Mit dieser wissenschaftlichen Arbeit soll die aktuelle Situation der Pflege im Hinblick auf den derzeitigen Stand der Digitalisierung analysiert werden. Der demografische Wandel sorgt für eine Erhöhung der Anzahl an pflegebedürftigen Menschen, während die Anzahl der ausgebildeten Pflegefachkräfte im Vergleich dazu nicht wie gewünscht voranschreitet. Eine Folge ist die Überlastung der Pflegekräfte, die täglich mit physischem und psychischem Druck umgehen müssen, ohne dabei die Qualität der Pflege zu vernachlässigen. Die Belastung durch behandlungspflegerische Aufgaben, gepaart mit bürokratischen Dokumentations- und Protokollierungsaufgaben, erzeugen zusätzlichen Zeitdruck für das Pflegepersonal.
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich aus diesem Grund mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung in der stationären Pflege. Dabei soll aufgezeigt werden, welche Pflegeprozesse sich durch den Einsatz intelligenter Medizinprodukte / Sensoren verbessern lassen. Die Visualisierung eines Konzeptes soll dem Leser abschließend eine Möglichkeit aufzeigen, welche intelligenten Komponenten bei der Realisierung eines solchen Projektes integriert werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 ZIELSETZUNG UND ABGRENZUNG
1.3 STAND DER FORSCHUNG
1.4 VORGEHENSWEISE
2 GRUNDLAGEN
2.1 EINORDNUNG DER PFLEGESITUATION IN DEUTSCHLAND
2.2 PFLEGE 4.0 - DAS VERNETZTE PFLEGEHEIM
2.3 DIGITALISIERUNG IN DER PFLEGE
2.4 DAS INTERNET DER DINGE - GESUNDHEITSMONITORING IN DER PFLEGE
2.5 HEIMPFLEGE ALS FORM DER STATIONÄREN PFLEGE
2.6 DER PFLEGEBERUF - ÜBERSICHT
2.7 DER PFLEGEPROZESS
2.7.1 Grundpflege
2.7.2 Behandlungspflege
2.8 INTELLIGENTE HILFSMITTEL - DAS POTENZIAL IN DER PFLEGE
2.8.1 Die Möglichkeiten der Fernüberwachung durch Sensoren
2.8.2 Wearables und ihre Anwendungsmöglichkeiten
2.8.3 Die intelligente Wohnumgebung
2.9 ANALYSE DIGITALISIERBARER ARBEITSPROZESSE
2.10 SENSORKOMMUNIKATION IN DER GEBÄUDESTEUERUNG
2.11 DATENSCHUTZ IM UMGANG MIT SENSIBLEN DATEN
3 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
3.1 UNTERSUCHUNGSLEITENDE FRAGESTELLUNG
3.2 LITERATURRECHERCHE
3.3 ERHEBUNGSMETHODE - DIE WISSENSCHAFTLICHE BEOBACHTUNG
3.4 DATENAUSWERTUNG - BESCHREIBENDE STATISTIK
3.5 VORGEHENSPLANUNG
3.6 AUSWERTUNG UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
3.7 DISKUSSION DER QUANTITATIVEN BEOBACHTUNG - KRITISCHE REFLEXION
4 KONZEPTMODELL EINES MODERNEN BEWOHNERZIMMERS
5 ABSCHLIEßENDE ZUSAMMENFASSUNG
5.1 ABGELEITETE RISIKEN DER DIGITALISIERUNG
5.2 ABGELEITETE CHANCEN DER DIGITALISIERUNG
5.3 AUSBLICK & FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit analysiert die aktuelle Situation der Digitalisierung in der stationären Pflege, um Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Pflegeprozesse durch intelligente Medizinprodukte und Sensoren verbessert und das Pflegepersonal entlastet werden kann.
- Analyse des aktuellen Digitalisierungsgrades und der Pflegesituation in Deutschland.
- Untersuchung von Potenzialen intelligenter Hilfsmittel und Sensortechnik zur Prozessoptimierung.
- Durchführung einer empirischen Beobachtung zur Messung zeitlicher Aufwände in der pflegerischen Praxis.
- Entwurf eines Konzeptmodells für ein modernes, technologisch vernetztes Bewohnerzimmer.
- Diskussion der Chancen und Risiken digitaler Transformationsprozesse im Pflegealltag.
Auszug aus dem Buch
2.8.2 Wearables und ihre Anwendungsmöglichkeiten
Intelligente Fitnessarmbänder (oder Wearables) verfügen über kleine Computer, die meist am Arm getragen werden und Körperfunktionen messen, Fitnesseinheiten protokollieren und dem Nutzer bei alltäglichen Fragestellungen Unterstützung anbieten.
