Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Internetauftritt und der Krisenkommunikationsanalyse der Website "Amazon" und anderer Unternehmen. Die Arbeit besteht insgesamt aus drei Teilen. Das zentrale Thema ist der Internetauftritt. Im ersten Teil wird der Internetauftritt zweier Unternehmen in Bezug auf die Gestaltung und des Inhaltes dargestellt. Der zweite Teil der Arbeit beinhaltet eine Argumentation, die den Arbeitgeber überzeugen soll, die Verantwortung des Internetauftritts in die Hände der Unternehmenskommunikation (UK) zu legen. Dazu wird der Internetauftritt zunächst abgegrenzt und die einzelnen Komponenten werden näher beleuchtet. Die zugrundeliegende relevante Theorie für die Argumentation wird ebenfalls vorgestellt.
In dieser Arbeit wird vielmehr die gesamte sichtbare Präsenz im Internet verstanden. Dies schließt neben der Website also noch alle Social-Media-Kanäle, Karriereseiten und die Bewertungsplattform "kununu" mit ein. Die Homepage kann mit diesen Präsenzen verknüpft werden und umgekehrt. So kann ein nahezu automatisiertes Kommunikationssystem entwickelt werden, welches eine große (und auch neue) Zielgruppe erreichen kann. Je nach Geschäftsmodell und Unternehmensform sind die folgenden Zielgruppen für Unternehmen relevant: Kund:innen, Lieferanten, Bewerber:innen, Mitarbeitende und Aktionär:innen. Diese Stakeholder:innen haben jeweils individuelle Erwartungen an die Unternehmenskommunikation, die es zu bedienen gilt. Effektives Stakeholdermanagement ist ein wichtiges strategisches Werkzeug, welches den Unternehmenserfolg maßgeblich beeinflussen kann.
Neben der reinen Kommunikationsfunktion hat der Internetauftritt auch die Aufgabe des Reputation-Managements (RM). Dessen Aufgabe ist es, das positive Image des Unternehmens intern und extern zu erhalten und zu stärken. Einerseits geschieht dies über Kommunikation, andererseits ist die Realität des Unternehmens, also die Arbeit an dem, was das Unternehmen ist, was es macht oder nicht macht, was es entscheidet, alles, was neben dem, was das Unternehmen sagt, auch noch wahrgenommen wird, ein weiterer wichtiger Hebel.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Gegenstand der Arbeit
1.2 Relevanz des Internetauftritts
2 Website R+F / Talentry
2.1 Internetauftritt Richter+Frenzel GmbH & Co. KG
2.2 Internetauftritt Talentry GmbH
3 Internetauftritt Amazon
3.1 Vorstellung und Abgrenzung des Internetauftritts
3.2 Internetpräsenz von Amazon
3.3 Warum Moderation und Pflege durch die UK notwendig ist
3.3.1 Krisenkommunikation
3.3.2 Reputation Management
3.4 Zusammenfassung
4 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Relevanz einer professionellen Steuerung der Unternehmenspräsenz im Internet durch die Unternehmenskommunikation (UK), indem sie die Internetauftritte verschiedener Unternehmen analysiert und auf Basis aktueller Krisen sowie der Reputationsverwaltung eine Argumentation für eine zentralisierte Verantwortung innerhalb der Fachabteilung für Kommunikation entwickelt.
- Analyse und Vergleich unterschiedlicher Unternehmensauftritte im Internet
- Bedeutung der Unternehmenskommunikation für Reputationsmanagement
- Umgang mit Krisenkommunikation in digitalen Medien
- Strategische Notwendigkeit professioneller Moderation und Pflege
- Zusammenhang zwischen Unternehmenskultur, Recruiting und Webpräsenz
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Krisenkommunikation
Am Freitag, den 10. Dezember 2021 wurde ein Amazon Fullfilment Center im US-Bundesstaat Illinois von einem Tornado heimgesucht. Sechs Arbeiter:innen starben bei dem Einsturz der Lagerhalle. Nach dem Unglück drangen Chatverläufe und Augenzeugenberichte an die Öffentlichkeit, laut denen Amazon den Angestellten mit Entlassung drohte, sollten sie wegen der Tornadowarnung ihre Arbeit niederlegen. Seitdem ist Amazon von Shitstorms betroffen.
Diese Begebenheiten haben erneut verdeutlicht, welche Relevanz die UK für die Außenwirkung des Unternehmens hat. Auf Twitter ist nun zu beobachten, wie weiterhin alle Fragen rund um den Kundenservice in üblichem Tempo beantwortet werden, während Kommentare, die auf das Unglück und die Verstorbenen abzielen, gänzlich ignoriert werden. Den Social Media Teams, welche die Anfragen der Kund:innen bearbeiten, wurden scheinbar bis dato noch keine PR-Richtlinien und Textbausteine für diese Krisenkommunikation zur Verfügung gestellt.
