Sprechen erfordert eine zeitlich und räumlich hoch präzise Koordination aller beteiligten
Muskeln, die nicht allen Menschen immer gelingt. Eine sehr bekannte Störung des Sprechens
ist das Stottern.
Unter Stottern nach den ICD 10 Richtlinien wird ein Sprechen verstanden, dass „durch
häufige Wiederholungen oder Dehnungen von Lauten, Silben oder Wörtern, oder durch
häufiges Zögern und Innehalten, den rhythmischen Sprechfluss unterbricht. Es soll als
Störung nur klassifiziert werden, wenn die Sprechflüssigkeit deutlich beeinträchtigt ist.“
Für GANTER basiert Stottern auf einer genetischen Veranlagung und ist aus der medizinischklinischen
Sicht das Symptom einer Funktionsstörung der sprechsprachlichen Organe. Seiner
Meinung nach liegt die primäre Ursache im pysiologischen Bereich. Die hörbare
Stottersymptomatik ist nach Ganter zufolge das Ergebnis einer erlernten negativen
Einstellung zum Stottern.
Stottern ist PRÜSS zufolge ein Syndrom mit einer sprechbezogenene, kommunikativen,
emotional-kognitiven und sozialen Problematik. Nach PRÜSS gibt es eindeutige Hinweise auf
dispositionelle neurophysiologische Faktoren als Bedingungshintergrund des Stotterns.
In FRIEDRICH/BIEGENZAHN/ZOROWKA (2005) ist das „Stottersyndrom eine
zwischenmenschliche Kommunikationsstörung mit Unterbrechungen des Redeflusses, die
plötzlich, unabhängig vom Willen des Sprechers, abhängig von Situationen und in sehr
wechselnder Stärke auftritt.“
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlagen zum Stottern
1.1 Definitionen
1.2 Symptomatik des Stotterns
1.3 Ätiologie des Stotterns
2. Lerntheoretischer Erklärungsansatz
2.1 Entstehungsmechanismen
2.2 Auslösende Faktoren
2.3 Aufrechterhaltende Faktoren des Stotterns
3. Stottertherapie auf der Grundlage der Verhaltenspsychologie
3.1 Therapieansätze der Verhaltenstherapie
3.2 Inhalte der Verhaltenstherapie
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Stotterns unter besonderer Berücksichtigung lerntheoretischer Ansätze und analysiert daraus abgeleitete verhaltenstherapeutische Interventionsmöglichkeiten. Das primäre Ziel ist es, das Stottern als erlerntes Fehlverhalten zu verstehen und die Effektivität sowie Limitationen verschiedener Therapieansätze kritisch zu beleuchten.
- Grundlegende Definitionen und Symptomatologie des Stotterns
- Ätiologische Faktoren und pathogenetische Erklärungsmodelle
- Lerntheoretische Betrachtungsweisen der Entstehung und Aufrechterhaltung
- Verhaltenstherapeutische Therapieansätze und Behandlungsmethoden
- Kritische Reflexion über die Wirksamkeit aktueller therapeutischer Konzepte
Auszug aus dem Buch
1.1 Definitionen
Sprechen erfordert eine zeitlich und räumlich hoch präzise Koordination aller beteiligten Muskeln, die nicht allen Menschen immer gelingt. Eine sehr bekannte Störung des Sprechens ist das Stottern.
Unter Stottern nach den ICD 10 Richtlinien wird ein Sprechen verstanden, dass „durch häufige Wiederholungen oder Dehnungen von Lauten, Silben oder Wörtern, oder durch häufiges Zögern und Innehalten, den rhythmischen Sprechfluss unterbricht. Es soll als Störung nur klassifiziert werden, wenn die Sprechflüssigkeit deutlich beeinträchtigt ist.“
Für GANTER basiert Stottern auf einer genetischen Veranlagung und ist aus der medizinisch-klinischen Sicht das Symptom einer Funktionsstörung der sprechsprachlichen Organe. Seiner Meinung nach liegt die primäre Ursache im pysiologischen Bereich. Die hörbare Stottersymptomatik ist nach Ganter zufolge das Ergebnis einer erlernten negativen Einstellung zum Stottern.
Stottern ist PRÜSS zufolge ein Syndrom mit einer sprechbezogenene, kommunikativen, emotional-kognitiven und sozialen Problematik. Nach PRÜSS gibt es eindeutige Hinweise auf dispositionelle neurophysiologische Faktoren als Bedingungshintergrund des Stotterns.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen zum Stottern: Dieses Kapitel definiert Stottern anhand klinischer Richtlinien und beleuchtet verschiedene theoretische Perspektiven auf die Symptomatik und Ätiologie.
2. Lerntheoretischer Erklärungsansatz: Hier wird Stottern als gelerntes Fehlverhalten analysiert, wobei besonders die Entstehungsmechanismen sowie auslösende und aufrechterhaltende Faktoren im Fokus stehen.
3. Stottertherapie auf der Grundlage der Verhaltenspsychologie: Dieser Abschnitt behandelt verhaltenstherapeutische Therapieansätze, wie die Stottermodifikation und das Fluency Shaping, und diskutiert deren methodische Umsetzung.
4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die wissenschaftlichen Erkenntnisse und betont die Notwendigkeit multidimensionaler Therapieansätze für eine erfolgreiche Behandlung.
Schlüsselwörter
Stottern, Redeflussstörung, Lerntheorie, Verhaltenstherapie, Symptomatik, Ätiologie, Stottermodifikation, Fluency Shaping, Konditionierung, Sprechmuskulatur, Psychosoziale Auswirkungen, Therapieansätze, Diagnostik, Sprechverhalten, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen Stottern, betrachtet es aus lerntheoretischer Perspektive und untersucht die daraus resultierenden therapeutischen Ansätze der Verhaltenspsychologie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Ursachenforschung des Stotterns, die psychologischen Lernmechanismen hinter der Störung sowie die Darstellung verschiedener verhaltenstherapeutischer Behandlungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung des Stotterns als erlerntes Fehlverhalten und die kritische Würdigung der therapeutischen Möglichkeiten zur Verbesserung des Sprechflusses.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verschiedene wissenschaftliche Theorien und therapeutische Konzepte zusammengeführt und kritisch gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung des Stotterns als lernbares Verhalten sowie in die detaillierte Beschreibung therapeutischer Interventionen wie Stottermodifikation und Fluency Shaping.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Stottern, Lerntheorie, Verhaltenstherapie, Symptomatik, Ätiologie, Stottermodifikation und Fluency Shaping.
Warum unterscheidet man zwischen tonischem und klonischem Stottern?
Die Unterscheidung dient der differenzierten Beschreibung der Symptomatik: Tonisches Stottern äußert sich durch Blockaden (Verkrampfungen), während klonisches Stottern durch rasche Wiederholungen gekennzeichnet ist.
Welche Rolle spielt die Umwelt bei der Entstehung des Stotterns?
Die Umwelt kann durch Reaktionen auf kindliche Sprechunflüssigkeiten – etwa durch übermäßige Zuwendung oder Bestrafung – das Stotterverhalten verstärken oder aufrechterhalten.
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- Franziska Wilhelm (Author), 2007, Lerntheoretischer und verhaltenstherapeutischer Ansatz des Stotterns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124279