Der Ausschluss jüdischer Sportlerinnen und Sportler aus den deutschen Turn- und Sportvereinen und die Reorganisation der jüdischen Sportbewegung im Jahr 1933


Examensarbeit, 2001

113 Seiten, Note: Sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungen

1. Einleitung
1.1 Zur Abgrenzung des Themas
1.2 Zum Stand der Forschung
1.3 Zur Behandlung des Themas
1.4 Zur Arbeitsweise
1.5 Zur Begriffswahl

2. Die Juden in Deutschland vor der Machtüber- nahme durch die Nationalsozialisten
2.1 Die Lage der Juden in Deutschland vor 1933
2.2 Sport in deutschen Turn- und Sportverbänden
2.3 Jüdische Organisationen
2.3.1 Der Deutsche Makkabikreis
2.3.2 Der Schild
2.3.3 VINTUS

3. Der Ausschluss jüdischer Sportler im Jahr der Machtergreifung
3.1 Der Antisemitismus in Deutschland
3.2 Die nationalsozialistische Machtergreifung
3.3 Das nationalsozialistische Sportverständnis
3.4 Die Auflösung und Gleichschaltung des deutschen Sportverbandwesens
3.4.1 Kommunistische und sozialistische
Sportverbände
3.4.2 Konfessionelle Sportverbände
3.4.3 Der Deutsche Reichsausschuss für Leibesübungen (DRA)
3.5 Die Umsetzung des ´Arierparagraphen` in den deutschen Turn- und Sportvereinen
3.5.1 Der Ausschluss jüdischer Sportler aus den
deutschen Turn- und Sportverbänden
3.5.2 Der Ausschluss jüdischer Sportler aus den deutschen Turn- und Sportvereinen
3.5.3 Ausgewählte Schicksale ausgeschlossener jüdischer Sportler

4. Folgen der NS–Politik Im jahr 1933
4.1 Erste Reaktionen jüdischer Sportorganisationen
4.1.1 Der Sportbund Schild des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten
4.1.2 Der Deutsche Makkabi–Kreis
4.2 Die Konkurrenz zwischen den jüdischen Sport-verbänden
4.3 Der Versuch einer gemeinsamen Neuordnung
4.3.1 Selbstbestimmung und Optimismus
4.3.2 Der Übungsstättennotstand
4.3.3 Die Richtlinien der Reichssportführung zum jüdischen Sport
4.3.4 Der Reichsausschuss jüdischer Sportverbände
4.4 Die Olympischen Spiele als Reichsangelegenheit
4.5 Die Haltung der Weltöffentlichkeit

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Erklärung

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Zur Abgrenzung des Themas

1933 gilt als das Jahr der nationalsozialistischen Revolution und Errichtung der Hitlerdiktatur in Deutschland. Am 30.01.1933 wurde Hitler in einer Regierung aus Nationalsozialisten (NS) und Deutschnationalen (DNVP) zum deutschen Reichskanzler ernannt. Ende Februar 1933 festigte er seine Machtstellung durch die Not-verordnung 'Zum Schutz von Volk und Staat', am 23.03.1933 wurde das 'Ermächtigungsgesetz' mit 441 Stimmen gegen 91 Stimmen der SPD im Deutschen Reichstag angenommen. Fünf Tage später erließ Hitler einen Aufruf an alle Parteiorganisationen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) zum Boykott gegen die Juden (Benz 1988a, 15-33). Die politische Gleichschaltung erfasste in den folgenden Wochen alle gesell-schaftlichen Bereiche, der Totalitätsanspruch wurde von den Nationalsozialisten rücksichtslos durchgesetzt.[1]

Diese politische Entwicklung bewirkte auch einschneidende Verän-derungen in der bürgerlichen Sportbewegung. Obwohl sich das Turn- und Sportverbandswesen bis 1933 für politisch neutral er-klärt hatte, machte die antidemokratische, militante und antisemi-tische NS–Politik nicht vor den deutschen Turn- und Sportvereinen halt. Ganz im Gegenteil: es entwickelte sich eine außerordentliche Eigendynamik in bezug auf die sportliche und organisatorische Umsetzung der nationalsozialistischen Ideologie. Man kann sogar von einem Wettlauf um die Einführung des Führerprinzips, der Wehrertüchtigung und den Ausschluss politischer Gegner (Kom-munisten und Sozialdemokraten) innerhalb der deutschen Sport-bewegung sprechen (Peiffer 2000, 2). Im Zuge der 'Arisierung'[2] mussten Tausende von jüdischen Sportlern aus ihren deutschen Vereinen und Verbänden ausscheiden. Sie standen vor der Wahl, ins Ausland zu flüchten oder sich in eigenen Sportvereinen zu organisieren.

Die von den Nationalsozialisten verfolgten Ziele – Zerstörung der Demokratie, Zerschlagung der organisierten Arbeiterbewegung, Militarisierung der deutschen Gesellschaft und 'Lösung der Juden-frage' – mündeten schließlich in eine Neuordnung Europas auf der Grundlage der nationalsozialistischen Ideologie und Herrschaft (Kwiet 1997, 50). Im NS-Programm nahm der Antisemitismus eine zentrale Stellung ein und wurde zur Staatsdoktrin erhoben. Etwa eine halbe Million Juden waren im Deutschen Reich von dieser gesellschaftlichen Diskriminierung betroffen, welche sich weniger gegen die kulturellen und religiösen Sitten und Bräuche der deut-schen Juden richtete, als vielmehr gegen das über Jahrhunderte aufgebaute Bild der „allen Deutschen feindlich gesonnenen, Wucher und Schacher treibenden, fremdartigen Schmarotzer“ (Benz 1988b, 22).

Die deutsche Turn- und Sportbewegung beteiligte sich nicht nur aktiv an dieser Politik, sie unterstützte und proklamierte sie sogar. Beispielhaft dafür steht das Verhalten der Deutschen Turner-schaft, die den 'Arierparagraphen'[3] bereits im April 1933 annahm und eine führende Rolle im Kampf gegen das Judentum einnahm. Wider Erwarten ergaben sich die Juden im Jahr der national-sozialistischen Machtergreifung jedoch nicht ihrem sozialen und persönlichen Schicksal, sondern besannen sich auf ihre eigenen kulturellen Werte. Eine Fülle von Einrichtungen[4] und Initiativen spiegelte diese Entwicklung in dieser problematischen Phase für die in Deutschland lebende jüdische Bevölkerung wider. So wuchs z.B. die jüdische Sportbewegung, die vor 1933 nur ein Schatten-dasein führte, im Zuge der Neuordnung des deutschen Sports zu einer regelrechten Massenbewegung heran (Tegelbeckers 1997, 2). Sprunghaft ansteigende Berichterstattungen in jüdischen Zeitun-gen dokumentierten zudem das Verlangen der jüdischen Be-völkerung nach Anerkennung und Zugehörigkeit. Es überrascht daher, dass der jüdische Sport sogar in aktuellen Beiträgen zur Geschichte der Juden in Deutschland während der national-sozialistischen Herrschaft [5] keine Beachtung findet.

