Wer kennt nicht zumindest ein (großes) Sportevent? Ob es sich nun dabei um populäre Veranstaltungen (Olympische Spiele, Fußballweltmeisterschaft, Formel 1 u.a.), spezielle Meisterschaften oder gar einzelne Wettkämpfe in ausgewählten Disziplinen handelt, spielt hierbei keine Rolle. Im Medienzeitalter der Wissensgesellschaft sind der Alltag mit seinen diversen Sportsendungen und -sendern und darüber hinaus das sportliche Training beziehungsweise der Sportunterricht (SU) ohne (neue) Medien heute kaum noch vorstellbar. Jedes Medium ist Kommunikationswerkzeug, ein Arbeitsmittel im Prozess des Lehrens und Lernens. Die Intention, Lern- und Lehrprozesse im Sport mit gezieltem Medieneinsatz steuern zu wollen, wächst aus dem Interesse heraus, das Bewegungslernen und das Techniktraining hinsichtlich der Lernwirksamkeit verbessern zu wollen. Weil Medien für Schülerinnen und Schüler wichtige Lernhelfer sein können, erfordern sie im Unterricht einen professionellen Einsatz. SU heute muss sich mit der Medienentwicklung auseinandersetzen (Medienpädagogik) und (s)einen Beitrag zur Mediensozialisation leisten. Nur mit fachdidaktischer Phantasie kann der Einsatz von Medien in einer angemessenen Lernumgebung zu guten (individuellen) Ergebnissen führen.
Medien nehmen in der privaten und beruflichen Lebenswelt inzwischen eine zentrale Stellung ein, wobei die computerbasierten neuen Medien ein aktuell herausragendes Thema in der Öffentlichkeit und der Bildungspolitik sind. Mit neuen technischen Entwicklungen verändern sich die technologischen Qualitäten der Medienentwicklung. Die Technik der sogenannten „Neuen Medien“ eröffnet einen völlig neuen Zugang zu Informationen, der sofort die Frage nach den erforderlichen neuen Kompetenzen (Medienkompetenz) im Umgang mit ihnen aufwirft. Durch den Einzug der digitalen Medien in den Unterricht haben sich für die Lehrerinnen und Lehrer eine Reihe von Veränderungen in der Gestaltung und Veranstaltung von Unterrichtsprozessen ergeben. Gleichwohl sind traditionelle und neue Medien auch im Informationszeitalter in einem Gesamtzusammenhang zu sehen. Schrift und Sprache als Druck- und Tonmedien, unbewegte Bilder, Fotos, Film und Fernsehen als auditive bzw. audiovisuelle Medien, elektronische Medien und Telekommunikation sind Arbeitsmittel im Unterricht, auch im SU. Welche Bedeutung dem computer-unterstützten Lernen in der Schule (hier speziell im SU) zukünftig einmal zukommen wird, kann gegenwärtig nicht abgeschätzt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Medien im Sportunterricht – ein Überblick
2.1 Was sind Medien?
2.2 Allgemeine Funktionen und Wirkung(en) des Medieneinsatzes im Unterricht
2.3 Welche Medien werden bevorzugt im SU verwendet?
3 Einzug neuer digitaler Medien in den SU
3.1 Gezielter Medieneinsatz im Dienste der Bewegungsvorstellung
3.2 Gezielter Medieneinsatz im Dienste Bekräftigung und Korrektur
3.3 Gezielter Medieneinsatz im Dienste pädagogischer Anliegen
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und den Nutzen moderner digitaler Medien im Sportunterricht. Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie digitale Medien durch gezielten Einsatz Lernprozesse unterstützen, die Bewegungsvorstellung verbessern und pädagogische Ziele fördern können, um somit die Qualität und Kreativität des Sportunterrichts zu steigern.
- Grundlagen und Klassifikation von Medien im Sportunterricht
- Didaktischer Medieneinsatz zur Optimierung der Bewegungsvorstellung
- Unterstützung von Korrektur- und Bekräftigungsprozessen durch Medien
- Förderung der Selbsttätigkeit und Medienkompetenz bei Schülerinnen und Schülern
- Vergleich zwischen traditionellen und computergestützten Medien
Auszug aus dem Buch
3 Einzug neuer digitaler Medien in den SU
„Einmal sehen ist besser als hundert Mal hören“ besagt ein altes chinesisches Sprichwort, welches ich als Ausgangspunkt für meine weiteren Ausführungen gewählt habe, da es bereits darauf verweist, „dass dem visuellen Analysator bei der menschlichen Informationsaufnahme eine führende Rolle im Vergleich zu anderen Wahrnehmungs- und Orientierungsorganen zukommt“ (Hotz, 2000, S.12).
