Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entstehung von Glaubwürdigkeitsunterschieden bei
Gesundheitsbeiträgen in Frauenmagazinen.
Die Bevölkerung wird immer älter, jedoch auch immer kränker. Um dem entgegenzuwirken
stellt Gesundheitsberichterstattung eine effektive Methode dar, um viele Menschen gleichzeitig
zu erreichen und diese über die Prävention von Krankheiten und einen gesunden Lebensstil
zu informieren. Besonders Frauenmagazine, welche oftmals eine weite Reichweite erreichen
und insbesondere ein Geschlecht ansprechen, welches sich bewiesen mehr für ihren
Gesundheitsstand interessiert, eignen sich dafür. Die Glaubwürdigkeit spielt dabei jedoch eine
zentrale Rolle.
Das Ziel dieser Forschung ist es somit zu bestimmen, wie Glaubwürdigkeitsunterschiede
sowohl hinsichtlich der Medienmarke als auch aufgrund von inhaltlichen
Qualitätsunterschieden seitens der Rezipienten entstehen.
Um diese Forschungsfragen zu beantworten, wurde eine Online-Befragung durchgeführt. Die
Befragten wurden zufällig in Gruppen eingeteilt und bekamen einen von sechs Fragebögen,
welche sich hinsichtlich ihrer Medienmarke, nämlich große, kleine und keine angeführte Marke
und hinsichtlich der Qualität ihres Textes unterschieden.
Das Ergebnis dieser quantitativen Befragung zeigt, dass die Glaubwürdigkeit bei einer großen
Medienmarke weit höher im Gegensatz zu einer kleinen oder keiner angeführten Marke ist.
Betreffend der zweiten Forschungsfrage, konnte jedoch keine eindeutige Aussage gewonnen
werden, da die Glaubwürdigkeit des qualitativ besseren Textes bei der großen Medienmarke
höher, jedoch bei der kleinen Medienmarke geringer war.
Auf dieser Grundlage basierend ist es empfehlenswert, dass lediglich große Medienmarken
über Gesundheitsthemen berichten. Falls sich jedoch auch kleinere Medienunternehmen dazu
entschließen über Gesundheit Bericht zu erstatten, sollten diese Artikel der Leserschaft
angepasst werden, da sich die Erwartungen des Rezipienten bezüglich verschiedener Medien
unterscheiden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Hintergrund Gesundheitsbeiträge und Frauenmagazine
2.1 Entwicklung Gesundheit
2.2 Gesundheitsberichterstattung in Österreich
2.3 Empfehlungen zur Gesundheitsberichterstattung
2.4 Geschichte- Frauenmagazine in Österreich
2.5 Definition Frauenmagazin
3. Hintergrund Glaubwürdigkeit
3.1 Glaubwürdigkeit und Qualitätsforschung
3.2 Glaubwürdigkeit im Kommunikationsprozess
3.3 Ein multimediales Konstrukt
3.4 Zusammenhang zwischen Glaubwürdigkeit und Qualität
3.5 Stand der Qualitätsforschung
3.6 Qualität aus Rezipienten- Sicht
3.7 Bisheriger Forschungsstand- Gesundheitsberichterstattung
4. Methodenteil
4.1 Forschungsfragen
4.2 Forschungsziel
4.3 Wahl der Methode
4.4 Vorteile einer online Befragung
4.5 Methodendesign
4.6 Medienmarke
4.7 Inhaltlicher Aufbau
4.8 Aufbau des Fragebogens
4.9 Operationalisierung von Glaubwürdigkeit
4.10 Stichprobe und Pretest
5. Ergebnis und Diskussion der ersten Forschungsfrage
6. Ergebnis und Diskussion der zweiten Forschungsfrage
7. Schluss
7.1 Zielerreichung
7.2 Schwierigkeiten und Verbesserungsmöglichkeiten
7.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Glaubwürdigkeit von Gesundheitsbeiträgen in Frauenmagazinen durch die spezifische Medienmarke sowie durch den inhaltlichen Aufbau des Artikels beeinflusst wird, um Empfehlungen für eine qualitätsorientierte Gesundheitskommunikation abzuleiten.
- Einfluss der Markenbekanntheit auf die wahrgenommene Glaubwürdigkeit
- Strukturierung und inhaltliche Aufbereitung von Gesundheitsthemen
- Rolle von Medienmarken als Indikatoren für journalistische Qualität
- Empirische Untersuchung mittels Online-Befragung
- Vergleich zwischen Oberschicht- und Mittelschichtmagazinen
Auszug aus dem Buch
3.1 Glaubwürdigkeit und Qualitätsforschung
„Eine (...) Illusion, die fast alle Medienarbeiter hegen, ist der Glaube, dass ihnen die Leute glauben.“ (Enzensberger; 2000: S. 24)
Es ist eine Tatsache, dass das Vertrauen der Rezipienten in den Journalismus kontinuierlich sinkt. (vgl. Weischenberg; 2003: S.164). Diese Arbeit beschäftigt sich somit mit der Glaubwürdigkeit und Qualität aus Sicht des Rezipienten.
