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Ethische Grundprinzipien der Sozialen Arbeit in Zeiten von Corona

Auswirkungen auf das Kindeswohl und dessen Schutz

Titel: Ethische Grundprinzipien der Sozialen Arbeit in Zeiten von Corona

Hausarbeit , 2021 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Franziska Gansmeier (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit soll anhand ausgewählter ethischer Grundsätze der Sozialen Arbeit darstellen, ob und inwiefern es in ihrer praktischen Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen möglich ist, auch während der COVID-19-Pandemie die ihr zugrundeliegenden ethischen Prinzipien zu verwirklichen.

Seit im Frühjahr 2020 die COVID-19-Pandemie auch Deutschland erreichte, sorgen politische Maßnahmen, die im Rahmen des Infektionsschutzes dazu dienen sollen, insbesondere vulnerable Bevölkerungsgruppen zu schützen und das Gesundheitssystem vor einem drohenden Kollaps zu bewahren, für massive Veränderungen auf vielen Ebenen des alltäglichen Lebens.

In besonderem Maße trafen diese Einschränkungen die Gruppe der Kinder und jungen Menschen. In Bezug auf den Kinderschutz spielte die Soziale Arbeit vor dem Hintergrund ihres Schutzauftrags bereits vor der Coronakrise eine tragende Rolle, in der Praxis sieht sie sich aufgrund der pandemischen Lage jedoch mit erschwerten Bedingungen und neuen Herausforderungen konfrontiert. Einerseits haben sich die prekären Lebenskontexte ihrer Klientel durch die Krise womöglich noch verschärft, andererseits traten plötzlich neue Schwierigkeiten auf den Plan, wie etwa durch das Homeschooling. Zu erwähnen bleibt außerdem, dass auch die Soziale Arbeit selbst nicht von der Pandemie und ihren Auswirkungen unberührt bleibt, so führen die vorgeschriebenen Hygienekonzepte beispielsweise dazu, dass keine Soziale Gruppenarbeit stattfinden kann oder dass auf Hausbesuche möglichst verzichtet werden sollte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Bedeutung einer Ethik für die Soziale Arbeit

3 Der Begriff des Kindeswohls

4 Auswirkungen von Corona auf das Kindeswohl und dessen Schutz

4.1 Kindeswohlgefährdungen durch häusliche Gewalt

4.2 Das Problem der Schulschließungen

4.3 Der Verlust von Beteiligungs- und Teilhabemöglichkeiten

5 Achtung als ein Grundprinzip der Sozialen Arbeit

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand ausgewählter ethischer Grundsätze der Sozialen Arbeit, ob und inwiefern es Praktikern in der Kinder- und Jugendhilfe möglich ist, ihre Prinzipien trotz der erschwerten Bedingungen und pandemiebedingten Einflüsse der COVID-19-Krise aufrechtzuerhalten und umzusetzen.

  • Bedeutung der Berufsethik in der Sozialen Arbeit
  • Definition und rechtliche Einordnung des Kindeswohls
  • Kindeswohlgefährdung durch Pandemiemaßnahmen und häusliche Belastungssituationen
  • Herausforderungen durch Schulschließungen und Distanzlernen
  • Einschränkungen der Beteiligungs- und Teilhaberechte von Kindern und Jugendlichen

Auszug aus dem Buch

4.1 Kindeswohlgefährdungen durch häusliche Gewalt

Es ist unumstritten, dass das (Mit-)Erleben häuslicher Gewalt im familiären Kontext auf Kinder höchst negative Auswirkungen hat. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, ob es sich bei den Kindern um die direkten Opfer der gewalttätigen Übergriffe handelt, oder ob sie Zeugen körperlicher Auseinandersetzungen zwischen den Eltern bzw. den Erwachsenen im Haushalt werden (partnerschaftliche Gewalt). Beides beeinträchtigt sowohl die emotionale Entwicklung als auch die seelische Gesundheit von Kindern immens.16

Wie bereits erwähnt wurde, ergaben sich aus den staatlichen Coronamaßnahmen verschiedene Faktoren, die das friedliche Zusammenleben als Familie erschwerten und für Konfliktpotential im häuslichen Umfeld sorgten: der Alltag, der aufgrund von Homeschooling, Arbeiten im Homeoffice und die Schließung von Freizeitstätten für alle Haushaltsangehörigen plötzlich zum Großteil im Privaten stattfand und der psychische Stress, der sich für jeden Einzelnen aus den unterschiedlichen Aspekten der Krise ergab, wirkten sich in vielen Familien wenig förderlich auf den häuslichen Frieden aus. So ließen sich Konflikte häufig nicht vermeiden.

Da während der Lockdowns kaum Optionen bestanden, sich der belastenden Wohnsituation zu entziehen, wuchs mit zunehmender Dauer der Maßnahmen bei vielen der Frust und zog möglicherweise eine gereizte bis aggressive Grundstimmung innerhalb des Zuhauses nach sich. Herrscht im privaten Raum über einen längeren Zeitraum ein derartiges Klima, begünstigt dies nicht nur Streitigkeiten, sondern birgt auch die Gefahr, dass sich Auseinandersetzungen von der verbalen auf eine physische Ebene verlagern.1718Einige Wochen nach Einführung von Shutdown und Kontaktbeschränkungen war ein deutlicher Anstieg im Bereich familiärer Gewalt zu beobachten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass die COVID-19-Pandemie und staatliche Schutzmaßnahmen die Umsetzung ethischer Prinzipien in der Sozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen massiv erschwert haben.

