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Die Faktorenanalyse am Beispiel der Struktur von Verhaltensvariablen

Title: Die Faktorenanalyse am Beispiel der Struktur von Verhaltensvariablen

Term Paper , 2001 , 41 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Steven Brandt (Author)

Sociology - Methodology and Methods
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Die Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs und relativer politischer Stabilität der europäischen und nordamerikanischen Staaten nach dem 2. Weltkrieg und die damit einhergehende relative materielle Sicherheit der dort lebenden Menschen führte nach Inglehart (1997) zu einem Wandel der Werte, bei dem materielle Bedürfnisse aufgrund ihrer ständigen Möglichkeit zur Befriedigung um sog. postmaterialistische Bedürfnisse erweitert werden. Seine Mangelhypothese besagt, dass sich die Prioritäten eines Individuums nach seiner sozioökonomischen Umwelt richten und knappe Dinge subjektiv höher eingeschätzt werden, wobei hier die Befriedigung affektiver Bedürfnisse primäres Ziel von Lebewesen ist. Der nach dem Krieg erreichte Wohlstand führte nach Inglehart folglich zu einer Höherbewertung immaterieller Aspekte des Lebens. Eine hohe Lebensqualität und Selbstverwirklichung werden bspw. zu zentralen Werten. Dies hat auch Einfluss auf die politische Partizipation der Bevölkerung. Während sich die politische Partizipation, sowohl empirisch als auch im Verständnis der sog. realistischen Demokratietheorie und der Elitetheorie aufgrund geringen politischen Wissens und Engagements und eines defizitären Demokratie- und Politikverständnisses der Bürger bis in die 60er Jahre auf die Beteiligung an Wahlen und auf die Zurkenntnisnahme politischer Ereignisse aus den Massenmedien beschränkte, sah sich die junge Bildungselite dieser Zeit mit den ökonomischen Zielen der Elterngeneration nicht mehr engagiert verbunden und formulierte eigene Vorstellungen von Politik und Gesellschaft, deren Verwirklichung andere Formen der Partizipation bedurfte. (Kaase 1997, Westle 1992)

Kaase und Barnes formulierten 1979 eine Unterscheidung in konventionelle, also legitime und verfasste, und unkonventionelle, also institutionell nicht verfasste Möglichkeiten der politischen Partizipation, wobei der reine Akt des Wählens aufgrund seiner hohen Institutionalisiertheit keiner der beiden Kategorien zugeordnet wurde (Kaase 1997). Aufgrund der Ungenauigkeit dieser eindimensionalen Unterscheidung die weitere Unterscheidungen im Legalitätsstatus nicht zulässt, wurden die Modelle politischer Partizipation erweitert, so dass Uehlinger (1988) mit Hilfe empirischer Studien und den Analysemethoden der hierarchischen Clusteranalyse und multidimensionalen Skalierung ein komplexeres Modell des Partizipationsraumes vorschlug.

Uehlinger unterschied Typen politischer Partizipation: [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Faktorenanalyse - das allgemeine Modell

2.1 Die Faktorenanlyse im Kanon der multivariaten Verfahren

2.2 Die Logik der Faktorenanalyse anhand eines einführenden Beispiels

2.3 Das Fundamentaltheorem der Faktorenanalyse

2.4 Das Ablaufmodell der Faktorenanalyse

3. Einführung des Beispiels

4. Variablenauswahl

4.1 Gütetest der Variablen in der Untersuchung

5. Das Kommunalitätenproblem

5.1 Bestimmung der Kommunalitäten im Beispiel

6. Das Faktorenproblem

6.1 Extraktionsverfahren

6.2 Bestimmung der Anzahl der Faktoren

6.3 Faktorenextraktion im Beispiel

7. Das Rotationsproblem

7.1 Rotation der Faktoren im Beispiel

8. Schätzung der Faktorwerte

8.1 Graphische Darstellung der Faktoren

9. Inhaltliche Interpretation der Faktoren

10. Faktorenanalyse nichtmetrischer Daten

11. Resümee

12. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, mithilfe der Faktorenanalyse die Struktur politischer Partizipationsformen im tatsächlichen Verhalten der Bevölkerung aufzudecken. Ausgehend von Uehlingers theoretischem Modell des Partizipationsraumes wird untersucht, ob sich die verschiedenen Partizipationsmöglichkeiten statistisch zu übergeordneten Dimensionen zusammenfassen lassen, wobei das Augenmerk besonders auf der methodischen Anwendung bei dichotomen Daten liegt.

  • Theoretische Grundlagen und methodische Einordnung der Faktorenanalyse
  • Empirische Untersuchung des Partizipationsverhaltens basierend auf dem Allbus-Datensatz 1998
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Anwendung faktorenanalytischer Verfahren auf nicht-metrische Variablen
  • Strukturelle Analyse und Interpretation von Partizipationsformen (problemspezifisch, parteiorientiert, aggressiv)

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Faktorenanalyse im Kanon der multivariaten Verfahren

Versucht man eine Definition der Faktorenanalyse zu geben, so ist das Ziel des Verfahrens noch relativ konsensuell benennbar. Die Faktorenanalyse lässt sich von der Grundannahme leiten, dass es möglich ist, die Varianz der betrachteten Variablen durch hypothetische Variablen erklären zu können. Die Faktorenanalyse reproduziert die Korrelationen zwischen den Variablen anhand möglichst weniger, möglichst einfacher Faktoren. Faktoren sind jene hypothetischen Variablen, die als Ursachenkomplexe interpretiert werden. Das Ziel des Verfahrens ist es also, die Struktur hinter den Daten aufzuzeigen. Dieses Ziel wird mit im Detail recht unterschiedlichen multivariaten Analysemodellen verfolgt. Der Begriff Faktorenanalyse eint diese Vielfalt von Modellen und beschreibt damit kein homogenes Verfahren, bei dem jeder Analyseschritt logisch zwingend ist, sondern der Anwender muss entscheiden, welche der Alternativen angemessen ist.

