„Jeder junge Mensch hat … ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und
individuelle Förderung.“ Es liegt in der besonderen Verantwortung der Lehrkräfte, gerade bei Kindern mit Lernbehinderungen individuelle Interessen durch den Unterricht zu wecken und die Lust am Fragen, Suchen und Entdecken, Lernen und Weiterlernen immer wieder neu anzuregen. Schüler und Schülerinnen mit Behinderungen müssen nach individuellen Bedürfnissen, mit großem Aufwand und besonderen Bemühungen, gefördert werden.
Auch Schwerstmehrfachbehinderte sind seit der Geburt aktive Menschen. Fühlend, greifend, lauschend, beobachtend, riechend und schmeckend erarbeiten sie sich Möglichkeiten, sich ihr persönliches Leben einzurichten.
In Integrationsklassen ist eine Öffnung des Unterrichts unabdingbar.
Integrativer Unterricht bedeutet für mich ein gemeinsames Lernen und Arbeiten behinderter und nicht-behinderter Kinder in Kooperation miteinander an gemeinsamen Inhalten, Themen und Gegenständen, auf ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau.
Im Folgenden werde ich versuchen, die Verwirklichung der Projektidee in Integration- und Förderklassen zu diskutieren. Dazu werde ich als Erstes die pädagogische Herausforderung aufführen, die die Schule und die Eltern an den Lehrkörper stellen, anschließend werde ich mehrere Autoren heranziehen, die sich mit der Projektidee auseinandergesetzt haben, um dann die Besonderheiten im Förderunterricht / in Integrationsklassen darzustellen. Dabei gehe ich auf den Aneignungsprozess, auf die Differenzierungsmöglichkeiten und auf die Reflexion des Sachgegenstandes ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Eltern und Institution Schule
3. Projektidee
4. Lernschwierigkeiten und Lernbehinderung
5. Besonderheiten im Förderunterricht/ Integrationsklassen unter dem Aspekt einer Lernbehinderung
6. Aneignungsprozess
7. Differenzierungsmöglichkeiten
8. Reflexion
9. Fazit
10. Literaturangabe
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Projektunterrichts als pädagogisches Instrument in Förder- und Integrationsklassen, um den individuellen Bedürfnissen lernbehinderter Schüler gerecht zu werden und echtes, handlungsorientiertes Lernen zu ermöglichen.
- Grundlagen der schulischen Integration
- Historische und theoretische Entwicklung der Projektidee
- Definition und Differenzierung von Lernschwierigkeiten und Lernbehinderung
- Methoden der Binnendifferenzierung im Unterricht
- Bedeutung der Metainteraktion und Reflexion im Lernprozess
Auszug aus dem Buch
3. Projektidee
„Projekt - ein schillernder, ein kontroverser Begriff, sowohl in der Alltagssprache als auch in der pädagogischen Fachsprache. Der eine hält Projekte für das pädagogische Nonplusultra, andere verdächtigen Projekte als Mittel der Systemveränderung oder sehen sie einfach als modernistische Übergangsentscheidung.“
Der Begriff des Projektunterrichts wurde um 1900 durch die amerikanischen Pragmatisten geprägt. John Dewey wird häufig als Vater der Projektmethode bezeichnet. Deweys Theorie der Erziehung bietet ein begriffliches Instrumentarium, das auch moderne Projektkonzepte zu fundieren vermag und zugleich einen Maßstab für die Beantwortung der Frage, wie Projektunterricht aussehen soll, bilden kann.
Er hatte die Auffassung, dass die Menschen über die praktischen Bedürfnisse und die Auseinandersetzung mit alltäglichen materiellen Schwierigkeiten zum Denken kommen: learning by doing. So werden auch Schüler sich mit Problemen auseinandersetzen, die ihren praktischen Bedürfnissen entsprechen, sofern man sie selbst urteilen lässt.