Es wird kaum bestritten, dass der gezielte Einsatz (vor allem audiovisueller) digitaler Medien im SU – statische und dynamische Bilder (s.o.), Abbildungen wie Stand- und Reihenbilder, Sportlehrfilme etc. – von großem Nutzen ist. „Gerade weil […] Techniktraining als ein Lernen an äußeren und inneren Bildern […] interpretiert werden kann, erfüllen visuelle Medien in diesen motorischen Lernprozessen zentrale Funktionen, die dann entsprechend gezielt genutzt werden können“ (Hotz, 2000, S. 14).
Demzufolge ist es nicht verwunderlich, dass ein Großteil der Medien nach dem Prinzip der Anschaulichkeit bzw. Veranschaulichung ausgewählt werden. Der Entwicklungsverlauf neuer geordneter Bewegungsvollzüge lässt eine Gliederung in charakteristische Phasen erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung computerbasierter Medien in der heutigen Bildungslandschaft und führt in die Fragestellung der Arbeit ein.
2 Medien im Sportunterricht – ein Überblick: Dieses Kapitel definiert den Medienbegriff, klassifiziert verschiedene Medientypen und erläutert deren allgemeine didaktische Funktionen im Unterricht.
3 Einzug neuer digitaler Medien in den SU: Hier wird der spezifische Einsatz digitaler Medien zur Verbesserung der Bewegungsvorstellung, zur Korrektur von Bewegungsabläufen und zur pädagogischen Unterstützung des Lernens detailliert analysiert.
4 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Möglichkeiten der Medienintegration und betont die Notwendigkeit von Kreativität und Mut seitens der Sportlehrkräfte bei der Unterrichtsplanung.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, digitale Medien, Bewegungsvorstellung, Medienpädagogik, motorisches Lernen, Techniktraining, audiovisueller Medieneinsatz, Lehrfilm, didaktische Visualisierung, Medienkompetenz, Sportdidaktik, Unterrichtsgestaltung, Lernprozess, Feedback, Objektivierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration und dem didaktischen Einsatz von digitalen Medien im Sportunterricht, um Lernprozesse effektiver zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Klassifikation von Medien, ihre Rolle bei der Bewegungsvorstellung, ihre Funktion als Korrekturinstrument und der Beitrag zur Mediensozialisation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Nutzen digitaler Medien für den Sportlehrer aufzuzeigen und Anregungen für eine innovative Unterstützung des motorischen Lernens zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse sportdidaktischer Grundlagen und verknüpft diese mit Überlegungen zur Anwendung neuer Medien in der Unterrichtspraxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen allgemeinen Überblick über Medien im Sportunterricht und eine vertiefende Betrachtung des gezielten Einsatzes digitaler Medien zur Vermittlung von Bewegungen und zur Steuerung von Lernprozessen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sportunterricht, digitale Medien, Bewegungsvorstellung, Medienkompetenz und motorisches Lernen charakterisiert.
Warum ist der visuelle Analysator laut Arbeit so wichtig für das Sportlernen?
Der visuelle Analysator spielt bei der menschlichen Informationsaufnahme eine führende Rolle, weshalb visuelle Medien zentrale Funktionen bei der Vermittlung von Bewegungsabläufen übernehmen.
Was versteht die Arbeit unter dem „Enrichment-Funktion“ von Medien?
Es ist ein Fachterminus für eine beiläufige, vielfach didaktisch nicht zwingende Verwendung von Medien im Unterricht, die den Lernprozess dennoch bereichern kann.
Welche Rolle spielt die „Zergliederungsmethode“ im Kontext der Mediennutzung?
Die Zergliederungsmethode hilft, komplexe Sporttechniken in vereinfachten Übungsformen zu erlernen, wobei Medien hier als Hilfsmittel zur Veranschaulichung der Zielbewegung dienen.
Inwieweit fördern Medien die Selbstständigkeit der Lernenden?
Durch gezielten Medieneinsatz können Schüler von lehrerzentrierten Rückmeldungen unabhängiger werden, indem sie eine kriteriengeleitete Selbstwahrnehmung und Analyse eigener Bewegungen erlernen.
- Quote paper
- André Lach (Author), 2008, Der Einzug digitaler Medien in den Sportunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124351