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Die Bedeutung der Bindungstheorie in der Heimerziehung. Am Beispiel der Säuglingsheime der 50er und 60er Jahre und SOS-Kinderdorf e.V

Titel: Die Bedeutung der Bindungstheorie in der Heimerziehung. Am Beispiel der Säuglingsheime der 50er und 60er Jahre und SOS-Kinderdorf e.V

Hausarbeit , 2021 , 19 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung der Bindungstheorie in der Kindererziehung und Heimpflege zu verdeutlichen.
Das Leben im Säuglingsheim und ein Einblick in das pädagogische Konzept der 50er und 60er Jahre machen den Anfang. Im dritten Kapitel liegt der Schwerpunkt auf der Bindungstheorie, deren Phasen und Bindungsmustern. Diese werden kurz erläutert und die daraus resultierenden Konsequenzen der Heimerziehung dienen dem Verständnis der Bedeutung der sozialen Beziehung zum Kind. In Kapitel vier zeigt sich der Fortschritt der Heimerziehung, der sich bis heute entwickelt hat. Ein abschließendes Fazit rundet diese Arbeit ab.

Die richtige Erziehung eines Kindes erscheint jeder Generation als Herausforderung. Ein liebevoller und feinfühliger Umgang sollte die Basis der Kindererziehung sein. Doch leider haben in der Vergangenheit nicht alle Kinder einen solchen Umgang erleben können. Einige von ihnen wurden schon als Säuglinge von der Familie getrennt und wuchsen im Heim auf. Die Forschung hat sich unter anderem für diese Kinder interessiert, da die Säuglingssterblichkeit doppelt so hoch war wie in einer intakten klassischen Familie. Säuglingsheime waren Massenpflegeanstalten, in denen viele Kinder auffälliges Verhalten zeigten. Auch aus diesem Grund haben sich einige Wissenschaftler genauer mit der Pflege im Heim auseinandergesetzt und konnten feststellen, dass die Bindung zu einer Bezugsperson ein äußerst wichtiger Faktor in der Entwicklung darstellt. John Bowlby entwickelte daraufhin die Bindungstheorie, auf die im Verlauf dieser Arbeit näher eingegangen wird. Das Problem der Massenpflege wurde erkannt und die Pflege im Heim weiterentwickelt. Als aktuelles Beispiel dient der SOS-Kinderdorf e.V. Den Pädagogen vor Ort ist die Bedeutung der Bindungstheorie bewusst und die Pflege der Kinder nach eben diesen Aspekten ausgerichtet. Um die Bedeutung der Bindungstheorie zu verdeutlichen, wird auf die Konsequenzen für die Kinder in der Massenpflege näher eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Einrichtung Säuglingsheim

2.1 Leben im Heim

2.2 Das Pädagogische Konzept der 50er und 60er Jahren

3.0 Der Mensch als soziales Wesen

3.1 Soziale Beziehungen

3.2. Bindungstheorie und Bindungsphasen

3.3 Bindungsmuster

3.4. Auswirkungen fehlender Bezugsperson für Kinder

4.0 Pädagogisches Konzept der Gegenwart

4.1. Erziehung im Heim als Konsequenz der Forschung

4.2 Das Heim heute am Beispiel von SOS-Kinderdorf e.V.

5.0 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Bindungstheorie für die heutige Heimerziehung, indem sie die historische Entwicklung von der anonymen Massenpflege der 1950er und 1960er Jahre bis hin zu modernen, bindungsorientierten Konzepten wie dem SOS-Kinderdorf e.V. nachzeichnet.

  • Historische Analyse der Säuglingsheime in den 50er und 60er Jahren
  • Grundlagen der Bindungstheorie nach John Bowlby und Mary Ainsworth
  • Auswirkungen von Deprivation und fehlenden Bezugspersonen auf die kindliche Entwicklung
  • Wandel von rigiden Erziehungskonzepten zu familienähnlichen Betreuungsstrukturen
  • Erfolgreiche Praxisbeispiele moderner Heimerziehung (SOS-Kinderdorf e.V.)