Unbestritten sind auch die Auswirkungen der Olympischen Spiele auf die jüdische Sportbewegung. Den Nationalsozialisten dienten die ´Spiele` von 1936 vor allem als innen- und außenpolitisches Propagandamittel. Um die Austragung der Olympischen Spiele in Berlin zu sichern, musste sich die Reichsregierung jedoch 1933 dem ausländischen Druck beugen und rein jüdische Turn- und Sportvereine in Deutschland zulassen. Ein weiteres Zugeständnis war das Versprechen, auch jüdische Sportler an den Spielen in Berlin teilnehmen zu lassen. In der Zeitgeschichtsschreibung werden diese Umstände jedoch kaum erwähnt.

Sowohl die politische Gleichschaltung des Sports durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 als auch die praktische Um-setzung des ´Arierparagraphen` im deutschen Sportverbandwesen sind Themen dieser Arbeit. Weiterhin wird der Frage nachge-gangen, wie sich die jüdische Sportbewegung in diesem totalitären und antisemitischen System zu behaupten versuchte.

1.2 Zum Stand der Forschung

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Entwicklung des Sports im nationalsozialistischen Deutschland galt lange Zeit als tabu. So fand auch die Erforschung der Geschichte des jü-dischen Sports zunächst keine Berücksichtigung, da sie in einem engen zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang mit der deut-schen Sportbewegung stand.

Erst mit der bahnbrechenden Dokumentation Hajo Bernetts über die Nationalsozialistische Leibeserziehung (1966) begannen Sport-historiker sich mit der sportpolitischen Vergangenheit zu beschäf-tigen. Inzwischen gilt die Thematik des Sports im Nationalsozialis-mus als weitgehend erforscht (Becker 1976; Bernett 1978; Peiffer 1976; u.a.). Eine umfassende Zusammenstellung der zu diesem Thema gehörenden Literatur liefern Toni Niewerth und Lorenz Peiffer in ihrer kommentierten Bibliographie Jüdischer Sport in Deutschland[6]. Zahlreiche Originaldokumente führt Hajo Bernett in seiner sportgeschichtlichen Arbeit Der jüdische Sport im national-sozialistischen Deutschland 1933-1939 auf.

Ein breites Forschungsfeld bieten nach wie vor regionale und lokale Studien zur Alltagsgeschichte des Sports im nationalsozia-listischen Deutschland. Im Mittelpunkt des Interesses standen bisher ausschließlich Großstädte wie Berlin, Essen, Hamburg und Hannover.[7] Vernachlässigt wurden jedoch kleinere Städte und Gemeinden mit den dort ansässigen Turn- und Sportvereinen. Das mag zum einen an den durch den Krieg verlorengegangenen Akten und Unterlagen liegen, zum anderen aber auch an der dürftigen oder zensierten Berichterstattung in deutschen und jüdischen Zeitungen. In den Festschriften und Vereinszeitungen deutscher Turn- und Sportvereine wird die NS-Zeit zudem oftmals ver-schwiegen oder schlichtweg übergangen. Über den praktizierten Ausschluss jüdischer Sportler aus den deutschen Sport-organisationen im Jahr 1933 ist folglich ebenso wenig bekannt wie über die Reaktion der Betroffenen.

1.3 Zur Behandlung der Themen

Das Jahr 1933 steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Abstecher in die Zeit davor und danach dienen der Darstellung der Zusammen-hänge dieses tragischen Kapitels deutscher Sportgeschichte.

Im Kapitel 2 wird zunächst die Lage der unterdrückten und ver-folgten jüdischen Minorität in Deutschland im Jahr 1933 dar-gestellt. Zudem werde ich die Entwicklung der jüdischen Sport-bewegung von ihren Anfängen Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten skizzieren. Schließ-lich gilt es zu erforschen, ob der 1933 in den deutschen Turn- und Sportvereinen praktizierte Antisemitismus ausschließlich ein Produkt des Hitlerregimes war oder im Laufe der Zeit in der deut-schen Bevölkerung gewachsen ist.

Das leitende Thema der vorliegenden Arbeit ist jedoch der Aus-schluss jüdischer Sportlerinnen und Sportler aus den deutschen Turn- und Sportvereinen. Anhand von Beispielen werde ich in Kapitel 3 aufzeigen, wie sich die Auflösung bzw. Gleichschaltung des deutschen Sportverbandwesens und die Umsetzung des 'Arier-paragraphen' in den deutschen Sportorganisationen vollzog. Be-handelt werden außerdem der Antisemitismus in Deutschland, die Machtergreifung durch das Hitlerregime sowie das national-sozialistische Sportverständnis im Jahr 1933.

Im Kapitel 4 soll der Frage nachgegangen werden, welche Auswirk-ungen die NS–Politik auf die jüdische Sportbewegung hatte bzw. wie die in Deutschland lebenden Juden mit der gesellschaftlichen Neuordnung zurechtkamen. Thematisiert werden zudem die Aus-wirkungen der Olympischen Spiele auf die nationalsozialistische Judenpolitik sowie die Haltung der Weltöffentlichkeit zu den Vor-gängen in Deutschland im Jahre 1933.

Im abschließenden Kapitel der Arbeit werde ich die für die Sportgeschichte interessanten Vorgänge des Jahres 1933 rekapitu-lieren und einen Ausblick auf die weiteren Ereignisse im NS-Deutschland bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs geben.

1.4 Zur Arbeitsweise

Die vorliegende Arbeit ist das Produkt zweier unterschiedlicher Vorgehensweisen: einerseits wurde die für diesen Themenkomplex zutreffende wissenschaftliche Fachliteratur herangezogen, anderer-seits eigenständig Quellenforschung betrieben, um die eigentliche Fragestellung (Der Ausschluss jüdischer Sportlerinnen und Sportler aus den deutschen Turn- und Sportvereinen und die Selbstorganisa-tion in der jüdischen Sportbewegung im Jahre 1933) zu behandeln.

Als Gradmesser der öffentlichen Meinung in Deutschland habe ich sowohl deutsche als auch rein jüdische Zeitungen in Deutschland aus dem Jahr 1933 benutzt. Außerdem habe ich zahlreiche aus-ländische Presseartikel hinzugezogen, um eine internationale Betrachtungsweise zu ermöglichen. Insbesondere bei jüdischen Zeitungen und Zeitschriften habe ich darauf geachtet, die Presse-organe der verschiedenen jüdischen Interessengruppen zu berück-sichtigen. Um die jüdische Sportentwicklung aus verschiedenen Blickwinkeln nachzuzeichnen, habe ich die Jahresausgaben (1933) folgender Zeitungen ausgewertet: C.V.-Zeitung, Israelitisches Fami-lienblatt, Jüdische Rundschau, Kraft (Beilage des RjF-Organs Schild) und Nationaldeutscher Jude. Die relevanten Zeitungs-artikel fand ich unter anderem im Institut für Antisemitismus-forschung an der Technischen Universität in Berlin und in der Niedersächsischen Landesbibliothek in Hannover.

