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Obszöner Humor im Briefwechsel zwischen Albrecht Achilles und Anna von Brandenburg (1474/75)

"Wir wöllen dir den pfeffer sparn biß heim"

Titel: Obszöner Humor im Briefwechsel zwischen Albrecht Achilles und Anna von Brandenburg (1474/75)

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2021 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alexander Fritz (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Briefwechsel zwischen Albrecht Achilles und seiner Ehefrau, Anna von Brandenburg, den das Ehepaar in den Jahren 1474/75 führte. Dabei werden insbesondere die darin durchgängig vorkommenden Derbheiten und Obszönitäten untersucht, um herauszufinden, ob es sich hierbei um einen heute nicht mehr ganz nachvollziehbaren spätmittelalterlichen Humor gehandelt haben könnte.

Die Beschäftigung mit Privatbriefen hilft, einen direkten Einblick in die sonst eher verschlossene mittelalterliche Gefühls- und Gedankenwelt zu gewinnen. Auch im Hinblick auf die immer populärer werdende Geschlechter- und Frauengeschichte bietet dieser Briefwechsel neue Perspektiven auf höfische Eheverhältnisse.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext

2.1 Albrecht Achilles und Anna von Brandenburg

2.2 Frauen und Ehe im spätmittelalterlichen Hochadel

3. Der Briefwechsel zwischen Anna und Albrecht

3.1 Chronologie und Umfang

3.2 Formale Analyse

3.2.1 Briefform

3.2.2 Anrede

3.2.3 Briefschluss

3.3 Inhaltliche Analyse

3.3.1 Emotionalität und Sorge

3.3.2 Obszönität und Derbheit in Albrechts Briefen

3.3.3 Humor in Annas Briefen

3.4 Einordnung in die Forschungsdiskussion

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den 26 Briefe umfassenden Korrespondenzaustausch zwischen Kurfürst Albrecht Achilles und seiner Ehefrau Anna von Brandenburg aus den Jahren 1474/75. Zentrales Ziel ist die Analyse der darin enthaltenen Derbheiten und Obszönitäten, um deren Funktion und Charakter als spätmittelalterlicher Humor zu bestimmen und zwischen den konkurrierenden Forschungsmeinungen einer "De-facto-Polygamie" oder reiner "verbalerotischer Unterhaltung" abzuwägen.

  • Analyse der historischen Rahmenbedingungen höfischer Ehen im Spätmittelalter.
  • Formale und inhaltliche Untersuchung der Korrespondenz zwischen Ehepartnern in Zeiten räumlicher Trennung.
  • Deutung der obszönen Metaphorik in Albrechts Briefen.
  • Vergleich der unterschiedlichen humoristischen Ausdrucksformen von Albrecht und Anna.
  • Einordnung in die aktuelle fachwissenschaftliche Debatte über das hochadelige Frauenzimmer und das Eheverständnis.

Auszug aus dem Buch

Obszönität und Derbheit in Albrechts Briefen

Von den acht überlieferten Briefen Albrechts enthalten fünf ausführlich-obszöne Bemerkungen.103 Diese „verbalerotische Kommunikation“104 initiiert Albrecht in seinem Brief vom 26. Dezember 1474105 und hält sie dann über den gesamten überlieferten Zeitraum des Briefwechsel bei. Lediglich zwei Ausnahmen sind zu verzeichnen: In Albrechts Brief vom 1. Januar 1475106 finden sich keine obszönen Bemerkungen, was aber am Sinn des Schreibens liegt: Der ungewöhnlich kurze Brief diente lediglich der kompakten Übermittlung von Sachinformationen. Albrecht berichtet in einem Satz über seine militärischen Erfolge und den weiteren Kriegsverlauf, gibt dann Mitteilungen über seine gute Gesundheit, die er daraufhin ebenfalls Anna und den Kindern wünscht, und erläutert schließlich die Bedeutung der zwei Münzen, die er dem Brief anhängte. Das zweite Schreiben ohne Obszönitäten ist der ebenfalls sehr kurze Brief Albrechts, in dem er über seien Genesung berichtet.107 Auch dieser Brief beinhaltet nur Sachinformationen. In Hinblick auf die Situation (seine Frau war außer sich vor Sorge), wäre es zudem unangebracht gewesen, Scherze zu reißen.

Dass es sich bei Albrechts Äußerungen tatsächlich um Scherze handelte, wird aus dem Kontext seiner Äußerungen ersichtlich. Albrecht beginnt seinen Brief vom 26. Dezember108 mit den üblichen Bekundungen der Freude über Annas Wohlergehen. Daraufhin berichtet er, dass er sehr dünn geworden sei und es auch nicht besser werden würde, da bereits alle von Anna geschickten Vögel verspeist worden seien. Folgend beginnt Albrecht das Thema, das den Rest des überlieferten Briefwechsels durchzieht:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Themenbereich des Briefwechsels zwischen Albrecht Achilles und Anna von Brandenburg ab und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der obszönen Inhalte.

