Wo liegen die Ursprünge des Märchens „Schneewittchen“ und wie groß ist der Einfluss der Gebrüder Grimm in der Bearbeitung des Märchens? Thematisiert wird ebenfalls der Veränderungsprozess des Märchens nach der Erstveröffentlichung der grimmschen Märchensammlung.
Im Laufe dieser Arbeit soll diesem Sachverhalt nachgegangen werden. Bei dem ersten Kapitel handelt es sich um eine Inhaltsbeschreibung der 1812 in der ersten Ausgabe der als Kinder- und Hausmärchen erschienenen Fassung des grimmschen Schneewittchen-Märchen. Anschließend thematisiert das zweite Kapitel die Ursprünge dieses Märchens und beleuchtet die verschiedenen Quellen der Brüder Grimm auf mündlicher, literarischer als auch historischer Ebene. Darauf anknüpfend, handelt das dritte Kapitel von dem Wandel des grimmschen Schneewittchen Märchen selbst und inwiefern sich dort ein Veränderungsprozess inhaltlicher als auch sprachlicher Art feststellen lässt. Zuletzt folgt ein zusammenfassendes und abschließendes Fazit.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Inhaltsbeschreibung
Ursprünge des Märchens
Wandel der Auflagen
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Märchen „Schneewittchen“ (KHM 53) der Brüder Grimm, wobei der Fokus auf den Ursprüngen der Erzählung sowie den inhaltlichen und sprachlichen Veränderungsprozessen zwischen der Erstausgabe von 1812 und späteren Fassungen liegt.
- Analyse der mündlichen, literarischen und historischen Quellen des Märchens
- Untersuchung der redaktionellen Bearbeitung durch Wilhelm Grimm
- Vergleich der Erstausgabe mit späteren Editionen hinsichtlich der Handlung
- Betrachtung sprachlicher und stilistischer Anpassungen zur Erziehungszwecken
- Diskussion der Etablierung des Stiefmutter-Motivs gegenüber der leiblichen Mutter
Auszug aus dem Buch
Ursprünge des Märchens
Die Märchen der grimmschen Märchensammlung stammen größtenteils aus mündlicher Überlieferung, denn die Brüder haben „sich so gut wie alle Märchen in ihrer Kasseler Wohnung erzählen lassen“ (Rölleke 2019, S.1) und teilweise aus schriftlichen Überlieferungen. Der gängige Mythos, dass die Märchen ausschließlich aus dem einfachem Volke gesammelt wurden, stimmt allerdings nicht, da es sich bei den Quellen der Märchen oftmals um Hochgebildete oder großbürgerliche Personen handelte (vgl. ebd. S.2). So auch in dem Beispiel des Märchen „Schneewittchen“, welches unteranderem auf den Erzähler Ferdinand Streber zurückgeht, einem geprüften Theologen, der sich dem Studium des Altdeutschen widmete (vgl. Bausinger 1980, S.50) und der Erzählerin Jeanette Hassenpflug, die aus einer „großbürgerlichen, hugenottischen Emigrantenfamilie“ (Rölleke 2019, S.2) stammt. Allerdings ist hierbei festzustellen, dass die Quellen und die Fassung der grimmschen Märchensammlung einige Unterschiede aufweisen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Märchens „Schneewittchen“ ein und legt die methodische Vorgehensweise sowie die Gliederung der Hausarbeit dar.
Inhaltsbeschreibung: In diesem Kapitel wird der inhaltliche Handlungsverlauf der 1812 erschienenen Erstfassung des Märchens prägnant wiedergegeben.
Ursprünge des Märchens: Dieser Abschnitt beleuchtet die vielfältigen mündlichen, literarischen sowie historischen Quellen, aus denen sich die Erzählung speist.
Wandel der Auflagen: Hier werden die strukturellen, inhaltlichen und sprachlichen Veränderungen analysiert, die das Märchen im Zuge der Überarbeitung zu einem sogenannten „Erziehungsbuch“ durchlief.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und betont die Rolle der Brüder Grimm bei der finalen Gestaltung des Märchens.
Schlüsselwörter
Schneewittchen, Brüder Grimm, Märchen, Erstausgabe, Erziehungsbuch, Quellenanalyse, Stiefmutter, Literaturgeschichte, Veränderungsprozess, Volksmärchen, Sprachwandel, Überlieferung, historischer Kontext, Handlung, Textvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursprüngen und der redaktionellen Entwicklung des Märchens „Schneewittchen“ der Brüder Grimm.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Im Zentrum stehen die Quellenforschung, die Veränderung der Märchenfiguren und die stilistische Anpassung der Texte über verschiedene Auflagen hinweg.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie und warum Wilhelm Grimm das Märchen nach der Erstveröffentlichung inhaltlich und sprachlich für ein kindliches Zielpublikum modifizierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine komparative Analyse verschiedener Märchenfassungen durchgeführt, untermauert durch den Rückgriff auf zeitgenössische Quellen und literaturwissenschaftliche Diskursbeiträge.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Inhaltsbeschreibung, eine Untersuchung der Quellen und eine detaillierte Analyse des textlichen Wandels zwischen den frühen und späteren Ausgaben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Schneewittchen, Grimms Märchen, Stiefmutter-Motiv, Quellenanalyse, Erziehungsbuch und Textgeschichte.
Warum wurde in der Fassung von 1819 die leibliche Mutter durch eine Stiefmutter ersetzt?
Diese Änderung erfolgte, um das Märchen eher als Erziehungslektüre zu etablieren, da die Rolle einer grausamen leiblichen Mutter als unvereinbar mit dem damaligen Idealbild der Fürsorglichkeit galt.
Welche Rolle spielten mündliche Quellen bei der Entstehung des Märchens?
Die Brüder Grimm nutzten Berichte von Erzählern wie Ferdinand Streber und Jeanette Hassenpflug, deren Fassungen jedoch von der späteren offiziellen Buchform abwichen.
Gibt es auch historische Vorbilder für Schneewittchen?
Ja, die Arbeit verweist auf das Schicksal der Gräfin Margaretha von Waldeck als mögliches narratives Vorbild für die Figur des Schneewittchens.
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- Anonym (Autor:in), 2021, Ursprung und Veränderungsprozess des Märchens "Schneewittchen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1244461