Das Ziel dieser Arbeit ist eine Abwägung der aktuellen Chancen und Risiken, die durch die Pandemie aus strategischer Investorensicht für einen Share Deal bei Distressed M&A Investments entstehen.
Dafür werden im nachstehenden Kapitel zunächst die Grundlagen der Untersuchung erläutert. Hierfür werden die Charakteristika einer Distressed M&A-Transaktion geschildert. Es folgt eine Erläuterung der für diese Art von Transaktion spezifischen Merkmale. Eingegangen wird auf die wirtschaftliche Lage des zu erwerbenden Unternehmens, das zur Verfügung stehende Zeitfenster gefolgt von dem Handlungsdruck.
Nach der Ermittlung der Grundlagen des Distressed M&A folgt eine Erläuterung der weiteren Attribute der Fragestellung der Arbeit. Hierfür werden zunächst die Merkmale und Folgen der Begehung eines Share Deals aufgezeigt, um anschließend der gleich mit den strategischen Investoren zu verfahren. Schlussendlich erfolgt eine Darstellung der aktuellen Wirtschaftslage und der Veränderungen innerhalb dieser bedingt durch die Pandemie.
In Folge der Ergebnisse aus dem zweiten Kapitel werden im anschließenden Kapitel die Chancen und Risiken, welche die Pandemie in Bezug auf die Fragestellung aufwirft, erörtert.
Abschließend wird die Arbeit durch ein Fazit beendet.
Inhaltsverzeichnis
1. Relevanz der Fragestellung
2. Grundlagen der Untersuchung
2.1. Charakteristika Distressed M&A-Transaktionen
2.1.1. M&A-Transaktionen
2.1.2. Abgrenzung Distressed M&A-Transaktionen
2.1.2.1. Wirtschaftliche Ausgangssituation des zu erwerbenden Unternehmens
2.1.2.2. Zeitfenster zum Abschluss der Transaktion
2.1.2.3. Handlungsdruck
2.2. Bedeutung des Share Deals
2.3. Strategische Investoren
2.4. Einflussnahme der Pandemie auf die Wirtschaft
3. Diskussion der Chancen und Risiken
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Chancen und Risiken abzuwägen, die während der Covid-19-Pandemie für strategische Investoren bei der Durchführung eines Share Deals im Rahmen von Distressed M&A-Prozessen entstehen, und analysiert hierbei die spezifischen Auswirkungen der Pandemie auf das Transaktionsumfeld.
- Charakterisierung von Distressed M&A-Transaktionen und deren Abgrenzung zum regulären M&A-Markt.
- Untersuchung der Bedeutung des „Share Deals“ als Transaktionsform in Krisenzeiten.
- Analyse der makroökonomischen Einflüsse der Pandemie auf die Wirtschaft und Unternehmenskrisen.
- Diskussion der spezifischen Chancen und Risiken bei Vertragsverhandlungen und Unternehmensbewertungen unter Pandemiebedingungen.
Auszug aus dem Buch
2.1.2.2. Zeitfenster zum Abschluss der Transaktion
Durch die Wirtschaftslage des zu erwerbenden Unternehmens steht bei Distressed M&A-Transaktionen wenig Zeit zum Abschluss dieser zur Verfügung. Die Fortführung des Unternehmens kann in Krisensituationen nur gewährleistet werden, sofern diesem zeitnah Kapital von außen zugeführt wird. Zudem wird die Symptomatik der Krise regelmäßig zu spät gedeutet. Eine Krise und derer Symptomatik entwickeln sich langsam. Dadurch infiltriert sich die Krise langsam, welches zu verzögerter Wahrnehmung als solcher auf Gesellschafterebene führt. Gleichzeitig bedeutet das Eingestehen einer Krise durch die Gesellschafter, dass sie selbst zumindest teils unerfolgreich waren, das Unternehmen auf eine Art und Weise zu führen, als das es profitabel ist. Differenziert sind hierbei Krisen zu betrachten, die rein durch äußere Einflüsse ausgelöst wurden. Nach Realisation der Krise entsteht eine Motivation in der Art, als das die Krisenbewältigung aus eigener Kraft schaffbar ist. Der Gesellschafter verliert durch Distressed M&A immer (zumindest einen Teil) seiner Rechte und Pflichten an dem Unternehmen. Deshalb wird Distressed M&A häufig erst im späteren Krisenverlauf als Handlungsalternative wahrgenommen, welches den Zeitdruck erhöht.