Glaubwürdigkeit und Qualität sind beides keine objektiven Eigenschaften, sondern hängen von der subjektiven Wahrnehmung des Rezipienten ab. Für den Nutzer ist es in den meisten Fällen nur schwer möglich, Informationen nach ihrer Richtigkeit zu bewerten. Jede Nachricht auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, stellt in der Realität keine umsetzbare Option dar. Da sich die Qualität der publizistischen Angebote nicht vollständig einschätzen lässt, verlässt sich der Mensch somit auf seine selbst wahrgenommene Glaubwürdigkeit (vgl. Neuberger; 2002: S. 37).
Das Hauptproblem der Glaubwürdigkeits- und Qualitätsforschung stellt die exakte Definition beziehungsweise Einordnung dar. Was versteht man unter den beiden Begriffen? Wie ist es möglich sie empirisch zu messen? Im Laufe der Jahre einig geworden, dass sowohl Glaubwürdigkeit als auch Qualität multidimensionale Konstrukte darstellen. (vgl. Bentele; 1988: S. 421). Die Frage welche Komponenten diese Konstrukte erklären können, bleibt jedoch unbeantwortet. (vgl. Gaziano/McGrath; 1986: S. 451, Wirth; 1999: S. 48).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der Gesundheitsberichterstattung und Darlegung des Forschungsinteresses an Glaubwürdigkeitsunterschieden in Frauenmagazinen.
2. Hintergrund Gesundheitsbeiträge und Frauenmagazine: Überblick über die historische Entwicklung von Frauenzeitschriften und die Rahmenbedingungen der Gesundheitsberichterstattung in Österreich.
3. Hintergrund Glaubwürdigkeit: Theoretische Fundierung des Glaubwürdigkeitsbegriffs, des Kommunikationsprozesses und der Verbindung zur journalistischen Qualität.
4. Methodenteil: Detaillierte Beschreibung des Forschungsdesigns, der Online-Befragung, der Auswahl der Medienmarken sowie der Operationalisierung der Variablen.
5. Ergebnis und Diskussion der ersten Forschungsfrage: Analyse der empirischen Daten bezüglich des Einflusses der Medienmarke auf die wahrgenommene Glaubwürdigkeit.
6. Ergebnis und Diskussion der zweiten Forschungsfrage: Untersuchung des Einflusses der inhaltlichen Textgestaltung auf die Glaubwürdigkeitszuschreibung durch die Rezipienten.
7. Schluss: Zusammenführung der Ergebnisse, Reflexion der methodischen Schwierigkeiten und Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Glaubwürdigkeit, Gesundheitsberichterstattung, Frauenmagazin, Medienmarke, Qualitätsforschung, Online-Befragung, Kommunikationswissenschaft, Rezipientenwahrnehmung, Markenbekanntheit, Journalismus, Inhaltsanalyse, Österreich, Gesundheitskommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die die wahrgenommene Glaubwürdigkeit von gesundheitsbezogenen Artikeln in Frauenmagazinen beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind Gesundheitsjournalismus, Medienmarkenführung, Rezipientenvertrauen und die methodische Messung editorischer Qualität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfragen, ob sowohl die bekannte Medienmarke als auch die Art der inhaltlichen Aufbereitung signifikante Unterschiede in der Glaubwürdigkeitseinschätzung bewirken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet einen quantitativen und explorativen Ansatz basierend auf einer standardisierten Online-Befragung.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Diskurs über Glaubwürdigkeitskonzepte und einen methodischen Teil, der das experimentelle Design der Befragung detailliert beschreibt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Glaubwürdigkeit, Journalismus, Medienvertrauen, Markenbekanntheit und Gesundheitsberichterstattung klassifizieren.
Warum spielt die Medienmarke eine entscheidende Rolle für das Vertrauen der Leserinnen?
Die Studie belegt, dass eine bekannte Marke Vertrauen generiert und das Sicherheitsbedürfnis der Konsumenten befriedigt, was die Glaubwürdigkeit von Beiträgen deutlich steigert.
Welches Ergebnis erbrachte die Untersuchung zur inhaltlichen Gestaltung?
Es gab keinen eindeutigen Beleg dafür, dass eine spezifische Verzerrung des Textes die Glaubwürdigkeit systematisch mindert; dies deutet darauf hin, dass individuelle Qualitätserwartungen der Leser eine stärkere Rolle spielen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2018, Glaubwürdigkeitsunterschiede bei Gesundheitsbeiträgen in Frauenmagazinen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243245