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Analyse der UN-Politik der Administrationen Reagan, Bush sen. und Clinton unter der Fragestellung, ob die UNO als Instrument für US-Interessen benutzt wurde

Title: Analyse der UN-Politik der Administrationen Reagan, Bush sen. und Clinton unter der Fragestellung, ob die UNO als Instrument für US-Interessen benutzt wurde

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Magister Artium Frank Lutz (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Diese Arbeit soll sich mit dem schwierigen Verhältnis zwischen den Vereinten Nationen und den Vereinigten Staaten von Amerika befassen. Dieses schwierige Verhältnis besteht bereits seit der Gründung der UNO im Jahre 1945 und resultiert vor allem aus dem Konflikt, dass die UNO einerseits auf die USA angewiesen ist, da diese schon bei der UNO-Gründung eine herausragende Rolle gespielt hatten, die höchsten Beiträge aller Mitgliedsstaaten der Weltorganisation zahlen und in Sicherheitsfragen durch ihre militärische Stärke sowie durch die Machtverteilung im Sicherheitsrat einen unentbehrlichen Partner zur Durchsetzung von Friedensmissionen unter UNO-Mandat darstellen. Andererseits hatte für die USA die Durchsetzung eigener nationaler Interessen meist Vorrang. Dem gleich bleibenden Streben nach einer globalen Weltordnung unter US-Hegemonie („pax americana“) stehen dabei Erwartungen der amerikanischen Öffentlichkeit gegenüber, die sich im Laufe der Jahrzehnte mitunter wandelten.
Meine Arbeit greift eine bestimmte Zeitspanne aus der Geschichte der US-amerikanischen UN-Politik heraus, nämlich den Zeitraum von 1981 bis 2000, der die Präsidentschaften Ronald Reagans, George Bush seniors sowie William Clintons umfasst. Gewählt wurde dieser Zeitraum aus verschiedenen Gründen:
Den beiden republikanischen Präsidenten Reagan und Bush wird der Demokrat Clinton gegenüber gestellt, wodurch geprüft werden kann, ob die Außenpolitik demokratischer Regierungen tatsächlich multilateraler und UN-freundlicher ausgerichtet ist und ob sich daraus sogar ableiten lässt, dass demokratische Administrationen eher dazu geneigt sind, der UNO einen gewissen Akteursstatus zuzugestehen, während in der UN-Politik republikanischer Administrationen eher das Verständnis internationaler Organisationen als Instrument vorherrscht
In die Spätphase der Präsidentschaft Reagans sowie in die Präsidentschaft Bushs fällt mit dem Zusammenbruch des Ostblocks und dem daraus resultierenden Ende des Ost-West-Konflikts ein gravierender weltpolitischer Umbruch. Die Untersuchung der Auswirkungen dieses Umbruchs auf die amerikanische UN-Politik lässt auch einige Rückschlüsse allgemeiner Art auf den Einfluss systemischer Faktoren auf die Außenpolitik eines Staates zu. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Instrument, Forum und Akteur: Drei verschiedene Rollenmodelle internationaler Organisationen

1. Internationale Organisationen als Instrumente ihrer Mitglieder

2. Internationale Organisationen als Foren für Verhandlungen zwischen ihren Mitgliedern

3. Internationale Organisationen als selbständige Akteure in der Weltpolitik

4. Bedingungen für die Dominanz eines Rollenmodells

III. Die US-amerikanische UN-Politik von Reagan bis Clinton

1. Die Reagan-Ära

2. Die Bush-Ära

3. Die Clinton-Ära

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den USA und den Vereinten Nationen im Zeitraum von 1981 bis 2000 mit der zentralen Forschungsfrage, inwieweit die UNO in dieser Phase als Instrument zur Durchsetzung amerikanischer Interessen instrumentalisiert wurde.

  • Rollenmodelle internationaler Organisationen (Instrument, Forum, Akteur)
  • Analyse der UN-Politik der Administrationen Reagan, Bush sen. und Clinton
  • Einfluss systemischer Faktoren und innenpolitischer Rahmenbedingungen
  • Interdependenz zwischen US-Hegemonie und dem Akteursstatus der UNO

Auszug aus dem Buch

1. Internationale Organisationen als Instrumente ihrer Mitglieder

Die Sichtweise internationaler Organisationen als Instrument impliziert, dass diese von ihren Mitgliedern zur Verfolgung eigener Ziele benutzt werden. Das globale politische System wird dabei als anarchisch verstanden, Abmachungen seien unzuverlässig, da sie jederzeit gebrochen und kooperatives Verhalten damit bestraft werden könne. Eine internationale Organisation könne niemals mehr sein als die Summe ihrer Komponenten, also der Nationalstaaten oder im Falle von INGOs der durch sie jeweils repräsentierten Interessensgruppen. Die Gründung einer solchen Organisation bedeute nicht mehr, als “[that] a limited agreement has been reached upon an institutional form for multilateral conduct of state activity in a certain field“ (Myrdal 1955: 4f., zitiert nach: Archer 1992: 136). Diese These wird von einer empirischen Studie von McCormick und Kihl gestützt, die zu der Aussage führt, “[that] IGOs are used by nations primarily as selective instruments for gaining foreign policy objectives“ (McCormick/Kihl 1979: 502, zitiert nach: Archer 1992: 136)

