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Wie eine historische Legende zum Motiv moderner Fantastik wird. Die Ambivalenz zwischen indigener Kultur und fantastischer Legende in Gorritis "El tesoro de los Incas"

Titre: Wie eine historische Legende zum Motiv moderner Fantastik wird. Die Ambivalenz zwischen indigener Kultur und fantastischer Legende in Gorritis "El tesoro de los Incas"

Dossier / Travail de Séminaire , 2022 , 17 Pages , Note: 1.7

Autor:in: Mieke Brinkhaus (Auteur)

Romanistique - Philologie espagnole
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Die Mythologie der Inka umfasst eine Vielzahl von Legenden und Geschichten, die den Glauben und die Lebensweise der Inka symbolisieren und erklären. Eine dieser Legenden rankt sich um den sagenumwobenen Goldschatz der Inkas. Kaum jemand hat noch nicht von ihm gehört. Die Inka waren nur ein Stamm von vielen, bevor sie begannen, ihre Nachbarn zu erobern und zu assimilieren. Gold und Silber erhielten sie dadurch in großen Mengen. Diese sollen, der Legende zufolge, unterhalb der peruanischen Stadt Cuzco, dem Herzen des Inka-Reiches, gelagert worden sein. Eine Art verborgene Stadt entstand. Als die Spanier das Reich eroberten, fanden sie bereits zahlreiche Schätze in den Häusern der Einwohner. Ein Großteil des Goldschatzes konnte jedoch bis heute nicht aufgefunden werden. In ihrer Erzählung "El tesoro de los Incas – leyenda histórica", die 1865 in dem Band "Sueños y realidades" erschien, greift die argentinische Autorin und Journalistin Juana Manuela Gorriti diese Legende auf. Auf einer geografisch und historisch fundierten Basis erschafft sie durch fantastische Elemente eine Art Parallelwelt, durch welche die Legende erneut zum Leben erweckt wird. Diese Verschmelzung aus Realität und Fantasie lässt den/die Leser*in in eine völlig neue Welt eintauchen, in der die Grenzen zwischen realer Wahrnehmung und Traum verschwimmen.

Nachdem zu Beginn der Arbeit das reale Leben der Inkas und einige Fakten zum Goldschatz erläutert werden, wird die Handlung der Erzählung historisch eingeordnet. Um im Vorweg eine Basis für die folgende Analyse zu schaffen, werden im Anschluss das Konzept der Kultur, insbesondere der Herrschaft, und das Konzept der literarischen Fantastik anhand der Modelle von Renate Lachmann und Tzvetan Todorov thematisiert. Auf dieser Grundlage erfolgt in Kapitel 5 die detaillierte Analyse der gesamten Erzählung, in der insbesondere auf die Darstellung der Ambivalenz zwischen indigener Kultur und fantastischer Legende eingegangen werden soll.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Reich der Inkas

3. Einordnung der Legende in die historischen Hintergründe

4. Begriffserklärungen

4.1 Konzept der Kultur

4.2 Konzept der Fantastik von Renate Lachmann

4.3 Konzept der Fantastik von Tzvetan Todorov

5. Analyse El tesoro de los Incas – leyenda histórica

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Juana Manuela Gorriti in ihrer Erzählung "El tesoro de los Incas – leyenda histórica" eine historische Legende nutzt, um ein Motiv der modernen Fantastik zu schaffen. Dabei steht die Verschränkung von kultureller Identität, kolonialer Geschichte und fantastischen Elementen im Vordergrund, um die Ambivalenz zwischen indigener Kultur und der Realität der spanischen Eroberung aufzuzeigen.

  • Analyse des "Inka-Mythos" und der Rolle des Goldes als spirituelles vs. materielles Gut.
  • Untersuchung der fantastischen Elemente anhand der Theorien von Renate Lachmann und Tzvetan Todorov.
  • Darstellung der sozialen und politischen Kritik Gorritis an der kolonialen Unterdrückung.
  • Betrachtung der Bedeutung von Kulisse und Geografie (Cuzco) für die Konstruktion der Parallelwelt.
  • Deutung der Rolle der indigenen Protagonistin Rosalía als Bindeglied zwischen den Welten.

Auszug aus dem Buch

Die Ambivalenz zwischen Realität und Übernatürlichem in der Erzählung

Bereits der Untertitel dieser Erzählung leyenda histórica gaukelt dem Leser falsche Realität vor. Von Beginn an soll er annehmen, dass es sich bei dem folgenden Text um wahre Begebenheiten handelt. Die ganze Handlung zeichnet sich durch die Ambivalenz zwischen Realität und Übernatürlichem aus, der realen Stadt Cuzco mit seinen Einwohnern und der unterirdischen heiligen Stadt mit ihrem Goldschatz.

