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Theodor W. Adornos "Typen musikalischen Verhaltens" im Vergleich zur "MedienNutzerTypologie" der ARD

Title: Theodor W. Adornos "Typen musikalischen Verhaltens" im Vergleich zur "MedienNutzerTypologie" der ARD

Term Paper , 2007 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katrin Haase (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Mit dem Aufkommen des Grammophons, des Radios und darauf folgender technischer Errungenschaften ergab sich im frühen 20. Jahrhundert eine völlig neue Situation des Musikerlebens. Erstmals war es möglich, Musik getrennt von der eigentlichen Aufführung und Entstehung zu hören – sowohl zeitlich als auch örtlich versetzt. Der Hörer musste nicht mehr ins Konzert gehen oder selber ein Instrument bedienen, um Musik zu erleben. Es war nun möglich, sich allein in sein Kämmerchen zu setzen, das Grammophon anzuschalten und vormals stattgefundene Inszenierung anzuhören. Wann man wollte, so oft man wollte. Eine solche Änderung des Kontextes und der Situation des Musikwahrnehmens bedeutet gleichzeitig verändertes Verhalten des Hörers. Das Musikhören nimmt neue soziologische Dimensionen an, es entwickeln sich Bedürfnisse, die den technischen Veränderungen entsprechen. An diesem Punkt möchte ich mit meiner Hausarbeit anknüpfen und betrachten, wie der Wissenschaftler Theodor W. Adorno das veränderte Hörverhalten eingeschätzt und daraus ableitend Hörer zu systematisieren versucht hat. Es bietet sich an, den Schwerpunkt auf ihn zu legen, da seine Typologie die Grundlage vieler anderer sich daraus entwickelnder Typologien von Hörerschaften ist. Adorno ordnet die Musikkonsumenten in „Typen musikalischen Verhaltens“1 im gleichnamigen Aufsatz. Diese Systematisierung bildet den Anfang einer bis heute nicht abschwellenden Diskussion über Hörtypologien im 20. Jahrhundert, mit denen man den Musikhörer in verschiedene Kategorien zu ordnen versucht. Dabei gibt es sehr unterschiedliche Herangehensweisen, Methoden und Absichten, wie und warum Hörverhalten erforscht wird. In meiner Hausarbeit beschränke ich mich auf den musiksoziologischen Ansatz von Adorno und werde seine Typologie mit der neuesten MedienNutzerTypologie der ARD vergleichen. Mein Ziel ist es nicht, die perfekte Systematisierung von Hörern zu entwickeln, sondern die Typologie von Adorno mit dem Abstand von über 45 Jahren zu betrachten, zu beurteilen und die Anwendbarkeit seiner Typologie auf die heutige Hörerschaft, vor allem im Radiobereich, abzuleiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Typologien

2. Theodor W. Adorno

3. Theodor W. Adornos „Typen musikalischen Verhaltens“

3.1 Der Experte

3.2 Der gute Zuhörer

3.3 Der Bildungshörer / Bildungskonsument

3.4 Der emotionale Hörer

3.5 Der Ressentiment-Hörer

3.6 Der Jazz-Experte / Jazz-fan

3.7 Der Unterhaltungshörer

3.8 Der musikalisch Gleichgültige / Unmusikalische / Antimusikalische

4. Kritische Betrachtung der Typologie

5. MedienNutzerTypologie der ARD

5.1 Junge Wilde

5.2 Zielstrebige Trendsetter

5.3 Unauffällige

5.4 Berufsorientierte

5.5 Aktiv Familienorientierte

5.6 Moderne Kulturorientierte

5.7 Häusliche

5.8 Vielseitig Interessierte

5.9 Kulturorientierte Traditionelle

5.10 Zurückgezogene

6. Vergleich der MedienNutzerTypologie der ARD mit Adornos „Typen musikalischen Verhaltens“

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht das von Theodor W. Adorno definierte Hörverhalten und vergleicht dessen Systematik mit der aktuellen MedienNutzerTypologie der ARD. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, inwieweit Adornos klassische Typologie unter Berücksichtigung des soziologischen Wandels heute noch anwendbar ist und welche Relevanz sie für die moderne Radiolandschaft besitzt.

