Wie lassen sich junge LeistungssportlerInnen im Nachwuchsfußball trotz der Großzahl an äußeren Anreizen intrinsisch motivieren? Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Ursprung und die Entwicklung intrinsischer Motivation im Rahmen sportlicher Tätigkeit zu erläutern, um daraus letztlich konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis zu gewinnen.
Leistungsorientierte FußballspielerInnen im Jugendalter stehen oftmals zwischen zwei Extremen, da einerseits ein hoher Leistungsdruck herrscht und andererseits Kinder- und Jugendliche von Natur aus einen Drang zur Individualität und Exploration haben, welche aber im leistungsorientierten Sport oftmals zu kurz kommt. Diese Gegensätze lassen sich auch anhand der Motivationsformen betrachten. Einerseits liegen extrinsische Anreize vor, wie Prämien, hohe Gehälter im Profibereich, Prestige in der Gesellschaft oder die Erwartungshaltung von TrainerInnen und Angehörigen. Andererseits gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch starke intrinsische Anreize, wie Freude und Spaß an der Bewegung. In der Literatur wird zudem kontrovers diskutiert, inwiefern sich beide Formen der Motivation gegenseitig beeinflussen, also ob ein Korrumpierungseffekt vorliegt. Fakt ist, dass extrinsische Anreize nicht gänzlich aus dem Sport verschwinden können, intrinsische Motivation aber für die langfristige Entwicklung ein wichtiges Element ist und sogar dem Karriereabbruch entgegenwirken kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Themenrelevanz
1.2 Aufbau der wissenschaftlichen Arbeit
2 Allgemeine Grundlagen zur Motivation
2.1 Extrinsische Motivation
2.2 Intrinsische Motivation
2.2.1 Selbstbestimmungstheorie
2.2.2 Flow
2.2.3 Entstehung und Förderung von intrinsischer Motivation im Sportkontext
3 Handlungsempfehlungen für die Praxis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Möglichkeiten zur Förderung von intrinsischer Motivation bei jugendlichen Leistungssportlern, insbesondere im Nachwuchsfußball, um langfristige Leistungsfähigkeit und Freude am Sport zu sichern.
- Theoretische Abgrenzung von intrinsischer und extrinsischer Motivation
- Bedeutung der Selbstbestimmungstheorie und des Flow-Erlebens
- Einfluss von Feedback und Zielsetzung auf die Sportler
- Praktische Implementierung von Motivationsstrategien im Training
- Umgang mit extrinsischen Verstärkern im Leistungssport
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Flow
Die Flow-Theorie geht auf den Psychologen Mihalyi Csikszentmihalyi (1975, S.86) zurück und wurde wie folgt beschrieben:
“You are so involved in what you’re doing you aren’t thinking about yourself as separate from the immediate activity. You are no longer a participant observer, only a participant. You are moving in harmony with something else you are part of”
In seiner Untersuchung befragte Csikszentmihalyi „zweckfrei“ handelnde Menschen, wie Felskletterer oder Künstler, die ihrer Arbeit ausschließlich für das eigene Vergnügen nachgingen. Das beobachtete Phänomen gilt als ein Prototyp der intrinsischen Motivation, da auch hier die Tätigkeit und die positive Empfindung von zentraler Bedeutung sind (Schüler et al., 2020). Ferner noch wird Flow als „gänzlich intrinsisch motiviertes Engagement, bei dem Tätigkeiten um ihrer selbst willen ausgeführt werden“ beschrieben (Gabler, 2004a, S.13). Als primäre Eigenschaft wird das tiefe Involviertsein in einer Handlung beschrieben, die zu einer Verschmelzung von Bewusstsein und der ausgeübten Handlung führt (Brandstätter et al., 2018).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Motivationsforschung im Sport ein und definiert die Zielsetzung, Strategien zur Steigerung intrinsischer Motivation bei jugendlichen Fußballern im Leistungssport zu erarbeiten.
2 Allgemeine Grundlagen zur Motivation: Dieses Kapitel liefert ein theoretisches Fundament, indem es Motivation definiert, extrinsische von intrinsischer Motivation abgrenzt und zentrale Konzepte wie Selbstbestimmung und Flow erläutert.
3 Handlungsempfehlungen für die Praxis: Dieser Abschnitt überträgt die theoretischen Erkenntnisse in konkrete Anwendungsbeispiele für den Nachwuchsfußball, wie etwa individualisierte Trainingsansätze oder zielgerichtete Feedbackstrukturen.
Schlüsselwörter
Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Sportpsychologie, Leistungssport, Jugendfußball, Selbstbestimmungstheorie, Flow, Motivation, Training, Feedback, Zielsetzung, Attributionstraining, Kompetenzerleben, Autonomie, Leistungsdruck
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der sportpsychologischen Untersuchung der Motivation im Jugendleistungssport und der Frage, wie die intrinsische Motivation von Sportlern gefördert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Motivationsformen, die Anwendung der Selbstbestimmungstheorie, das Flow-Konzept und praktische Handlungsempfehlungen für das Training.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Ursprung und die Entwicklung intrinsischer Motivation im Sport zu erläutern, um daraus fundierte Handlungsempfehlungen für Trainer und Betreuer im Nachwuchsfußball abzuleiten.
Welche sportpsychologische Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Motivationsmodelle (wie die Selbstbestimmungstheorie) und leitet daraus qualitative Handlungsempfehlungen für das sportliche Praxistraining ab.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Motivationspsychologie dargelegt und anschließend die Entstehung sowie die praktische Förderung von intrinsischer Motivation im Wettkampfsport analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Intrinsische Motivation, Selbstbestimmungstheorie, Flow, Leistungsdruck, Jugendleistungssport, Training, Zielsetzung und Feedback.
Wie beeinflussen Trainer die intrinsische Motivation ihrer Spieler?
Trainer spielen eine entscheidende Rolle, indem sie ein Umfeld schaffen, das Kompetenzerleben und Autonomie fördert, Spielern Zielsetzungen ermöglicht und Feedback leistungskontingent und informativ gestaltet.
Warum ist der "Korrumpierungseffekt" im Sport relevant?
Der Korrumpierungseffekt beschreibt das Risiko, dass durch extrinsische Belohnungen die ursprünglich vorhandene intrinsische Motivation sinken kann, was insbesondere bei der Gestaltung von Trainingsanreizen beachtet werden sollte.
- Arbeit zitieren
- Leon Janitz (Autor:in), 2022, Entstehung und Förderung intrinsischer Motivation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1244285