Diese Arbeit befasst sich mit Bartholome de las Casas und seinem Beitrag zur Entstehung unseres Völkerrechts mithilfe von Werken, die seine Person, sein Leben und seine eigenen Werke betreffen. Gemeinsam mit den heutigen Rechtsnormen wird diese Thematik behandelt.
In unserer Gegenwart werden Begrifflichkeiten wie „Verstoß gegen das Völkerrecht“ oder Organisationen wie der Internationale Strafgerichtshof oder die Blauhelme der Vereinten Nationen immer wieder in den Medien erwähnt. Sie spiegeln ein System und ein Gebilde, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten und sogar Jahrhunderten entwickelt hat. Unsere Gegenwart beruht auf einer Vergangenheit, die geprägt wird von Individuen, die durch ihre Handlungen und Entscheidungen oder auch Bestrebungen, ob positive, die der Welt und den Mitmenschen viel Freude brachten oder aus unserer Sicht erschreckend bösartige, welche noch nach Jahren und Generationen tiefe Trauer auslösen. Die „Entdeckung“ Amerikas, was zur Weltmacht USA führte, der Holocaust an den europäischen Juden und die damit verbundene Gründung Israels und somit der heutige Israel-Palästina Konflikt oder ein im Vergleich dazu ein „simpler“ Prager Fenstersturz, der einen Dreißigjährigen Krieg auslöste, die Folgen solcher Ereignisse reichen bis ins 21. Jahrhundert. In allen Teilen der Welt entstehen solche prägenden Ereignisse, die weitreichende Folgen haben und hatten.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Bartolome de las Casas: Kindheit, Familie und Bildungsweg
1.1 Bartolome de las Casas: der Kolonialist
1.2 Bartolome de las Casas` Entwicklung zum Kolonialkritiker: Auslöser
1.3 Bartolome de las Casas` Entwicklung zum Kolonialkritiker: Engagement
2.0 Bartolome de las Casas Einfluss in Bezug auf das heutige Völkerrecht
2.1 Einführung in das Völkerrecht: Der Begriff
2.2 Einführung in das Völkerrecht: Die Geschichte
3.0 Das aktuelle Völkerrecht
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben und Wirken von Bartolome de las Casas im Kontext der Entstehung des Völkerrechts. Dabei wird analysiert, wie seine Auseinandersetzung mit koloniales Herrschaftsstrukturen und sein darauffolgendes Engagement zur Verteidigung der indigenen Bevölkerung die Grundlagen für moderne menschenrechtliche Normen bereiteten.
- Biografie und Werdegang von Bartolome de las Casas
- Die moralische und ethische Entwicklung des Kolonialkritikers
- Der Einfluss von las Casas' Schriften auf frühneuzeitliche Rechtsvorstellungen
- Entwicklung und Definition des Völkerrechts
- Struktur und Gliederung des aktuellen Völkerrechts
Auszug aus dem Buch
1.2 Bartolome de las Casas’ Entwicklung zum Kolonialkritiker: Auslöser
Nach Las Casas Priesterweihe 1507 kehrte er zurück auf die Insel Hispaniola, distanzierte sich jedoch nicht von seinem kolonialherrschaftlichen Verhalten. Im Jahr 1510 brachten drei Mönche den Orden des Heiligen Dominikus auf die Insel. Die Dominikaner ordneten eine Anwesenheit zur Predigt an allen Sonn- und Feiertagen für die Indios an.
Die Adventspredigt von 1511 steht als wichtige Wende in der neuen Welt. Nachdem die Dominikaner einige Zeit hatten, sich in der Neuen Welt umzusehen und die dortigen Gesellschaftsstrukturen zu erfassen, stellten diese die Frage, woher sich die Siedler das Recht nehmen, sich Christen zu nennen. Sie stellten fest, dass lediglich der Tod verbunden mit der Exitus Beichte und der Absolution als christlich dargestellt wird. Folgendes wurde in der prägenden Adventspredigt von 1511 angesprochen:
„Ich bin die Stimme Christi in der Wüste dieser Insel. Diese Stimme sagt, daß ihr alle im Stande der Todsünde seid und ihr sterbt wegen eurer Grausamkeit und Tyrannei gegen jene unschuldigen Menschen. Sagt: Mit welchem Recht und welcher Gerechtigkeit haltet ihr diese Indios in einer so grausamen und schrecklichen Knechtschaft? [...] Wie tief ist der Schlaf eurer Lethargie! Seid gewiß: In dem Stand, indem ihr euch befindet, gibt es für euch ebenso wenig Erlösung [...] [wie die,] die den Glauben an Jesus Christus nicht haben und nicht haben wollen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Bartolome de las Casas: Kindheit, Familie und Bildungsweg: Dieses Kapitel zeichnet die Herkunft von las Casas und seine frühen Jahre in Spanien sowie seine ersten Erfahrungen in der Neuen Welt nach.
