In vielen Bereichen unserer multikulturellen Gesellschaft stehen kulturelle Unterschiede und die damit verbundene Interkulturelle Kompetenz (IK) im Mittepunkt. Besonders im Bildungswesen ist dies der Fall, da dort Menschen verschiedener Nationalitäten, Alter, Geschlechter und soziokultureller Unterschiede direkt aufeinandertreffen. Um Missverständnisse vorzubeugen sowie produktive Problemlösungen und dazu passende Strategien aufweisen zu können, sind das Wissen über kulturelle Unterschiede, damit verbundene Schwierigkeiten und ein sensibler Umgang damit von größter Wichtigkeit.
Lehrkräfte in der Schule sehen sich tagtäglich mit dieser Schwierigkeit konfrontiert, besonders wenn sie Schüler*innen mit Migrationshintergrund unterrichten. Denn dort treffen nicht nur unterschiedliche soziale Schichten und Religionen aufeinander, sondern auch gänzlich verschiedene Wertvorstellungen und Verhaltensweisen. Es gilt allen gerecht zu werden und vor allem „Fettnäpfchen“ zu vermeiden. Auch das soziale Miteinander innerhalb einer Klasse und das Verhalten der Lehrkräfte zu den Schüler*innen muss bewusst angepasst werden. Das Erlernen der IK durch die Schüler*innen spielt besonders im Fremdsprachenunterricht, wo ein direkter Austausch über eine fremde Kultur stattfindet, eine Rolle. Daraus resultiert, dass sowohl Lehrkräfte als auch Schüler*innen die Teilkompetenzen der IK erlernen müssen. Dazu zählen das soziokulturelle Organisationswissen über fremde Kulturen, der verständnisvolle Umgang mit kulturellen Unterschieden und die angemessene praktische Bewältigung interkultureller Begegnungssituationen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Interkulturelle Kompetenz
3. Modelle der Interkulturellen Kompetenz
4. Interkulturelle Kompetenz bei Lehrkräften
5. Interkulturelle Kompetenz aus Sicht der Schüler*innen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die notwendigen interkulturellen Fähigkeiten und Fertigkeiten von Lehrkräften im Kontext einer multikulturellen Schullandschaft und beleuchtet dabei sowohl die Perspektive der Lehrenden als auch die Anforderungen an Schüler*innen.
- Bedeutung der interkulturellen Kompetenz (IK) im Bildungswesen
- Konzepte und theoretische Modelle zur Erklärung interkultureller Kompetenz
- Dimensionen der Lehrerkompetenz im interkulturellen Kontext
- Integration interkulturellen Lernens in den Fremdsprachenunterricht
- Wechselspiel zwischen Lehrer- und Schülerkompetenzen
Auszug aus dem Buch
Interkulturelle Kompetenz bei Lehrkräften
Aus Sicht der Lehrkräfte setzt sich die IK aus sechs Dimensionen zusammen: Schülerorientierung, individualzentrierte pädagogische Kompetenz, kulturelle Sensibilität, Führungskompetenz, Teamarbeit und Konfliktfähigkeit. Auf Ebene der Schülerorientierung steht vor allem die Beziehung zwischen Lehrkraft und Schüler*innen im Mittelpunkt, welche von Respekt und Wertschätzung geprägt sein sollte. Die Lehrkraft sollte sich in das Denken und Fühlen der Schüler*innen hineinversetzen, auf ihre Probleme eingehen und einen Erziehungsauftrag verfolgen können.12
Im Rahmen der individualzentrierten pädagogischen Kompetenz steht die Bildungskomponente im Zentrum. Durch pädagogisch kompetentes Handeln kann die Lehrkraft individuelle Lernvoraussetzungen der Schüler*innen erkennen, wie beispielsweise bereits vorhandenes Wissen oder unterschiedliche Lernstrategietypen. Um angemessen darauf einzugehen, kann sie dies in der Unterrichtsplanung, der Wahl der Methoden und der erwarteten Leistung berücksichtigen. Das Ziel ist ein individuell angepasstes Lernen für jede*n Schüler*in.13
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Relevanz interkultureller Bildung vor dem Hintergrund globaler Migrationsbewegungen und einer kulturell heterogenen Gesellschaft.