2 Die Bedeutung einer Ethik für die Soziale Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die essentielle Rolle der Berufsethik als Orientierungsrahmen, der Sozialarbeiter bei der professionellen Unterstützung vulnerabler Menschen in Krisenzeiten leitet.

3 Der Begriff des Kindeswohls: Hier wird der komplexe Begriff des Kindeswohls im Kontext des Grundgesetzes und der UN-Kinderrechtskonvention definiert, wobei insbesondere auf das Schutzbedürfnis von Kindern hingewiesen wird.

4 Auswirkungen von Corona auf das Kindeswohl und dessen Schutz: Dieses Kapitel analysiert, wie die Pandemie die Lebenswelt von Familien belastet und den Schutzauftrag der staatlichen Jugendhilfe durch neue Arbeitsbedingungen sowie fehlende Kontrollinstanzen kompromittiert hat.

4.1 Kindeswohlgefährdungen durch häusliche Gewalt: Dieser Abschnitt thematisiert das erhöhte Konfliktpotential innerhalb der Familie aufgrund von räumlicher Enge und Stress, welches zu einem Anstieg familiärer Gewalt und zu Schwierigkeiten bei der Erreichbarkeit von Betroffenen führte.

4.2 Das Problem der Schulschließungen: Hier wird dargelegt, dass Schulschließungen nicht nur den Bildungserfolg gefährden, sondern Kinder sozialer Kontrolle sowie unterstützender Strukturen berauben, was besonders leistungsschwache Schüler benachteiligt.

4.3 Der Verlust von Beteiligungs- und Teilhabemöglichkeiten: Dieser Teil beschreibt die negativen Folgen der Vereinsamung und des Entzugs wichtiger Entwicklungsräume wie Sport- und Freizeiteinrichtungen für das Wohlbefinden junger Menschen.

5 Achtung als ein Grundprinzip der Sozialen Arbeit: Das Kapitel postuliert, dass die Achtung der Würde und Bedürfnisse von Kindern die zentrale Haltung für professionelles Handeln in der Jugendhilfe sein muss.

6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Kinder in der Pandemie politisch übergangen wurden und die Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession künftig lauter als Anwältin für die Belange junger Menschen auftreten muss.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Kindeswohl, Corona-Pandemie, Kinderschutz, Ethische Grundprinzipien, Kinderrechte, Häusliche Gewalt, Schulschließungen, Kinder- und Jugendhilfe, Vulnerable Gruppen, Partizipation, Teilhabe, Sozialarbeiterische Praxis, Menschenrechtsprofession, Krisenmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Anliegen dieser Hausarbeit?

Die Arbeit untersucht, ob die Einhaltung ethischer Grundprinzipien in der Sozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen innerhalb der Beschränkungen der COVID-19-Pandemie in der Praxis noch möglich war.

Welche Themenfelder stehen dabei besonders im Vordergrund?

Im Zentrum stehen der notwendige Kinderschutz, die rechtliche Definition des Kindeswohls und die Auswirkungen staatlicher Maßnahmen wie Lockdowns und Schulschließungen auf die Entwicklung von Kindern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu reflektieren, inwiefern der Schutzauftrag der Sozialen Arbeit durch pandemiebedingte Arbeitserschwernisse, digitale Hürden und den Wegfall physischer Kontakte im Vergleich zum ethischen Mandat der Profession unter Druck geraten ist.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine fachliche Analyse auf Basis geltender ethischer Kodizes der Sozialen Arbeit, rechtlicher Rahmenbedingungen wie der UN-Kinderrechtskonvention und aktueller Fachliteratur zu den Folgen der Corona-Krise.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet spezifische Krisenphänomene wie die Zunahme häuslicher Gewalt, die soziale Entkopplung durch Schulschließungen sowie den Verlust von Teilhabemöglichkeiten für junge Menschen.

Welcher Begriff ist für die Charakterisierung der Arbeit zentral?

Der Begriff der "Achtung" dient als zentrales ethisches Grundprinzip, welches die professionelle Grundhaltung gegenüber den Klienten als "würdevolle Subjekte" definieren soll.

Warum wird die Schule im Zusammenhang mit dem Kinderschutz als "Doppelfunktion" bezeichnet?

Die Schule dient einerseits als Bildungsort, fungiert aber andererseits als wichtige staatliche Kontrollinstanz, die bei Verhaltensauffälligkeiten oder Gewaltanzeichen das Kindeswohl durch das Lehrpersonal absichern kann.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin für die Zukunft?

Die Verfasserin fordert, dass die Soziale Arbeit künftig als Anwältin der Kinder vehementer gesellschaftspolitischen Einfluss nehmen muss, um zu verhindern, dass die Bedürfnisse junger Menschen in Krisenzeiten erneut hinter den allgemeinen Infektionsschutz zurückfallen.

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Details

Titel
Ethische Grundprinzipien der Sozialen Arbeit in Zeiten von Corona
Untertitel
Auswirkungen auf das Kindeswohl und dessen Schutz
Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Abt. München
Note
1,0
Autor
Franziska Gansmeier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1244289
ISBN (PDF)
9783346670243
ISBN (Buch)
9783346670250
Sprache
Deutsch
Schlagworte
COVID-19-Pandemie Sozialen Arbeit Kindeswohl
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Gansmeier (Autor:in), 2021, Ethische Grundprinzipien der Sozialen Arbeit in Zeiten von Corona, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1244289
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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