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Der Mensch im Spannungsfeld dyadischer und individueller Organisation

Wie Bindungserfahrungen das Erwachsenenalter prägen

Titel: Der Mensch im Spannungsfeld dyadischer und individueller Organisation

Seminararbeit , 2015 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Hella Tschöke (Autor:in)

Psychologie - Sozialpsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit geht es um die Fragestellung, inwiefern Bindungserfahrungen, insbesondere die negativen, Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Lebens von Individuen haben. Dabei sollen vor allem psychologische Aspekte im Fokus stehen. Dazu muss zunächst erläutert werden, was unter Bindungen überhaupt zu verstehen ist und warum sie einen erheblichen Einfluss auf die physische sowie psychische Gesundheit haben. Welche Faktoren begünstigen Bindungsstörungen? In welchen Formen können Störungen auftreten und wie wirkt sich dieser Themenkomplex auf das Netzwerk von Individuen aus? Um diese Fragen wird es nach der Erläuterung der Basistheorie dieser Arbeit, der Bindungstheorie, gehen.

Es wird also darüber hinaus vor allem um die Folgen für Individuum und Gesellschaft gehen, wie etwa die soziale Integration und die subjektive Lebenszufriedenheit. Ein weiterer Teil wird sich mit der Anwendbarkeit der Bindungstheorie in der Medizin und Psychotherapie beschäftigen. Wie hängt beispielsweise die Psychosomatik mit den Bindungserfahrungen von Individuen zusammen? Oder die Palliativmedizin?

Letztendlich sollen die Konsequenzen für den Wohlfahrtsstaat und die Gesellschaft aufgezeigt werden: Wie kann der Staat mit den Auswirkungen unsicherer Bindungserfahrungen einzelner Individuen umgehen und vor allem in der Zukunft präventive Maßnahmen ergreifen, um seinen Bürger*innen eine bestmögliche Entwicklung zu ermöglichen und so zu einem gelingenden Leben und somit zu einer funktionierenden, glücklichen Gesellschaft beitragen? Um diese Frage zu beantworten, werden einige relevante Maßnahmen und bereits funktionierende Programme vorgestellt sowie eigene Schlussfolgerungen für die Zukunft angestellt.

In einem letzten Abschnitt wird noch einmal auf die aktuelle Relevanz der Bindungstheorie sowie auf die zurzeit bestehende Kritik gegenüber der selbigen eingegangen. Den Abschluss dieser Hausarbeit bildet ein Fazit, in dem auch auf zukünftige Forschungsaspekte eingegangen wird und noch einmal die Brücke des scheinbar sehr psychologischen Themas zum Wohlfahrtsstaat geschlagen wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen

2.1 Bindung

2.2 Bindungstheorie

3 Bindungsstörungen: Innere Arbeitsmodelle

3.1 Bindungsstörungen bei Erwachsenen

4 Folgen im Alter

4.1 Soziale Integration

4.2 Netzwerkressourcen

4.3 Subjektive Lebenszufriedenheit

5 Anwendung

5.1 Bindungstheorie und Psychosomatik

5.2 Palliativmedizin

6 Prävention

6.1 Präventionsprogramme für werdende Eltern

6.2 Sekundäre Bindungspersonen

6.3 In Adoleszenz Bindungsmuster bearbeiten

6.4 Feinfühligkeits- und Empathie Schulung bei Kindern

6.5 Safe-Programm

7 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen frühkindlicher Bindungserfahrungen auf das gesamte Leben von Individuen und beleuchtet deren Bedeutung für das psychische Wohlbefinden sowie gesellschaftliche Strukturen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie unsichere Bindungserfahrungen zu psychischen Störungen führen und welche Rolle staatliche Präventionsmaßnahmen spielen können, um eine gesunde Entwicklung und Teilhabe zu fördern.

  • Grundlagen der Bindungstheorie und innere Arbeitsmodelle
  • Langfristige Folgen negativer Bindungserfahrungen im Alter
  • Anwendung der Bindungstheorie in Psychosomatik und Palliativmedizin
  • Präventionsstrategien zur Förderung emotionaler Sicherheit

Auszug aus dem Buch

3 Bindungsstörungen: Innere Arbeitsmodelle

Da jedes Kind unterschiedliche Bindungserfahrungen macht, lassen sich diese idealtypisch zu verschiedenen Typen kategorisieren. Diese Typen werden von Fremmer-Bombik (Spangler & Zimmermann, 1995, S.109) als innere Arbeitsmodelle bezeichnet. Nachfolgend sollen die wichtigsten Bindungs-Typen dargestellt werden, um abschließend zu einer Gegenüberstellung der relevantesten Merkmale sicherer versus unsicherer Bindung zu gelangen.

Der 1. Bindungstyp bezeichnet den gesunden Typ - das sogenannte sichere innere Arbeitsmodell. Die Bindungsperson wird als sichere Basis wahrgenommen, von der aus die fremde Umgebung erkundet wird. Ist die Bindungsperson für kurze Zeit nicht anwesend, stellt dies kein Problem für das Kind dar, im Gegenteil: Es wird durch die Rückkehr der Bindungsperson in der Bindung bestärkt. Negative Gefühle werden in insgesamt positive gefühlsmäßige Erwartungen integriert. Im Erwachsenenalter wird der sichere Bindungstyp als autonom bezeichnet. Er zeichnet sich ebenfalls über einen guten Zugang zu den eigenen Gefühlen aus. Neben den beschriebenen positiven Bindungserfahrungen kann ein solcher Bindungstyp auch durch die Verarbeitung negativer Kindheitserlebnisse erfolgen (Fremmer-Bombik, 1995, S.114).