2. Historischer Kontext: Hier werden die biografischen Daten des Kurfürstenpaares sowie die sozialen und juristischen Rahmenbedingungen der spätmittelalterlichen Adelsehe dargelegt.

3. Der Briefwechsel zwischen Anna und Albrecht: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil, in welchem die Korrespondenz hinsichtlich Chronologie, formaler Gestaltung, inhaltlicher Themen wie Sorge und Obszönität sowie innerhalb der Forschungsdiskussion detailliert untersucht wird.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und wertet das Verhältnis des Ehepaares trotz der derben Sprache als harmonisch, wobei der Humor als zeitgenössische Ausdrucksform gedeutet wird.

Schlüsselwörter

Briefwechsel, Albrecht Achilles, Anna von Brandenburg, Spätmittelalter, Adelsehe, Obszönität, verbalerotische Kommunikation, Humor, Frauenzimmer, Geschlechtergeschichte, Forschungskontroverse, Ehealltag, höfische Kultur, Quelleninterpretation, Kurfürstenpaar.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert einen erhaltenen Briefwechsel zwischen dem brandenburgischen Kurfürsten Albrecht Achilles und seiner Ehefrau Anna aus den Jahren 1474/75, wobei insbesondere der obszöne Humor ein zentraler Gegenstand der Untersuchung ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Neben der Familien- und Geschlechtergeschichte stehen die höfische Kommunikationskultur, die Bedeutung von Privatbriefen sowie die Interpretation erotischer bzw. derber Metaphorik im Spätmittelalter im Mittelpunkt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die in den Briefen vorkommenden Derbheiten und Obszönitäten als Anzeichen für ein instabiles Eheverhältnis oder gar eine "De-facto-Polygamie" zu deuten sind, oder ob es sich lediglich um einen heute fremden, zeitgenössischen Humor handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse, die formale Kriterien der Briefe, historische Kontextualisierung und den Vergleich mit der damaligen Forschungsliteratur kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse des Briefwechsels, eine inhaltliche Untersuchung der Kommunikation (Emotionalität und Sorge sowie obszöner Humor) und eine kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Forschungspositionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Briefwechsel, Adelsehe, Spätmittelalter, Obszönität, Hofkultur und Geschlechtergeschichte.

Welche Rolle spielt die Trennung des Kurfürstenpaares für den Inhalt der Briefe?

Die räumliche Trennung durch den burgundischen Krieg zwang das Paar zur Korrespondenz, wobei die Sehnsucht und die Sorge umeinander einerseits, sowie das Bemühen des Kurfürsten, seine Präsenz und Herrscherrolle durch obszöne Scherze aufrechtzuerhalten, andererseits prägend waren.

Wie unterscheidet sich der Humor von Albrecht von dem seiner Frau Anna?

Albrecht nutzt explizit derbe und obszöne Metaphern, während Anna in ihrer Antwort darauf eher subtil und zurückhaltend agiert, was auf ihre gesellschaftliche Rolle als Ehefrau und ihre tiefere religiöse Überzeugung während der Fastenzeit zurückzuführen ist.

Welche Bedeutung misst die Arbeit dem "Frauenzimmer" bei?

Das Frauenzimmer wird als erweiterte soziale Einheit verstanden, in die Albrecht seine erotischen Fantasien einbezog, wodurch die humoristische Schockwirkung verstärkt wurde, während Anna ihre Hofdamen teilweise aktiv in die Korrespondenz mit einband.

Warum wird Albrechts "Impotenz" als möglicher Interpretationspunkt genannt?

Der Autor diskutiert die Interpretation, dass der erlahmte "junge Albrecht" im Humor des Kurfürsten ein Zeichen von Impotenz sein könnte, die eine kompensatorische Funktion in seinen erotischen Fantasien einnahm, auch wenn die tatsächliche biologische Zeugungsfähigkeit dadurch nicht zwingend aufgehoben war.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Obszöner Humor im Briefwechsel zwischen Albrecht Achilles und Anna von Brandenburg (1474/75)
Untertitel
"Wir wöllen dir den pfeffer sparn biß heim"
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften)
Veranstaltung
Hauptseminar: Familie im Mittelalter
Note
1,3
Autor
Alexander Fritz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
22
Katalognummer
V1244583
ISBN (PDF)
9783346669612
ISBN (Buch)
9783346669629
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Briefe Mittelalter Albrecht von Brandenburg Anna von Sachsen Adel Geschlechtergeschichte Gender Humor Frauengeschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Fritz (Autor:in), 2021, Obszöner Humor im Briefwechsel zwischen Albrecht Achilles und Anna von Brandenburg (1474/75), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1244583
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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