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Die Entwicklung der Taube zum Symboltier des Heiligen Geistes

Eine wissenschaftliche Untersuchung im Kontext von Bibelwissenschaft und christlich bildender Kunst

Titel: Die Entwicklung der Taube zum Symboltier des Heiligen Geistes

Hausarbeit , 2022 , 35 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lea Krüger (Autor:in)

Theologie - Religion als Schulfach
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit fast sieben Monaten ließen meine Eltern mich taufen. Wie jedes Kind, das in so jungem Alter getauft wird, musste auch ich erst mit den Jahren in Kinderkirche und Konfirmandenunterricht lernen, was das überhaupt für mich bedeutet. Ich lernte somit erst viel später, dass ich bei dieser Wassertaufe, bei der ich wohl gemerkt laut den Erzählungen meiner Eltern nicht wirklich zufrieden auftrat, den Heiligen Geist empfang und somit Jesus Christus nachfolgte. Doch der Heilige Geist blieb für mich weiterhin schwer zu verstehen. Eine Kraft, ein Wesen, das ich nicht fassen konnte, worunter ich
mir oft nichts anderes vorstellen konnte, als eine weiße Taube, so wie sie auf den Buntglasfenstern meiner Taufkirche zu sehen war. Denn dieses Tier, das mir fast täglich auf den Gehwegen oder dem Marktplatz meiner Heimatstadt begegnet, ist seit jeher das Symboltier des Heiligen Geistes. Doch wann und wie wurde dieser einfache Vogel das Symbol dieser großen, einflussreichen Kraft, von der in der Bibel zahlreich zu lesen ist?

Mit dieser Frage soll sich im Folgenden die hier vorliegende Hausarbeit befassen. Dabei wird sich der erste Teil der Frage nach dem Heiligen Geist und der Taube im biblischen Kontext befassen, also damit, welche Bibelbelege es gibt und inwiefern die Taube als Vogel im biblischen Israel vertreten war und gebraucht wurde. Weiterhin soll ihre Symbolik betrachtet werden, um sie mit der Kraft und dem Auftreten des Heiligen Geistes in Verbindung zu bringen.

Der zweite Teil dieser Hausarbeit soll sich der Thematik von der künstlerischen Seite her widmen, um die Entwicklung und Verbreitung des Symboltieres anhand wichtiger künstlerischer Werke zu ergründen. Methodisch wird sich dabei nach dem Dreistufenmodell des Kunsthistorikers Erwin Panofsky orientiert und die Bilder als Werke der bildenden Kunst ikonographisch und ikonologisch auf die Verarbeitung des Motivs Taube als Symbol für den Heiligen Geist untersucht.

Das Ziel des geplanten Vorgehens ist es, eine verständliche Darlegung der Entwicklung der Taube zum bedeutungsträchtigen Symboltier anhand von Texten und Bildern darzulegen. Abschließen wird diese Hausarbeit mit einem klar formulierten Fazit, welches die in der Hausarbeit erzielten Ergebnisse miteinbeziehen wird, um die in dieser Einleitung gestellte Fragestellung zu beantworten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Heilige Geist