Intelligente Armbänder werden unter folgenden Gesichtspunkten unterschieden:
x Fitness-Tracker: Messung von Schritten und gelaufenen Kilometern, Tracking per GPS
x Sportuhren: Ausgabe detaillierter Trainingsanalysen, Ausgabe allgemeiner Informationen (Wetter), Musikwiedergabe
x Intelligente Uhren: Messung von Vitalparametern durch verbaute Sensoren, GPS-Tracking, zusätzliche Funktionen wie Telefonie, SMS-Dienste, E-Mails usw.77
Der Einsatz intelligenter Uhren kann in einem vernetzten Pflegeheim viele Vorteile schaffen. Das wohl bekannteste, aber auch teuerste Modell intelligenter Uhren ist die Smart Watch von Apple. Mit dem derzeit neusten Modell der Apple Watch Series 6 gibt der Hersteller an, dass exakte Werte des EKGs (Elektrokardiogramm) und der Blutsauerstoffsättigung gemessen werden können. Zusätzlich ist die Apple Smart Watch in der Lage, Analysen zum Schlafverhalten zu erstellen, den Benutzer per GPS zu orten und Stürze zu erkennen, wodurch ein Notruf oder eine Benachrichtigung an vorher ausgewählte Kontaktpersonen erfolgen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Beleuchtet die aktuelle Pflegesituation in Deutschland, den Fachkräftemangel und die zentrale Forschungsfrage nach dem Potenzial der Digitalisierung zur Entlastung des Personals.
2 GRUNDLAGEN: Vermittelt theoretisches Wissen über Pflege 4.0, Pflegeprozesse, intelligente Hilfsmittel, Gebäudesteuerung und datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen.
3 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Beschreibt die wissenschaftliche Beobachtung zur Erfassung von Zeitaufwänden in Pflegeeinrichtungen und analysiert die Ergebnisse in verschiedenen Tätigkeitsbereichen.
4 KONZEPTMODELL EINES MODERNEN BEWOHNERZIMMERS: Stellt ein visualisiertes Modell zur technischen Ausstattung eines Bewohnerzimmers mit Sensorik und Assistenzsystemen vor.
5 ABSCHLIEßENDE ZUSAMMENFASSUNG: Erörtert die Chancen und Risiken der Digitalisierung und gibt einen Ausblick auf notwendige gesundheitspolitische Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Pflege 4.0, stationäre Pflege, Digitalisierung, Pflegenotstand, Internet der Dinge, Sensortechnik, Wearables, Ambient Assisted Living, Pflegedokumentation, Vitalparameter, Prozessoptimierung, Datenschutz, Personalentslastung, Demenz, Assistenzsysteme
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Masterarbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung in der stationären Altenpflege unter Berücksichtigung des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Forschung?
Zentral sind der Einsatz intelligenter Sensoren, die Optimierung pflegerischer Arbeitsprozesse, die Rolle von Assistenzsystemen im Bewohnerzimmer sowie die ethischen Aspekte des Datenschutzes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch digitale Hilfsmittel Arbeitsprozesse effizienter gestaltet werden können, um Pflegefachkräfte zeitlich zu entlasten und die Pflegequalität zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Der Autor führt eine quantitative wissenschaftliche Beobachtung in zwei Pflegeeinrichtungen durch, um den zeitlichen Aufwand verschiedener Pflegemaßnahmen zu messen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Digitalisierungstechnologien in der Pflege sowie eine ausführliche empirische Auswertung praktischer Pflegeabläufe.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Pflege 4.0", "Sensorik", "Prozessoptimierung" und "digitale Transformation" maßgeblich bestimmt.
Warum ist das "Konzeptmodell eines modernen Bewohnerzimmers" wichtig?
Es dient der Veranschaulichung, wie digitale Assistenzsysteme (z. B. Smart Watch, intelligente Betten, Sprachsteuerung) praktisch im Wohnalltag eines Pflegebedürftigen integriert werden können.
Welche Herausforderung identifiziert der Autor bei der Pflegedokumentation?
Die Arbeit zeigt auf, dass die aktuelle Dokumentation von "Zettelwirtschaft", veralteter Software und Medienbrüchen geprägt ist, was zu enormen Zeitverlusten führt.
- Quote paper
- Marco Voth (Author), 2021, Pflege 4.0 und intelligente Medizinprodukte. Chancen und Risiken der Digitalisierung in der stationären Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1242960