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Dekonstruktion ausgewählter Frauenbilder im zeitgenössischen Deutschrap. Geschlechterrepräsentation in Musikvideos

Shirin David, Loredana Zefi und Katja Krasavice

Titel: Dekonstruktion ausgewählter Frauenbilder im zeitgenössischen Deutschrap. Geschlechterrepräsentation in Musikvideos

Bachelorarbeit , 2020 , 98 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Laura Schintu (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Massenmedien allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Welches Frauenbild wird heutzutage im Deutschrap vermittelt und wie spielen die momentan erfolgreichen Rapperinnen mit der Geschlechterrepräsentation in ihren Musikvideos? Diese Arbeit untersucht, ob weibliche Rapper an das phallogozentrische hervorgebrachte Bild der Frauen anknüpfen oder eine neue Perspektive hinsichtlich der Geschlechterzuschreibungen inszenieren.

Die zeitgenössischen Massenmedien sowie die aktuellen deutschen Chartplatzierungen, scheinen eine Form von Revolution innerhalb des Rap-Genres aufzuzeigen. Rap, als Teil der HipHop-Kultur, galt seit seiner Entstehung in den USA und später auch in Europa als eine männlich dominierte Szene. Umso erstaunlicher ist es, dass es in den letzten zwei Jahren vorrangig weibliche Rapper sind, die wochenlang in den Top Ten der deutschen Charts verharren, sie weisen einen großen Erfolg in sozialen Medien auf und werden mittlerweile auch von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht mehr ignoriert.

Diese Führungsposition spricht somit nicht nur die heutige Generation der Jugend an, sondern sie repräsentiert auch veränderte Rollenbilder. Die kontroverse Diskussion rund um die zeitgenössischen weiblichen Rapper ist groß. Einerseits wird ihnen eine feministische Haltung zugesprochen, anderseits würden sie die männliche Hegemonie verherrlichen.

Rap-Musikvideos und ihre Verbreitung durch Massenmedien vermitteln eine Darstellung von Frauen, welche von Stereotypen, Klischees oder zugeschriebenen Geschlechterrollen geprägt ist. Durch die Rezeption der dargestellten Frauenbilder im Rap, werden die damit verbundenen Geschlechterdifferenzen und Konnotationen von Medienkonsumenten verinnerlicht. Somit prägen die Medien die Gesellschaft mit tradierten Vorstellungen und Bildern von Frauen und Männern, die das Denken und Verhalten beeinflussen.

Als kulturspezifisches Produkt prägen damit Musikvideos die vorherrschende Ideologie – Sie unterstützen, verbreiten und fördern Grundvorstellungen und damit auch die Konstruktion von Weiblichkeit und Männlichkeit. Die neu entwickelte Denkrichtung innerhalb der feministischen Forschung, die auf Judith Butler (1990) zurückzuführen ist, eröffnet einen Paradigmenwechsel. Jedoch ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit modern dekonstruierten Frauenbilder im Deutschrap, noch nicht sehr umfangreich, da es als neues Phänomen innerhalb der Rap-Kultur angesehen werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Konstruktion von Frauenbildern

