Welche Qualifikationen im Skill- und Grade Mix führen im akutmedizinischen Setting zu einer optimalen Teamzusammensetzung und welche Bedeutung hat dies für den Patienten und die gewandelte Pflegekultur?
Ziel der Arbeit ist es, anhand des Vergleiches zwischen Deutschland und der Schweiz Chancen und Herausforderungen aufzuzeigen und zu erarbeiten, wie diese das Bewusstsein des Gesundheitssektors verändern können.
Im Rahmen der Covid Pandemie, der daraus resultierenden rasant ansteigenden Patientenzahl und der ungenügenden Personalsituation wurde in kürzester Zeit deutschlandweit das Konzept zum Skill and Grade Mix eingeführt. Neue Berufszweige etablierten sich auf den Intensivstationen. So wurden provisorisch Flugbegleiter und Hotelfachangestellte zu Serviceassistenten, Rettungssanitäter und Speditionspersonal zu Transporteuren und Boten sowie Freiwillige der Normalstationen zu Pflegeassistenten. Mitarbeiterkompetenzen wurden nicht systematisch erfasst, was zur Folge hatte, dass jede Person seine Grenzen nach Besten wissen selbst stecken musste. Dies wiederum führte teilweise zu Patienten gefährdeten Situationen aufgrund von Unter- oder Überschätzung seines eigenverantwortlichen Könnens.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Motiv der Themenwahl
1.3 Fragestellung und Ziel
1.4 Inhaltliche Abgrenzungen
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Zentrale Begriffe
2.1.1 Skill- und Grade Mix
2.1.2 Der Qualifikationsmix
2.1.3 Definition Kompetenzen
2.2 Das Dreyfuss Modell
3. Methodik
3.1 Literaturrecherche
3.2 Studienauswahl
3.2.1 Ergebnisse der Studien
4. Teamzusammensetzung
4.1 Deutschland
4.2 Schweiz
4.3 Herausforderungen
5. Kritik
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung und Auswirkungen des Skill- und Grade-Mix-Konzepts in der Intensivpflege, um auf Basis eines Vergleichs zwischen Deutschland und der Schweiz eine optimale Teamzusammensetzung sowie deren Bedeutung für die Pflegekultur und Patientensicherheit zu identifizieren.
- Grundlagen des Skill- und Grade-Mix sowie des Qualifikationsmixes
- Anwendung des Dreyfuss-Modells zur Kompetenzentwicklung
- Vergleich der Implementierungsstrategien in Deutschland und der Schweiz
- Analyse von Chancen und Herausforderungen für das Gesundheitssystem
- Bedeutung der Teamzusammensetzung für die Pflegequalität und Patientenoutcome
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Nicht zuletzt durch die Einführung der DRG`s (Diagnosis Related Groups, übersetzt: Diagnosebezogene Fallgruppen, die ein Klassifikationssystem zur pauschalisierten Abrechnung beschreiben), müssen Abläufe und Prozesse drastisch komprimiert werden, um in vorgeschriebener Zeit mehr Leistung abzuverlangen. Massiver Druck und Stellenabbau der Personalsituation ist die Folge. Traditionierte Pflegeorganisationssysteme befinden sich im Wandel. So wie auch die beinhaltende Thematik, dass jede Pflegekraft gleichgestellt ist und für alles Zuständigkeit und Verantwortlichkeit besitzt. Dies führt in der beruflichen Praxis oft zu einem unangemessenen Einsatz spezieller Fähigkeiten beziehungsweise zur Inflexibilität der effizienten Arbeitsleistung.
