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Das Rollenspiel als Vermittler von Multiperspektivität geschichtlicher Ereignisse. Spanischer Kolonialismus (11. Klasse Geschichte)

Title: Das Rollenspiel als Vermittler von Multiperspektivität geschichtlicher Ereignisse. Spanischer Kolonialismus (11. Klasse Geschichte)

Examination Thesis , 2014 , 43 Pages , Grade: 2,4

Autor:in: Jule Binanzer (Author)

Didactics - History
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In der vorliegenden Arbeit soll überprüft werden, ob die Methode des Rollenspiels geeignet ist, die Schülerinnen und Schüler des Geschichtskurses einer Oberstufe die Multiperspektivität geschichtlicher Ereignisse, sowie die Standortgebundenheit geschichtlicher Quellen erkennen zu lassen. Außerdem soll überprüft werden, ob positive Aspekte der Methode, wie beispielsweise die Steigerung der Motivation, auch in der Oberstufe zum Tragen kommen. Zur Auswertung dienen hierfür zum einen ein Fragebogen mit geschlossenen Fragen und der Filmmitschnitt des Rollenspiels.

Nach einer knappen Begriffsabgrenzung, der Darlegung der Planung und der Beschreibung der Durchführung des Rollenspiels, folgt in der Reflexion die exemplarische Auswertung der Feedbackbögen und eines Filmausschnittes, sowie die Reflexion der Umsetzung und Planung des Rollenspiels. Dem Fach Geschichte haftet das Stigma an, eintönig und wenig abwechslungsreich zu sein. Diese Gefahr eines methodisch wenig abwechslungsreichen Geschichtsunterrichts besteht tatsächlich vor allem in der Sekundarstufe II, fehlt es hier doch oft an Alternativen zu der Buch- und Textorientiertheit und den herkömmlichen Quellenverarbeitungsverfahren.

Um aber dem pädagogischen Anspruch gerecht zu werden, die SuS möglichst über verschiedene Lernkanäle (visuell, auditiv, haptisch) anzusprechen und den Unterricht so zu planen, dass die SuS selbstständig handelnd im Mittelpunkt des Geschehens stehen, bedarf es einer Pluralität an Methoden. In der Fachliteratur wird im Kontext handlungs- und erfahrungsorientierter Formen des Lernens das Rollenspiel häufig als die entscheidende alternative Methode zu dem sonst üblichen Unterrichtsgeschehen. Im Rahmen des betreuten Unterrichts habe ich zum Wahlmodul 5 „Spanischer Kolonialismus“ innerhalb der thematischen Einheit „Herrschaftspraxis in der Neuen Welt“ das Rollenspiel „Die Konferenz von Burgos“ konzipiert und mit den SuS durchgeführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Bemerkungen zum Rollenspiel im Geschichtsunterricht

3. Ausgangs- und Rahmenbedingungen der Lerngruppe

3.1 Beschreibung der Lerngruppe

3.2 Einbindung des Rollenspiels in den unterrichtlichen Zusammenhang

4. Planung des Vorhabens

4.1 Sachanalyse

4.2 Didaktische Überlegungen

4.3 Lernziele

4.4 Methodische Überlegungen

5. Die Vorbereitung und Durchführung des Rollenspiels

6. Reflexion

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Rollenspiels als Methode zur Vermittlung von Multiperspektivität im Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe anhand des Wahlmoduls "Spanischer Kolonialismus". Im Fokus steht dabei die Frage, ob szenische Darstellungen nicht nur die Motivation der Lernenden steigern, sondern auch einen effektiven Zugang zum tieferen Verständnis kontroverser historischer Debatten ermöglichen.

  • Einsatz und didaktischer Mehrwert des Rollenspiels in der Oberstufe
  • Analyse der spanischen Herrschaftspraxis in der "Neuen Welt"
  • Schulung historischen Fremdverstehens durch multiperspektivische Szenarien
  • Förderung der Motivation und Aktivierung der Lernenden
  • Reflexion der methodischen Umsetzung und planungsbedingter Herausforderungen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Dem Fach Geschichte haftet das Stigma an, eintönig und wenig abwechslungsreich zu sein. Diese Gefahr eines methodisch wenig abwechslungsreichen Geschichtsunterrichts besteht tatsächlich vor allem in der Sekundarstufe II, fehlt es hier doch oft an Alternativen zu der Buch- und Textorientiertheit und den herkömmlichen Quellenverabreitungsverfahren. Um aber dem pädagogischen Anspruch gerecht zu werden, die Schülerinnen und Schüler möglichst über verschiedene Lernkanäle (visuell, auditiv, haptisch) anzusprechen und den Unterricht so zu planen, dass die SuS selbstständig handelnd im Mittelpunkt des Geschehens stehen, bedarf es einer Pluralität an Methoden. In der Fachliteratur wird im Kontext handlungs- und erfahrungsorientierter Formen des Lernens das Rollenspiel häufig als die entscheidende alternative Methode zu dem sonst üblichen Unterricht gesehen. Es sei ein Mittel, mehr Freude, persönliches Engagement und Kreativität in die Schule zu bringen, so Rohlfes. Dehne führt weiter aus, dass Rollenspiele überdies den Unterricht lebendiger machen und starre Strukturen lockern würden. Ausserdem würden sich die SuS aktiver und interessierter am Unterrichtsgeschehen beteiligen und seien an den Inhalten interessierter.

