Internationale Finanzmärkte bieten den Unternehmen viele Vorteile. Gründe für die Beschaffung von Kapital an internationalen Kapitalmärkten können bessere Zinsen als im nationalen Umfeld sein. Ein weiterer Grund liegt darin, dass der Kapitalbedarf von manchen Unternehmen so hoch sein kann, dass er auf einem einzelnen Kapitalmarkt nur zu verschlechterten Konditionen gedeckt werden kann. Findet jedoch in diesem Fall eine Verteilung der Mittelbeschaffung auf verschiedene Märkte statt, so können die Kosten reduziert werden.
Die Zunahme an Möglichkeiten in der Disziplin der internationalen Finanzierung geht jedoch Hand in Hand mit dessen Risiken. Im nationalen Umfeld ergibt sich das Risiko aus den fixen Zinszahlungsverpflichtungen für beanspruchtes Fremdkapital. Im internationalen Umfeld jedoch gilt es zusätzlich Wechselkursschwankungen, sowie politische und wirtschaftliche Risiken zu erkennen und diese richtig einzustufen. Das Wechselkursrisiko kann mit Währungsswapgeschäften abgewendet werden. Wirtschaftliche Risiken und Länderrisiken sind mit Kreditrationierungen und Zinsaufschlägen verbunden und werden in dieser Arbeit nicht näher behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Finanzierung
2.1 Begriff und Aufgabe
2.2 Eingrenzung der Arbeit
3 Euromärkte
3.1 Definition: Euromarkt
3.2 Herkunft
3.3 Teilbereiche des Euromarktes
4 Absicherungsinstrumente des Wechselkursrisikos
4.1 Das Wechselkursrisiko
4.2 Unterschiedliche Absicherungsinstrumente
4.3 Eurogeldmarktkredit als Kurssicherung
4.4 Währungsswap
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Risiken internationaler Kapitalbeschaffung, insbesondere im Rahmen der Außenfinanzierung am Euromarkt, und analysiert Instrumente zur Absicherung gegen Wechselkursrisiken.
- Grundlagen der Finanzierung und Außenfinanzierung
- Definition, Herkunft und Struktur der Euromärkte
- Analyse von Wechselkursrisiken im internationalen Handel
- Absicherungsinstrumente wie Eurogeldmarktkredite
- Währungsswaps zur Nutzung von Arbitragevorteilen
Auszug aus dem Buch
4.4 Währungsswap
Im Allgemeinen stellen Swaps auf Cash Flows bezogene Tauschgeschäfte zwischen zwei Marktpartnern dar. Der Hauptgrund für Swapgeschäfte ist Kostenvorteile, die eine Partei im Vergleich zur Anderen aufgrund ihrer Position am bestimmten Finanzmarkt genießt, zu arbitrieren. Eine besondere Rolle bei Swapgeschäften übernehmen Banken. Da Swaps nicht an der Börse gehandelt werden fungieren Banken oft als Vermittler oder als Intermediär zwischen den einzelnen Parteien.
Bei einem Währungsswap handelt es sich um eine vertragliche Vereinbarung zwischen zwei Parteien auf unterschiedliche Währungen laufende Zahlungsverpflichtungen zu einem bestimmten Wechselkurs zu tauschen und nach Ablauf der Swaplaufzeit zu einem vorher festgelegten Wechselkurs wieder zurückzutauschen, wodurch das Wechselkursrisiko entfällt. Da ein Währungsswap jedoch mehr bietet als die Neutralisierung von Wechselkursrisiken, soll ein Beispiel das Vorgehen bei einem Währungsswapgeschäft in drei Teilschritten, der Anfangs-, der Zins- und der Schlußtransaktion veranschaulichen und den Arbitragevorteil erklären.
Der europäische Exporteur aus Beispiel 2, Kapitel 4.1 hat beschlossen seinen Kapitalbedarf mit Hilfe eines Swapgeschäfts zu decken. Das Unternehmen wendet sich hierfür an eine international tätige Bank, die sich auf Swapgeschäfte spezialisiert hat. Gleichzeitig erhält diese Bank eine Anfrage von einem international tätigen Unternehmen, das in Australien investieren möchte und dafür Fremdkapital in Australischen Dollar benötigt. Auf dem australischen Kapitalmarkt müsste das Unternehmen 9% Zinsen gewähren, in Deutschland jedoch nur 5%. Beide einigen sich auf folgende Konditionen beim Tauschgeschäft:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Globalisierung und die daraus resultierende Notwendigkeit internationaler Finanzierung sowie die damit verbundenen Währungsrisiken.
2 Finanzierung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Finanzierung, unterteilt in Innen- und Außenfinanzierung, und legt den Fokus auf die Fremdfinanzierung im internationalen Umfeld.
3 Euromärkte: Hier werden Definition, Herkunft und die verschiedenen Teilbereiche des Euromarktes als internationaler Finanzplatz ohne nationale Aufsicht vorgestellt.
4 Absicherungsinstrumente des Wechselkursrisikos: Dieses Kapitel erläutert das Wechselkursrisiko und stellt verschiedene Instrumente zur Absicherung vor, darunter Eurogeldmarktkredite und Währungsswaps.
5 Fazit: Das Fazit fasst die behandelten Möglichkeiten der internationalen Kapitalbeschaffung zusammen und unterstreicht den Nutzen der erläuterten Instrumente zur Risikominimierung.
Schlüsselwörter
Internationale Finanzierung, Euromarkt, Außenfinanzierung, Wechselkursrisiko, Eurogeldmarktkredit, Währungsswap, Kapitalbeschaffung, Arbitrage, Devisenhandel, LIBOR, Zinsänderungsrisiko, Finanzmärkte, Refinanzierung, Kostenvorteile, Währungsrisiko.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Chancen und Risiken der internationalen Kapitalbeschaffung für Unternehmen und der Absicherung gegen Währungsschwankungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Euromarkt als Finanzierungsquelle und der Anwendung von Instrumenten zur Kurssicherung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über Finanzierungsmöglichkeiten am Euromarkt zu geben und praktische Wege zur Absicherung von Wechselkursrisiken aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Veranschaulichung komplexer Zusammenhänge durch konkrete Anwendungsbeispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Euromarktes und eine detaillierte Betrachtung von Absicherungsinstrumenten wie Eurogeldmarktkrediten und Währungsswaps.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Euromarkt, Wechselkursrisiko, Währungsswap und internationale Finanzierung geprägt.
Warum spielt der Euromarkt eine wichtige Rolle für Unternehmen?
Er bietet die Möglichkeit, Kapital unabhängig von nationalen Regulierungen und oft zu günstigeren Konditionen aufzunehmen.
Wie kann ein Unternehmen von einem Währungsswap profitieren?
Neben der Absicherung gegen Wechselkursrisiken ermöglicht ein Währungsswap die Ausnutzung von Zinsvorteilen durch Arbitrage.
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- Alexander Karmann (Author), 2008, Internationale Finanzierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124695