Diese Arbeit beschäftigt sich mit dieser Frage, inwiefern sich Parteiensysteme unterscheiden und damit auf die Beziehung zwischen Parlament und Regierung auswirken. Es wird angenommen, dass das politische Geschehen in diesen beiden staatlichen Institutionen maßgeblich von dem Einfluss der Parteien sowie den Relationen unter den Parteien selbst geprägt ist. Anhand zweier oberflächlich betrachtet sehr differenten Parteiensystemen, dem des Vereinigten Königreiches und dem der Bundesrepublik Deutschland, soll dies untersucht werden. Im theoretischen Teil dieser Arbeit wird zunächst ein Überblick über die politischen Systeme des Vereinigten Königreiches und der Bundesrepublik Deutschland gegeben. Anschließend werden zentrale Begriffe bezüglich politischer Parteien definiert und erläutert. Im empirischen Teil werden die Parteiensysteme beider Demokratien analysiert und verglichen. Daran anknüpfend wird ein Bezug zur Beziehung zwischen den Parlamenten und den Regierungen hergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Überblick politisches System Vereinigtes Königreich
2.2 Überblick politisches System Bundesrepublik Deutschland
2.3 Parteien und Parteiensysteme
3. Empirie
3.1 Vergleichende Analyse der Parteiensysteme
3.2 Relationen zwischen Parlamenten und Regierungen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterschiede zwischen den Parteiensystemen der Bundesrepublik Deutschland und des Vereinigten Königreichs und analysiert, wie diese differierenden Systeme die Machtverhältnisse und Beziehungen zwischen Regierung und Parlament in den jeweiligen Ländern prägen.
- Strukturvergleich der Parteiensysteme in Deutschland und Großbritannien
- Analyse der Rolle politischer Parteien in demokratischen Systemen
- Vergleichende Untersuchung der Regierungs- und Parlamentsbeziehungen
- Einfluss von Wahlsystemen auf die Parteienlandschaft
- Auswirkungen ideologischer Parteienmerkmale auf das parlamentarische Handeln
Auszug aus dem Buch
2.1 Überblick politisches System Vereinigtes Königreich
Das Vereinigte Königreich ist eine „Monarchie, die England, Wales, Schottland [also Großbritannien] und Nordirland umfasst“ (Duden 2001: 176). Allerdings handelt es sich genauer um eine parlamentarische Monarchie, da das Parlament zu Teilen demokratisch gewählt ist und die Legislativfunktion besitzt (vgl. Duden 2001: 176). Das britische politische System wird auch als „parliamentary democracy [und zugleich als] constitutional monarchy“ (Kesselmann / Krieger / Joseph 2016: 41) betitelt. Der Begriff „parliamentary democracy“ greift bereits die politische Wichtigkeit des britischen Parlamentes auf. Dieses inkludiert drei Instanzen: Das „House of Common“, auch Unterhaus genannt, das „House of Lords“, auch Oberhaus genannt, sowie das Staatsoberhaupt, den Monarchen. (Vgl. UK Parliament 2019) Das Unterhaus wird für eine Legislaturperiode von fünf Jahren direkt vom Volk gewählt und ist der zentrale Ort der Gesetzgebung, Interessenartikulation der Gesellschaft sowie Kontrolle der Regierung (vgl. Sturm 2017: 128). 650 Abgeordnete erarbeiten neue Gesetze, prüfen Gesetzesentwürfe und überwachen die Regierungspolitik (vgl. UK Parliament 2019). Das Oberhaus bildet die Vertretung des Erbadels ab und wurde seit 1958 durch politische Ernennungen ergänzt. Außerdem sitzen in diesem Gremium Mitglieder des Königshauses, die obersten Richter sowie Bischöfe und Erzbischöfe. (Vgl. Sturm 2017: Seite 139) Der Monarch ist das Staatsoberhaupt und die letzte entscheidende Instanz, die an der Gesetzgebung beteiligt ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das demokratische Ideal nach Robert Dahl und leitet die Forschungsfrage über den Zusammenhang zwischen Parteiensystemen und Regierungs-Parlaments-Beziehungen ein.