Ein weiterer Ort meiner Quellenforschung war das Niedersächs-ische Institut für Sportgeschichte (NISH) in Hoya. Weit über 100 Festschriften und Vereinszeitungen habe ich dort hinsichtlich der Durchführung des ´Arierparagraphen` in den deutschen Turn- und Sportvereinen im Jahr 1933 gesichtet. Die Archivbestände offen-barten dabei nicht nur eine Vielzahl lokaler und kommunaler Quellen aus Niedersachsen, sondern lieferten auch einige Hinweise zu Sportorganisationen aus anderen Bundesländern.

Die Grundlage für Zeitzeugenberichte und –darstellungen aus dem Jahr 1933 bildeten die Werke von Robert Atlasz[8] und Kurt Jakob Ball-Kaduri[9] , die unverzichtbare Hintergrundinformationen zu den Alltagserlebnissen der Juden in Deutschland lieferten.

1.5 Zur Begriffswahl

In der vorliegenden Arbeit wird auf die Differenzierung der Begriffe ´Turnen´[10] und ´Sport`[11] in ihrer historischen Entwicklung verzich-tet, um nicht den Rahmen dieser Darstellung zu sprengen. Die Topoi werden synonym verwendet und im Sinne von ´Leibesübun-gen` als die „Gesamtheit sportlicher, gesundheits- und freizeitbe-zogener Bewegungsausübungen“ (Röthig 1983, 223) verstanden.

Ebenso werden keine geschlechtsspezifischen Differenzierungen bei Gruppen-, Funktions- und Amtsbezeichnungen verwendet. Das grammatikalische Geschlecht des Wortes benennt folglich nicht das natürliche Geschlecht der betroffenen Personen. Diese Regel-ung soll jedoch nicht als Provokation gegen die soziale Sensibilität des weiblichen Geschlechts angesehen werden, sondern spiegelt lediglich mein persönliches Sprachverständnis wider.

2. Die Juden in Deutschland vor der Machtüber-nahme durch die Nationalsozialisten

2.1 Die Lage der Juden in Deutschland vor 1933

Im Januar 1933 gehörten rund 500.000 Menschen der jüdischen Glaubensgemeinschaft in Deutschland an (Benz 1988a, 733).[12] Auffällig war, dass diese Minorität in einigen Berufsgruppen über-proportional vertreten war: vor allem im Handel (Makler und Bankiers), in den Berufszweigen der Ärzte und Rechtsanwälte sowie in künstlerischen Bereichen. Dies hatte lang zurückliegende soziale und politische Gründe, für welche die Juden selbst jedoch nicht verantwortlich gemacht werden konnten (Benz 1988b, 22). Es handelte sich um eine Bevölkerungsgruppe, die weder eine homogene Einheit darstellte, noch sich als solche verstand. Von einem homogenen Judentum[13] in Deutschland kann daher nicht die Rede sein, gab es doch bedeutende religiöse und politische Unterschiede innerhalb der jüdischen Gesellschaft (Tegelbeckers 1997, 40). Ganz gleich, ob es sich dabei auf politischer Ebene um deutsch-jüdische oder national-jüdische Juden, auf religiöser Ebene um orthodoxe, konservative oder liberale Juden handelte, schien jedoch ein Ziel alle in Deutschland lebenden Juden zu vereinigen: das Erlangen der Gleichwertigkeit, sowohl als einzelne Person als auch als Gruppe (Mayer 1980, 222). Lediglich von den etwa 100.000 Ostjuden in Deutschland, die - ohne deutsche Ver-gangenheit und Staatsbürgerschaft - völlig andere kulturelle und religiöse Lebensgewohnheiten pflegten, distanzierten sich die assi-milierten deutschen Juden, „nicht zuletzt, um Identifizierungen mit ihnen zu vermeiden“ (Benz 1996, 91). Unabhängig davon prägte der Konflikt der zwei antagonistisch ausgerichteten Interessen-gruppen (Zionisten und Nicht–Zionisten) das Leben der Juden in Deutschland.

Auf der einen Seite gab es die Zionistische Vereinigung für Deutschland (Z.V.f.D.), auf der anderen den Centralverein deut-scher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C.V.). Ziel der Zionisten war es, für das jüdische Volk eine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina zu schaffen (Plum 1988, 44). Für sie war die Assimilation mit der ´jüdischen Nationalität` nicht vereinbar (Tegelbeckers 1997, 41).

Mitglieder des C.V. verfolgten dagegen die Politik, „deutsche Staats-bürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung“ um sich zu scharen, „um sie in der tat-kräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung sowie der unbeirrbaren Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken“ (Plum 1988, 41).

Kurt Jakob Ball-Kaduri[14] analysierte – von sich in der dritten Per-son sprechend – diese für viele deutsche Juden schwierige Situa-tion folgendermaßen:

„Beiden Gruppen fühlte er sich nicht zugehörig, obwohl er die Mitgliedschaft des Centralvereins besaß. Die Zionisten leugneten die Zugehörigkeit zum deutschen Volke, und das konnte er nicht anerkennen. Zu eng waren die Wurzeln, die ihn mit dem Deutsch-tum verbanden. Auch als diese Wurzeln durch den Gang der Er-eignisse schon wesentlich schwächer geworden waren, im Jahre 1931, änderte er seine Meinung in diesem Punkte nicht. (...) Andererseits befriedigte ihn auch der Standpunkt des Central-vereins keinesfalls. Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, das heißt also Deutscher wie alle anderen, nur mit abweichender Religion, war er keineswegs. In seinen Gedanken änderte er den Namen des Vereins um in 'Centralverein Deutscher Volksbürger Jüdischer Rasse', aber er war sich klar darüber, daß er mit solchen Gedanken nirgends Anklang gefunden hätte“ (Ball-Kaduri 1963, 26f).

Die dritte politisch ausgerichtete jüdische Organisation war der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF). Als Zusammenschluss aller jüdischer Frontsoldaten Deutschlands wahrte diese Organi-sation gemeinsame Interessen, insbesondere die Abwehr aller An-griffe, die auf eine Herabsetzung ihres vaterländischen Verhaltens im Kriege zielten (Dunker 1977, 243).