2.1 Altes Testament

2.2 Neues Testament

3. Die Taube im Kontext der Bibel

3.1 Die Taube im Alten Testament

3.1.1 Bezeichnungen

3.1.2 Arten, Verhalten und Verwendung

3.1.3 Tauben als Attribute von Liebesgöttinnen

3.1.4 Symbolik der Taube

3.1.5 Die Taubensymbolik im Hohelied

3.2 Die Taube im Neuen Testament

3.2.1 Bezeichnung und Gebrauch

3.2.2 Die Taubensymbolik bei der Taufe Jesu

4. Der Heilige Geist und die Taube

5. Die Taube als Symboltier in der Kunst

5.1 Ikonographisches Vorgehen

5.2 Die Taube in künstlerischen Darstellungen der Dreieinigkeit

5.2.1 Vorikonographische Beschreibung

5.2.2 Ikonographische Analyse

5.2.3 Ikonologische Interpretation

5.2.4 Taube und Geist im Werk

5.3 Die Taube in künstlerischen Darstellungen der Taufe Jesu

5.3.1 Vorikonographische Beschreibung

5.3.2 Ikonographische Analyse

5.3.3 Ikonologische Interpretation

5.3.4 Taube und Geist im Werk

5.4 Die Taube in künstlerischen Darstellungen des Pfingstereignisses

5.4.1 Vorikonographische Beschreibung

5.4.2 Ikonographische Analyse

5.4.3 Ikonologische Analyse

5.4.4 Taube und Geist im Werk

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und theologische Entwicklung der Taube als Symboltier des Heiligen Geistes. Dabei soll analysiert werden, wie sich dieses Motiv ausgehend von biblischen Textzeugnissen in der christlichen bildenden Kunst der Renaissance als bedeutungsträchtiges Symbol etabliert und gefestigt hat.

  • Biblische Grundlagen des Geistesbegriffs (rûah und pneuma)
  • Die Taube als Tier und Symbol im Alten und Neuen Testament
  • Methodische Kunstbetrachtung nach dem Dreistufenmodell von Erwin Panofsky
  • Ikonographische und ikonologische Analyse ausgewählter Werke der Renaissance
  • Die Verbindung von Tauben- und Geistsymbolik in Bild und Text

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Arten, Verhalten und Verwendung

Im biblischen Israel waren zahlreiche Taubenarten bekannt. Die am häufigsten auftretende Art war die Felsentaube, dicht gefolgt der Turteltaube, wohingegen die Turteltaube nur im Sommer als Zugvogel nach Israel kam, was auch durch einen Bibelvers zu belegen ist. Auch die zahlreichen Verhaltensweisen der Tauben werden in der Bibel aufgegriffen so berichtet Jer 48,28 wie Felsentauben in Felswänden und Nischen nisten. Dass Tauben zudem wehrlos, arglos und leichtgläubig und somit leicht zu fangen sind, schreibt Hosea 7,11 mit einem Vergleich Ephraim’s als „törichte Taube, die sich leicht fangen lässt“. Tauben können zudem sehr schnell fliegen, wobei der Wind an ihren Flügeln dabei ein pfeifendes Geräusch erzeugt. Und auch das Gurren der Tauben wird in der Bibel erwähnt, da es angeblich an Klagegesänge erinnert. Tauben hatten für die damalige Gesellschaft Israels eine große wirtschaftliche Bedeutung und wurden vielfältig verwendet. Aus diesem Grund zählt sie seit dem 6. Jh. v. Chr. als eine der domestizierten Tierarten Palästinas in der Spätbronze- und Eisenzeit. Die domestizierten Vögel wurden in der hellenistischen Zeit in riesigen unter und oberirdischen Taubenschlägen sogenannten Columbarien gehalten. Als Haustier wurden sie entweder als Nahrungsquelle gezüchtet oder ihr Kot, welcher reich an organischen Salzen ist, zum Brotbacken verwendet.

Doch viel wichtiger ist ihre Bedeutung als einziges geflügeltes Opfertier, womöglich da die Taube alle notwendigen Attribute ihrer Gattung besitzt und somit nach jüdischer Praxis ein reines Tier ist. Meist wurden jedoch nur männliche Tauben geopfert, da die weiblichen für die Nachzucht benötigt wurden. Vor allem war die Taube Reinigungs- und Sündopfer der Armen. Nach der Regelung durften also in besonderen Armutsfällen anstelle von Vieh eine bestimmte Anzahl von Haus- oder Turteltauben geopfert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die persönliche Motivation der Autorin dar und definiert das Ziel der Arbeit, die Entwicklung der Taube zum Symbol des Heiligen Geistes in Bibel und Kunst zu untersuchen.

