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Moscheenbau in Deutschland

Ein historischer Abriss der Wahrnehmung von Moscheenbauten durch die nichtmuslimische Gesellschaft

Title: Moscheenbau in Deutschland

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katharina Fülle (Author)

Orientalism / Sinology - Islamic Studies
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Moscheenbau in Deutschland und seiner Aufnahme
durch die ansässige, nicht-muslimische Bevölkerung seit seinem Beginn in den ersten Jahren
des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie soll anhand der historischen Entwicklung des
Moscheenbaus und mittels weniger ausgesuchter Beispiele darstellen, wie sich die
Beweggründe für den Bau und die Existenz, die Zunahme der Größe und der Anzahl von
Moscheen in Deutschland negativ auf die Wahrnehmung der nichtmuslimischen Gesellschaft
und deren Einstellung gegenüber der muslimischen Bevölkerung auswirkten. Es soll, durch
das Aufzeigen der ursprünglichen Funktionen und Architektur von Moscheen allgemein,
durch die Darstellung der Bedeutung von repräsentativen Freitagsmoscheen im Besonderen,
sowie durch die Beschreibung der anfänglichen Toleranz und Akzeptanz der fremden Kultur
in Deutschland zum Verständnis und Abbau von Vorurteilen beizutragen, die für das Gelingen
einer erfolgreichen Integration der ehemaligen Gastarbeiter unerlässlich scheint. Um diese
Erkenntnisse in diesem Sinne zu verdeutlichen, eignet sich die Methode der Kette, welche
hier benutzt wird, da so die Darstellung in einem historischen Ablauf erleichtert wird. Im
zweiten Kapitel wird mittels der Entstehungsgeschichte der Moschee in der frühen
islamischen Zeit die ursprüngliche Funktionsweise, Bedeutung und Architektur dieses
Sakralbaus erläutert. Der Einstieg in die islamische Geschichte dient zum einen der
Einführung in das Thema und zum anderen der Darstellung späterer Konflikte, die sich aus
der architekturhistorischen Perspektive entwickeln und gern als Argumentationsgrundlage
beider Seiten, der zustimmenden und der ablehnenden eines Moscheenneubaus in
Deutschland, auf konträre Art und Weise genutzt werden. Dieses Kapitel, welches das
grundlegende Wissen über Moscheen im 7. Jahrhundert vermittelt, wird durch das dritte
Kapitel (Elemente der Ausstattung) ergänzt. In diesem Abschnitt soll verdeutlicht werden,
dass sich das architektonische Bild des muslimischen Gebetshauses schon in den ersten
Jahrhunderten, vor allem durch die hinzukommenden Ausstattungselemente wie
beispielsweise dem Minarett, auf das ebenfalls eingegangen wird und das heute oft den
Mittelpunkt der ablehnenden Haltung gegenüber einem Moscheenneubaus darstellt, stetig
verändert. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Moschee – Ursprung und Funktion

3 Elemente der Ausstattung

4 Moscheen in Deutschland – ein historischer Abriss

4.1 Frühzeit deutsch-muslimischer Beziehungen

4.2 Der Erste Weltkrieg und seine Folgezeit

4.3 Vom Nachkriegsdeutschland zur Arbeitsmigration

4.4 Der kurze Weg von der Arbeitsmigration zum Integrationskonflikt

5 Die Moschee - Konfliktfeld in Deutschland heute

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Moscheenbau in Deutschland seit dem frühen 20. Jahrhundert und analysiert, wie die historische Entwicklung sowie die wachsende Sichtbarkeit dieser Sakralbauten die Wahrnehmung durch die nicht-muslimische Gesellschaft und das gesellschaftliche Integrationsklima beeinflusst haben.

  • Historische Entwicklung des Moscheenbaus in Deutschland
  • Architektonische Bedeutung von Moscheen und deren Ausstattungselemente
  • Wechselwirkung zwischen muslimischer Identitätspräsenz und gesellschaftlicher Wahrnehmung
  • Ursachen für Konflikte bei der Errichtung repräsentativer Moscheen
  • Der Einfluss von Migrationsprozessen auf die Institutionalisierung muslimischer Gemeinden

Auszug aus dem Buch

Die Moschee – Ursprung und Funktion

Das arabische Wort masǧid, von dem sich die europäischen Äquivalente mezquita (Spanisch) und mosqée (Französisch), sowie davon wiederum das englische mosque und das deutsche Wort Moschee ableiten, stammt ursprünglich aus dem Aramäischen und heißt Kirche, Tempel. Unabhängig davon bildet es sich auch aus dem arabischen sağada, das soviel heißt wie “sich niederwerfen (mit der Stirn den Boden berührend besonders als Teil des muslimischen Gebetsritus), sich posternieren, anbeten, verehren” und so weiter. Die Bezeichnung masğid kommt im Koran fast ausschließlich in den medinensischen Suren vor, da sich die Moschee als typisch muslimische Stätte erst in den letzten Lebensjahren des Propheten Mohammed in Medina herausbildete.