2.2 Sport in deutschen Turn- und Sportverbänden

Sportlich aktive Juden gehörten vor 1933 überwiegend weltan-schaulich neutralen oder paritätischen Turn- und Sportvereinen an. Für sie bedeutete der Sport ein „Medium gesellschaftlicher Integrität“ (Bernett 1978, 17). Es gab nur wenige Vereine, die ihnen die Mitgliedschaft verwehrten (z.B. der Deutsche Sportclub Berlin). Im Leistungssport zeichneten sich jüdische Sportler vor allem in den Sportarten Fechten, Boxen, Schwerathletik, Schwim-men und Leichtathletik aus. An der Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin waren mehrere jüdische Dozenten tätig, im Deutschen Reichsausschuss für Leibesübungen (DRA) beklei-dete mit Theodor Lewald sogar ein ´Halbjude`[15] das Amt des Präsidenten (Bernett 1978, 15f). Diese Beispiele sollen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch schon vor der Macht-übernahme durch Hitler antisemitische Tendenzen in der deut-schen Sportbewegung gab. Trotz ihrer erklärten Liberalität kam vor allem die Deutsche Turnerschaft (DT) durch ihre Ideologie des Volkstums dem Rassismus entgegen (Bernett 1978, 16)[16]. Auch im Bereich der deutschen Jugendbewegung waren antijüdische Bestrebungen erkennbar. Richtungsweisend dafür war die Haltung von Dr. Phil. Edmund Neuendorff: bereits 1913 plädierte er als Bundesleiter des Wandervogel e.V . für den Ausschluss von Juden (Bernett 1978, 16). 1933 setzte er dieses Vorhaben als Leiter der Deutschen Turnerschaft (DT) tatsächlich um.

2.3 Jüdische Organisationen

Nur ein bis zwei Prozent der in Deutschland lebenden jüdischen Bevölkerung war zum Zeitpunkt der Machtübernahme Mitglied in einem rein jüdischen Turn- und Sportverein (Tegelbeckers 1997, 42). Dies macht deutlich, dass die Juden in der deutschen (Sport-) Gesellschaft vollständig integriert waren.

Bis auf wenige Ausnahmen waren alle jüdischen Sportklubs in Deutschland bis 1933 einer der drei folgenden jüdischen Sport-organisationen angeschlossen: dem Deutschen Makkabi-Kreis, dem Schild (Sportorganisation des Reichsbundes jüdischer Front-soldaten), oder dem Verband jüdisch-neutraler Turn- und Sport-vereine (VINTUS).

2.3.1 Der Deutsche Makkabikreis

Nach Kurt Schilde gilt der am 22.10.1898 in Berlin gegründete jüdische Turnverein Bar Kochba als „Keimzelle der jüdischen Sportbewegung“ (Schilde 1988, 11). Der Anstoß für die Gründung dieses Klubs wurde auf dem zweiten Zionistischen Weltkongress 1898 in Basel gegeben: „Auf dem Kongress wurde zum ersten Mal vor aller Welt die einseitige Pflege kultureller Bestrebungen ge-geißelt und die Ausbildung des bisher stark vernachlässigten Körpers durch turnerische Betätigung energisch verlangt“ (Schilde 1988, 11). Hier formulierte Max Nordau sein berühmtes Wort vom „Muskeljudentum“ als „Korrektiv des jüdischen Intellektualismus“ (Bernett 1986, 223). Ziel war es, das Gefühl der Zusammenge-hörigkeit zu stärken und das verlorengegangene Selbstbewusst-sein anzuheben. Man wollte aus „kraftlosen, mutlosen, gebeugten, unterwürfigen Juden kräftige, stolze und aufrechte Juden“ machen (König 1989, 14). Im Jahre 1903 schlossen sich anlässlich des ersten Jüdischen Turntages in Basel 11 Vereine, denen ca. 1.000 Mitglieder angehörten, zur Jüdischen Turnerschaft (JT) zusammen (König 1989, 10)[17]. Trotz kritischer Distanzierung von paritäti-schen und neutralen Verbänden zeigten die jüdischen Vereine ein nahezu gleiches Erscheinungsbild wie die Vereine der Deutschen Turnerschaft (DT). Sowohl die Organisationsformen als auch die Inhalte waren identisch und entwickelten sich konform (Atlasz 1977, 25). Trotz dieser Übereinstimmung verstand sich die Makkabi-Bewegung als ein „Prellbock gegen die Assimilation“ (Atlasz 1977, 55)[18].

Die Zionisten distanzierten sich dadurch von den national-deutschen und weltanschaulich indifferenten Juden (Bernett 1978, 39). Als erweiterte Neugründung der vormaligen Jüdischen Turnerschaft entstand 1921 der Deutsche Makkabikreis, der sich „entschiedener als sein Vorläufer“ (Bernett 1986b, 223) zum poli-tischen Zionismus bekannte. Rahmen der Neugründung war der zwölfte Zionistische Kongress in Karlsbad, auf dem auch der Makkabi-Weltverband konstituiert wurde (Tegelbeckers 1997, 43). Gegen Ende der 20er Jahre waren fast alle jüdischen Vereine an die deutschen Sportverbände angegliedert, sie wurden als gleichbe-rechtigte Vereine angesehen, und man nahm an allen Treffen und Vergleichswettkämpfen in Deutschland teil (Ball-Kaduri 1963, 35). 1932 fand in Tel Aviv als erster Höhepunkt der palästina-orientierten Arbeit des Makkabi die erste Makkabiah[19] statt (Tegel-beckers 1997, 44). Im Jahr der nationalsozialistischen Machter-greifung gehörten dem Deutschen Makkabikreis 25 Vereine mit rund 8.000 Mitgliedern an (Bernett 1978, 38).

2.3.2 Der Schild

Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF) wurde von Leo Löwenstein 1919 in Berlin als jüdisches Gegenstück zum Stahl-helm[20] gegründet. Primär als ein Schutzbund für national empfin-dende Juden konzipiert, stellte sich der RjF in den Dienst der Kameradschaftspflege, der Betreuung jüdischer Kriegsopfer, der Arbeits- und Wehrerziehung und der sportlichen Ertüchtigung (Bernett 1978, 49). Ziel war es, den jüdischen Soldaten einen Rückhalt zu geben, nachdem diese bei ihrer Rückkehr vom ersten Weltkrieg oftmals als feige Drückeberger[21] bezeichnet wurden. Alle jüdischen Soldaten wurden dazu aufgerufen, dem Bund beizu-treten, um den „Kampf um unsere Ehre und unser Recht als Deut-sche und Juden“ zu führen (Plum 1988, 46). Im Sommer 1923 er-ging von der RjF–Bundesleitung zum ersten Mal der Aufruf an die Ortsgruppen, die jüdische Jugend für „unsere Ziele und für jede körperliche Ertüchtigung“ (Dunker 1977, 289) zu gewinnen.