Später definierte Kilpatrick als Projekt „planvolles Handeln, von ganzem Herzen, das in sozialer Umgebung stattfindet“. Kilpatricks Definition liegt somit nicht weit von Pestalozzis Ansicht: „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“, entfernt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Recht auf Bildung und individuelle Förderung für alle Schüler und führt in die Notwendigkeit des integrativen Unterrichts ein.
2. Eltern und Institution Schule: Dieses Kapitel erörtert die rechtlichen Grundlagen und die vielfältigen Anforderungen, die eine gelungene schulische Integration an das Lehrpersonal und die Eltern stellt.
3. Projektidee: Es werden die theoretischen Wurzeln der Projektmethode (u.a. Dewey, Kilpatrick) sowie deren Bedeutung für handlungsorientiertes Lernen aufgezeigt.
4. Lernschwierigkeiten und Lernbehinderung: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Begriffsdefinitionen und die pädagogische Einordnung von Lernbehinderungen und Leistungsversagen.
5. Besonderheiten im Förderunterricht/ Integrationsklassen unter dem Aspekt einer Lernbehinderung: Hier wird die Problematik der "Verbesonderung" diskutiert und der Projektunterricht als Weg zu einer Kultur der Gemeinsamkeit dargestellt.
6. Aneignungsprozess: Das Kapitel befasst sich mit der kognitiven und emotionalen Erschließung von Lerngegenständen durch ganzheitliches Lernen.
7. Differenzierungsmöglichkeiten: Es werden didaktische und schulorganisatorische Ansätze zur Differenzierung erläutert, um trotz heterogener Voraussetzungen Lernerfolg zu ermöglichen.
8. Reflexion: Dieses Kapitel unterstreicht die Wichtigkeit der Metakognition und der gemeinsamen Überprüfung von Lernprozessen im Projektunterricht.
9. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Projektmethode ein essenzielles Werkzeug für den integrativen Unterricht ist, um Inklusion und Selbstbewusstsein zu fördern.
10. Literaturangabe: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Projektunterricht, Integrationsklassen, Lernbehinderung, Inklusion, Differenzierung, Ganzheitliches Lernen, Pädagogische Förderung, Handlungsorientierung, Schulentwicklung, Förderunterricht, Metainteraktion, Schulleistungsversagen, Selbstständigkeit, Kooperatives Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Umsetzung und Bedeutung des Projektunterrichts als notwendige Methode, um behinderte und nicht-behinderte Kinder in Integrationsklassen gemeinsam erfolgreich zu unterrichten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte der Integration, die verschiedenen Facetten von Lernbehinderungen, die Möglichkeiten der Differenzierung sowie die theoretischen Grundlagen der Projektpädagogik.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Projektunterricht dazu beitragen kann, den Bildungsauftrag in heterogenen Lerngruppen zu erfüllen und Schülern mit Lernbehinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse reformpädagogischer und sonderpädagogischer Ansätze, insbesondere unter Rückgriff auf Dewey, Kilpatrick und Frey.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Lernschwierigkeiten, die spezifischen Anforderungen an die Integration, die methodischen Ansätze zur Differenzierung sowie den Aneignungsprozess im Projektunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Inklusion, Projektmethode, Binnendifferenzierung, Ganzheitlichkeit und Förderunterricht charakterisiert.
Warum ist die Rolle der Eltern laut der Arbeit so zwiespältig?
Die Arbeit stellt dar, dass Eltern oft zwischen dem Wunsch nach konventionellen schulischen Erfolgen für ihr Kind und der Erkenntnis schwanken, dass das Kind gemäß seiner individuellen Möglichkeiten statt nach generalisierten Normen gefördert werden sollte.
Welchen Stellenwert nimmt die Reflexion im Projektunterricht ein?
Die Reflexion ist laut der Arbeit für lernbehinderte Schüler von zentraler Bedeutung, da erst durch das bewusste Nachdenken über Planung, Durchführung und Fehler aus einfachem "Tun" ein nachhaltiger Bildungsprozess entsteht.
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- Anne Klein (Author), 2009, Projektunterricht in Förder- und Integrationsklassen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124514