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Das ethnologische Interview in der Feldforschung

Title: Das ethnologische Interview in der Feldforschung

Term Paper , 2008 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katrin Haase (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

Die Feldforschung und die damit verbundene Methode der teilnehmenden Beobachtung ist das elementare Charakteristikum der Ethnologie.1 Die teilnehmende Beobachtung wiederum geht einher mit dem ethnologischen Interview, einer für die Ethnologie spezifischen Vorgehensweise des wissenschaftlichen Gesprächs. In meiner Abhandlung werde ich auf die Besonderheiten dieser Methode eingehen. Dabei werde ich sie in den Kontext anderer sozialwissenschaftlicher Interviewmethoden einordnen. Besondere Aufmerksamkeit gebührt den Fragen, inwiefern man allgemein gültige Regeln für die Durchführung des ethnologischen Interviews geltend machen kann und wie die Wissenschaftlichkeit dieser Methode zu rechtfertigen ist. Eines ist vorab zu klären: Es gibt keine Regeln, die immer und überall anwendbar sind. Das gilt erst recht für die Ethnologie, da sie von der Einmaligkeit der Forschungssituation geprägt ist. Ich stelle die These auf, dass es zu diesem Forschungsansatz keine vorgeschriebenen Regeln geben kann und dadurch die Vergleichbarkeit der Ergebnisse, die herausgefunden werden, und damit auch die Wissenschaftlichkeit der gewonnenen Kenntnisse, in Frage gestellt werden müssen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Symbiose Informant - Ethnologe

2. Das ethnologische Interview im wissenschaftlichen Kontext

3. Vorgehensweise beim ethnologischen Interview

4. Die potentiellen Fehlerquellen

4.1 Der Informant

4.2 Der Ethnologe

5. Das "ero-epische Gespräch"

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das ethnologische Interview als essenzielle Methode der Feldforschung und analysiert, wie trotz fehlender standardisierter Regeln die Wissenschaftlichkeit dieser qualitativen Vorgehensweise gewahrt werden kann.

  • Besonderheiten des ethnologischen Gesprächs im Vergleich zu anderen Methoden.
  • Die symbiotische Beziehung zwischen Ethnologe und Informant.
  • Herausforderungen und potenzielle Fehlerquellen in der Durchführung.
  • Die Bedeutung von Reflexion für die methodische Validität.
  • Das Konzept des „ero-epischen Gesprächs“ nach Roland Girtler.

Auszug aus dem Buch

1. Die Symbiose Informant - Ethnologe

Der Ethnologe sucht sich in seinem Forschungsgebiet, in dem er sich teilnehmend beobachtend aufhält, einen Hauptansprechpartner und erhebt diesen zum wesentlichen Untersuchungsobjekt. Beide treffen sich in regelmäßigen Abständen zum Gespräch. Dabei bauen sie eine sehr spezifische Beziehung untereinander auf, die es näher zu beleuchten Wert ist. Wichtig bei der Gesprächssituation im ethnologischen Interview ist es, dass die Partner als gleichberechtigt zu verstehen sind. Beide lenken das Gespräch, beide beeinflussen es gleichermaßen und tragen somit im selben Maße zum Ergebnis bei. Es ist sogar zu hinterfragen, ob sich wirklich der Ethnologe einen Informanten wählt oder ob der Informant nicht vielmehr den Ethnologen wählt.

Die Beziehung der Gesprächspartner ist symbiotisch zu verstehen, denn beide haben einen Mehrwert von den regelmäßigen Treffen: Der Ethnologe erhält durch seinen Informanten Einblicke in die zu erforschende Welt und profitiert von der Erfahrung, Meinung und Kenntnis des Informanten gegenüber seiner Gesellschaft. Doch auch die Gegenseite ist nicht zu unterschätzen. Der Informant kann ebenfalls in vielfältiger Weise aus der Forschungssituation schöpfen. Er erhält eine Bezahlung finanzieller, materieller oder ideeller Art und ist deswegen diese Beziehung freiwillig eingegangen. Diese Freiwilligkeit seitens der Interviewpartner ist Grundvoraussetzung, um adäquate Ergebnisse zu erhalten. Der Ethnologe kann für den Informanten interessante Einblicke in eine andere Welt bedeuten und auch ihm seine Welt näher bringen. Beide lernen dabei voneinander. Der Informant lernt, seine Wirklichkeit zu objektivieren und zu analysieren. Er wird sich vielleicht erstmals einiger Phänomene seiner Gesellschaft bewusst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Symbiose Informant - Ethnologe: Das Kapitel beschreibt das gleichberechtigte und symbiotische Beziehungsverhältnis zwischen Forscher und Informant, in dem beide Partner voneinander lernen und profitieren.