Den 2.Bindungstyp bezeichnet man als unsicher-ambivalentes Modell. Die Bindungsfigur wird von dem Kind als nicht berechenbar eingestuft, da ihr Verhalten inkonsistent und somit nicht vorhersagbar ist. Das Bindungssystem wird sehr schnell aktiviert, d.h. das Verhalten, welches das Kind normalerweise nur zeigt, wenn die Nähe zur Bindungsperson bedroht ist, wird sehr schnell gezeigt. Bei einer unsicher-ambivalenten Bindung zeigt sich dieses Verhalten allerdings schon vor einer Trennung von der Bindungsperson. Es kommt also zu einer chronischen Aktivierung des Bindungssystems, die wiederum zu einer Einschränkung des Erkundungsverhaltens führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Bindungserfahrungen für das Individuum und die Gesellschaft ein und skizziert die methodische Zielsetzung der Arbeit.

2 Definitionen: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe Bindung und Bindungstheorie sowie die biologische und emotionale Bedeutung der Mutter-Kind-Beziehung.

3 Bindungsstörungen: Innere Arbeitsmodelle: Hier werden verschiedene Bindungstypen und deren Einfluss auf die psychische Gesundheit, insbesondere bezogen auf Störungen im Erwachsenenalter, analysiert.

4 Folgen im Alter: Dieses Kapitel untersucht empirische Studien, die den Zusammenhang zwischen Bindungsrepräsentationen und sozialer Integration, Netzwerkressourcen sowie Lebenszufriedenheit bei älteren Menschen beleuchten.

5 Anwendung: Die praktische Relevanz der Bindungstheorie wird hier für die Bereiche Psychosomatik und Palliativmedizin diskutiert.

6 Prävention: Hier werden konkrete Interventions- und Präventionsprogramme vorgestellt, um die negativen Auswirkungen durch Bindungsstörungen frühzeitig zu adressieren.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die gesellschaftliche sowie politische Verantwortung in Bezug auf die psychische Gesundheit der Bürger.

Schlüsselwörter

Bindungstheorie, Bindungserfahrungen, Innere Arbeitsmodelle, Bindungsstörungen, Psychosomatik, Palliativmedizin, Soziale Integration, Lebenszufriedenheit, Prävention, Safe-Programm, Emotionale Entwicklung, Psychische Gesundheit, Wohlfahrtsstaat, Vater-Kind-Beziehung, Urvertrauen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die langfristigen Auswirkungen von frühkindlichen Bindungserfahrungen auf das psychische Wohlbefinden und die Lebensgestaltung von Individuen bis hin ins hohe Alter.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Themen umfassen die psychologischen Grundlagen der Bindungstheorie, die Auswirkungen unsicherer Bindungen, medizinische Anwendungsfelder sowie staatliche Präventionsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Bindungserfahrungen und Lebensqualität zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Institutionen präventiv fördern können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine literaturbasierte Seminararbeit, die psychologische Theorien und Erkenntnisse aus verschiedenen Studien zusammenführt und kritisch reflektiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Bindungstypen definiert, deren Folgen (z.B. Depressivität, soziale Integration) erläutert und die Anwendung in der Palliativpflege sowie Präventionsprogramme detailliert beschrieben.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die wichtigsten Schlagworte sind Bindungstheorie, Prävention, innere Arbeitsmodelle, psychische Gesundheit, Wohlfahrtsstaat und emotionale Entwicklung.

Welche Rolle spielt die Bindungstheorie in der Palliativmedizin?

Sie dient dazu, Patienten als psychophysische Einheit zu begreifen, bei denen Bindungssicherheit – auch durch transzendente Figuren oder spirituelle Konzepte – Ängste reduzieren kann.

Warum wird das Safe-Programm im Kapitel Prävention hervorgehoben?

Das Safe-Programm kombiniert gruppentherapeutische Maßnahmen mit Feinfühligkeitstraining und Video-Feedback, um bei werdenden Eltern präventiv auf Bindungsstörungen einzuwirken.

Welche Bedeutung haben "sekundäre Bindungspersonen"?

Sie stellen eine wichtige Schutzmaßnahme dar, um Kindern ein stabiles Umfeld zu bieten, falls die primäre elterliche Bindung durch Störungen oder Belastungen eingeschränkt ist.

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Details

Titel
Der Mensch im Spannungsfeld dyadischer und individueller Organisation
Untertitel
Wie Bindungserfahrungen das Erwachsenenalter prägen
Hochschule
Universität zu Köln  (WIRTSCHAFTS- UND SOZIALPSYCHOLOGIE)
Veranstaltung
Psychologie des Wohlfahrtsstaats
Note
1,7
Autor
Hella Tschöke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V1245047
ISBN (PDF)
9783346668615
ISBN (Buch)
9783346668622
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bindungstheorie Wohlfahrtsstaat Bindungsstörungen soziale Integration Netzwerkressourcen Psychosomatik Palliativmedizin Prävention
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hella Tschöke (Autor:in), 2015, Der Mensch im Spannungsfeld dyadischer und individueller Organisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245047
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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