Den Meinungen von Rohlfes und Dehne möchte ich mich in diesen Punkten anschließen, denn im Rahmen meiner Weiterbildung im Fach Darstellendes Spiel habe ich verschiedene Formen szenischer Darstellungen (Standbild, Stegreifszene, Rollenspiel u.a.) kennengelernt und konnte die positiven Folgen szenischer Darstellungen selbst erfahren. Dies war in erster Linie meine Motivation im Rahmen des eigenverantwortlichen Unterrichts in Klasse 6 und 8 die Methode szenischer Darstellungen mehrfach einzusetzen, wenn es den inhaltlichen Zielen diente und didaktisch begründet war. Die Erfahrungen haben mir gezeigt, dass die positiven Aspekte der Methode zum Tragen kommen und „[...] die Anschaulichkeit eines Rollenspiels die Einfühlung und gedankliche Durchdringung historischer Sachverhalte erleichtert und, durch Förderung der Produktivität und Selbsttätigkeit, eine weitaus intensivere Auseinandersetzung mit letzterem angeregt wird.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit methodischer Vielfalt im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe II und formuliert das Ziel, das Rollenspiel als Mittel zur Förderung von Motivation und Multiperspektivität kritisch zu prüfen.

2. Allgemeine Bemerkungen zum Rollenspiel im Geschichtsunterricht: Dieses Kapitel definiert das Rollenspiel in Abgrenzung zu anderen szenischen Darstellungsformen und erläutert dessen Bedeutung für die Schulung von Fremdverstehen als Prozesskompetenz.

3. Ausgangs- und Rahmenbedingungen der Lerngruppe: Hier wird der Geschichtskurs auf erhöhtem Niveau charakterisiert und die Einbettung des Rollenspiels in die konkrete Unterrichtssequenz zum spanischen Kolonialismus dargestellt.

4. Planung des Vorhabens: Das Kapitel liefert eine fachwissenschaftliche Sachanalyse zum Thema und operationalisiert didaktische Überlegungen sowie Lernziele für die geplante Unterrichtseinheit.

5. Die Vorbereitung und Durchführung des Rollenspiels: Der Abschnitt beschreibt den konkreten methodischen Ablauf der vorbereitenden Phasen sowie die Strukturierung der Konferenz von Burgos als zentrales Rollenspielereignis.

6. Reflexion: In der Reflexion werden die Ergebnisse der Schülerrückmeldungen sowie die eigene Planung evaluativ gewürdigt, um den Erfolg der Methode und notwendige Modifikationen für die Zukunft herauszuarbeiten.

7. Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendeten wissenschaftlichen Quellen, didaktischen Fachbücher und Internetressourcen auf, die für die Arbeit herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Rollenspiel, Geschichtsunterricht, Multiperspektivität, Oberstufe, Spanischer Kolonialismus, Handlungsorientierung, Fremdverstehen, Quellenanalyse, Motivationsförderung, Didaktik, Konferenz von Burgos, Encomienda-System, Herrschaftspraxis, Requerimiento, Geschichtsdidaktik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung und Wirksamkeit der Methode des Rollenspiels im Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe am Beispiel eines Unterrichtsversuchs zur spanischen Herrschaftspraxis in der "Neuen Welt".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die didaktische Einbindung von handlungsorientierten Methoden, die Vermittlung von multiperspektivischem Denken sowie das Spannungsfeld zwischen Herrschaftspraxis und Rechtfertigungsdiskursen im Zeitalter des Kolonialismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist zu untersuchen, ob das Rollenspiel geeignet ist, das historische Fremdverstehen zu schulen und ob die Methode auch in der Oberstufe signifikant zur Steigerung der Lernmotivation beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Konzeption und Durchführung eines Unterrichtsversuchs, der anschließend mittels Fragebögen (Feedbackbögen), Videoauswertung und didaktischer Reflexion qualitativ evaluiert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Planung, die detaillierte Beschreibung der praktischen Durchführung (Vorbereitung und Prozessablauf) sowie eine kritische Reflexion unter Einbeziehung von Schülerfeedback und Fachliteratur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Rollenspiel, Multiperspektivität, Handlungsorientierung, Konferenz von Burgos, Spanischer Kolonialismus und Sach- bzw. Werturteilskompetenz.

Wie gehen die Schüler mit dem Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit um?

Die SuS erarbeiten in ihren Rollen die Diskrepanz, indem sie einerseits die juristischen Begründungen ihrer historischen Figuren (z.B. durch das Requerimiento) anwenden und andererseits die praktischen Grausamkeiten im Encomienda-System reflektieren.

Welche Rolle spielte die Technik bei der Durchführung?

Die Dokumentation durch zwei Schüler mittels Kameraaufnahmen wurde von der Lehrkraft als motivationsfördernd bewertet, da sie für die nötige Ernsthaftigkeit sorgte und eine spätere Reflexion ermöglichte.

Warum wurde die Konferenz von Burgos als szenisches Thema gewählt?

Diese Konferenz bot eine ideale, historisch verbürgte Konflikt- und Entscheidungssituation, in der widerstreitende Interessen und Perspektiven verschiedener historischer Akteure authentisch gegeneinander verhandelt werden konnten.

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Details

Title
Das Rollenspiel als Vermittler von Multiperspektivität geschichtlicher Ereignisse. Spanischer Kolonialismus (11. Klasse Geschichte)
Grade
2,4
Author
Jule Binanzer (Author)
Publication Year
2014
Pages
43
Catalog Number
V1244066
ISBN (PDF)
9783346680037
ISBN (Book)
9783346680044
Language
German
Tags
Rollenspiel im Geschichtsunterricht Szenisches Spiel im Geschichtsunterricht Spanischer Kolonialismus Das Rollenspiel als Vermittler von Mulitperspektivität-eine probate Methode für die Oberstufe Herrschaftspraxis in der neuen Welt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jule Binanzer (Author), 2014, Das Rollenspiel als Vermittler von Multiperspektivität geschichtlicher Ereignisse. Spanischer Kolonialismus (11. Klasse Geschichte), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1244066
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