1.1 Bartolome de las Casas: der Kolonialist: Hier wird sein anfängliches Leben als Siedler und Encomendero auf Hispaniola beschrieben, das durch Konquistadoren-Logik geprägt war.
1.2 Bartolome de las Casas` Entwicklung zum Kolonialkritiker: Auslöser: Das Kapitel behandelt den entscheidenden Wendepunkt durch die Predigten der Dominikaner und die geistige Auseinandersetzung mit der Behandlung der Indios.
1.3 Bartolome de las Casas` Entwicklung zum Kolonialkritiker: Engagement: Die konkreten Bemühungen von las Casas am königlichen Hof zur Verbesserung der rechtlichen Lage der Indios stehen hier im Fokus.
2.0 Bartolome de las Casas Einfluss in Bezug auf das heutige Völkerrecht: Eine Brücke wird geschlagen zwischen dem historischen Wirken von las Casas und modernen menschenrechtlichen Ansprüchen.
2.1 Einführung in das Völkerrecht: Der Begriff: Es erfolgt eine terminologische Abgrenzung und Definition des Völkerrechtsbegriffs von der Antike bis in die Moderne.
2.2 Einführung in das Völkerrecht: Die Geschichte: Eine historische Einordnung der Völkerrechtsentwicklung unter Einbeziehung wichtiger Akteure wie Hugo Grotius.
3.0 Das aktuelle Völkerrecht: Die Arbeit schließt mit einer Systematisierung der aktuellen Aufgaben und Strukturen internationaler Organisationen wie der UNO.
Schlüsselwörter
Bartolome de las Casas, Völkerrecht, Kolonialkritik, Indios, Encomienda, Menschenrechte, Geschichte, Dominikanerorden, internationale Beziehungen, Rechtsnormen, Recht auf Leben, Tyrannei, Kolonialismus, Friedenssicherung, Vereinte Nationen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Leben und Wirken von Bartolome de las Casas und seinen weitreichenden Einfluss auf die historische Entwicklung des Völkerrechts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind koloniale Geschichte, das menschliche Verhalten gegenüber indigenen Kulturen, die Rolle der Kirche und die Entstehung rechtlicher Standards für das Zusammenleben von Völkern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bartolome de las Casas durch seine Wandlung vom Kolonialisten zum Kritiker die Basis für ein erstes Verständnis universeller Menschenrechte legte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische und analytische Literaturarbeit, die Primär- und Sekundärquellen auswertet, um den argumentativen Werdegang von las Casas zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biografische Aufarbeitung von las Casas, seine ethische Neuausrichtung und die theoretische Fundierung des modernen Völkerrechts sowie deren aktuelle institutionelle Umsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Völkerrecht, Bartolome de las Casas, Kolonialkritik, Menschenrechte und Encomienda sind die prägenden Begriffe.
Welche Bedeutung hatten die Predigten von 1511 für las Casas persönlich?
Sie stellten den entscheidenden moralischen Wendepunkt dar, der ihn dazu brachte, sein bisheriges Leben als Kolonialherr und Ausbeuter kritisch zu hinterfragen und sich schließlich gegen das System der Unterdrückung zu stellen.
Warum wird las Casas in dieser Arbeit mit dem modernen Völkerrecht in Verbindung gebracht?
Weil seine Argumente zur legalen und legitimen Stellung der Indios vor der spanischen Krone bereits Ansätze enthielten, die in späteren völkerrechtlichen Theorien und heutigen Menschenrechtskonventionen wiederzufinden sind.
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- Anonym (Autor:in), 2016, Bartholome de las Casas und sein Beitrag zur Entstehung des Völkerrechts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243632