Wertorientierte Unternehmensführung ist kein neues Thema. Das Konzept wurde bereits 1986 formuliert. Heute ist das wertorientierte Konzept in der Praxis weit verbreitet . Kann eine weitere Arbeit zu diesem Konzept sinnvoll sein? Um diese Frage zu beantworten muss der Blick auf den Implementierungsgrad der Konzepte in den Unternehmen gelenkt werden. Dabei können drei Abstufungen vorgenommen werden: die Analystenlösung, der engagierte Beginn, der professionelle Standard.
Diese Diplomarbeit verfolgt das Ziel praxisorientierte Ansätze für die Erreichung des professionellen Standards herauszuarbeiten. Aufgrund der Komplexität des Bereiches ist eine Fokussierung nötig. Der Schwerpunkt dieser Arbeit wird dabei auf den Zielfindungsprozess auf Konzernebene und dessen Umsetzung in operative Ziele gelegt.
Vorgehensweise
Dem kapitalmarktorientierten Zielfindungs- und Steuerungsprozess liegen wertorientierte Kennzahlenkonzepte zu Grunde. Daher werden in Kapitel zwei diejenigen, die am häufigsten in der Praxis zu finden sind, in ihren Grundzügen vorgestellt und anforderungsgerecht beurteilt.
Auf deren Grundlage folgt der Zielfindungsprozess in Kapitel drei. Bei dem Konzept der Wertorientierung stehen die Interessen der Eigentümer im Vordergrund. Daher wird hier der Fokus auf die Diskussion der kapitalmarktorientierten Zielfindung auf Grundlage des EVA Konzeptes gelegt.
Ist das oberste Unternehmensziel festgelegt, kommt die Aufgabe der Umsetzung zum tragen. Im vierten Kapitel werden ausgehend von den EVA Werttreibern wertorientierter Unternehmensführung konkrete Handlungsansätze zur Wertsteigerung herausgearbeitet. Dabei liegt der Fokus auf der Steigerung des NOPATs durch die Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit.
Im fünften Kapitel werden die Kennzahlensysteme von Thyssen Krupp und Siemens nach Aussagegehalt und den wichtigsten Steuerungsfunktionen wertorientierter Unternehmensführung analysiert und miteinander verglichen. Darauf folgt eine Untersuchung des Implementierungsgrades.
In Kapitel sechs erfolgt das Fazit. Es wird überprüft, ob das formulierte Ziel erreicht wurde.
Das Fazit beinhaltet einen Abgleich zwischen den in der Praxis festgestellten Schwächen der Wertorientierung und den zuvor theoretisch erarbeiteten Verbesserungsmöglichkeiten. Mit diesem Abgleich werden die Ergebnisse dieser Arbeit auf den Punkt gebracht und so wird letztlich dazu beigetragen die analysierten Unternehmen dem professionellen Standard näher zu bringen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 1.1 Problemstellung und Zielformulierung
- 1.2 Vorgehensweise
- 2 Wertorientierte Kennzahlenkonzepte
- 2.1 Discounted Cash Flow Methode
- 2.2 Economic Value Added
- 2.3 Cash Flow Return on Investment und CVA
- 2.4 Beurteilung der Konzepte
- 3 Zielplanung
- 3.1 Gestaltungsdimensionen
- 3.2 Direkte Kapitalmarktorientierung
- 3.3 Indirekte Kapitalmarktorientierung
- 3.4 Beurteilung der Zielplanung
- 4 Instrumente der Zielumsetzung
- 4.1 Umsatz
- 4.2 Operative Exzellenz
- 4.2.1 Ausrichtung auf die wesentlichen Prozesse
- 4.2.2 Messung der operativen Exzellenz
- 4.2.3 Operative Exzellenz Programm
- 4.3 Investiertes Kapital
- 4.4 Optimierung der Kapitalkosten
- 5 Wertsteigerungskonzepte der Praxis
- 5.1 Vorstellung der Unternehmen und deren Struktur
- 5.1.1 Thyssen Krupp AG
- 5.1.2 Siemens AG
- 5.2 Analyse der wertorientierten Kennzahl
- 5.2.1 Thyssen Krupp Value Added
- 5.2.2 Geschäftswertbeitrag
- 5.2.3 Abschließende Beurteilung und Vergleich
- 5.3 Analyse des wertorientiertem Implementierungsgrades
- 5.3.1 Thyssen Krupp AG
- 5.3.2 Siemens AG
- 5.1 Vorstellung der Unternehmen und deren Struktur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Diplomarbeit untersucht die wertorientierte Unternehmensführung, insbesondere die Zielplanung und deren Umsetzung. Es wird der Versuch unternommen, das theoretische Optimum mit der praktischen Anwendung in Einklang zu bringen.