Auszug aus dem Buch

3.2. Bindungstheorie und Bindungsphasen

Die sogenannte Bindungstheorie stammt von John Bowlby (1907-1990), der die unterschiedlichen Eltern-Kind-Beziehungen genauer untersuchte. Die Beziehung, die ein Kind zu einer Bezugsperson hat, kann die kindliche Entwicklung positiv oder negativ beeinflussen. Die häufige Interaktion stellt die notwendige Bedingung für das Entstehen einer Bindung dar (Lenging & Lüpschen, 2019, S. 11). Bindung wird dabei als eine „enge, emotionale, länger andauernde Beziehung zu bestimmten Menschen, die nach Möglichkeit sowohl Schutz bieten als auch unterstützend wirken […] und die dem Kind helfen, seine Emotionen zu regulieren“ definiert (Lenging & Lüpschen, 2019, S. 11). In den meisten Fällen ist diese Bezugsperson die Mutter, da sie den Großteil des Tages mit dem Kind verbringt. Wenn diese abwesend ist, kann sich ein Kind auch an eine andere vertraute Person wenden. Es entsteht eine Art Bindungshierarchie.

Dabei verknüpft das Kind verschiedene Bindungserfahrungen mit den verschiedenen Bezugspersonen (Geschwister, Freunde). Das Kind ist stets bemüht in der Reichweite einer Bindungsperson zu bleiben. Fühlt es sich in einer Situation unwohl, geängstigt oder bedroht, so versucht es, Kontakt zu einer Bindungsperson herzustellen und zeigt Bindungsverhalten. Diese kann sich in Form von schreien, weinen, klammern oder anderen Versuchen, psychische und physische Nähe aufzubauen, zeigen. Die Auslöser hierfür sind vielfältig wie z.B. Krankheit, Müdigkeit, Stress, neue Reize. Diese Bindungsbeziehung ist essenziell für das Kind, damit es eine sichere Basis hat, von der aus es die Welt erkunden kann (Staats, Benecke, & Gast, 2021). Wenn es während der Exploration zu Situationen kommt, die Unwohlsein oder Überforderung auslösen, kann das Gefühl von Sicherheit durch das Bindungsverhalten wieder hergestellt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Unterbringung von Kleinkindern in Massenpflegeeinrichtungen der Nachkriegszeit ein und definiert das Ziel, die Bedeutung der Bindungstheorie für eine moderne Heimerziehung zu verdeutlichen.

2.0 Einrichtung Säuglingsheim: Hier wird der historische Kontext der Säuglingsheime der 50er und 60er Jahre beleuchtet, die durch institutionelle Kälte und Mangel an Bezugspersonen geprägt waren.

2.1 Leben im Heim: Dieser Abschnitt beschreibt die prekären Lebensbedingungen und die defizitären Strukturen der Säuglingsheime, die bei vielen Kindern schwerwiegende psychische Folgen nach sich zogen.

2.2 Das Pädagogische Konzept der 50er und 60er Jahren: Das Kapitel analysiert die damals dominierenden religiös geprägten Erziehungsvorstellungen, die oft auf Zucht und Gehorsam basierten und kaum auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes eingingen.

3.0 Der Mensch als soziales Wesen: Es wird die fundamentale Abhängigkeit des Menschen von sozialen Kontakten und Bezugspersonen für das Überleben und die gesunde Entwicklung dargelegt.

3.1 Soziale Beziehungen: Vertiefung der Bedeutung zwischenmenschlicher Bindungen für die physische und psychische Gesundheit, wobei die frühe Mutter-Kind-Interaktion als Basis für spätere soziale Kompetenzen hervorgehoben wird.

3.2. Bindungstheorie und Bindungsphasen: Vorstellung von Bowlby’s Bindungstheorie und der vier Entwicklungsphasen der Bindung, die für das Verständnis des kindlichen Bindungsbedürfnisses zentral sind.

3.3 Bindungsmuster: Erläuterung der verschiedenen Bindungsstile (sicher, unsicher-vermeidend, unsicher-ambivalent), die mittels der „Fremden Situation“ nach Ainsworth experimentell nachgewiesen werden können.