2.1. Geschlechterkonstruktionen – Die Herstellung von Geschlecht

2.1.1.Performativitätstheorie

2.1.2 sex, gender und desire

2.1.3 Heterosexuelle Matrix, Diskursive Performativität und Phallogozentrismus

2.1.4 Materialisierung und Normierung von Körpern

2.2 Phallische Frauen

2. 3 Die „vierte Welle“ der Frauenbewegungen

2.4 Geschlechterverhältnisse im und beim Musikfernsehen nach Bechdolf

2.4.1. Kriterien für Geschlechterverhältnisse in Musikclips nach Bechdolf

2.4.2 De- und Rekonstruktion von Geschlechterverhältnissen nach Bechdolf

3. HipHop

3.1 Ursprünge des HipHop

3.2 Kultur des HipHops

3.2.1 Die Inszenierungsgesellschaft und ihre Theatralität

3.3 Weibliche und männliche Rollen in Rapvideos

3.3.1. Weibliche Pioniere der Rapgeschichte

3.3.2 Geschlechterrollen im HipHop und Rap

4. Dekonstruktion

5. Methodisches Vorgehen

5.1 Musikvideo Analyse nach Bullerjahn

5.2 Kommentarauswertung nach der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring

6. Analyse

6. 1 Shirin David

6.1.1 Dekonstruktion des Frauenbildes in Gib Ihm

6.1.2 Zwischenfazit zu Gib ihm

6.1.3 Auswertung der YouTube-Kommentare von Gib Ihm

6.1.4 Zusammenführung von Gib ihm

6.2 Loredana Zefi

6.2.1. Dekonstruktion des Frauenbildes in Milliondollar$mile

6.2.2 Zwischenfazit zu Milliondollar$mile

6.2.3 Auswertung der YouTube-Kommentare von Milliondollar$mile

6.2.4 Zusammenführung von Milliondollar$mile

6.3 Katja Krasavice

6.3.1 Dekonstruktion des Frauenbildes in Wer bist du von Katja Krasavice

6.3.2 Zwischenfazit zu Wer bist du

6.3.3 Auswertung der YouTube-Kommentare

6.3.4 Zusammenführung von Wer bist du

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht, welches Frauenbild im zeitgenössischen Deutschrap vermittelt wird und inwiefern erfolgreiche Rapperinnen durch ihre Musikvideos und Selbstinszenierung Geschlechterrepräsentationen dekonstruieren oder festigen. Dabei wird insbesondere analysiert, wie diese Künstlerinnen mit der männlich dominierten Struktur des Rap-Genres interagieren.

  • Konstruktion von Weiblichkeit und Männlichkeit im HipHop
  • Dekonstruktion von Geschlechterstereotypen nach Judith Butler
  • Analyse der Bedeutung von Authentizität (Realness) im Rap
  • Qualitative Auswertung der YouTube-Rezeption
  • Die Rolle der "phallischen Frau" und postfeministischer Maskeraden

Auszug aus dem Buch

6.1.1 Dekonstruktion des Frauenbildes in Gib Ihm

Gib Ihm – diesen Titel trägt die Single von Shirin David und lässt sich im Genre des HipHop beziehungsweise Deutschrap verorten. Das am 17.02.2019 veröffentlichte Musikvideo hat nach nur fünf Stunden und 52 Minuten nach der Premiere über eine Millionen Aufrufe bei YouTube erreicht (Thiele, 2019). Damit hat Shirin David einen neuen Rekord, von der am schnellsten erreichten eine Million-Aufrufe-Marke aufgestellt und damit alle bisherigen deutschen RapperInnen übertrumpft. Außerdem ist der Song 18 Wochen in den deutschen Charts verblieben, darunter zwei Wochen auf dem ersten Platz. Produziert wurde Gib Ihm in Berlin-Kreuzberg von dem Produzententrio FNSHRS, die für viele bekannte männliche Rapper seit den 2000er Jahren produzieren (z.B.: „Einer dieser Steine“ von Sido.)

Die Laufzeit des Musikvideos beträgt drei Minuten und zwei Sekunden, mit gleich zwei mal 16 Bars, im ersten Part und zwei mal acht Bars in der Hook, womit er sich durch die typischen Merkmale eines Rap-Songs auszeichnet. Auch das Tempo bleibt den ganzen Song über bei 98bpm, was typisch für das Genre Rap ist. Diese Anzahl der Taktschläge pro Minute werden häufig damit beschrieben, dass sie eine fordernde und aufputschende Wirkung auf den Rezipienten haben. Durch den häufigen Einsatz von tiefen Tönen und Bass wird Stärke suggeriert und sorgt in Zusammenarbeit mit dem Beat für einen Anschein von Selbstbewusstsein. Es wird viel mit elektronischen Keyboards gearbeitet, die im Gegensatz zu dem Beat und Bass sehr hoch sind und damit eine Verknüpfung zwischen den weiblich assoziierten hohen und den männlich assoziierten männlichen, tiefen Tönen schafft (vgl. T: 00:58, 01:02).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von weiblichen Rappern in der zeitgenössischen Rapkultur ein und stellt die forschungsleitende Frage zur Geschlechterrepräsentation in Musikvideos.