Definition Interkulturelle Kompetenz: Dieses Kapitel definiert den Kulturbegriff auf verschiedenen Ebenen und leitet daraus ein Verständnis von interkultureller Kompetenz als Schlüssel zur bewussten Interaktion ab.
Modelle der Interkulturellen Kompetenz: Es werden wissenschaftliche Modelle vorgestellt, darunter das Konzept von Erll und Gymnich sowie das Kompetenzprofil von Fischer und Springer, um die Ebenen der IK zu strukturieren.
Interkulturelle Kompetenz bei Lehrkräften: Das Kapitel erläutert sechs zentrale Dimensionen, durch die Lehrkräfte im multikulturellen Schulalltag kompetent agieren und ein positives Lernklima schaffen können.
Interkulturelle Kompetenz aus Sicht der Schüler*innen: Hier wird der Fokus auf die geforderten Kompetenzbereiche für Schüler*innen gelegt, insbesondere im Hinblick auf den Fremdsprachenunterricht.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass interkulturelle Kompetenz eine unerlässliche Qualifikation für Lehrkräfte ist, um Schüler*innen erfolgreich auf ein Leben in einer vielfältigen Gesellschaft vorzubereiten.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Lehrkräfte, Schülerorientierung, Bildungsziel, Migrationshintergrund, Schulklima, Fremdsprachenunterricht, kulturelle Sensibilität, Konfliktfähigkeit, pädagogische Kompetenz, Kompetenzmodell, kulturelle Differenz, Erziehung, Schulentwicklung, soziale Kompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, welche spezifischen interkulturellen Fähigkeiten und Fertigkeiten Lehrkräfte benötigen, um in einer zunehmend multikulturellen Schullandschaft kompetent und gerecht zu agieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themen umfassen die Definition interkultureller Kompetenz, wissenschaftliche Erklärungsmodelle, die praktische Umsetzung durch Lehrkräfte sowie die Anforderungen an die interkulturelle Entwicklung von Schüler*innen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Anforderungsprofil für eine interkulturell kompetente Lehrkraft zu erstellen, das sowohl pädagogische als auch soziale Dimensionen umfasst.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf pädagogische Fachliteratur, Kompetenzmodelle von Erll, Gymnich, Fischer und Springer sowie auf offizielle Fachanforderungen des Landes Schleswig-Holstein.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die sechs Dimensionen der Lehrer-IK – wie Schülerorientierung und Teamfähigkeit – und vergleicht diese mit den Anforderungen, die an Schüler*innen im (Fremdsprachen-)Unterricht gestellt werden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Interkulturelle Kompetenz, Lehrerrolle, pädagogische Herausforderung, kulturelle Sensibilität und individualisierte Lernförderung.
Warum wird im Kontext der Schule der Begriff der "Führungskompetenz" für Lehrkräfte verwendet?
In dieser Arbeit beschreibt Führungskompetenz das Vermögen der Lehrkraft, durch klare Strukturen und zuverlässiges Handeln ein produktives Lernklima zu schaffen, das Schüler*innen Orientierung bietet.
Wie beeinflusst das "Interkulturelle Kompetenzprofil" von Fischer und Springer die Analyse?
Das Modell dient als theoretische Basis, um das Handeln von Lehrkräften auf unterschiedlichen Ebenen (Ich-, Wir- und Sachebene) zu systematisieren und deren Einfluss auf die Schulbildung zu verdeutlichen.
- Arbeit zitieren
- Mieke Brinkhaus (Autor:in), 2020, Welche interkulturellen Fähigkeiten und Fertigkeiten benötigen Lehrkräfte?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243196