Durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Müll-Modedesignern und deren künstlerischen Vorgehen erweitern die SuS ihr Wissen im Bereich der Recycling-Kunst. Sie erproben Verbindungsmöglichkeiten unterschiedlicher Materialien und entwickeln auf Grundlage dieser Erfahrungen eine eigene Modeskizze. Diese Skizze bildet die Basis, um aus den gesammelten Müllstücken ein eigenes Kleidungsstück herzustellen, welches im Rahmen einer Modenshow präsentiert wird.
Die SuS entwickeln auf Grundlage ihrer Beschäftigung mit der Recycling-Kunst, den Erfahrungen mit verschiedenen Verbindungsmaterialien und ihrer individuellen Idee eines Kleidungsstückes eine konkrete Planung, wie sie ihr Vorhaben umsetzen können. Dazu fertigen sie eine beschriftete Skizze an und erstellen eine Liste der benötigten Materialien, um eine Grundlage für die gestalterische Umsetzung zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
1. „Für die Einen Schrott zum Wegwerfen – für die Anderen wahre Schätze“ – Wir lernen Mülldesigner kennen.
2. „Plastik an Plastik – Stoff an Stoff“ – Wir lernen Möglichkeiten der Materialverbindungen kennen.
3. „Genau überlegt!“ – Entwicklung einer eigenen Idee.
4. „Kleidung in Strichen“ – Von der Idee zur Modeskizze.
5. „Nicht für die Tonne!“ – Aus Müll entsteht ein Kleidungsstück mit Geschichte.
6. „Go fashion!“ – Verfassen eines Moderationstextes zur Präsentation des Kleidungsstückes des Tandempartners.
7. „Unser Model präsentiert Ihnen heute: Ein Kleid aus Haribotüten“ – Durchführung der Modenshow.
Zielsetzung & Themen
Die Unterrichtsreihe zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler an die Recycling-Kunst heranzuführen und sie durch kreative Gestaltungsprozesse zu befähigen, aus Müllmaterialien Mode zu entwerfen und diese in einer Modenshow zu präsentieren.
- Auseinandersetzung mit Recycling-Künstlern und Upcycling
- Erprobung und Anwendung von Materialverbindungstechniken
- Planung und Dokumentation gestalterischer Vorhaben durch Skizzen
- Förderung der Kreativität und des Umweltbewusstseins
- Transfer von fachübergreifenden Sprachkompetenzen (Moderation)
Auszug aus dem Buch
Sachanalyse
Besonders Kunststoffverpackungen erinnern aufgrund ihrer Haltbarkeit über Generationen hinweg an ihren eigentlichen Zweck. Angesichts der neuen riesigen Müllmassen entstand in den 1970er, 1980er Jahre die Idee des Recyclings: Müll sollte nicht nur reduziert, sondern auch wiederverwertet werden (Wagner 2011, S. 9). Unter Müll versteht man „Reste, die bei der Zubereitung oder Herstellung von etwas entstehen“ (Wikipedia: Müll). Die Kunst greift den Aspekt des Wiederverwertens bzw. des Aufwertens auf, sodass aus gebrauchten Materialien neue Designs entstehen. „Wenn [...] aus altem Kram nicht nur einfach ein neues Produkt entsteht, sondern etwas mit wesentlich höherem Wert – bis hin zur Kunst, dann ist die Rede von Upcycling. Und immer mehr Künstler machen mit“ (Batist 2014) – so auch die Kinder der 4b. Die SuS haben Ideen entwickelt, aus unterschiedlichen Materialien Kleidungsstücke herzustellen.
Kleidungsstücke meint in diesem Kontext sowohl die Gesamtheit aller Materialien, „die als künstliche Hülle den Körper des Menschen mehr oder weniger eng anliegend umgibt“ (Wikipedia: Kleidung) als auch Accessoires, die als Beiwerk zur Mode definiert sind. In dieser Unterrichtsstunde stellen die SuS ihr Kleidungsstück in Form einer beschrifteten Skizze dar. Eine Skizze meint eine einfache, mit wenigen Strichen angefertigte Zeichnung, die das Wesentliche zeigt (vgl. Duden: Skizze). Das Wesentliche wird in diesem Kontext auf Informationen, die für die individuelle gestalterische Umsetzung wichtig sind, beispielsweise der Schnitt des Kleidungsstückes, bezogen. Die Skizze muss ergänzt werden durch Angaben, die die SuS für die Herstellung ihres Kleidungsstückes brauchen. Dabei steht den SuS ein Maßband zur Verfügung. Dieses Maßband hilft ihnen, ihre Skizze mit Längenangaben zu versehen und somit den Materialbedarf einzugrenzen. Außerdem wird die Skizze ergänzt durch eine Materialliste, die einen Überblick über benötige Arbeits- und Verbindungsmaterialien bietet. Die Kleidungsstücke werden aus unterschiedlichen Abfallmaterialien hergestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. „Für die Einen Schrott zum Wegwerfen – für die Anderen wahre Schätze“ – Wir lernen Mülldesigner kennen.: Die Schülerinnen und Schüler lernen Recycling-Künstler kennen und entwickeln durch das Schreiben einer Anleitung zu einem Modestück einen ersten experimentellen Zugang zum Thema.
