Sprache und Kommunikation im Sport und Sportunterricht

Formen und Funktionen sprachlichen Handelns im Sportunterricht


Seminararbeit, 2008

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Sprachhandeln im Sportunterricht

3. Formen und Funktionen des Sprachhandelns

4. Transkription

5. Verbesserung des Sprachverhaltens

6. Literatur

1. Einleitung

In der heutigen Gesellschaft hat Sprache zahlreiche Funktionen, die für verschiedene Lebensformen und Situationen eine große Bedeutung haben. Besonders im Sportunterricht kommt der Sprache und deren Absichten eine entscheidende Rolle zu, die es möglich macht innerhalb schwieriger Rahmenbedingungen, eine Kommunikation zwischen Lehrer und Schülern zu schaffen. Hier steht also das Sprachhandeln im Vordergrund. Deshalb lässt sich sagen, dass sprachliche Äußerungen im Sport im Gegensatz zu anderen Bereichen vorrangig die Aufgabe haben, Bewegungshandlungen sachbezogen zu initiieren und zu steuern. Neben der sachbezogenen Ebene gibt es auch die personen- bzw. beziehungszentrierte Ebene, bei der es speziell um individuelle Einstellungen und Interaktionen in der Mannschaft, zwischen Spielern und Trainern bzw. Lehrer und Schülern geht. Umfang, Art, Inhalt und Wirkung sind vier Merkmale sprachlicher Äußerungen (vgl. ILG/SIKORA 1982, 612).

Der Umfang beinhaltet Anzahl der Wörter z.B. Qualität und Quantität der Aussagen, Impulse wie Betonung bestimmter Wörter, die Dauer des Sprechens und die Menge der Lehrer und Schüleräußerungen.

Die Art sprachlicher Äußerungen bezieht sich auf die Lautstärke, den Dialekt und die Vortragsweise wie z.B. Einwortsätze, komplette Sätze, kurze Hinweise, Vorträge, Gespräche und Beschreibungen.

Beim Gebrauch sprachlicher Äußerungen wird ein bestimmter Inhalt übermittelt, der entweder auf die Sach- oder Beziehungsebene Bezug nimmt. Die Steuerung der Organisation ist im Sportunterricht die erste Funktion, die man als Lehrer in Betracht zieht. Daran schließt sich die Steuerung des motorischen Lernprozesses an, der wiederum in Belastungs- und Erholungsphasen regulierend vom Lehrer gesteuert wird. Daraus resultierende Korrekturen werden sowohl sach- als auch personenbezogen vom Lehrer vorgenommen. Eventuell entstehende Äußerungen im sozial-affektiven Bereich wie die Motivation, Konfliktregelung und erzieherische Maßnahmen werden abgedeckt. Des Weiteren findet eine Kenntnis-vermittlung außerhalb des motorischen Lernprozesses statt z.B. das Nachvollziehen und Verstehen verschiedenener Mannschaftstaktiken. Obwohl die Sprache des Lehrers klar, verständlich und informativ sein soll, sind oftmals überflüssige Füllwörter und Aussagen im Sprachhandeln zu beobachten. Diese gilt es zu vermeiden, damit die Tendenz zur Redundanz verringert und eine problemlose Kommunikation zwischen Lehrer und Schülern ermöglicht wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. Kommunikationsmodell(vgl.Christmann/Fago, 1987)

2. Sprachhandeln im Sportunterricht

Sprachliche Handlungen bringen immer Folgehandlungen mit sich. Die sprachlichen Äußerungen sind stets im Zusammenhang mit der jeweiligen Unterrichtssituation zu deuten. Besonders im Sportunterricht wird das Sprechen auf das Sprechhandeln des Sportlehrers reduziert, das wiederum bei den Schülern motorische Handlungen in Gang setzt. Wie in der Einleitung bereits erwähnt ist die Kommunikation im Sportunterricht teilweise problematisch. Es wurde empirisch nachgewiesen, dass Sportlehrer viel, schnell und undeutlich sprechen. Das liegt vermutlich überwiegend daran, dass sie aufgrund er begrenzten Zeit eine möglichst optimale Umsetzung anstreben. Dabei kommt es aufgrund von unpräzisen Aussagen dazu, dass Informationen bei Schülern falsch oder gar nicht ankommen. Ein weiteres Problem ist sicherlich die Akustik in der jeweiligen Sportstätte, die nicht unbedingt zur Kommunikation zwischen Lehrer und Schülern führt.

Lehrer nutzen ihre Sprache überwiegend für Organisation und Instruktion, wobei Bewegungsanweisungen und -vorschriften am häufigsten verwendet werden. Vorschläge zur Bewegungsausführung sowie Fehlerkorrekturen werden primär verbalisiert.

Es gibt fertige Sprachmuster für bestimmte Bewegungsabläufe, die für den Schüler bei der Bewegungsausführung von Bedeutung sind und auf Knotenpunkte der Bewegung verweisen z.B. „Kinn an die Brust“ bei der Vorwärtsrolle.

Im Gegensatz dazu stehen Erklärungen und Bewegungsaufgaben, die relativ selten im Sportunterricht sprachlich ausgeführt werden. Zumeist sind dies Ursachenerklärungen für das Zustandekommen von Fehlern (sach und-personenbezogen) und Erklärungen mit Hinweisen auf biomechanische Gesetzmäßigkeiten.

Anweisungen, Befehle und Floskeln seitens des Lehrers wiederholen sich im Verlauf des Unterrichts ständig wie z.B. „Loß Leute!“.

Auffällig ist weiterhin, dass oft Füllwörter und standardisierte Sprachmuster im Unterricht auftreten („Also echt“).

Ein häufig zu beobachtendes Phänomen ist der Konflikt, in dem der Lehrer steht. Zum einen die Tatsache, autoritär zu sein zum anderen die Angst, keine Autorität zu besitzen und sich in Frage stellen lassen zu müssen. Dies wird in der Diskrepanz zwischen dem was der Lehrer sagt, und dem, was er wirklich tut sichtbar. Obwohl sich der Lehrer häufig nicht an der Ausführung beteiligt, findet die Wir- Form Verwendung. Wie im folgenden Beispiel erläutert werden soll:

„Die Technik, die wir uns eben erarbeitet haben, wollen wir jetzt im Spiel anwenden.“ Das Problem, das sich hier ergibt, ist dass sich der Lehrer der Lerngruppe anschließt und der Eindruck erweckt werden soll, als wäre er ein integriertes Mitglied der Gruppe. Er vermeidet es, sich klar zu seiner Position zu bekennen, indem er die Floskel „wir wollen“ verwendet. Außerdem könnte man annehmen, dass ein Desinteresse von Seiten der Schüler besteht und er dies durch die Pluralverwendung zu vermeiden sucht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Sprache und Kommunikation im Sport und Sportunterricht
Untertitel
Formen und Funktionen sprachlichen Handelns im Sportunterricht
Hochschule
Freie Theologische Akademie  (Institut für Sportwissenschaften)
Veranstaltung
Sprache und Kommunikation in Sport und Sportunterricht
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
12
Katalognummer
V124377
ISBN (eBook)
9783640294497
Dateigröße
681 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprache, Kommunikation, Sport, Sportunterricht
Arbeit zitieren
Franziska Wandtke (Autor), 2008, Sprache und Kommunikation im Sport und Sportunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124377

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