Der vorliegende Bericht beschäftigt sich mit der Frage, in welcher Form Feedback gegeben werden soll. Zunächst wird der Begriff Feedback genauer definiert und der Nutzen des Feedbackprozesses wird erläutert. Anschließend werden die Formen des mündlichen Feedbacks und des schriftlichen Feedbacks genauer beschrieben. Danach findet ein Vergleich zwischen den beiden Formen des Feedbacks statt. Auf dieser Grundlage wird abschließend ein Resümee gezogen, worin eine Beantwortung der Forschungsfrage, welche Vorteile eine mündliche Rückmeldung gegenüber einer schriftlichen Rückmeldung hat, gegeben wird.
Feedback ist in unserem heutigen Alltag allgegenwärtig. Ob wir bei Amazon einen Artikel bestellen und anschließend darum gebeten werden Rückmeldung zu geben, wie uns das Kauferlebnis gefallen hat, oder ob wir nach dem Mittagessen in der Mensa beim Verlassen das Essen mit Sternen bewerten sollen. Überall lassen sich Situationen finden, in denen wir aufgefordert werden in irgendeiner Form etwas Vergangenes noch einmal in unserem Kopf abzurufen, und es zu reflektieren. Die Absichten dahinter sind immer die gleichen. Es sollen Informationen gesammelten werden, um die Qualität dessen, worüber wir Feedback geben sollen, zu verbessern.
Das Thema der Steigerung von Unterrichtsqualität ist in der Bildungsforschung eine der zentralen Fragen, die es zu beantworten gilt. Vermutlich wird sie nie endgültig zu beantworten sein, weil die verschiedenen Bildungsforscherinnen und Forscher immer neue und unterschiedliche Erkenntnisse darüber erlangen, was guten Unterricht ausmacht. Unbestritten ist allerdings die Tatsache, dass Feedback einen Teil dazu beiträgt die Unterrichtsqualität zu steigern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von Feedback
3. Nutzen von Feedback
4. Formen von Feedback
4.1 mündliches Feedback
4.2 schriftliches Feedback
5. Vergleich zwischen mündlichem und schriftlichem Feedback
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Formen von Feedback im schulischen Kontext mit dem primären Ziel, die spezifischen Vorteile mündlicher Rückmeldungen gegenüber schriftlichen Varianten zu identifizieren und für die Unterrichtspraxis in der Grundschule zu bewerten.
- Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmung von Feedback
- Analyse des Nutzens von Feedback für den Lernprozess
- Gegenüberstellung von mündlichen und schriftlichen Feedbackformaten
- Bedeutung der Altersgerechtigkeit und Lesekompetenz bei Rückmeldungen
- Rolle des Feedbacks bei der Professionalisierung der Unterrichtsqualität
Auszug aus dem Buch
4.1 mündliches Feedback
Feedback kann in mündlicher Form gegeben werden. Der Feedbackgeber steht vor dem Feedbacknehmer und spricht unmittelbar mit ihm. Die beiden Akteure des Feedbacks sehen sich und können somit nicht nur über Sprache miteinander kommunizieren. Die Kommunikation kann mit Hilfe der Körpersprache unterstützt werden. Positives Feedback kann durch eine freundliche Gestik und Mimik authentischer werden. Dagegen kann aber auch beispielsweise Unmut über das Verhalten eines Schülers oder einer Schülerin durch einen ernsten Gesichtsausdruck betont werden. Dadurch, dass mündliches Feedback nicht nur in rein sprachlicher Form, sondern auch mit Unterstützung von Körpersprache, Gestik und Mimik, gegeben wird, kann die Aussage des Feedbacks verstärkt werden.