  • Historische Einordnung des Musikhörens im 20. Jahrhundert
  • Detaillierte Analyse der acht Hörertypen nach Adorno
  • Kritische Reflexion der soziologischen Parameter und Prämissen Adornos
  • Vorstellung der MedienNutzerTypologie der ARD als zeitgemäßes Modell
  • Vergleichende Analyse der beiden Typologien zur Überprüfung ihrer aktuellen Bedeutung

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Experte

Der erste Typus, der Experte, bildet die Spitze der Typologie. Alle anderen Typen entwickeln sich immer weiter von diesem Typus weg. Er verkörpert für Adorno das erstrebenswerte gänzlich adäquate Hören. Der Experte sei der „voll bewußte Hörer, dem tendenziell nichts entgeht und der zugleich in jedem Augenblick über das Gehörte Rechenschaft sich ablegt“. Er sei fähig, vergangene, gegenwärtige und zukünftige Augenblicke der Musik zusammen zu hören, also strukturelle Zusammenhänge beim Hörprozess zu erfassen und die Logik des Stückes zu erkennen. Gleichzeitig Geschehendes wie Harmonik, Rhythmik, Dynamik etc. fasst der Experte wohl unterscheidend auf. Diese Fähigkeit nennt Adorno das strukturelle Hören. Er hört, indem er die technische Logik des Stückes nachvollzieht. Den Typus des Experten beschränkt Adorno auf den Kreis der Berufsmusiker, die gesamtgesellschaftlich betrachtet quantitativ kaum eine Rolle spielen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Typologien: Dieses Kapitel erläutert das Grundbedürfnis der Wissenschaft nach Ordnung und Klassifizierung und stellt historische Vorläufer der Hörtypologien vor.

2. Theodor W. Adorno: Hier wird der biographische Kontext des Wissenschaftlers beleuchtet, um die Entstehungsbedingungen seiner soziologischen Ansätze verständlich zu machen.

3. Theodor W. Adornos „Typen musikalischen Verhaltens“: In diesem zentralen Teil werden die acht von Adorno identifizierten Hörertypen im Detail charakterisiert, von Experten bis hin zu unmusikalischen Hörern.

4. Kritische Betrachtung der Typologie: Das Kapitel hinterfragt die wissenschaftliche Methodik Adornos, insbesondere die Verwendung subjektiver Parameter und die mangelnde empirische Untermauerung.

5. MedienNutzerTypologie der ARD: Vorstellung der aktuellen Segmentierung von Mediennutzern der ARD, basierend auf empirischen Daten und moderneren Unterscheidungskriterien.

6. Vergleich der MedienNutzerTypologie der ARD mit Adornos „Typen musikalischen Verhaltens“: Das abschließende Kapitel setzt beide Theorien zueinander in Bezug und kommt zu dem Schluss, dass Adornos Typologie heute kaum noch praktische Bedeutung für die Radiolandschaft hat.

Schlüsselwörter

Theodor W. Adorno, Hörtypologie, Musiksoziologie, MedienNutzerTypologie, ARD, strukturelles Hören, Medienverhalten, Musikhören, Radiohörer, Kulturindustrie, Sozialforschung, Typisierung, Musikrezeption, Hörerschaft, Gesellschaftsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht, wie sich das Hörverhalten von Musiknutzern über die Jahrzehnte verändert hat und wie verschiedene Ansätze – historisch und aktuell – versuchen, diese Hörer zu systematisieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der musiksoziologischen Theorie von Theodor W. Adorno und deren Gegenüberstellung mit modernen, datenbasierten Segmentierungsmodellen der ARD.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, die Anwendbarkeit von Adornos „Typen musikalischen Verhaltens“ auf die heutige Radiolandschaft und Hörerschaft zu beurteilen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine komparative Methode: Sie analysiert Adornos theoretisches Modell und vergleicht dessen Grundannahmen mit der empirischen MedienNutzerTypologie der ARD.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Adornos acht Hörertypen detailliert erläutert, anschließend kritisch hinterfragt und danach der zeitgenössischen ARD-Typologie gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Musiksoziologie, Hörertypologien, strukturelles Hören, Kulturindustrie und die Transformation der Mediennutzung in der modernen Gesellschaft.

Ist Adornos Klassifizierung heute noch praxisrelevant?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Adornos Kategorien heute im praktischen Bereich der Medienforschung kaum noch eine Rolle spielen, da sie auf anderen Annahmen und Methoden basieren.

Warum unterscheidet sich die ARD-Typologie von Adornos Ansatz?

Die ARD-Typologie basiert auf breiten, aktuellen empirischen Erhebungen und verzichtet im Gegensatz zu Adorno auf eine normative Wertung, was „richtiges“ oder „falsches“ Hören betrifft.

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Details

Title
Theodor W. Adornos "Typen musikalischen Verhaltens" im Vergleich zur "MedienNutzerTypologie" der ARD
College
University of Leipzig
Course
Hörkonzepte in der Musik des 20. Jahrhunderts
Grade
1,0
Author
Katrin Haase (Author)
Publication Year
2007
Pages
29
Catalog Number
V124419
ISBN (eBook)
9783640296910
ISBN (Book)
9783640302420
Language
German
Tags
Typen Verhaltens Vergleich MedienNutzerTypologie Hörkonzepte Musik Jahrhunderts Adorno Typologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Haase (Author), 2007, Theodor W. Adornos "Typen musikalischen Verhaltens" im Vergleich zur "MedienNutzerTypologie" der ARD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124419
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