1924 gründeten sich erste RjF–Sportgruppen – allerdings aus-schließlich dort, wo nicht bereits andere jüdische oder paritätische Sportvereine existierten. Unter dem Namen Schild erfolgte schließ-lich 1925 die Eintragung als Turn- und Sportverein in das Amts-register. Besonders erfolgreich war die Berliner Sportgruppe Schild, die regelmäßig deutsche Meister im Judo und Jiu-Jitsu stellte (Tegelbeckers 1997, 44). Im Jahr 1933 waren 7.000 Mitglieder in 90 Vereinen organisiert (Bernett 1978, 52).

2.3.3 VINTUS

Der Verband jüdisch-neutraler Turn- und Sportvereine (VINTUS) wurde 1925 in Essen ins Leben gerufen. Der Grund dafür waren ideologische Schwierigkeiten vieler Juden mit dem Makkabi–Verband. Viele VINTUS–Mitglieder verstanden sich zwar als Zio-nisten, bevorzugten aber einen unpolitischen Sport und wandten sich entschieden gegen den nationaljüdischen Charakter der Makkabi–Sportbewegung (Tegelbeckers 1997, 45).

Schnell entstand eine scharfe Konkurrenz zwischen den beiden Sportverbänden und der Versuch des Makkabi, eine Fusion mit dem VINTUS herbeizuführen, scheiterte (Gries u.a. 1991, 405). 1933 gehörten dem VINTUS 18 Vereine an (Tegelbeckers 1997, 45)[22]. Über die Gesamtzahl ihrer Mitglieder gibt es keine Angaben.

Darüber hinaus gab es auch zionistische Turn- und Sportvereine, die sowohl im Makkabi–Verband als auch im Arbeiter Turn- und Sportbund (ATSB) organisiert waren und ihren Schwerpunkt im rheinisch-westfälischen Raum hatten. Ihre Doppelmitgliedschaft wurde vom ATSB geduldet und zielte offenbar auf eine „per-spektivisch vollständige Integration der Teile der jüdischen Sport-treibenden ab, die im weitesten Sinne als zur Arbeiterschaft ge-hörig verortet [sic] wurden“ (Stiller 1991, 359).

3. DER Ausschluss jüdischer Sportler im Jahr der Machtergreifung

3.1 Der Antisemitismus in Deutschland

Lange bevor die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, hatte es bereits in Deutschland antisemitische Maßnahmen gegen Juden in Form von Pogromen, Bekehrungen und Vertreibungen gegeben. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts formierte sich durch die Gleichsetzung des ´Jüdischen` mit dem Liberalismus, dem Marxismus, dem Kapitalismus, dem Pazifismus oder der Sozialdemokratie der moderne Antisemitismus[23]: der Jude galt als „andersartig“, „minderwertig“ und „zerstörerisch“ (Kwiet 1997, 50f).[24] Oftmals wurde den deutschen Juden vorgeworfen, sie lebten in „einer doppelter Loyalität, nämlich zuerst als Juden, dann als Deutsche“ (Benz 1988b, 22). Eine beliebte Behauptung besagte, dass sie eine soziologisch, kulturell, politisch und geistig geschlos-sene Gruppe mit gleichartigen Überzeugungen und Verhaltens-weisen darstellten (Benz 1988b, 22). Als „Schmarotzer“ oder „Zer-störer des Volkskörpers“ beschimpft, wurde schon damals von einer ´Entjudung` Deutschlands oder der „Vernichtung der jüdi-schen Rasse“ gesprochen (Kwiet 1997, 51).

Diese völkisch-rassistischen Grundströmungen machte sich auch Hitler zu eigen. Bereits 1920 beschwor er, „(...) die unerbittliche Entschlossenheit, das Übel an den Wurzeln zu packen und mit Stumpf und Stiel auszurotten“ (Jäckel 1981, 58). Er fuhr fort: „(...) um unser Ziel zu erreichen, muß uns jedes Mittel recht sein, selbst wenn wir uns mit dem Teufel verbinden müßten“ (Jäckel 1981, 58). Ursprung der Hitlerschen Rassenideologie war die Trennung zwischen kulturbegründender- und tragender Rasse und kultur-zerstörender Rasse. Während er die arische Rasse als kulturbe-gründendes- und kulturerhaltendes Element ansah, glaubte er in der jüdischen Rasse das kulturzerstörende Element gefunden zu haben (Peiffer 1987, 21).[25]

Für Hitler war der Jude nichts anderes als ein „Parasit im Körper anderer Völker“ (Hitler 1942, 334). Julius Streicher, Herausgeber der Hetzzeitschrift Der Stürmer , formulierte es auf den deutschen Sport bezogen noch präziser: „Wir brauchen hier keine Worte zu verlieren, Juden sind Juden, und es gibt keinen Platz für sie im deutschen Sport. Deutschland ist das Vaterland der Deutschen und nicht der Juden, und die Deutschen haben das Recht, in ihrem Vaterland zu tun, was sie wollen“ (Mandell 1980, 60).

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten erfuhr der Anti-semitismus in Deutschland eine grundlegende qualitative Ver-änderung: er wurde zur Staatsdoktrin erklärt (Kwiet 1997, 52). Fraglich war jedoch zu diesem Zeitpunkt, ob die Judenfeindschaft durch staatliche Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden würde oder ob es lediglich bei den Drohgebärden bleiben sollte (Benz 1988b, 23).[26] Bezeichnend für die Unsicherheit, die sich angesichts dieser Entwicklung innerhalb der jüdischen Bevölke-rung ausbreitete, steht der an den deutschen Reichspräsidenten Hindenburg gerichtete Brief einer Berlinerin, Frieda Friedmann, vom Februar 1933:

„Ich war 1914 verlobt, mein Verlobter fiel 1914. Zwei meiner Brüder Max und Julius Cohn fielen im Jahr 1916 und 1918. Mein letzter Bruder Willy kam erblindet durch Verschüttung aus dem Felde zurück. Er wurde wieder so weit hergestellt, daß er sich ohne Hilfe auf der Straße bewegen kann, seine Nerven sind jedoch futsch und er ist nicht als normal zu betrachten. Meinem Vater hat dies das Herz gebrochen und wenn ich meine arme Mutter sehe, jammert es mich, denn auch ich habe 1920 einen Kriegs-beschädigten geheiratet, mit dem ich aufgrund seiner Beschädi-gung sehr unglücklich lebe, so daß ich daran mein ganzes Leben trage. Alle haben das Eiserne Kreuz für Verdienst am Vaterland. Jetzt jedoch ist es in unserem Vaterlande so gekommen, daß auf der Straße öffentlich Broschüren gehandelt werden: ´Juden raus!` öffentlich Aufforderungen zu Pogromen und Gewalttaten gegen die Juden. Wir sind Juden und haben unsere vollste Pflicht für das Vaterland erfüllt. Sollte Ew. Exzellenz da nicht Abhilfe schaffen und dessen eingedenk sein, was auch die Juden dem Vaterland geleistet haben? Ist die Judenhetze Tapferkeit oder Feigheit, wenn es im deutschen Staat bei 60 Millionen Menschen 1 % Juden gibt?“ (Benz 1988b, 24).