Wendet man in einem zweiten Schritt die Unterscheidung strukturprüfender vs. struktursuchender Verfahren an, wird die Faktorenanalyse den struktursuchenden Verfahren zugeordnet. Die Faktoren, die die Struktur hinter den Daten abbilden sollen, werden durch das Verfahren generiert. „In der Faktorenanalyse wird nicht in erster Linie eine Hypothese getestet, sondern eine Hypothese gesucht und gebildet.“ (Überla 1968, S. 90)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den theoretischen Hintergrund des Wertewandels nach Inglehart und führt in die Problematik der politischen Partizipation sowie die Zielsetzung der empirischen Untersuchung ein.

2. Faktorenanalyse - das allgemeine Modell: Gibt einen Überblick über die historische Entwicklung der Methode, ihre Einordnung im Kontext multivariater Verfahren und das Fundamentaltheorem.

3. Einführung des Beispiels: Stellt den verwendeten Datensatz, die Auswahl der Variablen und die Notwendigkeit einer Umkodierung in dichotome Ausprägungen dar.

4. Variablenauswahl: Erläutert die verschiedenen Prüfkriterien wie Signifikanzniveau, Bartlett-Test und KMO-Kriterium zur Sicherstellung der Eignung einer Korrelationsmatrix für die Faktorenanalyse.

5. Das Kommunalitätenproblem: Diskutiert die theoretische Notwendigkeit der Kommunalitätenschätzung und verschiedene Verfahren zu deren Bestimmung.

6. Das Faktorenproblem: Behandelt die Entscheidungsfindung bezüglich des Extraktionsverfahrens (z.B. Hauptkomponenten- vs. Hauptachsenanalyse) sowie die Bestimmung der Faktorenanzahl.

7. Das Rotationsproblem: Erklärt die Notwendigkeit der Rotation zur Optimierung der Faktorstruktur und stellt verschiedene Rotationsmethoden wie die Varimax-Rotation vor.

8. Schätzung der Faktorwerte: Beschreibt die theoretische Herleitung der Faktorwerte durch multiple Regression und deren graphische Verortung im Faktorraum.

9. Inhaltliche Interpretation der Faktoren: Analysiert die empirischen Ergebnisse vor dem Hintergrund des Uehlinger-Modells und leitet die drei identifizierten Partizipationsdimensionen ab.

10. Faktorenanalyse nichtmetrischer Daten: Reflektiert kritisch über die Anwendung der Faktorenanalyse auf ordinale und nominale Skalenniveaus und rechtfertigt das methodische Vorgehen der Arbeit.

11. Resümee: Führt die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung theoretischer Vorüberlegungen sowie die notwendige Transparenz bei empirischen Entscheidungen.

Schlüsselwörter

Faktorenanalyse, multivariate Verfahren, politische Partizipation, Korrelationsmatrix, Kommunalitätenproblem, Faktorenextraktion, Hauptachsenanalyse, Rotationsproblem, Varimax-Rotation, dichotome Variablen, Partizipationsraum, Datenreduktion, empirische Sozialforschung, methodische Anwendung, Strukturmodell.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung der Faktorenanalyse als statistisches Verfahren, um die zugrunde liegende Struktur politischer Partizipationsformen empirisch zu identifizieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Durchführung einer Faktorenanalyse – von der Variablenauswahl über das Kommunalitäten- und Extraktionsproblem bis hin zur Rotation – und deren inhaltlicher Anwendung auf Daten zum Partizipationsverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu prüfen, ob sich verschiedene politische Partizipationsaktivitäten durch faktorenanalytische Verfahren zu übergeordneten Dimensionen bündeln lassen, um so das reale Partizipationsverhalten empirisch besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die Methode der Faktorenanalyse (speziell die Hauptachsenanalyse mit Varimax-Rotation) angewandt, wobei die Arbeit die Herausforderungen bei der Nutzung dichotomer Variablen explizit thematisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block, der die methodischen Schritte der Faktorenanalyse erklärt, und einen empirischen Block, der diese Schritte an den konkreten Partizipationsdaten des Allbus 1998 demonstriert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Faktorenanalyse, politische Partizipation, Datenreduktion, Faktorenextraktion und Partizipationsraum charakterisiert.

Wie geht die Arbeit mit der Problematik dichotomer Daten um?

Obwohl die Faktorenanalyse primär für metrische Daten konzipiert ist, argumentieren die Autoren, dass eine Anwendung auf dichotome Variablen legitim ist, sofern das Ziel der Exemplifizierung und Strukturaufdeckung im Vordergrund steht.

Welche zentralen Partizipationsdimensionen wurden im Beispiel gefunden?

Die Analyse identifizierte drei Faktoren: problemspezifische Partizipation, parteiorientierte Partizipation und eine zusammenfassende Dimension der aggressiven Partizipation.

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Details

Title
Die Faktorenanalyse am Beispiel der Struktur von Verhaltensvariablen
College
University of Potsdam  (Lehrstuhl für Statistik)
Course
Erweiterte Multivariate Datenanalyse
Grade
1,0
Author
Steven Brandt (Author)
Publication Year
2001
Pages
41
Catalog Number
V12454
ISBN (eBook)
9783638183383
Language
German
Tags
Faktorenanalyse Politische Partizipation Verhaltensvariablen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steven Brandt (Author), 2001, Die Faktorenanalyse am Beispiel der Struktur von Verhaltensvariablen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12454
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