- Wertorientierte Kennzahlenkonzepte (DCF, EVA, CFROI, CVA)
- Zielplanung in der wertorientierten Unternehmensführung
- Instrumente zur Zielumsetzung (Umsatz, operative Exzellenz, Investiertes Kapital, Kapitalkosten)
- Praxisbeispiel: Analyse von ThyssenKrupp AG und Siemens AG
- Bewertung des Implementierungsgrades wertorientierter Ansätze
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 führt in die Problemstellung und die Vorgehensweise der Arbeit ein. Kapitel 2 beschreibt verschiedene wertorientierte Kennzahlenkonzepte und deren Beurteilung. Kapitel 3 befasst sich mit der Gestaltung der Zielplanung, sowohl direkt als auch indirekt kapitalmarktorientiert. Kapitel 4 analysiert Instrumente zur Umsetzung der gesetzten Ziele, einschließlich operative Exzellenz und Kapitalkostenoptimierung. Kapitel 5 präsentiert eine Fallstudie an Hand von ThyssenKrupp und Siemens, analysiert deren wertorientierte Kennzahlen und den Implementierungsgrad.
Schlüsselwörter
Wertorientierte Unternehmensführung, Zielplanung, Kennzahlen (DCF, EVA, CFROI, CVA), operative Exzellenz, Kapitalkosten, ThyssenKrupp AG, Siemens AG, Kapitalmarktorientierung, Implementierung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptziel der wertorientierten Unternehmensführung?
Das Ziel ist die Steigerung des Unternehmenswertes im Sinne der Eigentümer (Shareholder Value), wobei kapitalmarktorientierte Kennzahlen zur Steuerung eingesetzt werden.
Was bedeutet die Abkürzung EVA im Controlling?
EVA steht für „Economic Value Added“. Es ist eine Kennzahl, die den Geschäftserfolg abzüglich der Kapitalkosten misst und zeigt, ob tatsächlich Wert geschaffen wurde.
Welche Kennzahlenkonzepte werden in der Praxis am häufigsten genutzt?
Häufig angewendet werden die Discounted Cash Flow Methode (DCF), Economic Value Added (EVA), Cash Flow Return on Investment (CFROI) und der Cash Value Added (CVA).
Wie setzen Unternehmen wie Siemens oder ThyssenKrupp Wertorientierung um?
Diese Unternehmen nutzen spezifische Kennzahlen wie den „ThyssenKrupp Value Added“ oder den „Geschäftswertbeitrag“ bei Siemens, um ihre operativen Ziele an den Kapitalmarktinteressen auszurichten.
Was versteht man unter „Operativer Exzellenz“?
Operative Exzellenz bezeichnet die Optimierung wesentlicher Geschäftsprozesse zur Steigerung des NOPAT (Net Operating Profit After Tax) und damit des Gesamtwertes des Unternehmens.
Warum ist die Zielplanung auf Konzernebene so wichtig?
Nur durch eine klare Zielvorgabe von oben (Top-Down) können operative Einheiten ihre Handlungen so ausrichten, dass sie zur übergeordneten Wertsteigerung des Gesamtkonzerns beitragen.
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- Benjamin Schwinge (Author), 2009, Wertorientierte Unternehmensführung. Zielplanung und Umsetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124740