2. Das ethnologische Interview im wissenschaftlichen Kontext: Hier wird das ethnologische Interview von quantitativen Erhebungsmethoden abgegrenzt und als qualitatives Tiefeninterview innerhalb der Feldforschung verortet.

3. Vorgehensweise beim ethnologischen Interview: Es werden praktische Hinweise für die Durchführung gegeben, wobei der Fokus auf Flexibilität, dem Vermeiden von Pseudo-Gesprächen und der Anpassung an kulturelle Gepflogenheiten liegt.

4. Die potentiellen Fehlerquellen: Dieses Kapitel analysiert mögliche Verzerrungen durch den Informanten sowie Fehlinterpretationen durch den Ethnologen und betont die Notwendigkeit von Reflexion.

5. Das "ero-epische Gespräch": Der Autor diskutiert Roland Girtlers Konzept, das Fragen und Erzählen kunstvoll verknüpft, und stellt fest, dass es keine grundlegend neuen Regeln, sondern eine treffende Bezeichnung bietet.

6. Fazit: Das Fazit belegt, dass die Wissenschaftlichkeit der ethnologischen Forschung nicht durch Standardisierung, sondern durch die permanente Reflexion des Forschers und seines Vorgehens garantiert wird.

Schlüsselwörter

Ethnologie, Feldforschung, Ethnologisches Interview, Teilnehmende Beobachtung, Informant, Qualitatives Interview, Wissenschaftlichkeit, Reflexion, Ero-episches Gespräch, Sozialwissenschaften, Methodik, Datenanalyse, Tiefeninterview, Forschungsalltag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Fundierung des ethnologischen Interviews innerhalb der Feldforschung und der Frage, wie diese Form des wissenschaftlichen Gesprächs sinnvoll und nachvollziehbar durchgeführt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Beziehung zwischen Forscher und Befragtem, die Abgrenzung zu standardisierten Methoden, der Umgang mit Fehlerquellen und die Rechtfertigung der Wissenschaftlichkeit trotz fehlender starrer Regelwerke.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, ob es allgemein gültige Regeln für ethnologische Interviews geben kann und wie die Wissenschaftlichkeit der Methode angesichts ihrer Situationsgebundenheit begründet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse verschiedener ethnologischer Abhandlungen und reflektiert diese im Hinblick auf den praktischen Forschungsprozess und die methodische Validität.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Forscher-Informant-Beziehung, die Einordnung des Interviews im wissenschaftlichen Kontext, praktische Vorgehensweisen, Fehleranalysen und das Konzept des ero-epischen Gesprächs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Ethnologie, Feldforschung, Ethnologisches Interview, Reflexion, Validität und die Dynamik zwischen Nähe und Distanz im Forschungsgespräch.

Was unterscheidet das ethnologische Interview von journalistischen Befragungen?

Während journalistische Interviews auf schnelle, klare Informationen abzielen, strebt der Ethnologe ein tieferes Verständnis von sozialen und kulturellen Zusammenhängen an, das sich oft erst im Verlauf eines längeren Gesprächs entfaltet.

Warum ist eine "symbiotische Beziehung" für die Forschung wichtig?

Sie sorgt dafür, dass der Informant aus eigenem Interesse zur Qualität der Daten beiträgt und eine vertrauensvolle Basis geschaffen wird, die tiefere Einblicke jenseits oberflächlicher Antworten ermöglicht.

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Details

Title
Das ethnologische Interview in der Feldforschung
College
University of Leipzig
Course
Feldforschung
Grade
1,0
Author
Katrin Haase (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V124418
ISBN (eBook)
9783640296903
ISBN (Book)
9783640302413
Language
German
Tags
Interview Feldforschung Ethnologie ethnologisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Haase (Author), 2008, Das ethnologische Interview in der Feldforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124418
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