Während der Reichspräsident seine Anteilnahme und Bedauerung für die geschilderten Ereignisse und Missstände kundtat, schrieb Hitler an den Rand des Schreibens, welches auch ihm vorgelegt wurde: „Die Behauptungen dieser Dame sind ein Schwindel! Es ist selbstverständlich nicht eine Aufforderung zum Progrom [sic!] er-folgt!“ (Hermann 1969, 55f).

3.2 Die nationalsozialistische Machtergreifung

Vergleicht man die Aussagen zur nationalsozialistischen Macht-ergreifung in jüdischen Zeitungen aus dem Jahr 1933, so wird deutlich, dass die jüdischen Presseorgane die Lage der Juden in Deutschland unterschiedlich interpretierten. Die Jüdische Rund-schau[27] , das Presseorgan der Zionisten, schrieb in ihrem Leitartikel am 31.01.1933 zur Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler: „Wir stehen als Juden vor der Tatsache, dass eine uns feindliche Macht die Regierungsgewalt in Deutschland übernommen hat.“ Der Nationalsozialismus sei eine „judenfeindliche Bewegung“ und eine „entscheidende Kraft im Deutschen Volke“, „die geringzu-schätzen irrig wäre.“ Obwohl Hitler „im letzten halben Jahr der Weg zur Macht versperrt war, so gewiß nicht wegen seines anti-semitischen Programms.“ Vielmehr habe die NSDAP die Aus-schaltung der Juden bereits vorher betrieben.

Mit dieser Einschätzung standen die Zionisten der Zukunft skept-ischer gegenüber als der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der das Ziel einer „deutsch-jüdischen Sym-biose“ verfolgte. Bezüglich ihrer nationalen Hoffnungen und Sehn-süchte unterschieden sie sich nämlich kaum von denen ihrer nicht-jüdischen deutschen Mitbürger (Benz 1988a, 15f).

Viele Juden glaubten, dass der Reichskanzler Hitler mit seiner Sturmabteilung (SA) an die in der Reichsverfassung verankerten Gleichberechtigung der deutschen Juden gebunden war (Benz 1988b, 23). Außerdem war man davon überzeugt, dass „auch im deutschen Volk die Kräfte noch wach sind, die sich gegen eine bar-barische antijüdische Politik wenden würden“ (Jüdische Rund-schau vom 31.01.1933)[28]. In Reihen des Centralvereins forderte man daher seine Mitglieder auf, Ruhe zu bewahren. „Viel zu tief ist in ihnen das Bewußtsein verwurzelt, was für sie der deutsche Lebensraum bedeutet. Dieses Bewußtsein und nicht zuletzt die Tatsache ihrer Leistungen für Deutschland geben den deutschen Juden heute Kraft und Halt“, hieß es in der C.V.-Zeitung vom 02.02.1933[29].

Andere jüdische Gruppierungen waren gegenüber der neuen poli-tischen Situation in Deutschland sogar positiv eingestellt. So z.B. der Verband nationaldeutscher Juden unter dem Vorsitz des Rechtsanwalts Max Naumann, der starke patriotische Bestrebung-en zeigte und großes Interesse an einem Nationalsozialismus ohne antisemitische Tendenzen hatte. Auch der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten „übte sich in selbstverleugnender Loyalität“ und trat betont national auf (Benz 1988b, 25). Besonders deutlich wird diese Haltung an einer Aussage des Bundesvorsitzenden des RjF Leo Löwenstein:

„Die Anspannung in unserem Kampf um und für das deutsche Vaterland in der jetzigen und zukünftigen Zeit erfordert von uns oft ebensoviel seelische Kraft wie einst das Ausharren im Trom-melfeuer der Front. Auf deutschem Boden ist das geistige und körperliche Erbgut der deutschen Juden in fast zwei Jahr-tausenden gewachsen; das innere Recht an diesem deutschen Boden kann keiner uns streitig machen. Dieses Recht ist aber ebenso das Fundament unserer Pflicht gegenüber Deutschland, an dessen nationalem Neubau wir mit all unseren Kräften mit-wirken wollen und für das wir allzeit nach innen wie außen in der Treue stehen, die das Mark auch unserer Ehre ist“ (Der Schild vom 15.08.1933)[30].

Die große Mehrheit der Juden in Deutschland wartete jedoch die Ereignisse besorgt ab, ohne dabei in Panik zu verfallen (Fried-länder 1998, 26).

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme am 30.01.1933 konzentrierte sich das Regime um Adolf Hitler zunächst auf die Zerschlagung der politischen Opposition. Durch die 'Reichstags-brandverordnung' (Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat) vom 28.02.1933 - der Reichstag war in der Nacht zuvor in Flammen aufgegangen - wurden die Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft gesetzt. Das 'Ermächtigungs-gesetz' (Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich) vom 23.03.1933 ermöglichte Hitler schließlich die Diktatur seines NS-Regimes (Benz 1988a, 739f). Damit verfügten die Nationalsozia-listen über die Mittel, ihre rassistischen Vorstellungen auch in die Tat umzusetzen. Zunächst übernahmen sie die Hauptpunkte ihres 25-Punkte-Programms vom 24.02.1920 (Friedländer 1998, 38f). Die Punkte 4, 5, 6 und 8 gingen dabei konkret auf die Judenfrage ein:

„Punkt 4: Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksge-nosse sein.

Punkt 5: Wer nicht Staatsbürger ist, soll nur als Gast in Deutsch-land leben können und muß unter Fremdengesetzgebung stehen.

Punkt 6: Das Recht, über Führung und Gesetze des Staates zu bestimmen, darf nur dem Staatsbürger zustehen.

Punkt 8: Jede weitere Einwanderung Nichtdeutscher ist zu ver-hindern. Wir fordern, daß alle Nichtdeutschen, die seit dem 2. August 1914 in Deutschland eingewandert sind, sofort zum Ver-lassen des Deutschen Reiches gezwungen werden“ (Friedländer 1998, 38f).