Auf die UNO übertragen sei dieses Rollenmodell besonders in ihren Anfangsjahren bestimmend gewesen, in denen die UNO von den USA häufig als Instrument zur Durchsetzung nationaler Interessen benutzt worden sei. Die USA hätten sich dabei auf die breite Mehrheit ihrer Verbündeten in der Generalversammlung, bestehend aus westeuropäischen, lateinamerikanischen und Old Commonwealth-Staaten, stützen können. Grenzen hätten sich den USA dagegen häufig in Sicherheitsfragen durch das Veto der Sowjetunion gestellt. Durch die Unabhängigkeit vieler Kolonien, die Gründung der Bewegung der blockfreien Staaten, den daraus resultierenden neuen Mehrheitsverhältnissen im Sicherheitsrat, das selbstbewusste Auftreten des neuen Generalsekretärs Dag Hammarskjöld und nicht zuletzt Vetos im Sicherheitsrat auch von Frankreich und Großbritannien hätte sich die UNO in den 1950er Jahren zunehmend der US-Dominanz entziehen können. Verstärkt hätten sich auch andere Mitgliedsstaaten – wie die UdSSR und einige der Länder der damaligen Dritten Welt – darum bemüht, die UNO für die Durchsetzung ihrer eigenen Interessen zu benutzen, so dass Hammarskjöld bereits 1956 beschrieb, wie durch die Maschinerie der UNO und anderer internationaler Organisationen „regularized multilateral negotiation had been added as a new tool for politicians, a new instrument for governments, a new technique of diplomacy“ (Codier/Foote 1972: 661, zitiert nach: Archer 1992: 138).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung definiert das schwierige Verhältnis zwischen den USA und der UNO zwischen 1981 und 2000 und stellt die Forschungshypothese der Instrumentalisierung auf.

II. Instrument, Forum und Akteur: Drei verschiedene Rollenmodelle internationaler Organisationen: Dieses Kapitel erarbeitet den theoretischen Rahmen nach Clive Archer, um das Verhalten internationaler Organisationen zu klassifizieren.

III. Die US-amerikanische UN-Politik von Reagan bis Clinton: Hier wird die UN-Politik der drei US-Administrationen detailliert analysiert und auf die Instrumentalisierung durch die USA hin geprüft.

IV. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Tendenz zur Instrumentalisierung und schlägt ein viertes Rollenmodell vor.

Schlüsselwörter

Vereinte Nationen, UNO, USA, US-Außenpolitik, Instrumentalisierung, Multilateralismus, Reagan-Ära, Bush-Ära, Clinton-Ära, Sicherheitsrat, Friedensmissionen, internationale Organisationen, Hegemonie, Ost-West-Konflikt, Außenpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und der UNO über einen Zeitraum von 20 Jahren (1981–2000), insbesondere im Hinblick auf die US-amerikanische Einflussnahme.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Neben der theoretischen Einordnung internationaler Organisationen stehen die UN-Politik der Administrationen Reagan, Bush sen. und Clinton sowie die Rolle systemischer Faktoren im Mittelpunkt.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die zentrale Frage lautet, ob und inwiefern die UNO von den USA kontinuierlich oder zeitweise als Instrument zur Verfolgung nationaler Interessen benutzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Der Autor nutzt die Rollenmodelle von Clive Archer (Instrument, Forum, Akteur) als theoretische Basis, um die praktische Außenpolitik der USA empirisch zu bewerten.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Rollenkonzepte und eine detaillierte chronologische Aufarbeitung der UN-Politik unter den Präsidenten Reagan, Bush und Clinton.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Instrumentalisierung, Multilateralismus, US-Hegemonie und das Spannungsfeld zwischen nationalen Interessen und internationaler Verantwortung geprägt.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der US-Präsidenten auf die UNO?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass trotz unterschiedlicher Rhetorik der Präsidenten (z.B. Reagans "Morning in America" vs. Clintons "aggressive multilateralism") die tatsächliche UN-Politik der USA eine hohe Kontinuität in Richtung Instrumentalisierung aufwies.

Welches neue theoretische Rollenmodell schlägt der Autor im Fazit vor?

Im Schlusskapitel führt der Autor das Modell der "totalen Ignoranz" durch einen Mitgliedsstaat als viertes, wenngleich extremes und theoretisch unwahrscheinliches, Rollenmodell ein.

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Details

Title
Analyse der UN-Politik der Administrationen Reagan, Bush sen. und Clinton unter der Fragestellung, ob die UNO als Instrument für US-Interessen benutzt wurde
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Politikwissenschaft (II))
Course
Vereinte Nationen
Grade
1,3
Author
Magister Artium Frank Lutz (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V124504
ISBN (eBook)
9783640297382
ISBN (Book)
9783640302789
Language
German
Tags
Analyse UN-Politik Administrationen Reagan Bush Clinton Fragestellung Instrument US-Interessen Vereinte Nationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Frank Lutz (Author), 2005, Analyse der UN-Politik der Administrationen Reagan, Bush sen. und Clinton unter der Fragestellung, ob die UNO als Instrument für US-Interessen benutzt wurde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124504
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