Gott hat mit dem Apostel Paulus Geschichte geschrieben. Diese Studie wird sich damit befassen, wie Paulus zu den Themen Ehe und Sexualität Stellung genommen hat und wie er, aufgrund der uns überlieferten neutestamentlichen Texte, diese für jeden Menschen existentiellen Lebensbereiche angesprochen und bewertet hat. Die spezielle Aufgabenstellung zielt darauf ab, die beiden Kulturen zu sehen in denen Paulus unterwegs war. Kulturen, die ihn formten und die er mit seinem Leben, seinem Dienst in der Öffentlichkeit und als Gemeindegründer prägte.
Es wird untersucht wie er als Jude, insbesondere als messianischer Jude, zur Ehe und Sexualität Stellung bezog. Wie hat er das Jahrtausende alte jüdische Erbe, das ihn durch Thoraschule usw. prägte, in die völlig andere Welt des römischen Reiches „transportiert“? Was hat er unumstößlich hochgehalten? Was hat er verändert und angepasst und wie hat er es begründet? Was schrieb er den Christen in Rom, Korinth und Ephesus?
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Paulus, der "Wanderer zwischen den Kulturen"
2.1 Paulus, der Jude
2.2 Paulus, der Nachfolger Jesu
2.3 Paulus, der Missionar im nichtjüdischen Kontext
3 Paulus und die Ehe
3.1 War Paulus verheiratet?
3.2 Wie äußert Paulus sich zur Ehe?
3.3 Ehescheidung
3.4 Ehelosigkeit
4 Paulus und Sexualität
4.1 Außerhalb der Ehe
4.2 In der Ehe
4.3 Homosexualität
5 Fazit und Ausblick
6 Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die ethischen Ansichten des Apostels Paulus hinsichtlich Ehe und Sexualität im Kontext des Spannungsfeldes zwischen jüdischer Tradition und römisch-hellenistischer Kultur. Ziel ist es, die neutestamentliche Bewertung dieser Lebensbereiche darzustellen und ihre Relevanz für moderne ethische Fragestellungen zu eruieren, wobei Paulus als Grenzgänger zwischen den Kulturen betrachtet wird.
- Analyse der kulturellen Prägung des Paulus durch das Judentum und das Römische Reich.
- Untersuchung des biblischen Eheverständnisses im Gegensatz zur antiken Realität.
- Bewertung der paulinischen Perspektive auf Sexualität und Ehelosigkeit.
- Einordnung homosexuellen Verhaltens in den Schöpfungsrahmen des Neuen Testaments.
- Ableitung ethischer Orientierungshilfen für die heutige Zeit.
Auszug aus dem Buch
3 Paulus und die Ehe
Bei der ethischen Grundlegung für die Ehe knüpft Paulus beim Schöpfungsbericht an und verlängert es zur Christologie und Soteriologie: „Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde.“ 29 Christus ist der Retter, der „Soter“, der Menschen. Er erwählt sie und die, die sich erwählen lassen bilden gemeinsam die Ekklesia, die Gruppe der „Herausgerufenen“, die Gemeinde Jesu. Christus verließ den Himmel, suchte und erwählte seine Braut: die Gemeinde. Neben vielen anderen Bildern, die im Neuen Testament benutzt werden, um das Verhältnis von Christus und der Gemeinde zu beschreiben, ist dies sicherlich das romantischste. Auch hier wirft es wieder etwas für das Thema dieser Kursabschlussarbeit ab. Das Bild von Braut und Bräutigam impliziert den Gedanken von jungfräulicher Reinheit. 30 Somit auch - quasi reziprok - das die ausgelebte Sexualität eben nur in die Ehe gehört. Dass Christus nicht nur den inneren Menschen, sondern auch den Leib durch die Auferstehung heilt, führt den Theologen Theodor Ph. Culmann zu dieser Aussage: „kann die Ehe allein das Verhältnis Christi und seiner Gemeinde abspiegeln, indem Christus, wenn er bloß unsere Seele erlöste, und nicht auch „Heiland unseres Leibes wäre“, doch nur in einem platonischen Liebesverhältnis zu uns stünde.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Arbeit führt in die Untersuchung paulinischer Ethik bezüglich Ehe und Sexualität ein, eingebettet in den historischen Kontext des Apostels zwischen zwei Kulturen.
2 Paulus, der "Wanderer zwischen den Kulturen": Dieses Kapitel beleuchtet Paulus als Pharisäer, seine Bekehrung und sein Wirken als Missionar in einem Umfeld kultureller Vielfalt.
3 Paulus und die Ehe: Es wird analysiert, wie Paulus das Eheverständnis theologisch begründet, persönliche Aspekte beleuchtet und Themen wie Scheidung und Ehelosigkeit abhandelt.
4 Paulus und Sexualität: Dieser Abschnitt erörtert die Haltung zu Sexualität innerhalb und außerhalb der Ehe sowie die paulinische Einordnung der Homosexualität aus biblischer Sicht.
5 Fazit und Ausblick: Der Autor resümiert die Aktualität paulinischer Werte und plädiert für eine christliche Ethik, die den Menschen individuell zur Neuausrichtung durch Gottes Hilfe einlädt.
6 Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und weiterführender theologischer Literatur.
Schlüsselwörter
Paulus, Christliche Ethik, Ehe, Sexualität, Schöpfungstheologie, Antike, Judentum, Homosexualität, Ehelosigkeit, Ehescheidung, Neues Testament, Mission, Glaubenswerte, biblische Ordnung, Apostel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ethischen Lehren des Apostels Paulus zu Ehe und Sexualität im Spannungsfeld des antiken jüdischen und römischen Kulturraums.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Arbeit behandelt das biblische Verständnis der Ehe, die Bewertung sexueller Reinheit, die Frage der Ehelosigkeit und die Einordnung der Homosexualität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Paulus Schöpfungstexte auf die sozialen Herausforderungen seiner Zeit anwandte und welche ethischen Maßstäbe sich daraus für heute ableiten lassen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine theologisch-ethische Untersuchung, die neutestamentliche Aussagen mit historisch-kulturellen Kontextanalysen des antiken Umfelds verknüpft.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert spezifisch die Ehekonzeption, Aspekte der Scheidung, das Charisma der Ehelosigkeit sowie das paulinische Verständnis von Sexualität aus einer theozentrischen Perspektive.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Text charakterisieren?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie paulinische Theologie, Ehe-Ethik, christliche Lebensführung, kulturelle Herausforderung und biblische Schöpfungsordnung.
Warum war Paulus für die damaligen Verhältnisse als Ansprechpartner besonders relevant?
Weil Paulus als „Grenzgänger“ zwischen dem jüdischen Wertesystem und der römisch-hellenistischen Welt beide Welten verstand und die ethischen Leitplanken des Evangeliums in diese hinein übersetzte.
Wie bewertet der Autor die heutige Situation im Vergleich zur paulinischen Zeit?
Der Autor sieht Parallelen in der ethischen Herausforderung durch gesellschaftliche Strömungen und betont die Notwendigkeit, biblische Werte in einer modernen Welt sensibel und heilsam zu vermitteln.
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- Carsten Buck (Author), 2013, Die Ethik des Paulus in der interkulturellen Herausforderung seiner Zeit. Am Beispiel von Ehe und Sexualität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1246143