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Die Broch-Forschung als Problem der Literaturwissenschaft

Eine kritische Analyse

Titel: Die Broch-Forschung als Problem der Literaturwissenschaft

Fachbuch , 18 Seiten

Autor:in: Dr. Karlheinz Gradl (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit unternimmt den Versuch, den Grundansatz der Brochschen Wertphilosophie in ihrer Eigenart als "Theologie" offenzulegen, um daran anschließend die Methodik einer Forschungsrichtung kritisch zu hinterfragen, die Brochs theoretische Schriften (auch im Hinblick auf sein literarisches Werk) als grundsätzlich bedeutsam einstuft.

An Beispielen kann aufgezeigt werden, wie durch die Verfahrensweise dieser Forschungsrichtung der Totalitäts- bzw. Wahrheitsanspruch Brochschen Denkens, auch und vor allem hinsichtlich seiner politischen Vorstellungen und Konzeptionen, permanent bestätigt bzw. affirmiert wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Problemstellung

II. Kritik der Brochschen Theologie in ihren Grundzügen

III. Kritik der Broch-Forschung in ihren Grundzügen

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die theoretischen Schriften von Hermann Broch sowie die literaturwissenschaftliche Rezeptionsgeschichte, die Brochs Denken oft unkritisch in einen religiös-metaphysischen Kontext stellt. Dabei wird im Kern die Forschungsfrage verfolgt, inwiefern Brochs Wertphilosophie und die daraus abgeleiteten gesellschaftspolitischen Forderungen in einer demokratischen Moderne anschlussfähig sind bzw. totalitäre Strukturen befördern.

  • Analyse der Brochschen „Theologie“ und deren Totalitätsanspruch.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der affirmativen Broch-Forschung.
  • Aufzeigen der Nähe von Brochs politischem Denken zu antidemokratischen Konzepten.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Säkularisierung und Wertphilosophie.
  • Hinterfragung der „totalen Demokratie“ als autoritäres Kontrollmodell.

Auszug aus dem Buch

I. Problemstellung

Mit seinen Romanen „Die Schlafwandler“ (1932) und „Der Tod des Vergil“ (1945) zählt Hermann Broch (1886-1951) zu den bekanntesten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts. Wenig bekannt ist dagegen sein umfangreiches theoretisches Werk, das erst nach seinem Tod im Rahmen der ersten Gesamtausgabe des Rhein-Verlags Zürich (1952-61) einem größeren Lesepublikum zugänglich gemacht wurde. In den Mittelpunkt des literaturwissenschaftlichen Interesses an Broch rückte damit auch die bereits im dritten Teil der Schlafwandler-Trilogie vorgelegte und in zahlreichen Essays weiterentwickelte Theorie vom Zerfall des für die europäische Zivilisation seit der Spätantike verbindlichen christlichen Weltbilds und des mit ihm verbundenen Wertesystems.

Bereits in der ersten Phase der Rezeptionsgeschichte, in den beiden ersten Jahrzehnten nach Brochs Tod, ist die argumentative Überzeugungskraft dieser Essays, insbesondere hinsichtlich ihrer Einbeziehung politischer und massenpsychologischer Fragestellungen, kritisch beurteilt worden. Aber erst in der 1970 erschienenen Tübinger Dissertation von Karl Menges wurden die Vorbehalte gegen Brochs theoretische Überlegungen einer fundierten erkenntniskritischen Analyse unterzogen. Menges konnte nachweisen, dass Brochs Wertphilosophie, insbesondere in ihrer Bezugnahme auf Autoritäten wie Descartes, Kant und Schopenhauer, weder überzeugend konzipiert noch argumentativ schlüssig begründet ist. Darüber hinaus aber kam er zu dem Ergebnis, dass Brochs im Wesentlichen konservativ geprägtes Weltbild im Kontext der „antidemokratischen Bewegung“ der Weimarer Republik anzusiedeln ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Problemstellung: Diese Einleitung skizziert die Rezeptionsgeschichte von Hermann Broch und führt in die zentrale Problemstellung ein, die das Verhältnis von Brochs theoretischem Werk zur demokratischen Moderne in den Fokus rückt.

II. Kritik der Brochschen Theologie in ihren Grundzügen: Dieses Kapitel dekonstruiert Brochs „Wertphilosophie“ als theologisch begründetes System, das einen totalitären Wahrheitsanspruch reklamiert und eine antidemokratische politische Haltung einnimmt.

III. Kritik der Broch-Forschung in ihren Grundzügen: Hier wird die affirmative Strategie der Broch-Forschung kritisiert, die den Autor in eine religiöse Aura rückt und eine ideologiekritische Auseinandersetzung mit seinem Werk systematisch umgeht.

IV. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die aktuelle Broch-Forschung durch die unkritische Übernahme von Brochs Denken eine Ideologisierung betreibt, statt sein Werk im Kontext einer säkularisierten Demokratie kritisch einzuordnen.

Schlüsselwörter

Hermann Broch, Broch-Forschung, Literaturwissenschaft, Wertphilosophie, Säkularisierung, antidemokratisches Denken, totale Demokratie, Kulturkritik, totalitäre Ordnungssysteme, Ideologiekritik, Massenpsychologie, Werterelativismus, christliches Weltbild, politische Philosophie, hermeneutisches Verstehen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine kritische Auseinandersetzung mit den theoretischen Schriften von Hermann Broch und zeigt auf, dass diese oft auf einem theologisch-reaktionären Weltbild basieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf Brochs Wertphilosophie, dem Verhältnis von Religion und moderner Demokratie, der Rolle des Literaturkritikers sowie den Gefahren totalitärer Strukturen im Denken Brochs.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die affirmative und oft unkritische Broch-Forschung zu hinterfragen und die ideologischen Implikationen von Brochs politischen Schriften aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine ideologiekritische sowie erkenntniskritische Analyse angewandt, die Brochs Theorieansätze an historischen und soziologischen Standards misst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Brochs Theologie, sein Verständnis der „Masse“, seine Nähe zu Carl Schmitt und die methodischen Mängel der modernen Broch-Forschung analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wertphilosophie, antidemokratisches Denken, Säkularisierung, Ideologiekritik und totale Demokratie.

In welchem politischen Kontext sieht der Autor Brochs Denken?

Der Autor verortet Brochs Denken im konservativ-antidemokratischen Umfeld der Weimarer Republik und sieht in seinen späten Schriften den Versuch, autoritäre Ordnungsmodelle unter dem Deckmantel der „totalen Demokratie“ zu etablieren.

Warum übt der Autor Kritik an der Broch-Forschung?

Der Autor bemängelt, dass die Forschung Broch oft immunisiert, als „Poeta Doctus“ idealisiert und dabei die kritische Distanz zu seinem politisch problematischen Weltbild verliert.

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Details

Titel
Die Broch-Forschung als Problem der Literaturwissenschaft
Untertitel
Eine kritische Analyse
Autor
Dr. Karlheinz Gradl (Autor:in)
Seiten
18
Katalognummer
V1243715
ISBN (PDF)
9783346652188
ISBN (Buch)
9783346652195
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Broch-Forschung Hermann Broch Broch Broch Forschung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Karlheinz Gradl (Autor:in), Die Broch-Forschung als Problem der Literaturwissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243715
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Leseprobe aus  18  Seiten
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