Als allgemeines Beispiel der eben benannten Ressourcenverschwendung spiegelt die Schnittstelle zwischen Entlassung und Neuaufnahme. Ein Patient muss aus der Not heraus verlegt werden, um Platz für einen neuen Notfall zu machen. Der Bettplatz muss aufbereitet, sprich desinfiziert und bestückt, werden. Administrative Tätigkeiten und Angehörigenarbeit (Information, Gespräch) müssen synchron gesteuert werden. Pflegeprozesse oder Clinical Pathways werden unterbrochen und die Messung von Pflegequalität sowie Patientenoutcome sind erschwert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Kostendrucks, des demografischen Wandels und der Notwendigkeit einer Veränderungsstrategie in Form des Skill- und Grade-Mixes ein.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten wie Skill- und Grade-Mix, Qualifikationsmix sowie das Dreyfuss-Stufenmodell zur Kompetenzentwicklung definiert und erläutert.
3. Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das Vorgehen mittels systematischer Literaturrecherche in Datenbanken sowie die Auswahl und Analyse relevanter quantitativer Review-Studien.
4. Teamzusammensetzung: Dieser Hauptteil vergleicht die nationale Umsetzung des Konzepts in Deutschland und der Schweiz und beleuchtet die spezifischen Herausforderungen innerhalb der Pflegeteams.
5. Kritik: Das Kapitel betrachtet kritisch die Auswirkungen der Ökonomisierung und die drohenden Gefahren für die Pflegequalität bei einer einseitigen Verlagerung von Tätigkeiten auf minderqualifiziertes Personal.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer patientenorientierten und versorgungsqualitativen Einführung des Konzepts.
Schlüsselwörter
Skill- und Grade-Mix, Qualifikationsmix, Intensivpflege, Pflegequalität, Kompetenzentwicklung, Dreyfuss-Modell, Patientenversorgung, Personalmanagement, Teamzusammensetzung, Gesundheitsökonomie, Deutschland, Schweiz, Pflegemanagement, Patientenoutcome, Pflegekultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Einführung und die Auswirkungen von Skill- und Grade-Mix-Modellen in der Intensivpflege als Strategie zur Anpassung an den ökonomischen Druck und Fachkräftemangel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Neugestaltung von pflegerischen Aufgabenbereichen, die interprofessionelle Teamarbeit sowie der Einfluss der Mitarbeiterqualifizierung auf die Patientensicherheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, durch einen Vergleich zwischen Deutschland und der Schweiz Chancen und Herausforderungen aufzuzeigen und zu analysieren, welche Qualifikationen für eine optimale Teamzusammensetzung notwendig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in Datenbanken wie PubMed und Google Scholar durchgeführt, ergänzt durch eine Analyse quantitativer Studien nach dem PICO-Schema.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der konkreten Teamzusammensetzung, den länderspezifischen Vorgehensweisen und den daraus resultierenden Herausforderungen für die Pflegekultur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Skill- und Grade-Mix, Intensivpflege, Pflegequalität, Kompetenzentwicklung und Patientenoutcome geprägt.
Wie unterscheidet sich die Umsetzung in der Schweiz von der in Deutschland?
Während in der Schweiz bereits etablierte Modelle wie das PAP-Modell existieren und klare Kompetenzprofile (z. B. Pflegeexperten) definiert sind, befindet sich Deutschland in einer noch jungen Phase der Akutimplementierung mit Diskussionsbedarf bezüglich der Qualifikationstrennung.
Warum wird das Dreyfuss-Modell im theoretischen Teil aufgeführt?
Das Modell dient dazu, den stufenweisen pflegerischen Kompetenzerwerb vom Anfänger zum Experten abzubilden, was die Grundlage für das Verständnis der Zuweisung von Verantwortlichkeiten innerhalb eines Pflegeteams bildet.
Welche Gefahr sieht die Autorin bei der Umsetzung des Konzepts?
Die Autorin äußert die Sorge, dass flache Hierarchien zugunsten rein ökonomischer Einsparziele gefährdet werden könnten, indem ungeliebte Aufgaben einseitig auf Personal mit niedrigerer Qualifikation abgewälzt werden, was Frustration und Qualitätseinbußen nach sich zieht.
- Quote paper
- Anne-Kathrin Tittel (Author), 2022, Pflege in spezifischen Handlungsfeldern in der Intensivpflege: Der Skill- und Grade Mix, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245158