Koordinative Fähigkeiten haben für die neueren Lehr- und Lernprozesse im Sportsegeln eine große Bedeutung. Deshalb sind die koordinativen Fähigkeiten ab dem frühen Kindesalter und in den darauf folgenden Lernphasen systematisch und zielstrebig auszubilden.
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird zunächst versucht, den Begriff ‚Koordinative Fähigkeit(en)’ allgemein zu definieren und koordinative Fähigkeiten vorzustellen. In diesem Zusammenhang soll der Frage nach den koordinativen Fähigkeiten, die für den Regattaerfolg entscheidend sind, nachgegangen werden. Des Weiteren wird ihre Zuordnung zu Bewegungsabläufen beim Segeln dargestellt und die verschiedenen Trainingsetappen im Lehr- und Lernprozess aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Koordinative Fähigkeit(en)
3. Bewegungsstruktur
3.1 Beschreibung typischer Bewegungsabläufe im Boot
3.2 Beschreibung der für das Sportsegeln wichtigen koordinativen Fähigkeiten und ihre Zuordnung zu den Bewegungsabläufen
4. Entwicklung koordinativer Fähigkeiten
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung koordinativer Fähigkeiten für den Regattaerfolg im Sportsegeln zu untersuchen, diese zu definieren und Ansätze für deren systematische Schulung im Trainingsprozess aufzuzeigen.
- Grundlagen und Definitionen koordinativer Fähigkeiten
- Analyse der Bewegungsstruktur im Segelsport
- Relevanz spezifischer koordinativer Fähigkeiten für Regattasituationen
- Methodische Gestaltung des Koordinationstrainings in verschiedenen Altersstufen
Auszug aus dem Buch
Beschreibung typischer Bewegungsabläufe im Boot
Für den Bewegungsablauf des Steuermannes einer Segeljolle wird eine Mittelwetterlage angenommen, d.h., 3-4 Beaufort und wenig bewegte See. In der Ausgangssituation befindet sich die Segeljolle einem Amwindkurs (Segelstellung: backbord). Der Steuermann sitzt in Luv auf dem Seitendeck, die Füße sind unter den Ausreitgurten fixiert und der Blick nach vorn gerichtet. Die Wende wird durch das Übernehmen der Schot aus der Klemme in die rechte Hand, insofern keine freie Schotführung praktiziert wurde, und der leichten Pinnenführung nach Lee eingeleitet. Durch die Pinnenführung beginnt das Boot zu luven. In der Hauptphase dreht das Boot durch den Wind, während der Steuermann unter dem Großbaum durchtaucht, wobei er die Schot- und Pinnenhand wechselt, und den Körper um 180 Grad um die vertikale Achse dreht. Diese Bewegung sollte gleichmäßig ausgeführt werden, da ruckartige Bewegungen in Bezug auf den optimalen Vortrieb des Bootes vermieden werden sollten. Die Wende ist beendet, sobald das Boot wieder auf einem Amwindkurs segelt und der Steuermann seine Sitzposition auf dem Seitendeck eingenommen hat (vgl. Meyer, 1980, S. 122-125).
Für den Bewegungsablauf ‚Auf einem Bug segeln’ nehmen wir ebenfalls eine Mittelwetterlage an. Während dieser Bewegung werden mehrere Teilhandlungen simultan ausgeführt. Der Steuermann hat nun die Schotführung, das Ausreiten und die Pinnenführung so zu koordinieren, dass das Boot maximale Geschwindigkeit und Höhe laufen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entwicklung des Segelsports und führt in die zentrale Bedeutung der Koordination für die segelsportliche Leistungsfähigkeit ein.
2. Koordinative Fähigkeit(en): Dieses Kapitel definiert koordinative Fähigkeiten als Leistungsvoraussetzungen und stellt die zentralen Merkmale wie Differenzierungs- und Kopplungsfähigkeit vor.
3. Bewegungsstruktur: Es werden die dreiphasigen Grundstrukturen sportlicher Bewegungen erläutert und auf die spezifischen Abläufe wie Wenden und das Segeln auf einem Bug angewandt.
3.1 Beschreibung typischer Bewegungsabläufe im Boot: Detaillierte Darstellung der physischen Anforderungen bei Wendemanövern und dem Segeln am Wind.
3.2 Beschreibung der für das Sportsegeln wichtigen koordinativen Fähigkeiten und ihre Zuordnung zu den Bewegungsabläufen: Hier wird begründet, warum insbesondere Differenzierungs-, Orientierungs-, Umstellungs- und Kopplungsfähigkeit für den Regattaerfolg entscheidend sind.
4. Entwicklung koordinativer Fähigkeiten: Dieses Kapitel erläutert die altersgemäße Trainingsgestaltung vom Grundlagentraining bis hin zum Hochleistungstraining.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass eine zielgerichtete, spielerische und systematische Schulung der Koordinationsfähigkeit essenziell für die Bootsbeherrschung und den Wettkampferfolg ist.
Schlüsselwörter
Sportsegeln, Koordinationstraining, Regattaleistung, Bewegungsstruktur, Segeljolle, Differenzierungsfähigkeit, Kopplungsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit, Trainingsetappen, motorisches Lernen, Bootsbeherrschung, Manöver, Bewegungslehre, Sportmotorik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Stellenwert koordinativer Fähigkeiten für die Leistungsentwicklung und den Erfolg von Rennsegelsportlern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die theoretische Bestimmung der Koordination, die Analyse segelspezifischer Bewegungsabläufe und die methodische Planung des Koordinationstrainings für Kinder und Jugendliche.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, welche koordinativen Fähigkeiten für den Erfolg in einer Regatta entscheidend sind und wie diese in den verschiedenen Trainingsetappen gezielt geschult werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der sportwissenschaftliche Erkenntnisse (insbesondere von Meinel/Schnabel, Meyer und Philipp) auf die spezifischen Anforderungen des Sportsegelns übertragen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung, die Analyse der Bewegungsstruktur, die Identifikation relevanter koordinativer Fähigkeiten sowie die Darstellung der Trainingsetappen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sportsegeln, Koordinationstraining, Bewegungsstruktur, Segeljolle sowie die vier relevanten Koordinationsfähigkeiten Differenzierung, Kopplung, Orientierung und Umstellung.
Warum wird dem Gleichgewicht im Segelsport keine hohe Bedeutung beigemessen?
Der Autor argumentiert, dass durch die Optimierung der segelspezifischen Koordination und Fahrweise die Beanspruchung der Gleichgewichtsfähigkeit minimiert werden kann, da Manöver möglichst präzise und ruckfrei ausgeführt werden sollten.
Welche Rolle spielt das Alter beim Training?
Das Training wird in Etappen wie Grundausbildung (7-9 Jahre) bis zum Hochleistungstraining (ab 19 Jahren) unterteilt, um die jeweils passende Intensität und inhaltliche Schwerpunkte zu setzen.
Gibt es spezielle Übungen für Fortgeschrittene?
Im Hochleistungstraining werden Spezialeinheiten wie das „Segeln ohne Ruder“ empfohlen, um die Körper- und Bootsbeherrschung weiter zu perfektionieren.
Wie sollten Trainer den Lernprozess unterstützen?
Trainer sollten Übungen demonstrieren, die Anweisungen kurz halten und den Kindern genügend Freiraum für intensives, spielerisches Üben lassen.
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- André Lach (Author), 2006, Schulung koordinativer Fähigkeiten unter den Bedingungen des Sportsegelns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124349