2. „Plastik an Plastik – Stoff an Stoff“ – Wir lernen Möglichkeiten der Materialverbindungen kennen.: In dieser Einheit steht die Erprobung verschiedener Verbindungstechniken und Werkzeuge im Vordergrund, um die praktische Umsetzung eigener Modestücke vorzubereiten.
3. „Genau überlegt!“ – Entwicklung einer eigenen Idee.: Die Lernenden treffen eine bewusste Auswahl ihrer Abfallmaterialien und entwickeln eine konkrete Vorstellung für ihr zu gestaltendes Kleidungsstück.
4. „Kleidung in Strichen“ – Von der Idee zur Modeskizze.: Die Schülerinnen und Schüler fertigen eine detaillierte, beschriftete Skizze sowie eine Materialliste an, um ihr gestalterisches Vorhaben strukturiert zu planen.
5. „Nicht für die Tonne!“ – Aus Müll entsteht ein Kleidungsstück mit Geschichte.: Die Lernenden setzen ihre geplanten Entwürfe handwerklich um und erweitern dabei ihr Repertoire bei der Arbeit mit unterschiedlichen Materialien.
6. „Go fashion!“ – Verfassen eines Moderationstextes zur Präsentation des Kleidungsstückes des Tandempartners.: Im fächerübergreifenden Deutschunterricht verfassen die Kinder einen Moderationstext, passend zu den Eigenschaften des Kleidungsstückes ihres Tandempartners.
7. „Unser Model präsentiert Ihnen heute: Ein Kleid aus Haribotüten“ – Durchführung der Modenshow.: Den Abschluss bildet die Präsentation der Kleidungsstücke auf einem Laufsteg, wobei der Fokus auf der körperlichen Ausdrucksfähigkeit und der rhetorischen Darstellung liegt.
Schlüsselwörter
Recycling-Kunst, Upcycling, Modedesign, Unterrichtsplanung, Grundschule, Materialverbindung, Skizze, Materialliste, fächerübergreifend, Kunstpädagogik, Nachhaltigkeit, Gestaltungsaufgabe, Modenshow, ästhetischer Lernweg, Schüleraktivierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsplanung grundsätzlich?
Die Arbeit umfasst einen vollständigen Unterrichtsentwurf für eine Kunst-Unterrichtsreihe in der Grundschule, in der Kinder aus Abfallmaterialien eigene Kleidungsstücke entwerfen und diese in einer Modenshow präsentieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Reihe?
Zentrale Themen sind die Recycling-Kunst, das Upcycling von Alltagsmaterialien, die technische Umsetzung von Materialverbindungen sowie die Planung gestalterischer Projekte.
Was ist das primäre Ziel der beschriebenen Unterrichtsstunde?
Das Ziel ist die Erstellung einer konkret geplanten, beschrifteten Skizze und einer Materialliste durch die SuS, um eine fundierte Grundlage für die anschließende praktische Arbeit zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in diesem Unterricht verwendet?
Es wird der ästhetische Lernweg verfolgt, der durch Methoden wie das Murmelgespräch zur Vorwissensaktivierung, das exemplarische Lernen und die Kunstkonferenz im Reflexionsgespräch geprägt ist.
Was wird im Hauptteil des Unterrichtsentwurfs behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erstellung der Skizze in Einzelarbeit und das anschließende Reflexionsverfahren ("Kunstkonferenz"), bei dem Planungsergebnisse strukturiert besprochen werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Recycling-Kunst, Upcycling, Modedesign, Materialverbindung und fachübergreifendes Lernen sind die prägenden Begriffe.
Welchen Stellenwert nimmt die Arbeit mit den Tandempartnern ein?
Die Tandemarbeit dient einerseits der gegenseitigen Unterstützung bei technischen Herausforderungen und findet andererseits ihren Höhepunkt im fächerübergreifenden Schreiben und Präsentieren von Moderationstexten.
Warum wird die „Kunstkonferenz“ als Reflexionsmethode genutzt?
Die Kunstkonferenz bietet ein prozessbegleitendes Rückmeldeverfahren, das durch vorgegebene Satzanfänge sprachliche Register bereitstellt und den Austausch über Schwierigkeiten und Lösungsstrategien fördert.
Wie werden leistungsheterogene Gruppen in dieser Stunde gefördert?
Durch Differenzierungsaufträge („Ich kann dir erklären...“), Tippkarten mit Skizzenbeispielen und die individuelle Offenheit der Komplexität der Skizze wird auf unterschiedliche Lernstände eingegangen.
- Arbeit zitieren
- Julia Roth (Autor:in), 2016, Recycling-Kunst: Kleidung in Strichen – Von der Idee zur Modeskizze (3./4. Klasse Kunst), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245432