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Gewalt in der Schule. Erscheinungsformen, Bedingungen und Präventionsmodelle

Title: Gewalt in der Schule. Erscheinungsformen, Bedingungen und Präventionsmodelle

Examination Thesis , 2007 , 108 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sonja Carstens (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Gewalt und Aggression sind zwei Begriffe, deren mediale Präsenz sich durch eine scheinbar zunehmende Anzahl an Übergriffen und darüber stattfindende Berichterstattung verstärkt.

Auch im Bereich Schule nahmen in der Abbildung der Medien die Gewalttaten in Qualität und Quantität zu. Ein Amoklauf wie an der Columbine Highschool in Littleton erschien in Deutschland undenkbar. Am 26. April 2002 überschlugen sich dann die Medienberichte über vergleichbar Schreckliches am Erfurter Gutenberg-Gymnasium. Schnell wurden von den Medien Computerspiele, Gewaltfilme und gewaltverherrlichende Musik als Antrieb zu solchen Taten ausgemacht. Dazu ist zu sagen, dass es bis heute keine Studie gibt, die einen Zusammenhang belegt – aber auch keine, die ihn widerlegt. Derartige Gewalttaten zeigen, dass nicht in jedem Menschen die Moral dominiert, nach der man Anderen keine physische und psychische Gewalt antut. Das Gewaltmonopol des Staates, nach dem allein staatliches Handeln die Anwendung physischer Gewalt legitimieren kann, wird damit ignoriert. Nun versucht der Staat, Gewalt durch ein weiteres Gesetz zu minimieren. In Folge der Diskussion um einen möglichen Zusammenhang zwischen Filmen/Computerspielen/Musik und Gewalt wird aktuell ein Gesetz auf den Weg gebracht, welches gewalthaltige Trägermedien für Kinder und Jugendliche verbietet. Das Gesetz zielt einerseits darauf ab, Kinder und Jugendliche vor Gewalt zu schützen, andererseits soll damit eine Ursache für Gewalt unter Heranwachsenden beseitigt werden.
Diese Examensarbeit möchte tiefergehend untersuchen, wie es zu Aggression und Gewalt bei Schülern kommt und welche Präventionsmodelle es gibt. Als zukünftige Lehrerin werden das Thema Aggression und Gewalt für mich aktuell bleiben, so dass ich mich vorab mit Ursachen und Symptomen sowie Interventions- und Präventionsmöglichkeiten beschäftigen möchte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Begriffsdefinitionen

1.1 Aggression und Gewalt – definitorische Klärung der Begriffe

1.2 Erscheinungsformen von Aggression

1.3 Was ist Aggressivität?

1.4 Zur Unterscheidung der Begriffe Gewalt und Aggression

2 Empirische Befunde zu Ausmaß und Entwicklung der Opfererfahrungen von Hamburger Schülern

3 Erklärungspositionen aggressiven Verhaltens

3.1 Triebtheorien nach FREUD und LORENZ

3.2 Frustrations-Aggressions-Theorie

3.3 Lernpsychologische Theorien

3.3.1 Klassisches Konditionieren

3.3.2 Operantes Konditionieren

3.3.3 Lernen am Modell

3.4 Motivationstheorie

3.4.1 Aggression als Zwangsgewalt

3.5 Soziologische Theorien

3.5.1 Subkulturtheorie

3.5.2 Etikettierungsansatz

3.5.3 Anomietheorie

3.5.4 Aggression als Folge sozialer Wandlungsprozesse

3.5.5 Anomie und Schule

3.5.6 Resümee aus den Theorien zur Entstehung von Aggression und Gewalt

4 Sozialisationsfelder

4.1 Persönliches

4.2 Familie

4.3 Peer Groups

4.4 Medien

4.5 Schule

5 Begriffsbestimmungen

5.1 Aggressionsintervention

5.2 Aggressionsprävention

6 Konzepte zur schulischen Aggressionsprävention

6.1 Schulumfassende Programme

6.1.1 SchiLF (Schulinterne Lehrerfortbildung zur Aggressionsprävention)

6.1.2 Interventionsprogramm nach OLWEUS

6.1.3 „Konflikte positiv lösen“ nach ZITZMANN

6.1.4 Das FAUSTLOS-Curriculum

6.2 Maßnahmen für Schüler und/oder Lehrer

6.2.1 „Soziales Lernen“ nach LERCHENMÜLLER

6.2.2 Mediation

6.3 Am Sozialraum orientierte Kinder- und Jugendarbeit

7 Resümee

8 Verallgemeinerung der Erkenntnisse und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die Erscheinungsformen, Bedingungen und Präventionsmodelle von Gewalt an Schulen, um Lehrkräften fundierte Ansätze für den Umgang mit aggressivem Verhalten zu liefern. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie es zu Aggression und Gewalt unter Schülern kommt und welche pädagogischen Konzepte effektiv zur Prävention und Intervention beitragen können.

  • Definition und Unterscheidung von Aggression, Gewalt und Aggressivität
  • Analyse von psychologischen und soziologischen Erklärungsmodellen
  • Untersuchung von Sozialisationsfeldern (Familie, Peer Groups, Medien, Schule)
  • Vorstellung und Bewertung konkreter Präventionsprogramme wie SchiLF, FAUSTLOS und Mediation

Auszug aus dem Buch

1.1 Aggression und Gewalt – definitorische Klärung der Begriffe

Einführend kläre ich den Begriff der Gewalt, da dieser in der Alltagssprache verbreiteter ist als der der Aggression und zudem häufig synonym verwendet wird.