Mit dem zentral organisierten, landesweiten Boykott aller jüdi-schen Geschäfte durch die SA am 01.04.1933 wurde die antisemi-tische Politik erstmals öffentlich zum staatlichen Programm erklärt (Gruner 2000, 81). Bereits sechs Tage später folgte das ´Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums`, welches eine Umge-staltung der gesamten Regierungsbürokratie vorsah. Seine Aus-schließungsmaßnahmen waren hauptsächlich gegen Kommunis-ten, Sozialisten und Juden gerichtet. Paragraph drei dieses Ge-setzes, später auch als 'Arierparagraph' bezeichnet, lautete: „Be-amte, die nicht arischer Abstammung sind, sind in den Ruhestand zu versetzen.“ Genauer verifiziert wurde die Bezeichnung ´nicht arisch` am 11.04.1933 in der ersten Verordnung zu diesem Gesetz: „Als nicht arisch gilt, wer von nicht arischen, insbesonders jü-dischen Eltern oder Großeltern abstammt. Es genügt, wenn ein Elternteil oder ein Großelternteil nicht arisch ist“ (Friedländer 1998, 40).[31]

Die Auswirkungen der 'Aprilgesetze' und ihrer Ergänzungsver-ordnungen, die noch folgten, waren schwerwiegend. Der 'Arier-paragraph' des Berufsbeamtengesetzes hatte sich vor allem auf kommunaler Ebene als probates Mittel durchgesetzt, um bei der Durchführung antisemitischer Maßnahmen den zeitraubenden Dienstweg zu umgehen. Je populärer diese Methode in den Städten und Gemeinden wurde, desto schneller vergrößerte sich der öffent-liche Anpassungsdruck. Die jüdische Diskriminierung fand nun auf vielfältige Weise in allen gesellschaftlichen Bereichen statt. Verbände, Vereine oder Kirchen vollzogen rücksichtslos den Aus-schluss ihrer jüdischen Mitbürger (Gruner 2000, 83).

[...]


[1] Zur Machtergreifung Hitlers siehe: Broszat, Martin/Dübber, Ulrich/Hofer, Walther/Möller, Horst/Oberreuter, Heinrich/Schmädeke, Jürgen/Treue, Wolfgang (Hrsg.): Deutschlands Weg in die Diktatur. Internationale Konferenz zur nationalsozialistischen Machtübernahme. Berlin 1983; Lill, Rudolf/Oberreuter, Heinrich (Hrsg.): Machtverfall und Machtergreifung. Aufstieg und Herrschaft des Nationalsozialismus. München 1983; Michalka, Wolfgang (Hrsg.): Die national-sozialistische Machtergreifung. Paderborn 1984.

[2] „Nationalsozialistischer Begriff für den Prozeß der Entfernung der deutschen Juden aus den (sic!) Wirtschafts- und Berufsleben. Die ´Arisierung` umfaßte sowohl die Enteignung jüdischen Besitzes und Vermögens zugunsten von Nichtjuden (´Ariern`) als auch die Einschränkung jüdischer Erwerbstätigkeit und den direkten Zugriff auf jüdische Vermögen. (...)“ (Benz u.a. 1997, 374).

[3] „Erstmals im Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums (BBG) vom 7.4.1933 formulierte Bestimmung zur Ausschaltung von ´Nichtariern`. Beamte ´nichtarischer Abstammung` waren in den sofortigen Ruhestand zu versetzen; als ´nichtarisch` galt der 1. Verordnung zum BBG vom 11.4.1933 zufolge, wer einen Eltern- oder Großelternteil hatte, der der jüdischen Religion angehörte (Abstammungsnachweis). Diese Definition wurde zur Grundlage weiterer Aus-grenzungen von ´Nichtariern` aus verschiedenen Berufen, Verbänden und Organisationen. (...)“ (Benz u.a. 1997, 373).

[4] Institutionen wie die ´Zentralstelle für jüdische Wirtschaftspflege` oder der ´Zentralausschuss der deutschen Juden für Hilfe und Ausbau` verstanden sich als Hilfsorganisationen zur Selbstbehauptung der jüdischen Gemeinde gegen-über dem NS-Regime (Benz 1988a, 314).

[5] Benz, Wolfgang : Die Juden in Deutschland 1933-1945. Leben unter national-sozialistsischer Herrschaft. München 1988; Friedländer, Saul: Das Dritte Reich und die Juden 1933-1939. Die Jahre der Verfolgung. München 1998.

[6] Vgl. Niewerth, Toni/Peiffer, Lorenz: Jüdischer Sport in Deutschland – eine kommentierte Bibliographie. In: SportZeit. Sport in Geschichte, Kultur und Gesell-schaft. Jüdischer Sport. 1 (2001) 2, Göttingen 2001, 81-106.

[7] Becker, Christian: Die ideologische Ausrichtung und die politische Stellung der Turn- und Sportvereine in der Zeit des Nationalsozialismus, dargestellt am Beispiel der Stadt Hannover. Magisterarbeit. Berlin 1993; Bernett, Hajo: Opfer des ´Arierparagraphen`. Der Fall der Berliner Turnerschaft. Stadion 15 (1985) 1, 29-44.

Hannover

8 Robert Atlasz: Bar Kochba. Makkabi-Deutschland 1898-1938. Tel Aviv 1977.

[9] Ball-Kaduri, Kurt Jakob: Das Leben der Juden in Deutschland im Jahr 1933. Frankfurt/Main 1963.

[10] „Turnen war von Anfang an mehr als bloße Leibesübung oder Körperer-ziehung. Es war eine nationale, eine patriotische Volksbewegung. Das Turnen stand aber neben der Politik und den Veränderungen in der deutschen Gesell-schaft insgesamt auch im Zusammenhang mit der geistesgeschichtlichen Ent-wicklung in Deutschland. Auf diesem Hintergrund erlebte das Turnen nach Jahn Anfang des 19. Jahrhunderts eine weite Verbreitung in ganz Deutschland“ (Krüger 1993a, 36).

[11] „Unter 'sports' wurden die Leibesübungen, Spiele und Vergnügungen der eng-lischen 'gentlemen' seit dem 18. Jahrhundert verstanden. Sportliche Leibes-übungen hatten besonders mit Wetten, Wettkämpfen, Leistungs- und Rekord-streben zu tun. Warum diese 'sports' zuerst in England aufkamen, hängt mit der Entwicklung der englischen Gesellschaft zusammen. Das Aufkommen des Sports ist für England genauso typisch wie seine im Vergleich zum Kontinent frühe Industrialisierung und Parlamentarisierung“ (Krüger 1993b, 15).

[12] Laut einer Erhebung vom 16.06.1933 lebten 499.682 Juden in Deutschland, von welchen 98.747 eine ausländische Staatsangehörigkeit besaßen.

[13] „Nach nationalsozialistischer Diktion waren Juden eine rassische Einheit und eine international agierende Macht“ (Benz u.a. 1997, 532).

[14] Kurt Jakob Ball-Kaduri veröffentlichte zwischen 1963 und 1967 zwei Doku-mentationen zum jüdischen Alltag im nationalsozialistischen Deutschland: Das Leben der Juden in Deutschland im Jahre 1933 und Vor der Katastrophe. Juden in Deutschland 1934-1939. Beide Publikationen basieren auf historischen Zeugenberichten und eigenen Erlebnissen während des Dritten Reiches (Tegel-beckers 1997, 21f).