3.4. Auswirkungen fehlender Bezugsperson für Kinder: Analyse der klinischen Folgen bei Bindungsdefiziten, wie etwa der anaklinischen Depression und Hospitalismus-Symptomatiken im Säuglings- und Kleinkindalter.

4.0 Pädagogisches Konzept der Gegenwart: Die heutige Heimpädagogik wird durch den Fokus auf Kleingruppen und eine individualisierte Betreuung als direkte Reaktion auf die Erkenntnisse der Bindungsforschung charakterisiert.

4.1. Erziehung im Heim als Konsequenz der Forschung: Dieser Teil beschreibt, wie psychologische Diagnostik und ressourcenorientierte Unterstützung heute die Basis für eine erfolgreiche Reintegration oder Stabilisierung von Heimkindern bilden.

4.2 Das Heim heute am Beispiel von SOS-Kinderdorf e.V.: Darstellung des SOS-Kinderdorf-Modells als gelebte familienähnliche Struktur, die Sicherheit und konstante Bezugspersonen als essenzielle Faktoren berücksichtigt.

5.0 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse zur Bedeutung von Bindung und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.

Schlüsselwörter

Bindungstheorie, Heimerziehung, Säuglingsheime, John Bowlby, Deprivation, Bezugsperson, SOS-Kinderdorf, Kinder- und Jugendhilfe, Entwicklungspsychologie, Kindeswohl, Bindungsstile, Pädagogik, Fremde Situation, Sozialisation, Psychische Gesundheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel der Heimerziehung in Deutschland von den 1950er Jahren bis heute unter besonderer Berücksichtigung der bindungstheoretischen Erkenntnisse.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die historischen Bedingungen in damaligen Säuglingsheimen, die psychologischen Grundlagen der Bindungsentwicklung sowie moderne Konzepte familienähnlicher Betreuung.

Was ist das zentrale Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die wissenschaftliche Notwendigkeit einer sicheren Bindung für die gesunde Entwicklung eines Kindes darzulegen und aufzuzeigen, wie diese Erkenntnis die Heimerziehung nachhaltig transformiert hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die zentrale entwicklungspsychologische Theorien (insbesondere von Bowlby und Ainsworth) mit pädagogischen Konzepten der Heimerziehung verknüpft.

Welche Aspekte werden im Hauptteil ausführlich behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Kritik an der Massenpflege, die Differenzierung von Bindungsmustern, klinische Folgen fehlender Bindung sowie moderne Praxisansätze in SOS-Kinderdörfern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Bindungstheorie, Deprivation, Feinfühligkeit, familiale Erziehung und Heimentwicklung definiert.

Warum war das „Konzept Mehringer“ für die Reform der Heimerziehung wichtig?

Andreas Mehringer stieß durch sein familienorientiertes Konzept einen wichtigen Wandel an, indem er die Bedeutung von Kleingruppen und stabilen Vater-/Mutterfiguren betonte, was ein Gegenentwurf zur damaligen Massenabfertigung war.

Inwiefern unterscheidet sich das moderne SOS-Kinderdorf-Konzept von den klassischen Heimen der 50er Jahre?

Während frühere Heime durch hohe Mauern, Massenbetreuung und strenge militärische Routinen geprägt waren, setzen heutige SOS-Kinderdörfer auf offene, familienähnliche Strukturen sowie auf individuell geschulte Bezugspersonen statt Ordensschwestern.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Bedeutung der Bindungstheorie in der Heimerziehung. Am Beispiel der Säuglingsheime der 50er und 60er Jahre und SOS-Kinderdorf e.V
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Geschichte von Kindheit und Jugend im Heim
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
19
Katalognummer
V1245401
ISBN (eBook)
9783346675125
ISBN (Buch)
9783346675132
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heim Kindheit Bindungstheorie bowlby SOS-Kinderdorf Heimerziehung Kindererziehung Säuglingsheime Bindung Eltern-Kind-Bindung Erziehung Jugend 50er Jahre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Die Bedeutung der Bindungstheorie in der Heimerziehung. Am Beispiel der Säuglingsheime der 50er und 60er Jahre und SOS-Kinderdorf e.V, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245401
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Leseprobe aus  19  Seiten
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