Die Arbeit befasst sich mit dem Thema inklusive Weiterentwicklung in Kindertageseinrichtungen. Ziel der Arbeit ist es, ein Verständnis über die inklusive Weiterentwicklung in Kindertagesstätten zu erlangen und die daraus resultierenden Möglichkeiten und Grenzen der inklusiven Praxis zu untersuchen.
Der erste Teil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen. Darin wird unter anderem der Index für Inklusion genauer beschrieben und zwei weitere Theorien zur Inklusionsentwicklung in Kurzform dargestellt. Der zweite Teil beinhaltet die Befunde zur aktuellen Lage der inklusiven Weiterentwicklung und den damit verbundenen Möglichkeiten und Grenzen in den Kindertagesstätten. Anschließend wird im dritten Teil die Konsequenz für die Praxis in den Einrichtungen beschrieben.
Aufgrund der Unterzeichnung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen hat sich Deutschland 2006 verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem aufzubauen. Dieses System bezieht sich nicht nur auf den schulischen Bereich, sondern auch auf den frühkindlichen Bereich. Doch Inklusion ist noch lange nicht in allen frühpädagogischen Einrichtungen angekommen. Die Umsetzung bedarf eine Weiterentwicklung der Praxis hin zur inklusiven Praxis. Eine Unterschrift eines Vertrags und zahlreiche Leitlinien und Pläne alleine reichen nicht aus. Zudem bringt die inklusive Praxis einige Möglichkeiten mit sich, stellt die Einrichtung aber auch vor aufkommende Grenzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Ausgangssituation
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmungen
2.1.1 Integration
2.1.2 Inklusion
2.2 Rechtliche Grundlage
2.2.1 UN-Kinderrechtskonvention
2.2.2 Salamanca-Erklärung
2.2.3 UN-Behindertenrechtskonvention
2.2.4 Gesetzliche Lage in Deutschland
2.3 Index für Inklusion
2.3.1 Grundlegendes zum Index für Inklusion
2.3.2 Verständnis von Inklusion
2.3.3 Die drei Dimensionen des Index
2.3.4 Index Prozess
2.4 Weitere Theorien zur inklusiven Weiterentwicklung
2.4.1 Vier Ebenen nach Annedore Prengel
2.4.2 Mehrebenenmodell nach Ulrich Heimlich
3 Befunde zur inklusiven Weiterentwicklung
3.1 Ausgangslage in den Kindertageseinrichtungen in Deutschland
3.1.1 Aktuelle Zahlen zur Kinderbetreuung
3.1.2 Organisationsformen der Kindertageseinrichtungen
3.2 Inklusive Weiterentwicklung
3.2.1 Möglichkeiten inklusiver Weiterentwicklung
3.2.2 Grenzen inklusiver Weiterentwicklung
4 Konsequenzen für die Kita Praxis
5 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die inklusive Weiterentwicklung in Kindertagesstätten, um ein tieferes Verständnis für die Gestaltung eines inklusiven Bildungsalltags sowie die damit verbundenen Möglichkeiten und Barrieren zu erlangen und daraus Handlungsoptionen für die Praxis abzuleiten.
- Grundlagen der Inklusion und Abgrenzung zur Integration
- Rechtliche Rahmenbedingungen wie die UN-Behindertenrechtskonvention
- Einsatz des "Index für Inklusion" als methodisches Werkzeug
- Analyse von Möglichkeiten und Grenzen der inklusiven Praxis
- Identifikation von Konsequenzen für Fachkräfte und Organisationen
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Möglichkeiten inklusiver Weiterentwicklung
Inklusive Weiterentwicklung in den Kindertageseinrichtungen, bietet nicht nur für Kinder mit (drohender) Behinderung, sondern auch für alle anderen Kinder, eine Vielzahl an Möglichkeiten in ihrer Entwicklung und Grundeinstellung bereichert zu werden (Groschwald & Rosenkötter 2015). Bei einer Umfrage des EMNID Instituts kam heraus, dass 88% der Eltern der Meinung sind, dass Inklusion eine fördernde Wirkung des gemeinsamen Lernens auf das Sozialverhalten der nicht behinderten Kinder hat. Vor allem die Eltern, die schon Erfahrungen mit Inklusion machen konnten, „bejahten Inklusion und betonten [betonen, G.S.] die positiven Auswirkungen“ (Groschwald & Rosenkötter 2015, S.112).
