Die Lebens- und Gesundheitssituation des Menschen ist von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig. Neben den genetischen Dispositionen, Geschlecht, Alter und die individuelle Lebensweise verdeutlichen Dahlgren & Whitehead weiter Determinanten der Gesundheit: die soziale Umwelt und Integration, die Arbeits- und Lebensbedingungen, wie auch die allgemeinen sozioökonomischen, kulturellen und umweltbezogenen Bedingungen.
In den vergangenen Jahren stiegen neben den individuellen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung vor allem die Bedeutsamkeit von Prävention und Gesundheitsförderung in sozialen Strukturen, den Settings. Im weiteren Verlauf wird darauf aufbauend die gesundheitsbezogene Datenlage im Setting Kindertagesstätte mit der dazugehörige Zielgruppe Vorschulkinder anhand aktuell verfügbarer Literatur analysiert. Daran anschließend werden Handlungsansätze der Gesundheitsförderung und Verbesserungen der Lebens- und Gesundheitssituation im Setting Kindertagesstätte abgeleitet.
Inhaltsverzeichnis
1 ANALYSE DER GESUNDHEITLICHEN AUSGANGSSITUATION IM SETTING KINDERTAGESEINRICHTUNG
1.1 Gesundheitsbezogene Datenlage von Vorschulkinder
1.1.1 Zentrale Gesundheitsprobleme von Vorschulkinder
1.1.2 Datenlage zum Gesundheitsverhalten von Vorschulkinder
1.1.3 Kindertageseinrichtungen als Schlüsselsetting der Gesundheitsförderung
1.2 Ableitung von Handlungsansätzen
1.2.1 Handlungsansatz: Förderung von gesundheitswirksamer körperlicher Aktivität
1.2.2 Handlungsansatz: Förderung einer bedarfsgerechten Ernährung
1.2.3 Handlungsansatz: Förderung der psychosozialen Gesundheit
2 SCHWERPUNKTTHEMA FÜR EIN GESUNDHEITSFÖRDERUNGSPROJEKT IM SETTING KINDERTAGESEINRICHTUNG
3 RECHERCHE MODELLPROJEKT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die gesundheitliche Ausgangssituation von Vorschulkindern im Setting der Kindertageseinrichtung, um daraus fundierte Handlungsansätze für die Gesundheitsförderung abzuleiten und ein entsprechendes Präventionsprojekt zu konzipieren.
- Gesundheitliche Belastungen im Vorschulalter
- Bedeutung des Setting-Ansatzes in Kitas
- Förderung von körperlicher Aktivität und Ernährung
- Stärkung der psychosozialen Gesundheit
- Evaluation von Modellprojekten (z.B. „Kindergarten plus“)
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Zentrale Gesundheitsprobleme von Vorschulkinder
Mit dem medizinischen Fortschritt hat sich die nationale Gesundheitslage der Kinder und Vorschulkinder unverkennbar verbessert. Einhergehend mit der ausgeprägten medizinischen Versorgung und dem hohen nationalen Entwicklungs- und Bildungsstand steigen jedoch die Zivilisationserkrankungen.
Das Robert Koch-Institut [RKI] und das Statistische Bundesamt [Destatis] stellten 2008 die zentralen Gesundheitsprobleme mithilfe der Ergebnisse des von 2003 bis 2006 erhobene Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) dar.
Immer häufiger werden im frühen Kindesalter Bewegungsmangel mit Defiziten in der körperlichen Ausdauerleistung und Körperkraft, psychische Verhaltensauffälligkeiten, Defizite in der motorischen Entwicklung und Koordinationsfähigkeit, Übergewicht und Adipositas mit problematischem Ernährungsverhalten sowie ein erhöhtes Risiko für Unfälle und Verletzungen festgestellt (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung [BZgA], 2002, S.22).
Der steigende Anteil an übergewichtiger und adipöser Vorschulkinder wird immer mehr zu einem zentralen Gesundheitsproblem. Zwar ist Übergewicht und Adipositas im frühen Kindesalter mit lediglich 9,1 % im Vergleich zu der nachfolgenden Jugendphasen mit 17,7 % noch gering vertreten, aber die Auswirkungen auf die Gesundheit sind dennoch gravierend (Kurth & Schaffrath Rosario, 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1 ANALYSE DER GESUNDHEITLICHEN AUSGANGSSITUATION IM SETTING KINDERTAGESEINRICHTUNG: Dieses Kapitel beleuchtet die aktuelle Datenlage zu Gesundheitsproblemen wie Übergewicht und Bewegungsmangel bei Vorschulkindern und identifiziert Kitas als wichtige Settings für Präventionsmaßnahmen.
2 SCHWERPUNKTTHEMA FÜR EIN GESUNDHEITSFÖRDERUNGSPROJEKT IM SETTING KINDERTAGESEINRICHTUNG: Hier wird die Förderung der psychosozialen Gesundheit als zentrales Interventionsziel festgelegt und in konkrete Maßnahmen für den Kita-Alltag übersetzt.
3 RECHERCHE MODELLPROJEKT: Dieses Kapitel analysiert das bestehende Programm „Kindergarten plus“ im Hinblick auf seine Methoden und Erfolge, um die Übertragbarkeit auf das eigene Projekt zu validieren.
Schlüsselwörter
Gesundheitsförderung, Kindertageseinrichtung, Vorschulkinder, Bewegungsmangel, Adipositas, psychosoziale Gesundheit, Ernährung, Prävention, Setting-Ansatz, KiGGS-Studie, Kindergarten plus, Lebenswelten, motorische Entwicklung, psychische Verhaltensauffälligkeiten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Ziel dieser Arbeit?
Ziel ist es, Handlungsansätze zur Gesundheitsförderung in Kindertageseinrichtungen zu entwickeln, um die physische und psychosoziale Entwicklung von Vorschulkindern präventiv zu unterstützen.
Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?
Die Arbeit fokussiert sich primär auf die Themen Bewegungsmangel, ungesundes Ernährungsverhalten und psychische Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern zwischen drei und sechs Jahren.
Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verfolgt?
Die Arbeit nutzt den Setting-Ansatz, welcher darauf abzielt, Gesundheit und Gesundheitsverhalten direkt in den Lebenswelten (Settings) der Zielgruppe zu fördern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Datenlage zur Kindergesundheit, leitet daraus spezifische Handlungsfelder ab und stellt ein exemplarisches Modellprojekt zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen vor.
Warum sind Kitas als Settings besonders geeignet?
Da fast alle Kinder im Vorschulalter Kitas besuchen, bieten diese eine enorme Reichweite, um frühzeitig positive Verhaltensmuster und Bildungsprozesse zu etablieren.
Welche Rolle spielt der sozioökonomische Status?
Die Studie belegt, dass Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen ein höheres Risiko für gesundheitliche Defizite aufweisen, weshalb die Kita eine wichtige Rolle für die Chancengleichheit einnimmt.
Was unterscheidet das Projekt „GuteLauneSchlechteLaune“?
Es handelt sich um ein eigens konzipiertes Gesundheitsförderungsprojekt, das den Fokus auf die Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen durch verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen legt.
Wie effektiv bewertet der Autor das Modell „Kindergarten plus“?
Der Autor stuft das Modell aufgrund seiner nachgewiesenen Fähigkeit, prosoziales Verhalten zu fördern und Verhaltensprobleme zu reduzieren, als hochgradig übertragbar und erfolgreich ein.
- Arbeit zitieren
- K. Becker (Autor:in), 2021, Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten. Im Setting Kindertageseinrichtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245618