Lehrerinnen und Lehrer haben die Möglichkeit ihren Schülerinnen und Schülern mündliches Feedback zu geben, wenn diese sich noch im Lernprozess befinden. Sie können direkt eine Rückmeldung über das Lernen geben. Sieht die Lehrkraft, dass während einer Bearbeitungsphase im Unterricht einige Lernende Schwierigkeiten beim Lösen der Aufgabenstellungen haben, so kann diese direkt intervenieren und gezieltes Feedback geben. Dabei sind die bereits oben erwähnten Fragen Feed Up und Feed Back entscheidend. Es herrscht also kein oder nur ein sehr geringer zeitlicher Abstand zwischen Lernprozess und Feedbackprozess. Diese temporäre Nähe ist entscheidend für konstruktives Feedback. Konstruktives Feedback zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es während oder unmittelbar nach dem Lernprozess stattfindet (vgl. Buhren 2015, S. 26f). Dieses konstruktive Feedback im Unterricht kann nur in mündlicher Form geschehen. Keine Lehrkraft hätte während dem Unterricht die Zeit ein individuelles Feedback für einzelne Schülerinnen und Schüler in schriftlicher Form anzufertigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Thema Feedback in der Bildungsforschung und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Vorteile mündlicher Rückmeldungen.
2. Definition von Feedback: Es werden grundlegende terminologische Bestimmungen vorgenommen und Feedback als subjektiven, konstruktivistischen Prozess zwischen Feedbackgeber und -nehmer definiert.
3. Nutzen von Feedback: Das Kapitel erläutert, wie Feedback durch gezielte Fragen (Feed Up, Feed Back, Feed Forward) Lernprozesse effektiver gestalten und die Selbstregulation fördern kann.
4. Formen von Feedback: Die verschiedenen Modalitäten der Rückmeldung werden differenziert, wobei die Besonderheiten von mündlichen Interaktionen und der zeitversetzten schriftlichen Form analysiert werden.
5. Vergleich zwischen mündlichem und schriftlichem Feedback: Hier erfolgt eine kritische Abwägung der beiden Formen unter Berücksichtigung von Reziprozität, Schnelligkeit und dem Entwicklungsstand der Lernenden.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Kontextabhängigkeit der Wahl bei der Feedbackform und plädiert für einen professionellen, methodisch reflektierten Einsatz im Unterricht.
Schlüsselwörter
Feedback, mündliche Rückmeldung, schriftliche Rückmeldung, Unterrichtsqualität, Grundschule, Lehr-Lern-Prozess, Feedbackkultur, Hattie, Lernprozess, pädagogische Leistungskultur, Reziprozität, Professionalisierung, Schüler-Lehrer-Interaktion, Konstruktivismus, Bildungsforschung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen der Arbeit?
Die Arbeit untersucht die spezifischen Vor- und Nachteile von mündlichem im Vergleich zu schriftlichem Feedback und wie diese Formen zur Lernförderung in der Grundschule beitragen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Definition von Feedback, Hatties Feedbackmodell, die Unterscheidung zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation sowie die Relevanz der kindlichen Entwicklung für den Feedbackprozess.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, welche konkreten Vorteile eine mündliche Rückmeldung gegenüber einer schriftlichen Rückmeldung im schulischen Kontext aufweist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung erziehungswissenschaftlicher Theorien zum Thema Feedback und schulischer Leistungskultur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst der Begriff und Nutzen von Feedback geklärt, bevor die spezifischen Merkmale mündlicher und schriftlicher Formen analysiert und anschließend miteinander verglichen werden.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Feedback, Unterrichtsqualität, mündliche/schriftliche Rückmeldung, Grundschule, Lernprozess und Professionalisierung.
Warum ist das Alter der Kinder bei der Feedbackwahl entscheidend?
Jüngere Kinder verfügen oft noch nicht über die notwendige Lese- oder Methodenkompetenz, um komplexes schriftliches Feedback zu verarbeiten; mündliches Feedback ist hier oft leichter zugänglich.
Welche Rolle spielt die Körpersprache beim mündlichen Feedback?
Das mündliche Feedback ermöglicht zusätzlich zur sprachlichen Botschaft den Einsatz von Mimik und Gestik, was die Aussage verstärken und authentischer wirken lässt.
- Arbeit zitieren
- Dominik König (Autor:in), 2020, Feedback geben. Vorteile mündlicher Rückmeldung gegenüber schriftlicher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245725