mit Oberflächlichkeit und künstlicher Etikette assoziiert wurde.
Wie grenzt sich das Bürgertum (Miller) sprachlich ab?
Herr Miller und seine Frau dienen als Gegenbeispiel; ihre Sprache ist direkter und bodenständiger, was den Kontrast zwischen bürgerlicher Moral und adeliger Künstlichkeit verdeutlicht.
Welche Rolle spielt Lady Milford bei der Nutzung des Französischen?
Als Favoritin des Fürsten nutzt sie die Sprache der Aristokratie, doch ihre Figur zeigt auch die inneren Konflikte zwischen höfischer Rolle und menschlicher Tiefe auf.
Was kritisiert Schiller an der Mehrsprachigkeit seiner Zeit?
Er kritisiert die Nutzung von Fremdsprachen als reines Distinktionsmerkmal, das dazu dient, soziale Barrieren aufrechtzuerhalten und mangelnde Männlichkeit oder Charakterstärke zu kaschieren.
- Quote paper
- Stefanie Gerrits (Author), 2021, Mehrsprachigkeit als Medium der Charakterformung und Standeskritik dargestellt an der Nutzung des Französischen in Schillers "Kabale und Liebe", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1242734