Im Folgenden werden die zentralen Motive, Realien und Parallelen der zu untersuchenden Perikope Mk 10,46-52 erläutert und mit den verwandten Textstellen in Verbindung gebracht, mit dem Ziel, ein besseres Textverständnis hinsichtlich des Kontextes der Heiligen Schrift zu erreichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Identifizierung und Erläuterung von Motiven, Realien und Parallelstellen
2. Narratologische Analyse
3. Gattungsanalyse
4. Tabellarische Zusammenfassung und Veranschaulichung der Punkte 2. und 3.
5. Synoptischer Vergleich
6. Abschließende Analyse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Perikope von der Heilung eines Blinden bei Jericho (Mk 10,46-52) durch eine detaillierte exegetische Untersuchung zu erschließen. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der zentralen Motive, der narratologischen Struktur sowie einer gattungskritischen Einordnung, um die theologische Intention des Markusevangeliums hinsichtlich des Nachfolgegedankens und des Glaubensverständnisses im Kontext des Weges Jesu nach Jerusalem zu verdeutlichen.
- Analyse zentraler biblischer Motive und Realien
- Narratologische Untersuchung von Erzählgeschwindigkeit und Perspektive
- Gattungskritische Einordnung als Wunder- bzw. Glaubensgeschichte
- Synoptischer Vergleich mit den Parallelstellen bei Matthäus und Lukas
- Untersuchung der Perikope als Vorbereitung der Passionsgeschichte
Auszug aus dem Buch
2. Narratologische Analyse
Die Geschichte von der Heilung eines Blinden bei Jericho bildet den Abschluss des zweiten Hauptteils des in drei Haupteile zu unterteilende Markusevangeliums. Gleichzeitig fungiert sie als Überleitung in den letzten Hauptteil des Evangeliums „Jesus in Jerusalem“. Markus schrieb sein Evangelium entweder kurz vor oder kurz nach 70 n.Chr. Als Abfassungsorte für das ursprünglich für Heidenchristen geschriebene Werk werden überwiegend Syrien und Galiläa genannt. Die Bibelstelle von der Heilung eines Blinden bei Jericho ist als Übergangserzählung zur eigentlichen Passionsgeschichte zu sehen und gleichzeitig die letzte Wundergeschichte im Markusevangelium.
Das Interesse der Erzählung an der Person des Bartimäus drückt sich u.a. in den verschiedenen Erzählgeschwindigkeiten aus. V 46 überbrückt mit wenigen Worten und erhöhter Erzählgeschwindigkeit einen großen Zeitraum (Summarium). In den folgenden Versen (VV 47-52) werden geradezu in Zeitlupe die Ereignisse beschrieben, die Erzählzeit kommt der erzählten Zeit sehr nahe. Es ist ein hoher Anteil an Figurenrede festzustellen (V47, 48, 49, 51, 52), der den Eindruck von Nähe verschafft (Szene).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Identifizierung und Erläuterung von Motiven, Realien und Parallelstellen: Dieses Kapitel arbeitet das zentrale Wegmotiv, das Erschwernismotiv und die Rolle des Glaubens in der Perikope heraus und setzt diese in Bezug zu alttestamentlichen und außerbiblischen Parallelen.
2. Narratologische Analyse: Hier wird die Erzählstruktur untersucht, wobei besonderes Augenmerk auf die Erzählgeschwindigkeit, die Fokalisierung und die Charakterisierung des Bartimäus gelegt wird.
3. Gattungsanalyse: Der Abschnitt klassifiziert die Perikope als Wundererzählung, arbeitet jedoch heraus, dass der Fokus eher auf einer „Glaubensgeschichte“ als auf einem reinen Wunderbericht liegt.
4. Tabellarische Zusammenfassung und Veranschaulichung der Punkte 2. und 3.: Eine übersichtliche Gegenüberstellung der formalen Abschnitte mit den jeweiligen narratologischen und gattungskritischen Erkenntnissen.
5. Synoptischer Vergleich: Ein detaillierter Abgleich der Markuseerzählung mit den Fassungen bei Matthäus und Lukas, um Unterschiede in der theologischen Gewichtung und Detailgestaltung aufzuzeigen.
6. Abschließende Analyse: Dieses Kapitel reflektiert die Einbettung der Perikope in das Markusevangelium als notwendige Vorbereitung auf die Passionsgeschichte und die Kreuzesnachfolge.
Schlüsselwörter
Markusevangelium, Bartimäus, Wundererzählung, Glaubensgeschichte, Kreuzesnachfolge, Jericho, Exegese, Narratologie, Gattungsanalyse, Synoptischer Vergleich, Wegmotiv, Heilungswunder, Messiasbekenntnis, Glaube, Sohn Davids
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Untersuchung der neutestamentlichen Perikope der Blindenheilung bei Jericho im Markusevangelium (Mk 10,46-52).
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Motive der Erzählung, ihre narratologische Struktur, ihre Gattung und ihre Bedeutung als Vorbereitung auf die Passionsgeschichte Jesu in Jerusalem.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist ein tieferes Verständnis des Textes im Kontext des Markusevangeliums, insbesondere hinsichtlich der Frage, wie die Figur des Bartimäus als Vorbild für christliche Nachfolge fungiert.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zur Anwendung?
Es werden die narratologische Analyse, die gattungskritische Methode sowie der synoptische Vergleich mit den Parallelstellen in Mt 20 und Lk 18 angewendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Motive, die narratologische Untersuchung, die gattungskritische Einordnung sowie einen detaillierten Vergleich mit den anderen Evangelien.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Markusevangelium, Bartimäus, Glaubensgeschichte, Kreuzesnachfolge und Exegese charakterisieren.
Warum wird die Perikope von den meisten Theologen als historisch angesehen?
Die detaillierte Ortsangabe bei Jericho und die namentliche Nennung des Bettlers Bartimäus (Sohn des Timäus) deuten für viele Exegeten auf einen historischen Kern hin, da Namen in solchen Erzählungen sonst meist fehlen.
Welche besondere Rolle spielt das „Wegmotiv“ in der Perikope?
Das Wegmotiv ist das Hauptmotiv der Erzählung; es verknüpft die Heilung mit dem weiteren Weg Jesu nach Jerusalem und charakterisiert das Handeln des Blinden als echte Kreuzesnachfolge.
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- Christoph Zamilski (Author), 2007, Exegese der Perikope Mk 10,46-52, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124306