Feedback geben. Vorteile mündlicher Rückmeldung gegenüber schriftlicher


Hausarbeit, 2020

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Definition von Feedback

3. Nutzen von Feedback

4. Formen von Feedback
4.1 mündliches Feedback
4.2 schriftliches Feedback

5. Vergleich zwischen mündlichem und schriftlichem Feedback

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Feedback ist in unserem heutigen Alltag allgegenwärtig. Ob wir bei Amazon einen Artikel bestellen und anschließend darum gebeten werden Rückmeldung zu geben, wie uns das Kauferlebnis gefallen hat, oder ob wir nach dem Mittagessen in der Mensa beim Verlassen das Essen mit Sternen bewerten sollen. Überall lassen sich Situationen finden, in denen wir aufgefordert werden in irgendeiner Form etwas Vergangenes noch einmal in unserem Kopf abzurufen, und es zu reflektieren. Die Absichten dahinter sind immer die gleichen. Es sollen Informationen gesammelten werden, um die Qualität dessen, worüber wir Feedback geben sollen, zu verbessern.

Das Thema der Steigerung von Unterrichtsqualität ist in der Bildungsforschung eine der zentralen Fragen, die es zu beantworten gilt. Vermutlich wird sie nie endgültig zu beantworten sein, weil die verschiedenen Bildungsforscherinnen und Forscher immer neue und unterschiedliche Erkenntnisse darüber erlangen, was guten Unterricht ausmacht. Unbestritten ist allerdings die Tatsache, dass Feedback einen Teil dazu beiträgt die Unterrichtsqualität zu steigern.

Feedback ist gerade deshalb auch ein viel diskutiertes Thema. Spätestens seit Hattie in seiner hochgelobten Studie festgestellt hat, dass Feedback zur Verbesserung von Lehren und Lernen entscheidend beiträgt.

Der vorliegende Bericht beschäftigt sich daher mit der Frage in welcher Form Feedback gegeben werden soll. Zunächst wird der Begriff Feedback genauer definiert und der Nutzen des Feedbackprozesses wird erläutert. Anschließend werden die Formen des mündlichen Feedbacks und des schriftlichen Feedbacks genauer beschrieben. Danach findet ein Vergleich zwischen den beiden Formen des Feedbacks statt. Auf dieser Grundlage ziehe ich abschließend ein Resümee, worin ich eine Beantwortung der Forschungsfrage, welche Vorteile eine mündliche Rückmeldung gegenüber einer schriftlichen Rückmeldung hat, gebe.

2. Definition von Feedback

Schlägt man den Begriff Feedback im Duden nach, so findet man folgende Definition: Reaktion, die jemandem anzeigt, dass ein bestimmtes Verhalten, eine Äußerung o. Ä. vom Kommunikationspartner verstanden wird [und zu einer bestimmten Verhaltensweise oder -änderung geführt hat]; Rückkopplung, Rückmeldung ( vgl. Duden-Online, ohne Paginierung). Einem Feedback ist also immer eine Handlung oder Aussage vorangestellt. Feedback beruht daher immer auf etwas Vergangenem.

Beim Feedback gibt es dabei grundsätzlich immer zwei Akteure. Zum einen den Feedbackgeber und zum anderen den Feedbacknehmer. Dies können beispielsweise eine Lehrkraft und eine Schülerin oder Schüler sein. Feedbackgeber und Nehmer müssen allerdings nicht immer zwangsläufig nur eine Person sein. Es kann sich auch um ein Gruppenfeedback handeln, wenn eine Gruppe von Schülerinnen und Schüler einen Vortrag vor der Klasse hält und anschließend eine Rückmeldung von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern erhalten. Feedback kann in unterschiedlicher Form gegeben werden. Dies kann sowohl mündlich als auch schriftlich geschehen. Der Feedbackgeber gibt dem Feedbacknehmer dabei eine Rückmeldung über die vergangene Tätigkeit oder Aussage. Dabei ist entscheidend, dass Feedback nicht den drei Gütekriterien, Objektivität, Validität und Reliabilität, entsprechen muss (vgl. Buhren 2015, S. 17). Dies ist nicht der Fall, weil Feedback auf den Wahrnehmungen und Sinneseindrücken des Feedbackgebers beruht und diese immer subjektiv sind (vgl. Buhren 2015, S. 27f).

Feedback zielt immer darauf ab, dass dem Feedbacknehmer die Sichtweisen anderer auf die vorangegangene Situation deutlich gemacht wird. Dies dient dazu, dass der Feedbacknehmer unbekannte bzw. unbewusste Bereiche der Situation erkennen kann (vgl. Landwehr 2007, S. 9).

