Das Spanische in den USA


Seminararbeit, 2005

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Das Spanische in den USA
2.1 Geschichte und Einwanderung
2.2 Aktuelle Situation
2.2.1 Herkunft und geografische Verteilung
2.2.2 Sprachliche Situation Gestern und Heute
2.2.3 Spanische Medien in den USA
2.3 Einfluss der Englischen Sprache auf die Hispanos

3. Fazit

1.Vorwort

Die spanischsprachige Gemeinschaft (Hispanics, Hispanos, Latinos) bildet heute, noch vor den Afroamerikanern, die größte ethnische Minderheit in den Vereinigten Staaten. Sie umfasst 13,7 % ihrer Bevölkerung, was etwa 39,9 Millionen Sprecher bedeutet. Damit sind die USA nach Mexiko, Argentinien, Kolumbien und Spanien schon die fünftgrößte hispanophone Gemeinschaft der Welt. Somit kann Spanisch durchaus als zweite Sprache der USA bezeichnet werden. Dies schlägt sich auch deutlich in den Medien nieder. So gibt es weit über hundert spansischsprachige Radio- und Fernsehsender, sowie etliche auflagenstarke Tageszeitungen und Magazine.

Außerdem stellen die Hispanos die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe dar. Aufgrund stetiger Immigration und einer hohen Geburtenrate wird sich die Anzahl der Sprecher, laut US Census Bureau, bis zum Jahr 2050 ca. verdreifachen. Dies entspräche etwa 102,6 Millionen Menschen1.

Persönlich hatte ich das Glück im Jahr 2000 ein Jahr auf einer High School in Amerika verbringen zu dürfen, im Südosten Colorados nahe der Grenze zu New Mexico. Neben dem Fakt, dass meine Gastmutter aus Mexiko stammte und fließend Spanisch sprach, merkte man den Einfluss auch deutlich an den Namen umliegender Orte wie La Junta oder Pueblo. Auch die Anzahl hispanischer Mitschüler war neben meinen beiden Gastbrüdern recht groß. Aber dies nur am Rande, als persönliche Erfahrung, weshalb das Thema sofort mein Interesse weckte.

Die sich nun zu stellenden Fragen befassen sich unter anderen mit der Herkunft der Sprecher. Das Wort Hispano wird als eine Art Sammelbegriff für die spanischsprachige Gemeinschaft gebraucht. Sie setzt sich jedoch aus Menschen verschiedenster Länder, mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zusammen. Vereint sind sie aber über ihre Muttersprache. Woher kommen diese Menschen nun also? Wie verteilen sie sich territorial in den USA? Inwiefern beeinflussen sich das Englische und das Spanische?

2. Das Spanische in den USA

2.1 Geschichte und Einwanderung

Die spanische Sprache gelangte noch lange vor Gründung der Vereinigten Staaten auf den Kontinent. Es begann praktisch mit der Landung der Spanier auf der Insel Guanahaní, welche die Spanier San Salvador nannten und die heute Watling heißt. Das war im Jahre 1492. Seit dem breiteten Missionare, Seeleute und Eroberer die Spanische Sprache auf amerikanischem Boden aus. Bald darauf im Jahre 1513 entdeckte Juan Ponce de León Florida. Die erste dauerhafte Siedlung San Augustín wurde 1565 gegründet. Weitere wichtige Expeditionen starteten Francisco Vázquez de Coronado der 1540 bis zum Grand Canyon vordrang, sowie Hernando de Soto, der 1541 den Mississippi erreichte.2 Somit besetzten die conquistadores nach und nach die gesamten so genannten Spanish Borderlands, welche die Territorien im Südwesten, Florida und Louisiana umfassten. Daraus resultierten in den nächsten Jahren immer neue Gründungen von Siedlungen in den heutigen Staaten New Mexico (1598) und Texas (1659). Bald darauf folgten weitere auch in Colorado und Arizona, womit die spanische Sprache immer weiter verbreitet wurde.3

Im 18. Jahrhundert erfolgte letztlich auch die Besiedlung Kaliforniens. Hier errichteten franziskanische Mönche entlang der Küste Missionsstationen, welche von San Diego bis nach San Francisco reichten.4 Im 19. Jahrhundert dehnte sich das Territorium der USA weiter aus. Das so genannte westward movement machte auch vor den spanischen Kolonien in Nordamerika nicht halt. So wurde 1803 Französisch-Louisiana erworben und 1819 Florida.5 Mit der Unabhängigkeitserklärung Mexikos gingen sämtliche Gebiete des Südwestens an den neuen Staat. Diese waren ehemals Teil des Vizekönigtums Neu-Spanien.

Im Jahre 1845 wurde Texas als Bundesstaat an die USA angegliedert, das sich zuvor von Mexiko unabhängig erklärt hatte. Der Mexikanisch-Amerikanische Krieg, der von 1846-1848 andauerte, veränderte die Landkarte Nordamerikas erneut maßgebend. Im Frieden von Guadalupe Hidalgo verlor Mexiko mehr als die Hälfte seines Territoriums nördlich des Río Grande, welches die heutigen Staaten Arizona, Colorado, Kalifornien, Kansas, Nevada, New-Mexico, Oklahoma, Utah und Wyoming umfasst. Außerdem machte er aus ca. 75000 Mexikanern US-Staatsbürger. Jedoch blieben Ihnen, vertraglich garantiert, ihre Bürgerrechte, Sprache und Privateigentum erhalten.6 Im Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 annektierte die USA Puerto Rico, Kuba, Hawaii, Guam und die Philippinen. Somit war die Ausdehnung in Spanischsprachige Gebiete komplett. Man kann behaupten, dass das Spanische bis Ende des 19. Jahrhunderts den Südwesten der USA stark geprägt hat. Hierbei spielt sowohl die Sprache als auch die Kultur eine Rolle.7

Im 20. Jahrhundert gab es weitere große Zuströme an Einwanderern. Man muss hier in zwei Phasen unterscheiden. Ab 1920 zog es vor allem Mexikaner und Puerto Ricaner in die USA. Die Mexikaner siedelten sich überwiegend im Südwesten und die Puerto Ricaner im Osten des Landes an. Es waren meist Farbige oder Menschen indianischer Herkunft, die arm waren und sich in den Vereinigten Staaten Hoffnung auf eine bessere Arbeit machten.