[15] „Mit der 1. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom November 1935 (Nürn-berger Gesetze) wurden neben Juden und Ariern die Mischlinge als dritte Gruppe, als Menschen mit einer teilweise jüdischen Abstammung, definiert. Man unterschied zwischen ´Mischlingen ersten Grades` oder ´Halbjuden` und ´Misch-lingen zweiten Grades` oder ´Vierteljuden`. Die Einstufung richtete sich nach der Anzahl der jüdischen Großeltern (2 jüdische Großeltern: Mischling 1. Grades, ein jüdischer Großelternteil: Mischling 2. Grades)“ (Benz u.a. 1997, 586).

[16] Vgl. John 1975, 154ff.

[17] Vgl. Jüdische Turnzeitung 4 (1903) 9/10, 164ff .

[18] Zitiert nach Kurt Blumenfeld.

[19] An der 1932 erstmals ausgetragenen jüdisch-nationalen Olympiade, der Mak-kabiah, durften nur Sportler teilnehmen, die im Makkabi-Weltverband organi-siert waren (Das Jüdische Sportbuch: Weg, Kampf und Ziel der jüdischen Sportverbände. Unter Mitarbeit von Dr. Martha Wertheimer, Siddy Goldschmidt und Paul Yogi Mayer. Berlin 1937, 37).

[20] 1918 von Franz Seldte gegründeter Bund der deutscher Frontsoldaten aus dem ersten Weltkrieg (Benz u.a. 1997, 745).

[21] „(...) die Juden (wurden) von der völkischen Rechten (völkische Bewegung) für den Krieg, die Niederlage von 1918 (´Dolchstoßlegende`) und die Revolution (´Novemberverbrecher`) verantwortlich gemacht (...). Die Deutschen wurden als Opfer einer plurokratisch-jüdisch-marxistischen Verschwörung gesehen“ (Benz u.a. 1997, 365).

[22] Vgl. Brenner 1983, 48f.

[23] „Der Begriff setzte sich seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts gegenüber den Begriffen ´Judenhass` und `Judenfeindlichkeit` in Europa durch. In Reaktion auf die Entstehung der modernen Industriegesellschaft wurde ein sich wissenschaftlich gebender, rassisch-völkischer Antisemitismus zur national-sozialistischen Integrationsideologie, die alle negativ bewerteten Zeiterschei-nungen (Materialismus, Säkularismus, die ´soziale Frage`) den Juden anlastete. Judentum und Germanentum/Deutschtum standen als Chiffren für den Kon-flikt zwischen den Ideen der Französischen Revolution und einer nationalis-tischen, antimodernistischen Weltanschauung“ (Benz u.a. 1997, 386).

[24] Zum Antisemitismus und zur Vorgeschichte der nationalsozialistischen Judenpolitik und ihren Wirkungen siehe: Graml, Hermann: Reichskristallnacht. Antisemitismus und Judenverfolgung im Dritten Reich. München 1988; Strauss, Herbert A./Kampe, Norbert (Hrsg.): Antisemitismus. Von der Judenfeindschaft zum Holocaust. Bonn 1985; Benz, Wolfgang (Hrsg.): Die Juden in Deutschland 1933-1945. Leben unter nationalsozialistischer Herrschaft. München 1988.

[25] In seinem Buch Mein Kampf äußerte sich Hitler explizit dazu: „Die jüdischen Führer im Sport und die jüdisch verseuchten, die Pazifisten und die Völker-versöhner, die Paneuropäer (...) haben in deutschen Landen kein Platz. Sie sind schlimmer als die Cholera, die Lungenpest, die Syphilis, schlimmer als die brennenden Horden der Kalmücken, schlimmer als Feuerbrunst, Hungersnot, Deichbruch, große Dürre, schlimmste Heuschreckenplage, Giftgas – schlimmer als dieses, weil diese Elemente nur deutsche Menschen vernichten, jene aber Deutschland selbst“ (Hitler 1942, 45).

[26] Die Auswanderbewegung der Juden nach Palästina erhielt bereits 1933 durch die Reichsregierung staatliche Unterstützung: „Da es in Anbetracht der welt-weiten Krise schwierig war, ein Einwanderungsland zu finden, und da es von Hitler keine gegenteiligen Weisungen gab, setzten sie auf den Zionismus und Palästina. Der SD, der Nachrichtendienst der Partei, brachte das 1934 deutlich zum Ausdruck: um die Ausreise der Juden aus Deutschland zu fördern, musste man bei diesen das Bewußtsein einer eigenen jüdischen Identität entwickeln. Die zionistischen Organisationen erfuhren deshalb eine Vorzugsbehandlung, ihre Interessen deckten sich mit denen des Regimes, das nur froh war zu sehen, wie die Zahl der Hebräisch-Schulen, Turnvereine und Kurse zur beruflichen Umschulung im Hinblick auf die Auswanderung nach Palästina zunahm. (...) Unter dem gleichen Blickwinkel der Ermutigung zur Auswanderung wurde schon 1933 eine Vereinbarung mit der Jewish Agency getroffen; sie erlaubte wohlhabenden Juden, einen Teil ihres Vermögens nach Palästina mitzunehmen, im Austausch gegen eine Steigerung deutscher Exporte“ (Burrin 1993, 44f).

[27] Jüdische Rundschau 38 (1933) 9, Titelblatt (Die Regierung Hitler) vom 31.01. 1933.

[28] Ebd.

[29] C.V.-Zeitung 12 (1933) 5, Titelblatt (Die neue Regierung) vom 02.02.1933, ver-fasst von Ludwig Holländer.

[30] Sondernummer (50.000 Exemplare) der Zeitschrift Der Schild vom 15.08. 1933, die dem Thema Der jüdische Frontsoldat gewidmet war. Leo Löwenstein schrieb darin einen Artikel unter dem Titel Unsere Pflicht – unser Recht.

[31] Das Parteiprogramm von 1920 schloss alle Juden von der Parteimitgliedschaft aus. Nach 1933 schlossen die meisten direkt der Partei angegliederten Organi-sationen wie z.B. die ´Deutsche Arbeitsfront` eine Mitgliedschaft für jeden aus, der in der Zeit nach 1800 jüdische Vorfahren hatte (Noakes in: Büttner u.a. 1986, 71).

Ende der Leseprobe aus 113 Seiten

Details

Titel
Der Ausschluss jüdischer Sportlerinnen und Sportler aus den deutschen Turn- und Sportvereinen und die Reorganisation der jüdischen Sportbewegung im Jahr 1933
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Sportwissenschaft)
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
113
Katalognummer
V12472
ISBN (eBook)
9783638183451
Dateigröße
844 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ausschluss, Sportlerinnen, Sportler, Turn-, Sportvereinen, Reorganisation, Sportbewegung, Jahr
Arbeit zitieren
Bastian Dworok (Autor), 2001, Der Ausschluss jüdischer Sportlerinnen und Sportler aus den deutschen Turn- und Sportvereinen und die Reorganisation der jüdischen Sportbewegung im Jahr 1933, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12472

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