All diese Aspekte, angefangen bei der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens, führen dazu, dass bei Distressed M&A-Transaktionen verglichen mit den regulären M&A-Transaktionen bedeutend weniger Zeit zur Verfügung steht. Eine Distressed M&A-Transaktion hat in der Regel ein Zeitfenster von 6-12 Wochen zur Verfügung. Bei regulären M&A-Transaktionen stehen mehrere Monate bis zu einem Jahr zur Verfügung. Im Idealfall erfolgt eine frühzeitige Berücksichtigung von der Handlungsalternative Distressed M&A mit einhergehenden Vorbereitungen, so dass der Zeitdruck minimiert wird. In Krisenzeiten sollte Distressed M&A parallel zu klassischen operativen Sanierungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Abschließend ist festzuhalten, dass der Zeitdruck bei Distressed M&A einschränkender, als bei einer regulären M&A-Transaktion, ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Relevanz der Fragestellung: Das Kapitel führt in die Problematik ein, dass die Pandemie zwar eine wirtschaftliche Ausnahmesituation darstellt, aber gleichzeitig Distressed M&A-Transaktionen für Investoren durch neue Chancen und Risiken in den Fokus rückt.
2. Grundlagen der Untersuchung: Dieses Kapitel definiert die Charakteristika von Distressed M&A, erläutert die Bedeutung von Share Deals und analysiert die Auswirkungen der Pandemie sowie der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen auf die wirtschaftliche Lage potenzieller Zielunternehmen.
3. Diskussion der Chancen und Risiken: Hier werden die konkreten Herausforderungen bei Vertragsverhandlungen, die Bewertungsproblematik aufgrund der Pandemieunsicherheiten sowie die Risiken bei der Fremdkapitalfinanzierung kritisch untersucht und abgewogen.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Pandemie die Anforderungen an eine tiefgreifende Due Diligence erhöht hat und dass die Abwägung von Chancen und Risiken bei Distressed M&A-Prozessen stark vom individuellen Einzelfall abhängt.
Schlüsselwörter
Distressed M&A, Share Deal, Strategische Investoren, Covid-19 Pandemie, Insolvenzverfahren, Unternehmenskrise, Unternehmensbewertung, Kaufpreisverhandlung, Handlungsdruck, Zeitfenster, Fiskalpakete, Due Diligence, Restrisiko, Unternehmenskennzahlen, Finanzierung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser Seminararbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Abwägung von Chancen und Risiken für strategische Investoren bei der Durchführung eines Share Deals im Kontext von Distressed M&A-Prozessen unter dem Einfluss der Covid-19-Pandemie.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Zu den zentralen Themen zählen die Definition von Distressed M&A, die spezifische Bedeutung von Share Deals, der Einfluss staatlicher Hilfsmaßnahmen auf die Unternehmenskrisen und die Bewertungssituation während der Pandemie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aus Sicht eines strategischen Investors eine Analyse und Abwägung der aktuellen Rahmenbedingungen und der daraus resultierenden Risiken und Potenziale bei einem Unternehmenskauf aus der Krise heraus vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Literaturanalyse. Es werden Erkenntnisse aus Fachbüchern, Gesetzestexten, Studien und aktuellen Veröffentlichungen herangezogen, um das Problemfeld strukturiert aufzubereiten und kritisch zu diskutieren.
Was wird primär im Hauptteil analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Distressed M&A und Share Deals sowie eine detaillierte Diskussion der operativen, finanziellen und rechtlichen Risiken, die durch die Pandemie auf Investoren und Zielunternehmen einwirken.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Distressed M&A, strategische Investoren, Share Deal, Pandemie-Auswirkungen, Unternehmensbewertung und Insolvenzrisiko.
Wie beeinflusst das COVInsAG die Marktsituation bei Distressed M&A?
Das COVInsAG führte zu einer vorübergehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, was dazu beigetragen hat, die Anzahl der offiziellen Regelinsolvenzen trotz wirtschaftlicher Einbußen niedrig zu halten und Unternehmen künstlich im Markt zu erhalten.
Warum sind Earn-Out Klauseln in der aktuellen Zeit von besonderem Interesse?
Sie dienen dazu, die Lücke zwischen den Kaufpreisvorstellungen von Käufer und Verkäufer zu schließen, da die durch die Pandemie bedingte hohe Prognoseunsicherheit feste Kaufpreise für Investoren zu riskant macht.
Welche Rolle spielt die KfW Bank bei den Risiken der Kreditvergabe?
Die KfW bietet Haftungsfreistellungen bei Ausfall der Zahlungen durch den Investor an, was als Mittel zur Risikoeindämmung bei der Finanzierung von Distressed M&A-Vorhaben fungieren kann.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2022, Abwägung der Chancen und Risiken bei Distressed M&A Prozessen unter Ausführung eines Share Deals für strategische Investoren in Zeiten von Covid-19, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1246690