Es wird dort vor allem für das Heiligtum in Mekka, die KaÝba, mit ihrer Umgebung, sowie für nichtislamische Kultstätten verwendet. In muslimischen lassen sich keine Vorschriften finden, welche die Moschee ausschließlich als Ort des Gebets definiert, was wahrscheinlich auf die Tatsache zurückgeht, dass es in der frühesten Geschichte des Islam, in der Mohammed seine Predigten noch in Mekka hielt, weder die obligatorische Pflicht zum Òalāt, also zum muslimischen Gebetsritus gab, noch besonderer Wert auf einen bestimmten Gebetsplatz gelegt wurde. Der Prophet und seine Anhänger sollen das Gebet in Mekka unter anderem in ihren Häusern, in Gassen, in Gärten und auch in der KaÝba verrichtet haben. Mohammed betont in seiner Lehre diese Ortsungebundenheit, während frühere Propheten das Gebet nur an bestimmten Plätzen, wie der Kirche oder der Synagoge geduldet hätten. Ihm galt die ganze Welt als Gebetsplatz.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Fragestellung nach der Wahrnehmung des Moscheenbaus in Deutschland seit dem 20. Jahrhundert und stellt die methodische Vorgehensweise zur Analyse dieses historischen Prozesses vor.

2 Die Moschee – Ursprung und Funktion: Dieses Kapitel definiert den etymologischen Ursprung und die ursprüngliche, nicht rein sakrale Funktion der Moschee in der frühen islamischen Zeit.

3 Elemente der Ausstattung: Es wird beschrieben, wie sich die architektonischen Elemente der Moschee, insbesondere Minarett und Mihrab, über die Jahrhunderte entwickelten und heute oft den Kern von Debatten bilden.

4 Moscheen in Deutschland – ein historischer Abriss: Dieser Abschnitt zeichnet die Entwicklung von den ersten vereinzelten Gebetsräumen in der preußischen Zeit bis hin zur wachsenden Anzahl von Moscheen infolge der Arbeitsmigration nach.

5 Die Moschee - Konfliktfeld in Deutschland heute: Das Kapitel analysiert die aktuellen gesellschaftlichen Spannungen rund um den Bau repräsentativer Moscheen und die Rolle der rechtlichen Rahmenbedingungen.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Moscheen heute häufig als Symbole für Anwesenheit und Integrationsprobleme wahrgenommen werden, was den Dialog zwischen der Mehrheitsgesellschaft und Muslimen erschwert.

Schlüsselwörter

Moscheenbau, Deutschland, Islam, Migration, Integrationskonflikt, Architektur, Minarett, Freitagsmoschee, Gastarbeiter, Religionsausübung, Hinterhofmoschee, Institutionalisierung, DİTİB, Gesellschaftliche Wahrnehmung, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des Moscheenbaus in Deutschland und der Aufnahme dieser Bauwerke durch die nicht-muslimische Bevölkerung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die historische Genese der Moscheen in Deutschland, deren architektonische Bedeutung, die verschiedenen Phasen der Migration und die damit verbundenen gesellschaftlichen Konflikte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die Wahrnehmung muslimischer Gebetshäuser gewandelt hat und welche Faktoren zu der heute oft kritischen Haltung gegenüber repräsentativen Moscheenneubauten führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die „Methode der Kette“, um die geschichtlichen Ereignisse in einem chronologischen und logischen Ablauf darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den historischen Ursprung der Moschee, ihre architektonische Ausstattung, den historischen Abriss der Präsenz in Deutschland und eine Analyse der aktuellen Konfliktfelder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Moscheenbau, Integration, Überfremdungsangst, institutionelle Entwicklung und der historische Wandel der öffentlichen Wahrnehmung.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Hinterhofmoscheen“ und repräsentativen Moscheen eine Rolle?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die „unsichtbaren“ Hinterhofmoscheen kaum öffentliche Kritik hervorriefen, während der Neubau repräsentativer Gebäude mit Minaretten zu Irritationen in der Bevölkerung führte.

Welche Rolle spielt die DİTİB im Kontext des Moscheenbaus?

Die DİTİB wird als größte Organisation beschrieben, die maßgeblich an der Errichtung großer Moscheebauten beteiligt ist und gleichzeitig Fragen zur Institutionalisierung und staatlichen Bindung an die Türkei aufwirft.

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Details

Title
Moscheenbau in Deutschland
Subtitle
Ein historischer Abriss der Wahrnehmung von Moscheenbauten durch die nichtmuslimische Gesellschaft
College
University of Hamburg  (AAI Islamwissenschaft)
Course
Glaubensgrundlagen und religiöse Lebenspraxis - der Islam aus religionswissenschaftlicher Sicht
Grade
2,0
Author
Katharina Fülle (Author)
Publication Year
2008
Pages
27
Catalog Number
V124538
ISBN (eBook)
9783640297580
ISBN (Book)
9783640302949
Language
German
Tags
Moscheenbau Deutschland Glaubensgrundlagen Lebenspraxis Islam Sicht Integration Migration Muslim Muslime in Deutschland Religion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Fülle (Author), 2008, Moscheenbau in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124538
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