In heterogenen Gruppen, also in Gruppen in denen Kinder unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Herkunft, mit und ohne Behinderung usw. betreut werden, haben alle die Möglichkeit verschiedene Rollen einzunehmen. So können sie individuelle Fähigkeiten und Kompetenzen zeigen. Dies macht den Alltag vielseitig und bietet den Kindern die Möglichkeit verschiedene Lern- und Erfahrungsrahmen miteinzubringen und regt sie zu neuen Lernschritten an (Heinze 2018).
Zudem erfahren Kinder, dass egal ob man anders aussieht, anders gekleidet ist, anders spricht oder einen sonderpädagogischen Förderbedarf hat, jeder in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen wird und Anerkennung und Wertschätzung erfährt. Dadurch lernen sich Kinder kritisch über Vorurteile, Gerechtigkeit und Diskriminierung auseinanderzusetzen. Schon ab 4 Jahren können sie erkennen, was wahr und was nicht wahr ist. In der inklusiven Pädagogik haben sie die Möglichkeit, Unrecht und Diskriminierung anzusprechen und gehört zu werden (Groschwald & Rosenkötter, 2015).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ausgangssituation: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und die rechtliche Notwendigkeit zur inklusiven Bildung, formuliert das Ziel der Arbeit und den Aufbau der Untersuchung.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Integration und Inklusion, betrachtet rechtliche Fundamente und stellt mit dem Index für Inklusion sowie weiteren Theorien wesentliche Konzepte für die praktische Umsetzung vor.
3 Befunde zur inklusiven Weiterentwicklung: Es wird der aktuelle Status der Inklusion in deutschen Kindertagesstätten anhand von Zahlen analysiert und die Chancen sowie Hindernisse für die tägliche inklusive Arbeit beleuchtet.
4 Konsequenzen für die Kita Praxis: Basierend auf den vorherigen Analysen werden konkrete Handlungsbedarfe zur Weiterentwicklung, etwa in der personellen Haltung oder der Organisationsgestaltung, aufgezeigt.
5 Schluss: Das Resümee fasst zusammen, dass Inklusion ein stetiger Entwicklungsprozess ist, der ein Umdenken aller Beteiligten erfordert.
Schlüsselwörter
Inklusion, Kindertageseinrichtung, Frühpädagogik, Behinderung, Integration, Index für Inklusion, pädagogische Fachkraft, Heterogenität, Inklusive Praxis, Bildungssystem, UN-Behindertenrechtskonvention, Organisationsentwicklung, Teilhabe, Vielfalt, Inklusive Weiterentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der inklusiven Weiterentwicklung von Kindertagesstätten und untersucht, wie dieses Ziel trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen in die Praxis umgesetzt werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Inklusion, die Analyse der aktuellen Situation in Kindertageseinrichtungen sowie die Identifikation von Chancen und Barrieren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis über die inklusive Weiterentwicklung in Kitas zu gewinnen sowie die daraus resultierenden Potenziale und Grenzen zu erforschen.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf den "Index für Inklusion", das Konzept der "Pädagogik der Vielfalt" nach Annedore Prengel und das Mehrebenenmodell nach Ulrich Heimlich.
Was enthält der Hauptteil im Kern?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Darstellung der Ist-Situation in Deutschland sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Möglichkeiten und hinderlichen Faktoren für die Inklusion.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Inklusion, Kita, Frühpädagogik, Vielfalt, Organisationsentwicklung und Teilhabe sind prägende Begriffe dieser Untersuchung.
Wie bewertet die Arbeit die aktuelle Situation in deutschen Kitas?
Obwohl es rechtliche Verpflichtungen gibt, stellt die Arbeit fest, dass die Frühpädagogik noch nicht flächendeckend inklusiv arbeitet und Einrichtungen oft vor großen strukturellen Herausforderungen stehen.
Warum ist die Haltung des Teams für die Inklusion entscheidend?
Die Arbeit betont, dass das gesamte Team offen gegenüber Inklusion sein muss, da persönliche Einstellungen der Fachkräfte maßgeblich über das Gelingen oder Scheitern inklusiver Ziele entscheiden.
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- Anonym (Autor), 2020, Die inklusive Weiterentwicklung in Kindertagesstätten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245742