Gewalt ist in der deutschen Sprache ein mehrdeutiger Begriff. Es wird damit das Recht oder die Macht über etwas bezeichnet. Historisch geht der Begriff auf das Verb „walten“ zurück, welches die ordnende und gestaltende Funktion einer Macht beschreibt. Gewaltenteilung als staatstheoretischer Begriff steht für die Aufteilung der Staatsgewalt zwischen Judikative, Exekutive und Legislative. Positive oder neutrale Assoziationen zum Begriff Gewalt oder walten wie Anwalt, Verwaltung, „Schalten und Walten“ oder auch „Gnade walten lassen“ werden zunehmend von negativen wie „rassistische Gewalt“, „Gewalt durch Unterlassung“, „Gewalt durch Linksterrorismus“ oder auch „Gewalt an Schulen“ verdrängt. Schwere Körperverletzung bis hin zum Mord ist das Alltagsverständnis von Gewalt. Häufig ließe sich statt Aggression auch Gewalt sagen. Insbesondere körperliche Formen von Aggression werden Gewalt genannt, andere Formen wie Ausgrenzen nicht. Verbale Gewalt führt nicht direkt zu sichtbaren Schädigungen, ist deswegen aber nicht weniger gefährlich. Aggression nonverbaler Form wie Mimik und Gestik werden weniger der Gewalt zugeordnet. Aggression ist also ein weiterer Begriff, Gewalt ein engerer.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umriss der Thematik Gewalt an Schulen sowie Darlegung der persönlichen Motivation und methodischen Vorgehensweise.

1 Begriffsdefinitionen: Wissenschaftliche Differenzierung der Begriffe Gewalt, Aggression und Aggressivität sowie Klärung ihrer Erscheinungsformen.

2 Empirische Befunde zu Ausmaß und Entwicklung der Opfererfahrungen von Hamburger Schülern: Darstellung von Studienergebnissen zur Gewalterfahrung und Kriminalitätsfurcht, um den Status quo zu beleuchten.

3 Erklärungspositionen aggressiven Verhaltens: Vorstellung zentraler psychologischer und soziologischer Theorien, die die Entstehung von Aggression erklären.

4 Sozialisationsfelder: Analyse der prägenden Einflüsse von Geschlecht, Familie, Peer Groups, Medien und Schule auf die Aggressionsentwicklung.

5 Begriffsbestimmungen: Abgrenzung und Definition von Interventions- und Präventionsmaßnahmen im pädagogischen Kontext.

6 Konzepte zur schulischen Aggressionsprävention: Praktische Vorstellung bewährter Programme wie SchiLF, Olweus, Faulstlos und Mediation zur Gewaltminderung.

7 Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse über die Entstehung und Prävention von Aggression an Schulen.

8 Verallgemeinerung der Erkenntnisse und Ausblick: Schlussfolgerungen für die Lehrerausbildung und die Notwendigkeit gesamtgesellschaftlicher Ansätze zur Gewaltprävention.

Schlüsselwörter

Aggression, Gewalt, Gewaltprävention, Schule, Pädagogik, Interventionsprogramm, Mobbing, Soziale Kompetenz, Erziehung, Konfliktlösung, Sozialisation, Mediation, SchiLF, Faustlos, Anomietheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen sowie den praktischen Präventionsmöglichkeiten von Gewalt und Aggression an Schulen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit umfasst Begriffsdefinitionen, empirische Daten zu Schüler-Opfererfahrungen, verschiedene Erklärungsmodelle für Gewalt sowie pädagogische Interventionskonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Ursachen von Aggression bei Schülern zu schaffen und daraus konkrete Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Examensarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender empirischer Studien (z.B. Hamburger Dunkelfeldstudie) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (psychologische/soziologische Theorien) und eine praxisorientierte Untersuchung verschiedener Präventionsprogramme im Schulalltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Aggression, Gewalt, Gewaltprävention, Schule, Erziehung, soziale Kompetenz, Mobbing und Konfliktlösung sind die zentralen Begriffe.

Warum ist die Trennung von Gewalt und Aggression laut der Autorin wichtig?

Die Trennung ist notwendig, da im wissenschaftlichen Sprachgebrauch Gewalt ein engerer, oft physischer Begriff ist, während Aggression ein breiteres Spektrum an Verhalten und Dispositionen umfasst.

Welche Rolle spielt das Lehrerverhalten in der Gewaltprävention?

Die Autorin betont, dass Lehrkräfte eine Vorbildfunktion einnehmen, ihre Rolle bei Etikettierungsprozessen reflektieren und aktiv eine positive Lehrer-Schüler-Beziehung aufbauen müssen.

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Details

Title
Gewalt in der Schule. Erscheinungsformen, Bedingungen und Präventionsmodelle
College
University of Hamburg
Grade
1,0
Author
Sonja Carstens (Author)
Publication Year
2007
Pages
108
Catalog Number
V124362
ISBN (eBook)
9783640294435
ISBN (Book)
9783640294558
Language
German
Tags
Gewalt Schule Mobbing Leaking Amok Prävention Präventionsmodelle Symptome Bedingungen Aggression Sozialisation Bullying Computerspiele Internet
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Carstens (Author), 2007, Gewalt in der Schule. Erscheinungsformen, Bedingungen und Präventionsmodelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124362
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