Dennoch kann festgestellt werden, dass, auch wenn fantastische Elemente nicht immer eindeutig nachzuweisen sind, der Ursprung des Übernatürlichen dieser Erzählung vor allem in der unbekannten, indigenen Kultur zu finden ist. Das fantastische Ereignis muss, um möglich, glaubwürdig, plausibel zu sein, in einen objektiven Orbis eingeschrieben sein, nahe an der Bezugswirklichkeit des Autors und des Lesers, nahe an ihrer historischen und sozialen Situation. Das Fantastische ist durch eine eiserne Konfrontation zweier Welten, der natürlichen und der übernatürlichen, gekennzeichnet; folglich ist der Realismus in dieser Literatur eine strukturelle erzählerische Voraussetzung, um das Fantastische souveräner kontrastieren zu können, wenn auch auf der Grundlage einer ungewöhnlichen Verbindung mit der Realität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Inka-Mythologie und die Bedeutung des Goldschatzes ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise.

2. Das Reich der Inkas: Hier werden die historischen Fakten über das Inkareich, seine soziale Struktur, den Sonnenkult und die Bedeutung des Goldes innerhalb der indigenen Gemeinschaft dargelegt.

3. Einordnung der Legende in die historischen Hintergründe: Dieses Kapitel beleuchtet den Kontext der spanischen Eroberung und ordnet die Handlung der Erzählung zeitlich sowie historisch in die lateinamerikanische Kolonialgeschichte ein.

4. Begriffserklärungen: Es erfolgt eine theoretische Fundierung durch die Definition des modernen Kulturbegriffs sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Fantastik-Modellen von Renate Lachmann und Tzvetan Todorov.

5. Analyse El tesoro de los Incas – leyenda histórica: Das Hauptkapitel nimmt eine umfassende literaturwissenschaftliche Untersuchung der Erzählung vor und analysiert die Verknüpfung von historischer Legende, fantastischen Elementen und soziopolitischer Kritik.

6. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und betont die besondere Rolle der indigenen Kultur als "lebendes" Element innerhalb der fantastischen Erzählweise Gorritis.

Schlüsselwörter

Juana Manuela Gorriti, El tesoro de los Incas, Fantastik, Inka-Reich, indigene Kultur, Renate Lachmann, Tzvetan Todorov, Cusco, Kolonialismus, leyenda histórica, Gold, Literaturwissenschaft, Identität, Sozialkritik, Mythologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Kurzgeschichte "El tesoro de los Incas" der argentinischen Autorin Juana Manuela Gorriti im Hinblick darauf, wie historische Legenden in moderne fantastische Literatur überführt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die indigene Kultur der Inkas, die Auswirkungen der spanischen Conquista, das Motiv des Goldschatzes und die theoretische Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Fantastik in der Literatur.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Gorriti durch die Einbettung fantastischer Elemente in einen historischen Realitätsbezug eine Parallelwelt erschafft, die eine Kritik an der Unterdrückung der indigenen Bevölkerung ermöglicht.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt einen literaturwissenschaftlichen und kulturkritischen Ansatz. Dabei werden die Fantastik-Theorien von Renate Lachmann und Tzvetan Todorov herangezogen, um das Werk strukturell zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil (Kapitel 5) findet die detaillierte Analyse der Erzählung statt. Hierbei wird untersucht, wie die Autorin historische Überlieferungen verwendet und welche sozialen und kulturellen Implikationen durch die Vermischung von Fakt und Fiktion entstehen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind "Fantastik" (nach Lachmann/Todorov), "indigene Kultur", "El tesoro de los Incas" sowie der kulturkritische Ansatz zur Aufarbeitung kolonialer Geschichte.

Warum spielt der Kulturbegriff von Renate Lachmann eine so wichtige Rolle für diese Arbeit?

Der Begriff von Lachmann ist kulturkritisch angelegt und betrachtet fantastische Literatur als "Gegenprojekt zum kulturellen Gedächtnis", was perfekt zur Aufarbeitung der verdrängten indigenen Geschichte bei Gorriti passt.

Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung des Goldschatzes zwischen den Spaniern und Inkas?

Für die Inkas symbolisiert das Gold spirituellen Reichtum (Sonnengott-Verehrung), während es für die Spanier lediglich einen materiellen Wert darstellt, den sie gierig ausbeuten.

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Résumé des informations

Titre
Wie eine historische Legende zum Motiv moderner Fantastik wird. Die Ambivalenz zwischen indigener Kultur und fantastischer Legende in Gorritis "El tesoro de los Incas"
Université
Christian-Albrechts-University of Kiel
Note
1.7
Auteur
Mieke Brinkhaus (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
17
N° de catalogue
V1243185
ISBN (PDF)
9783346671042
ISBN (Livre)
9783346671059
Langue
allemand
mots-clé
legende motiv fantastik ambivalenz kultur gorritis incas
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Mieke Brinkhaus (Auteur), 2022, Wie eine historische Legende zum Motiv moderner Fantastik wird. Die Ambivalenz zwischen indigener Kultur und fantastischer Legende in Gorritis "El tesoro de los Incas", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243185
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Extrait de  17  pages
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