2. Theorie: Dieses Kapitel erläutert die politischen Systeme von Deutschland und Großbritannien sowie die grundlegenden Theorien zu Funktion und Aufgaben politischer Parteien.
2.1 Überblick politisches System Vereinigtes Königreich: Dieses Kapitel beschreibt die institutionelle Struktur des britischen Parlamentarismus, bestehend aus Unterhaus, Oberhaus und der Rolle des Monarchen.
2.2 Überblick politisches System BRD: Hier wird das deutsche System als Zweikammersystem mit explizitem Fokus auf den Bundestag und das Zusammenwirken von Parteien und Parlament erklärt.
2.3 Parteien und Parteiensysteme: Das Kapitel definiert den Parteienbegriff und erläutert deren zentrale Funktionen wie Repräsentation, Interessenaggregation und Elitenrekrutierung.
3. Empirie: Der empirische Teil vergleicht die tatsächliche Struktur und Wahlergebnisse der Parteiensysteme beider Länder miteinander.
3.1 Vergleichende Analyse der Parteiensysteme: Dieses Kapitel analysiert die parteipolitische Landschaft und die Auswirkungen der Wahlsysteme auf die Konzentration der politischen Macht.
3.2 Relationen zwischen Parlamenten und Regierungen: Hier werden die realen Machtverhältnisse und Kontrollbeziehungen zwischen der Exekutive und Legislative in beiden Demokratien untersucht.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die fortwährende Relevanz der Parteien für die Stabilität moderner Demokratien.
Schlüsselwörter
Parteiensystem, Demokratie, Parlament, Regierung, Bundestag, House of Commons, Wahlsystem, Verhältniswahlrecht, Mehrheitswahlrecht, politische Partizipation, Interessenaggregation, Koalitionsbildung, Politische Stabilität, Repräsentation, Regierungsform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht den wechselseitigen Einfluss von Parteiensystemen auf das parlamentarische Gefüge in Deutschland und dem Vereinigten Königreich.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die institutionelle Struktur der Parlamente, die Funktionen politischer Parteien und die spezifischen Wirkweisen von Wahlrechtssystemen.
Was ist die übergeordnete Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern sich die Parteiensysteme unterscheiden und wie sich diese Unterschiede auf die Beziehungen zwischen Parlament und Regierung auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine komparative (vergleichende) Analyse, um beide Systeme in Theorie und Empirie gegenüberzustellen.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Parteiendemokratie und wendet diese durch einen empirischen Vergleich der Wahlergebnisse und der parteilichen Machtverhältnisse an.
Wie lassen sich die zentralen Schlagworte zusammenfassen?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Parteiensystem, Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht sowie die Gewaltenteilung innerhalb parlamentarischer Systeme aus.
Wie unterscheidet sich die Regierungsbildung in den beiden Ländern?
Während in Deutschland Koalitionen aufgrund des Verhältniswahlrechts fast unvermeidbar sind, begünstigt das britische Mehrheitswahlrecht meist ein Zweiparteiensystem, in dem eine Partei die Regierung stellt.
Welche Besonderheit weist der britische Parlamentarismus laut der Analyse auf?
Das britische System ist stark auf das Unterhaus zentriert, wobei die Dominanz der zwei großen Parteien (Conservatives und Labour) zu einer spezifischen Form der "parlamentarischen Monarchie" führt.
Welches Fazit zieht die Autorin zur Rolle der Parteien?
Parteien bleiben ein unabdingbarer Bestandteil der Demokratie, stehen jedoch aktuell vor Herausforderungen wie sinkenden Wählerstimmen und einem allgemeinen Vertrauensverlust.
- Arbeit zitieren
- Lara Peters (Autor:in), 2019, Parlament und Regierung in Deutschland und Großbritannien. Differenzen in Parteisystemen und Relationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245815