2. Der Heilige Geist: Kapitel 2 beleuchtet die biblische Herleitung des Geistesbegriffs anhand von hebräischen (rûah) und griechischen (pneuma) Textzeugnissen im Alten und Neuen Testament.

3. Die Taube im Kontext der Bibel: Dieses Kapitel analysiert die Taube als Tier, Opfertier und Symbolträger innerhalb der biblischen Zeiten und Texte.

4. Der Heilige Geist und die Taube: Hier werden die zuvor getrennt betrachteten Motive „Geist“ und „Taube“ miteinander verknüpft und deren inhaltliche Assoziationsräume aufgezeigt.

5. Die Taube als Symboltier in der Kunst: Kapitel 5 wendet das Dreistufenmodell von Erwin Panofsky an, um die Taubensymbolik in Werken von Dürer, Cranach dem Jüngeren und Tizian zu analysieren.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und bestätigt die Etablierung der Taube als festes Symbol des Heiligen Geistes durch die Vermittlung der Kunst.

Schlüsselwörter

Heiliger Geist, Taube, Symbolik, Altes Testament, Neues Testament, Bibel, Ikonographie, Ikonologie, Renaissance, Albrecht Dürer, Lucas Cranach der Jüngere, Tizian, Opfertier, Liebesbotin, Kunstgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Taube von einem antiken Tier- und Opfersymbol hin zu einem zentralen Symboltier für den Heiligen Geist im Christentum.

Welche inhaltlichen Kernbereiche werden abgedeckt?

Die Arbeit kombiniert biblische Exegese mit kunsthistorischer Analyse, um die Transformation des Taubensymbols über die Jahrhunderte hinweg nachvollziehbar zu machen.

Was ist das primäre Forschungsziel der Untersuchung?

Ziel ist es darzulegen, wie sich das Symbol der Taube in biblischen Texten begründet und wie dieses in der bildenden Kunst der Renaissance eine feste Bedeutungsebene als Darstellung des Heiligen Geistes erhalten hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Methodisch orientiert sich die Autorin am ikonographisch-ikonologischen Dreistufenmodell des Kunsthistorikers Erwin Panofsky, um Bildwerke systematisch zu beschreiben, zu analysieren und zu interpretieren.

Was steht im Zentrum des Hauptteils der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine bibelwissenschaftliche Fundierung und einen kunstwissenschaftlichen Praxisteil, in dem Werke von Dürer, Cranach dem Jüngeren und Tizian konkret untersucht werden.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Heiliger Geist, Taubensymbolik, Ikonographie, biblische Exegese und Renaissance-Kunst beschreiben.

Warum spielt die Taube im Alten Testament auch eine wirtschaftliche Rolle?

Die Taube wurde neben ihrer rituellen Nutzung als Opfertier auch als Haustier gehalten, wobei sowohl ihr Fleisch als Nahrungsquelle als auch ihr Kot aufgrund des hohen Salzgehaltes für handwerkliche Zwecke genutzt wurde.

Welche Rolle spielt Martin Luther bei der Analyse des Cranach-Werkes?

Martin Luthers Präsenz im Bild und seine Verbindung zur Werkstatt Cranach dienen als zusätzliche Legitimierung für die theologische und richte Interpretation der Dargestellten Szene im Kontext der Reformation.

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Details

Titel
Die Entwicklung der Taube zum Symboltier des Heiligen Geistes
Untertitel
Eine wissenschaftliche Untersuchung im Kontext von Bibelwissenschaft und christlich bildender Kunst
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Note
1,3
Autor
Lea Krüger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
35
Katalognummer
V1245564
ISBN (PDF)
9783346675149
ISBN (Buch)
9783346675156
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklung taube symboltier heiligen geistes eine untersuchung kontext bibelwissenschaft kunst
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lea Krüger (Autor:in), 2022, Die Entwicklung der Taube zum Symboltier des Heiligen Geistes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245564
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Leseprobe aus  35  Seiten
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