Zumeist war auch ihr Bildungsstand eher gering. Allein zwischen den Jahren 1942-1964 strömten ca. 5 Millionen mexikanische Gastarbeiter in die USA, die sogenannten braceros.8 Dies war die Folge eines Programms zum Import von Arbeitern, die zu Beginn des zweiten Weltkrieges die aufstrebende US- Wirtschaft unterstützen sollten. Auch später riss der Strom an Immigranten aus Mexiko nie ab. Der Reiz eines besser situierten Lebens zieht noch heute viele gen Norden.

Heute sind diese Einwanderer jedoch zum größten Teil illegal. Anders ist dies bei den Puerto Ricanern. Sie besitzen, zusätzlich zu ihrer eigenen, auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Dies hängt damit zusammen, dass die Spanier die Insel 1898 an die USA verloren. 1917 bekamen sie dann die eingeschränkte Staatsbürgerschaft zugesprochen. 1967 scheiterte der Anschluss als 51. Bundesstaat an die USA. Die Region ist autonom und hat Spanisch als offizielle Sprache.

Ab 1959 gab ist ein starker Anstieg an kubanischen Einwanderern zu verzeichnen. Es handelt sich hierbei zumeist um Angehörige der weißen Mittelschicht, welche vor dem Castro-Regime flohen. Ihr Hauptsiedlungsgebiet ist Florida, wobei Miami als absolute Hochburg der Kubaner genannt werden muss.9 Aber auch aus allen anderen Ländern Lateinamerikas kamen Einwanderer. Durch Armut und Bürgerkriege, wie beispielsweise in Nicaragua, Guatemala und El Salvador, entschlossen sie sich auszuwandern. Heute ist jedes Land Lateinamerikas mit einer Minderheit in den USA vertreten.

2.2 Aktuelle Situation

2.2.1 Herkunft und geographische Verteilung

Wie schon erwähnt, setzt sich die Gruppe der Hispanos aus Menschen der unterschiedlichsten Staaten zusammen. Sie bilden also eine sehr heterogene Gruppe. Mit großem Abstand die stärkste Gruppe bilden die Mexikaner mit 67%. Darauf folgen die ebenfalls bereits erwähnten Gruppen der Puerto Ricaner (9 %) und der Kubaner (4 %).10 Auch die Dominikaner bilden mit 2,4 % noch eine größere Gruppe. Die übrigen 14 % verteilen sich somit auf den Rest Zentral- und Südamerikas. Besonders erwähnenswert hier: El Salvador (2 %), sowie Kolumbien (1,4%) und Guatemala (1,2%).11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zwar sind die Hispanos mittlerweile in allen Gebieten der Vereinigten Staaten zu Hause, trotzdem konzentriert sich ihre Verteilung hauptsächlich auf drei große Gebiete. Zunächst einmal der Südwesten (Arizona, New-Mexico, Kalifornien, Nevada, Colorado und Texas). Hier sind vor allem die aus Mexiko stammenden chicanos und Zentralamerikaner beheimatet.12 Herausragend sind Kalifornien mit 11,9 Millionen und Texas mit 7,3 Millionen.

[...]


1 Vgl. US Census Bureau: „Hispanic Facts 2004“, http://www.census.gov/Press- Release/www/releases/archives/facts_for_features_special_editions/002270.html, Abruf 31.3.05.

2 Vgl. Noll, Volker (2001): Das amerikanische Spanisch. Ein regionaler und historischer Überblick. Tübingen: Max Niemeyer, 99.

3 Vgl. Silva-Corvalán, Carmen (2000): “La situación del espanol en los Estodos Unidos”, in: El espanol en el mundo. Anuario del Instituto Cervantes. Barcelona: Plaza y Janés, 76.

4 Vgl. Ramírez, Arnulfo G. (1992): El espanol en los Estados Unidos: El lenguaje de los hispanos. Madrid: MAPFRE, 17.

5 Vgl. Noll (2001: 99).

6 Vgl. Ostermeyer, Andrea (2003): Hispanics in New Mexico. Reconquista vs. Melting Pot. Trier: Wissenschaftlicher Verlag, 21.

7 Vgl. Ramírez (1992: 18).

8 Vgl. Ostermeyer (2003: 54).

9 Vgl. Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Hispanics, Abruf: 31.03.2005.

10 Vgl. Ostermeyer (2003: 34).

11 Vgl. US Census Bureau: “Analysis of General Hispanic Responses in Census 2000”, http://www.census.gov/population/www/documentation/twps0072/twps0072.pdf Abruf: 29.03.2005.

12 Vgl. Noll (2001: 100)

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Spanische in den USA
Hochschule
Universität Passau
Veranstaltung
Amerikanisches Spanisch
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V124542
ISBN (eBook)
9783640297610
ISBN (Buch)
9783640302970
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spanische, Amerikanisches, Spanisch
Arbeit zitieren
Sebastian Lautsch (Autor), 2005, Das Spanische in den USA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124542

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