Aus konstruktivistischer Sicht lässt sich daher sagen, dass Feedback immer nur ein Angebot darstellt. Es liegt allein beim Feedbacknehmer, ob er dieses Angebot annimmt und es zur Selbstreflektion nutzt. Feedback kann nur dann eine lernwirksame Rückmeldung sein, wenn der Feedbacknehmer dieses Angebot auch annimmt. Aus diesem Grund zielt Feedback nicht nur auf die Sicherung von Unterrichtsqualität, sondern auch auf den Aufbau einer Feedbackkultur innerhalb der Akteure im Unterricht (vgl. Wilkening 2016, S. 10).

3. Nutzen von Feedback

Feedback hat einen großen Nutzen, um Lehren und Lernen effektiver zu machen. Dabei ist allerdings immer zu beachten, dass ein qualitativ hochwertiger Unterricht nicht nur durch Feedback gekennzeichnet ist. Feedback ist nur ein kleiner Teil in dem komplexen Vorgang des Schulunterrichts (vgl. Hattie, 2014, S 211).

Der hauptsächliche Nutzen von Feedback liegt darin, die Diskrepanzen zwischen dem Feedbackgeber und Feedbacknehmer über das Verständnis von Leistung und Ziel zu verringern (vgl. Hattie 2014, S. 208f). Feedback lässt sich daher auch als Informationsaustausch verstehen, einem Austausch von Informationen zwischen zwei Akteuren. Dabei stehen die Aspekte der eigenen Leistung bzw. das eigene Verstehen im Mittelpunkt.

Um zu zeigen, wie effektives Feedback gelingen kann und was dabei zu beachten ist, hat Hattie ein Feedbackmodel entwickelt. Das Model weist drei zentrale Fragen auf, welche effektives Feedback beinhalten sollte. Diese drei Fragen lauten: Wohin gehst du? (Feed Up), Wie kommst du voran? (Feed Back), Wohin geht es danach? (Feed Forward). Damit Feedback sein volles Potential ausschöpfen kann, müssen diese drei Fragen immer beantwortet werden. Diese drei Fragen werden auf vier unterschiedlichen Ebenen gestellt. Diese Ebenen sind: die Ebene der Aufgabenleistung, die Ebene des Verstehensprozesses, die Ebene der Selbstregulation und der Ebene der Person selbst. Dementsprechend müssen je nach Ebene andere Fragen und Aussagen der Lehrkraft an die Schülerinnen und Schüler gerichtet werden. (vgl. Hattie 2014, S. 209f).

Das von vielen Lehrerinnen und Lehrer als effektiv verstandene Lob an Schülerinnen und Schüler ist allerdings, mit Ausnahmen auf der Ebene der Person selbst, wenig effektiv. Lob in Form von „Diese Aufgabe hast du gut erledigt“ ist zu unpräzise und hilft nicht bei der Beantwortung der drei Fragen auf den unterschiedlichen Ebenen (vgl. Hattie 2014, S. 210).

Wichtig beim Feedback ist auch die Phase, in der Feedback gegeben wird. Viele Lehrerinnen und Lehrer meinen sie würden sehr häufig den Schülerinnen und Schüler ein Feedback geben. Allerdings erkennen die Schülerinnen und Schüler die Aussagen der Lehrkraft oft nicht als solches. Die Schülerinnen und Schüler müssen wissen, wann Feedback gegeben wird. Es ist daher sinnvoll gezielt Feedbackphasen in den Unterrichtsablauf einzubauen. Nur wenn die Lernenden wissen, wann sie von dem Lehrenden Feedback bekommen und es als solches wahrnehmen, können sie einen Nutzen daraus ziehen (vgl. Hattie 2014, S. 207).

Dieser Feedbackphase muss daher auch immer eine Phase des Lernens vorrausgehen. Feedback muss nachgestellt sein. Feedback ist nur dann effektiv und nützlich, wenn Lernen dem Feedback vorrausgeht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Feedback geben. Vorteile mündlicher Rückmeldung gegenüber schriftlicher
Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
13
Katalognummer
V1245725
ISBN (Buch)
9783346683373
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Feedback, mündliche Rückmeldung, schriftliche Rückmeldung, Vorteile, Nachteile
Arbeit zitieren
Dominik König (Autor:in), 2020, Feedback geben. Vorteile mündlicher Rückmeldung gegenüber schriftlicher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245725

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