Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage der romantischen Liebe in der „Lucinde“ von Friedrich Schlegel. 1799 in Berlin erschienen, rief dieser Roman einen Skandal hervor, da er eine neue und ethisch hohe Auffassung von Liebe und die Darstellung von Sexualität enthielt, die den damaligen Zeiten nicht entsprachen. Im Gegensatz zu den Einstellungen des 18. Jahrhunderts zur Liebe, die zwischen der körperlich-sinnlichen und der geistig-seelischen Verbindung von Mann und Frau unterschieden, betonte Schlegel gerade die Einheit sinnlicher und seelischer Liebe. Damit eröffnete er eine neue Epoche für die soziale Stellung der Frau. Vor der eigentlichen Analyse des Werkes wird in dem ersten Teil der Arbeit die Romantik als Epoche kurz beschrieben. Es wird auch genauer sowohl auf Schlegels Vorstellung über die Liebe als auch auf seine Theorie der Universalpoesie eingegangen. Der zweite Teil wird sich mit dem Roman selbst befassen: Es wird gezeigt, dass es sich in der „Lucinde“ um eine typisch romantische Liebe handelt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Theorie der romantischen Liebe
1.1. Romantik in Deutschland
1.2. Universalpoesie nach Fr. Schlegel
1.3 Ein Schlüsselroman
2. Das Ideal der romantischen Liebe am Beispiel der „Lucinde“
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Roman „Lucinde“ von Friedrich Schlegel als ein für die Romantik charakteristisches Werk zu analysieren und zu belegen, wie der Autor durch eine neue Auffassung von Liebe und Sexualität gesellschaftliche Normen seiner Zeit herausforderte.
- Romantische Liebe als Einheit von Sinnen- und Seelenliebe
- Die Theorie der Universalpoesie im Kontext der Jenaer Romantik
- Autobiographische Hintergründe und die Einordnung als Schlüsselroman
- Das veränderte Frauenbild der Frühromantik
- Die Rolle der Sexualität und der Sehnsucht innerhalb der romantischen Ehe
Auszug aus dem Buch
Das Ideal der romantischen Liebe am Beispiel der „Lucinde“
Die Ehe von Lucinde und Julius ist im Gegensatz zu der bürgerlichen Konventionsehe eine Vereinigung der Seelen- und Sinnenliebe, wobei der Partnet gleichzeitig verschiedene Rollen verkörpern kann: „Ja! Ich würde es für ein Märchen gehalten haben, dass es solche Freude gebe und solche Liebe, wie ich nun fühle, und eine solche Frau, die mir zugleich die zärtlichste Geliebte und die beste Gesellschaft wäre und auch eine vollkommene Freundin.“ 6 Die Gefühle der beiden verschmelzen und es gibt keine Grenzen mehr zwischen „deiner“ und „meiner“ Liebe, zwischen „deinen“ und „meinen“ Empfindungen: Die Liebenden werden zum Einen und die Liebe verweist auf eine ewige Einheit und Verbindung ihrer Geister: „Ich kann nicht mehr sagen, meine Liebe oder deine Liebe; beyde sind sich gleich und vollkommen Eins, so viel Liebe als Gegenliebe. Es ist Ehe, ewige Einheit und Verbindung unserer Geister, nicht bloß für das was wir diese oder jene Welt nennen, sondern für die eine wahre, untheilbare, namenlose, unendliche Welt, für unser ganzes ewiges Seyn und Leben“.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema der romantischen Liebe in Schlegels „Lucinde“ und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit.
1. Theorie der romantischen Liebe: Darstellung der historischen Entwicklung der Romantik, des Konzepts der Universalpoesie und der Charakterisierung des Werkes als Schlüsselroman.
2. Das Ideal der romantischen Liebe am Beispiel der „Lucinde“: Analyse der inhaltlichen Darstellung von Liebe, Sexualität und der neuen Rolle der Frau in der „Lucinde“.
Schlüsselwörter
Friedrich Schlegel, Lucinde, Romantik, Romantische Liebe, Universalpoesie, Schlüsselroman, Frühromantik, Seelenliebe, Sinnenliebe, Ehekonzept, Sehnsucht, Frauenbild, Sexualität, Jenaer Romantik, Autobiographie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Roman „Lucinde“ von Friedrich Schlegel unter dem Fokus, wie das Werk typische romantische Liebeskonzepte und gesellschaftliche Neuerungen widerspiegelt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Kernpunkten gehören das Bild der romantischen Ehe, die Verbindung von Geist und Sinnlichkeit sowie die Rolle der Frau in der Frühromantik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass „Lucinde“ ein für die Epoche der Romantik charakteristisches Werk ist, das bewusst mit Konventionen des 18. Jahrhunderts bricht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der sowohl historische Kontexte (Romantik-Epoche) als auch werkimmanente Interpretationen und autobiographische Hintergründe herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen über die Romantik und Universalpoesie sowie eine detaillierte Untersuchung der „Lucinde“ hinsichtlich ihres Ideals der absoluten Liebe.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Universalpoesie, das neue Frauenbild der Frühromantik sowie die Einheit von Seelen- und Sinnenliebe.
Inwiefern ist der Roman „Lucinde“ als Schlüsselroman zu verstehen?
Der Roman gilt als Schlüsselroman, da er stark autobiographisch geprägt ist und reale Persönlichkeiten wie Dorothea Veit in die fiktive Handlung einfließen lässt.
Welche Bedeutung hat das Motiv der „Sehnsucht“ in der Analyse?
Sehnsucht wird als ein für die Romantik typisches Merkmal identifiziert, das trotz der gefundenen Liebe zwischen Julius und Lucinde als permanenter Zustand präsent bleibt.
Wie bewertet der Autor das Frauenbild bei Schlegel?
Die Arbeit legt dar, dass Schlegel durch die ganzheitliche Betrachtung von Liebe der Frau ermöglicht, sowohl ihre geistigen als auch sinnlichen Persönlichkeitsanteile zu bewahren.
Was unterscheidet das Liebeskonzept in „Lucinde“ von der zeitgenössischen Auffassung?
Im Gegensatz zur bürgerlichen Ehe des 18. Jahrhunderts, die zwischen Körperlichkeit und Seelischem unterschied, postuliert Schlegel eine ungespaltene, vereinigende Liebe.
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- Kateryna Buzun (Author), 2007, Romantische Liebe in der "Lucinde" von Friedrich Schlegel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124493