Dieser Vorfall ist jedoch nicht der erste Presseskandal in Amazons Unternehmensgeschichte. Seit 2009 steht der Konzern regelmäßig aufgrund verschiedener Sachverhalte in der Kritik. Am hartnäckigsten halten sich Gerüchte über die prekären Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren und der Auslieferung, die Strategien zur Steuervermeidung des Konzerns und die Vernichtung von Retouren im großen Stil. Im Zuge der Pandemie war auch der Infektionsschutz und damit die Sicherheit der Mitarbeitenden ein viel diskutiertes Thema. Somit sind gesamtgesellschaftliche Themen ebenso negativ behaftet wie Amazons Image als Arbeitgeber. Zwar werden zu den besonders brisanten Themen auch Pressemitteilungen und Statements seitens Amazon abgegeben, jedoch erreichen diese offenbar nicht alle Enden. Andernfalls würden sich die Social Media Manager:innen nicht bei sensiblen Themen in Schweigen hüllen. Dieser dilettantische Umgang mit Krisen kann nachhaltig der Reputation des Unternehmens schaden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt den Aufbau der Arbeit und definiert den Internetauftritt als umfassende sichtbare Präsenz inklusive Social Media und Bewertungsplattformen.
2 Website R+F / Talentry: Stellt die unterschiedlichen Internet- und Marketingstrategien eines Sanitär-Großhändlers und eines IT-Startups gegenüber.
3 Internetauftritt Amazon: Analysiert kritisch die digitale Präsenz eines globalen Konzerns und beleuchtet die Notwendigkeit einer professionellen Unternehmenskommunikation im Krisen- und Reputationsmanagement.
4 Fazit: Führt die Analyse zusammen und begründet abschließend die Empfehlung, die Steuerung des Internetauftritts in die Hände der Unternehmenskommunikation zu legen.
Schlüsselwörter
Unternehmenskommunikation, Internetauftritt, Reputationsmanagement, Krisenkommunikation, Social Media, Online-Marketing, Arbeitgebermarke, Stakeholdermanagement, Amazon, Digitale Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Unternehmenskultur, Recruiting, Markenimage, Krisenbewältigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die strategische Relevanz einer professionellen Steuerung der Internetpräsenz für Unternehmen und argumentiert für eine zentrale Zuständigkeit der Unternehmenskommunikation.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Bereiche Internetauftritt, Reputationsmanagement, Krisenkommunikation und die Rolle der Unternehmenskommunikation (UK) in digitalen Netzwerken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu fundieren, warum die Verantwortung für alle Internetaktivitäten eines Unternehmens (Website, Social Media, Bewertungsportale) bei der Unternehmenskommunikation liegen sollte, um professionell auf Krisen zu reagieren und das Image zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse von Fallbeispielen, gestützt auf Literaturrecherche zu den Themen Reputationsmanagement und Krisenkommunikation im digitalen Raum.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Unternehmensbeispielen (Richter+Frenzel, Talentry, Amazon) und eine detaillierte Argumentation zur Notwendigkeit professioneller Moderation und Pflege des digitalen Auftritts durch die UK.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Unternehmenskommunikation, Krisenkommunikation, Reputationsmanagement, digitaler Auftritt und Stakeholdermanagement.
Warum wird Amazon als Fallbeispiel gewählt?
Amazon wird aufgrund seiner globalen Bekanntheit und der regelmäßigen Skandale als Beispiel gewählt, um die Defizite in der aktuellen Krisenkommunikation und die Chancen durch ein besseres Reputationsmanagement aufzuzeigen.
Welche Rolle spielen Bewertungsplattformen wie kununu in der Untersuchung?
Die Arbeit sieht in Bewertungsportalen ein wesentliches Instrument für das Arbeitgeber-Image und fordert ein aktiveres Handeln durch die Unternehmenskommunikation, um dort fundiert und glaubwürdig auf Kritik zu reagieren.
Wie bewertet der Autor den Umgang von Amazon mit Social-Media-Kommentaren?
Der Autor kritisiert den Umgang als inkonsistent und dilettantisch, insbesondere wenn Anfragen zu Krisenthemen ignoriert, aber operative Kundenanfragen beantwortet werden.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2022, Internetauftritt und Krisenkommunikationsanalyse der Website "Amazon" und anderer Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243267