2. Die Konstruktion von Frauenbildern: Das Kapitel definiert den theoretischen Rahmen, insbesondere durch die Performativitätstheorie nach Judith Butler und Strategien der Dekonstruktion.

3. HipHop: Hier werden die Ursprünge und kulturellen Merkmale des HipHop beleuchtet, wobei besonders auf Männlichkeitsbilder und die Rolle der Frau eingegangen wird.

4. Dekonstruktion: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Begriff der Dekonstruktion nach Derrida und dessen Anwendung als Analysewerkzeug.

5. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt das methodische Design der Musikvideoanalyse nach Bullerjahn sowie die qualitative Auswertung der YouTube-Kommentare nach Mayring.

6. Analyse: In diesem Hauptteil werden die Musikvideos von Shirin David, Loredana Zefi und Katja Krasavice in Bezug auf Geschlechterkonstruktionen und Zuschauerreaktionen analysiert.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert über das neue, selbstbestimmte Frauenbild im Deutschrap.

Schlüsselwörter

Deutschrap, HipHop, Geschlechterkonstruktion, Performativität, Dekonstruktion, Judith Butler, Musikvideos, Frauenbild, Feminismus, Postfeminismus, YouTube-Kommentare, Geschlechterrepräsentation, Maskerade, Identität, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema dieser Abschlussarbeit?

Die Arbeit untersucht das Frauenbild im aktuellen Deutschrap anhand prominenter Rapperinnen, um aufzudecken, wie diese Künstlerinnen Geschlechterrollen inszenieren und damit spielen.

Welche Rapperinnen stehen im Fokus der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf Shirin David, Loredana Zefi und Katja Krasavice aufgrund ihrer hohen Chartplatzierungen und ihrer medienwirksamen Selbstinszenierung.

Was ist das zentrale Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, welche Frauenbilder vermittelt werden und ob die Rapperinnen diese durch ihre Musikvideos dekonstruieren, erfüllen oder provokativ überspitzen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Musikvideoanalyse nach Claudia Bullerjahn kombiniert mit einer qualitativen Auswertung von YouTube-Kommentaren nach Philip Mayring, fundiert durch gendertheoretische Ansätze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Musikvideos der drei genannten Rapperinnen, prüft deren textliche und visuelle Ebene und kontrastiert diese mit der Rezeption durch das YouTube-Publikum.

Welche zentralen Schlüsselbegriffe definieren die Studie?

Besonders relevant sind die Begriffe Dekonstruktion, Performativität, die "phallische Frau" als postfeministische Maskerade und die Bedeutung von Authentizität im HipHop-Kontext.

Wie unterscheidet sich Shirin Davids "Gib Ihm" in der Selbstdarstellung?

Shirin David nutzt eine spielerische Provokation und Rollentausch, um das klassische, heteronormative "Bitch"-Image durch materielle Selbstbestimmung und Überzeichnung zu ironisieren.

Wie setzt Loredana Zefi sich vom typischen Frauenbild im Rap ab?

Loredana verhüllt ihre Weiblichkeit oft eher und adaptiert maskuline Attitüden und Performancetypen des "Gangsta-Raps", um auf einer hierarchischen Ebene mit ihren männlichen Kollegen zu agieren.

Welche Rolle spielt die Inszenierung bei Katja Krasavice?

Katja Krasavice überspitzt das Klischee der "Boss Bitch" mittels extremer Sexualisierung und offensiver Nacktheit, um Autonomie über den eigenen Körper zu reklamieren und Schönheitsideale zu provozieren.

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Details

Titel
Dekonstruktion ausgewählter Frauenbilder im zeitgenössischen Deutschrap. Geschlechterrepräsentation in Musikvideos
Untertitel
Shirin David, Loredana Zefi und Katja Krasavice
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,7
Autor
Laura Schintu (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
98
Katalognummer
V1243469
ISBN (PDF)
9783346685315
ISBN (Buch)
9783346685322
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauenbild Deutschrap Feminismus Musikvideo Judith Butler
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Laura Schintu (Autor:in), 2020, Dekonstruktion ausgewählter Frauenbilder im zeitgenössischen Deutschrap. Geschlechterrepräsentation in Musikvideos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243469
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Leseprobe aus  98  Seiten
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